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An dieser Stelle finden sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Mittwoch, 20. August bis Freitag, 22. August 1997.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat am 20. August davor gewarnt, daß der Glaube nicht nur durch jene gefährdet werde, die die Botschaft des Evangeliums zurückwiesen, sondern auch durch die, die die Wahrheit nur zum Teil annähmen. Vor mehreren Tausend Pilgern beklagte der Papst bei der Generalaudienz, daß die Gläubigen oft der Versuchung unterlägen, den Glauben nach eigenem Gutdünken zu interpretieren.

Papstreise nach Frankreich anläßlich des 12. Weltjugendtages
19. August 1997
Beim Eröffungsgottesdienst des Weltjugentages rief der Pariser Erzbischof Kardinal Jean Marie Lustiger die Jugendlichen auf, nicht zu resignieren oder sich Sachzwängen anzupassen. Wörtlich sagte er: "Sucht nicht eine bequeme Mittelmäßigkeit. Gott will für euch das höchste Glück."
Die katholische Tageszeitung La Croix veröffentlichte zum Besuch des Papstes in Frankreich ein Interview mit Johannes Paul II. In diesem ruft das Kirchenoberhaupt die Jugendlichen auf, Zeugen der Hoffnung zu sein. Er erwarte von ihnen, daß sie ihre Freigiebigkeit, ihre Intelligenz und ihre Energie dafür einsetzten, die Welt menschlicher zu gestalten. Außerdem appellierte er an die christlichen Jugendlichen, daß sie eine aktive Rolle in der Kirche und in der Gesellschaft einnehmen sollten. Der Papst wiederholte auch seine Warnung, daß sich der Mensch nie von der Wirtschaft und den Marktkräften vereinnahmen lassen dürfe.

21. August 1997
Papst Johannes Paul II. in der französischen Hauptstadt. Die Menschenrechte und die Brüderlichkeit, das ist so etwas wie das Motto des ersten Besuchstags von Johannes Paul. Am Morgen um halb elf war er auf dem Pariser Flughaben Orly eingetroffen, begrüßt unter anderem vom französischen Präsidenten Chirac. Papst und Präsident trafen sich dann eine Stunde später im Elysée-Palast, dem Amtssitz des Staatspräsidenten. In seiner kurzen Rede ging Johannes Paul nicht auf die aktuelle politische Lage in Frankreich ein, die Cohabitation wurde nicht erwähnt. Er forderte den Aufbau einer neuen, menschlicheren Gesellschaft und bot dazu den Beitrag der Kirche an. Nach diesem offiziellen Termin fuhr der Papst zum Palais de Chaillot - mit seiner Aussichtsterasse gegenüber dem Eifelturm. Hier legte er Blumen nieder am Mahnmal für die Menschenrechte. Eine Ehrung des Papstes für den Priester Josef Wresinski, der die Bewegung "Vierte Welt" für die Hilfe an den Ärmsten und Ausgestoßenen gegründet hat. Der inzwischen verstorbene Priester, dessen Seligsprechungsverfahren läuft, hatte hier vor 10 Jahren vor 100.000 Menschen eine Gedenkplatte für alle Opfer von Hunger, Gewalt und fehlenden Bildungschancen eingeweiht.
Danach feierte der Papst mit 500.000 Jugendlichen ein Freudenfest der Begrüßung auf dem Marsfeld im Schatten des Eifelturms. Die symbolträchtigen Worte und Gesten des Willkommens dauerten so lange, daß Johannes Paul seine vorbereitete Rede kurzentschlossen ausfallen und sie nur schriftlich austeilen ließ.

22. August 1997
Papst Johannes Paul II. hat an diesem zweiten Besuchstag in Frankreich dazu aufgerufen, den Weg der Hilfe für die Armen, den Frédéric Ozanam vor 150 Jahren gegangen ist, heute wieder neu zu entdecken. Diese Forderung richtete der Papst während der Messe in der Pariser Kathedrale Notre Dame an die Gläubigen. Dabei sprach er den Gründer der Vinzenzkonferenzen, Frédéric Ozanam selig. Am Nachmittag besuchte der Papst auf dem Friedhof Chalo-Saint-Marsdas das Grab seines persönlichen Freundes, Jérome Lejeune. Danach machte er Station in Frankreichs einzigem in diesem Jahrhundert errichteten Dom, der Auferstehungskathedrale von Évry, die 1995 eingeweiht wurde.

Südkorea
Der Erzbischof der Diözese Seoul, Kardinal Stephen Kim hat alle Katholiken aufgerufen, für eine Wiedervereinigung der beiden Landesteile zu beten. Angesichts der Hungersnot im Norden sagte er, der Süden müsse der Versuchung einer ideologischen Vorherrschaftspropaganda wiederstehen.

Korea
Anläßlich ihres Sommertreffen haben rund 400 katholische Studenten in Südkorea einen Fond zur Unterstützung der von der Hungersnot bedrohten Menschen in Nord-Korea gegründet. Gleichzeitig wollen sie zur Wiedervereinigung des seit fast fünfzig Jahren getrennten Landes beitragen.

Brasilien
Ein parlamentarisches Gremium hat jetzt ein Gesetz verabschiedet, in dem Frauen, die vergewaltigt wurden oder durch die Austragung eines Kindes in Lebensgefahr gerieten, das Recht auf Abtreibung garantiert wird. Mit dieser Entscheidung, die noch den Kongress durchlaufen muß, versprechen sich die Befürworter der Abtreibung vor allem eine bessere medizinische Versorgung der ärmeren Frauen. In einer ersten Stellungnahme verurteilte der Bischof von Anapolis, Manoel Pestana, das Gesetz als Beginn der Legalisierung der Abtreibung.

Argentinien
Die Regierung erhofft vom Papst eine Unterstützung des Vertrags, der die Grenzstreitigkeiten zwischen Argentinien und Chile beilegen soll. Das erklärte am 19. August der Außenminister in Buenos Aires. Präsident Carlos Menem werde Johannes Paul zwar nicht zu einer solchen Geste drängen, aber man hoffe doch, daß sie ein Ergebnis der Begegnung Menems mit dem Papst Anfang Oktober in Rom sein werde.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Samstag:
Weltjugendtag in Paris
Sonntag: Weltjugendtag in Paris
Montag:
Weltkirchen-Magazin
Dienstag: Radioakademie: Propheten - Fanale ins Jenseits von Aldo Parmeggiani

Man hört Radio Vatikan:
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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:
Dienstag, 26. August 1997, 19 Uhr

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