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An dieser Stelle finden sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 27. August bis Freitag, 29. August 1997.

 

Vatikan
Es gibt keine neuen Normen zur Laisierung von Priestern unter 40 Jahren. Das hat der Vatikan am 28. August klargestellt. In einem Rundschreiben zum Thema habe man nur die bisherige Laisierungs-Praxis verdeutlicht.

Vatikan
Bei den am Montag in Oslo beginnenden internationalen Verhandlungen über das Verbot von Anti-Personen Minen wird auch der apostolische Stuhl teilnehmen. Dies gab am 29. August der Vatikansprecher bekannt. Vor Beginn der Osloer Verhandlungen hatte der deutsche Initiativkreis für das Verbot von Landminen vor einer Verwässerung gewarnt. In einem Brief an Bundesaußenminister Kinkel heißt es, offensichtlich wollten die Amerikaner im Vertrag Ausnahmeregelungen durchsetzen.

Vatikan
Die neue "Ordnung für die Lehrüberprüfungen" ist am 29. August der Presse vorgestellt worden. Die von der Glaubenskongregation herausgegebenen überarbeiteten Normen sollen der veränderten Sensibilität im Hinblick auf den Schutz der Verfechter von abweichenden Meinungen entgegenkommen. Eine wesentliche Neuerung besteht in der Einbeziehung der Bischöfe und des eigenen Ordinarius. Außerdem wurden die Garantien für die Verteidigung des Autors der umstrittenen Meinungen ausgeweitet. Dafür ist die Beteiligung von Gelehrten, Fachleuten, eines Beratungsgremiums, der Ordinarien, der ordentlichen Versammlung der Kongregation und des Papstes vorgesehen. Außerdem wird ein "relator pro auctore", also eine Art Verteidiger und ein Vertrauensratgeber ernannt.

Österreich
Die kirchliche Diskussion im Kielwasser des Kirchenvolksbegehrens geht weiter. Am 1. September startet in Wien der Dialog für Österreich, mit dem der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Johann Weber, eine bundesweite Debatte in Gang setzen will. Dabei soll die Position der Kirche fürs Jahr 2000 festgelegt werden. Der Grundtext hat drei Themengebiete: die Glaubens-Erneuerung, die Erneuerung der Kirche und gesellschaftliche Herausforderungen. Nach Webers Vorstellungen sollen durch die Debatte Übereinstimmungen und Divergenzen innerhalb der Kirche klargemacht werden.

Kroatien
Für die großzügige Hilfe der Österreicher hat sich der Erzbischof von Sarajevo, Kardinal Vinko Puljic jetzt ausdrücklich bedankt. Er sprach bei der traditionellen burgenländischen Kroaten-Wallfahrt in Mariazell, an der rund 3.000 Kroaten aus dem Burgenland, aus Ungarn und Kroatien teilnahmen. Dabei betonte Puljic, daß es die Österreicher gewesen seien, die zuerst den bedrängten Menschen in Bosnien finanziell und ideel geholfen hätten.

Serbische Republik Bosnien
Der serbische Patriarch Pavle I. von Belgrad hat sich am 27. August mit Präsidentin Biljana Plavsic getroffen. Pavle will offenbar im offenen Streit an der Spitze der serbischen Republik vermitteln. Am 25. August hatte in Belgrad der heilige Synod der serbischen Kirche hinter verschlossenen Türen getagt, offenbar zum Thema serbische Republik Bosnien.

Israel-Palästina
Das israelische Militär hat am 27. August die Blockade von Betlehem aufgehoben. Damit ging ein 28-tägiger de-facto-Belagerungszustand zu Ende. Erst am 27. August Abend war bekannt geworden, daß der vatikanische Nuntius massiv interveniert hatte. Gegenüber dem Außenministerium hatte Erzbischof Andrea di Montezemolo vor allem dagegen protestiert, daß keine christlichen Pilger die heiligen Stätten in Betlehem besuchen könnten. Dadurch sei den meisten Palästinensern im Ort, die hauptsächlich vom Tourismus lebten, jede Verdienstmöglichkeit genommen. Das könne, so der Nuntius wörtlich, sehr schwerwiegende Konsequenzen haben.

Rußland
Im neuen russischen Religionsgesetz soll nicht nur die orthodoxe Kirche, sondern Christentum allgemein als traditionelle Religion anerkannt werden. Das erklärte jetzt der Vizepräsident der zuständigen Parlamentskommission. Damit wären die starken Bedenken von katholischer Seite gegen das geplante Gesetz ausgeräumt.

Ost-Timor
Maria Himmelfahrt ist jetzt von offizieller Seite zum Feiertag erklärt worden. Seit der Annektion der ehemals portugiesischen Kolonie durch Indonesien hatte auf Ost-Timor das Marienfest nur informell als Festtag gegolten. Diesem Zugeständis der Regierung stehen Verhaftungen und Verurteilungen von Demonstranten gegenüber, die sich gegen die Indonesische Herrschaft auf Ost-Timor ausgesprochen hatten.

Philippinen
Präsident Fidel Ramos möchte seinen Streit mit der Kirche über eine Wahlrechtsreform beilegen. Das sagte er am 27. August bei einer Pressekonferenz in Manila. Ramos Absicht, die Verfassung zu ändern um noch einmal Kandidat fürs Präsidentenamt sein zu können, war besoners vom Erzbischof von Manila scharf kritisiert worden. Kardinal Jaime Sin hatte den Präsidenten dabei sogar mit dem früheren Diktator Ferdinand Marcos verglichen. Inzwischen hat im Parlament die Debatte über die umstrittene Verfassungsänderung begonnen.

Südkorea
Über 1650 katholische Priester und Ordensleute haben einen offenen Brief an den Präsidenten des Landes unterzeichnet. Sie setzen sich darin für die Freilassung aller Gefangenen ein, die aufgrund von Meinungsäußerungen verurteilt worden sind. Der Brief entstand im Verlauf einer südkoreanischen Gebetswoche für politische Gefangene.

Kenia
Tausende von Menschen fiehen aus dem Likoni-Gebiet im Südosten. Grund sind die Gerüchte über eine bevorstehende Polizeiaktion. Präsident Daniel Arap Moi hatte den bewaffneten Banden, die eine Polizeistation überfallen hatten, ein Ultimatum gestellt. Sie sollten die erbeuteten Waffen und die Munition innerhalb einer Woche zurückbringen. Dieses Ultimatum läuft am 30. August aus.

Südafrika
Präsident Nelson Mandela ist am Nachmittag des 28. August mit dem Anführer der sudanesischen Rebellion, John Garang, in Kapstadt zusammengetroffen. Die Begegnung fand in Vorschau auf die Verhandlungen zwischen den am Konflikt im Sudan Beteiligten statt, die für das kommende Wochenende in Südafrika geplant sind

Südafrika
Rebellenchef John Garang wird nicht an Friedensgesprächen mit dem Regime teilnehmen. Das erklärte er nach einem Treffen mit Südafrikas Präsident Mandela am 28. August. Dessen Versuche um Vermittlung im Sudan-Bürgerkrieg sind damit fürs erste gescheitert.

Bolivien
18 Bischöfe und 250 Delegierte aus ganz Lateinamerika haben sich bei Cochabamba zu einem Kongreß über indianische Theologie getroffen. Das berichtet die Nachrichtenagentur efe. An dem Kongreß nahmen auch lutherische und methodistische Beobachter teil; die Delegierten gehörten 17 verschiedenen Indianervölkern an. Zu den besprochenen Themen zählten die Wirtschaftpolitik vieler lateinamerikanischer Regierungen und die kirchliche Arbeit mit Indios.

Vereinigte Staaten
Die Patriarchen der katholischen Kirche des chaldäischen und assyrischen-orientalichen Ritus haben jetzt ein gemeinsames Dekret unterzeichnet, wonach sie ihre Wiedervereinigung anstreben. Die feierliche Zeremonie fand Mitte August in Roselle, im Bundesstaat Illinois statt. Die beiden Kirchen sind seit dem 16. Jahrhundert voneinander getrennt, stehen aber in Union mit Rom.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Sonntag: Aktenzeichen: Maria Bernarda Bütler, Eine Frau mit Weitsicht, von Aldo Parmeggiani
Montag: Weltkirchen-Magazin
Dienstag: Radio-Akademie: "Eine kleine Feder, die Gott berührt hat", Hildegard von Bingen - 900 Jahre

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von
DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:
Dienstag, 2. September 1997, 19 Uhr

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