Verehrte Interner-Benutzer!
An dieser Stelle finden sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Dienstag, 12. August bis Freitag, 15. August 1997.

Vatikan
Der Ökumene-Kardinal, Edward Cassidy, hat die Äußerung des Moskauer Patriarchats zurückgewiesen, Rom trage die Schuld am Scheitern der im Juni geplatzten Begegnung zwischen Papst Johannes Paul II. und dem Oberhaupt der russich-orthodoxen Kirche, Alexji II. Im Gegenteil sei der Papst "bis zur letzten Minute bereit gewesen", Alexji in Wien zu treffen. Dann habe das Moskauer Patriarchat die geplante Begegnung kurz zuvor abgesagt, so Cassidy.

Frankreich
Der Countdown läuft für das Weltjugendtreffen mit dem Papst in Paris. Ab Donnerstag, 21. August, steigt in der Seinemetropole das Festival der Jugend; wieviele genau teilnehmen werden, ist noch offen.

Türkei
Die laizistischen Kräfte haben im Schulstreit einen Zwischensieg gegen die Fundamentalisten errungen. Eine Parlamentskommission billigte am 10. August einen Gesetzesvorschlag der Regierung. Diese will die ideologische Beeinflussung der Schuljugend durch die Islamschulen einschränken.

Türkei
Am 15. August ist es nach dem wöchentlichen Freitagsgebet in Istanbul erneut zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Dabei zerstreuten die Ordnungshüter die Menge mit Hilfe von Wasserwerfern und nahmen mindestens 10 muslimische Gläubige fest. Diese demonstrierten gegen das neue Schulgesetz.

Zypern
600 griechische Zyprioten haben heute in den türkisch besetzten Teil der geteilten Insel einreisen dürfen. Sie wollen an einem der heiligsten Orte für orthodoxe Gläubige, dem Andreas Kloster, beten. Beobachter beurteilen dieses Vorgehen als eine Geste guten Willens. Sie kommt zu einem Zeitpunkt, da sich UNO-gesponserte Kontakte zwischen griechischen und türkischen Zyprioten intensivieren.

Zypern
Die Schweizer Gespräche über die Zukunft Zyperns sind am 15. August gescheitert. Nach Angaben von Teilnehmern hat es auf keiner der beiden Seiten Bewegung gegeben.

Israel
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu führte am 13. August im jordanischen Aquaba Gespräche mit Jordaniens König Hussein. Es ist das erste Treffen Netanjahus mit einem hochrangigen arabischen Politiker seit dem Attentat von Jerusalem.

Israel
Der syrische Staatspräsident Hafis al-Assad hat Bereitschaft zum Frieden mit Israel angedeutet. In Damaskus empfing Assad am 12. August erstmals Araber mit israelischem Paß, darunter auch einige arabische Knesset-Abgeordnete. Dabei erklärte Assad, Frieden sei möglich, wenn Israel die Politik des erschossenen Premiers Rabin fortsetze. Netanjahu allerdings sei ein Feind des Friedens.

Rußland
Am 11. August hat ein Sprecher des Moskauer Parlaments erklärt, im neuen Religionsgesetz werde die katholische Kirche voraussichtlich als traditionelle Kirche anerkannt. Das Parlament werde aber nicht davon absehen, die Rechte der nicht-christlichen Religionsgemeinschaften stark zu beschneiden. Die Russen müßten vor Sekten und nicht-traditionellen Gemeinschaften geschützt werden.

Indien
Anläßlich des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit haben fünfhundert Slumbewohner und Arme aller Kasten ein Sit-In veranstaltet, um darauf hinzuweisen, daß ihnen die Unabhängigkeit des Staates nicht genützt habe. Sie wurden dabei auch von Kirchenleuten unterstützt. Damals wie heute hätten sie nicht die Mittel, um ihre Kinder zu ernähren.

Indien
Freiheit braucht soziales Denken. Das schreiben die indischen Bischöfe den Politikern ins Stammbuch. Der Anlaß ihres Aufrufs vom 14. August ist der 50. Jahrestag von Indiens Unabhängigkeit. Sie gratulieren, kritisieren aber gleichzeitig auch sehr deutlich. Im Indien der Gegenwart herrschen Korruption, Kastendenken und Kleingeisterei, aufrechterhalten durch Geld und Gewalt. Auf der anderen Seite gebe es auch Hoffnung: Tausende von Freiwilligen, einzeln oder organisiert, die sich für Erziehung, Menschenrechte und Soziales starkmachen. Wir stehen - so die Bischöfe - auf Seiten dieser Täter des Wandels. Die kirchlichen Schulen, Krankenhäuser, Sozialstationen und Hilsfwerke seien Beweise dafür.

Indien
Die Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit wurden am 14. August getrübt durch die Erkenntnis, daß die hehren Ziele der Staatsgründer nicht erreicht worden sind. Rebellen töteten durch eine in einem Zug explodierende Bombe an der nordöstlichen Grenzen sieben Personen. Dieser Angriff erinnert daran, daß seit der blutigen Teilung von Indien und Pakistan 1947 immer noch viel Konfliktstoff besteht.

Pakistan
Der Bischof von Faisalabad, John Joseph, hat ein Ende der Diskriminierung von Christen in Pakistan gefordert. In einem Memorandum zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit setzt sich Joseph für gleiche Rechte aller Minderheiten ein und wünscht vor allem, daß der Islam die Ehe von christlichen Frauen als gültig anerkennt.

Thailand
Die Katholiken Asiens stehen der Globalisierung sehr skeptisch gegenüber. Das ist das Ergebnis einer Konferenz von Fachleuten aus meheren asiatischen Ländern. Sie kritisieren außerdem die verbreitete Ideologie der nationalen Sicherheit, die die Menschenrechte unterdrücke.

Japan
Wie erst jetzt bekannt wird, haben sich Anfang August im Zusammenhang mit dem Jahrestag des Abwurfes der ersten Atombomben rund 1000 Anhänger verschiedener Religionen zu einem Gebetstreffen auf Honshu versammelt. Unter den Teilnehmern waren Buddhisten und Hindus, Christen und Muslime, Juden und Bahais, Schintoisten, Siks und Zoroaster-Anhänger. Unter den Teilnehmern waren auch der vatikanische Verantwortliche für den interreligiösen Dialog, Kardinal Francis Arinze, sowie der Erzbischof von Sarajewo, Kardinal Vinco Puljic.

Philippinen
Die Kirche hat erneut ihre Überzeugung ausgesprochen, daß die Überwindung der Armut der Bevöklkerung mehr diene als Geburtenplanung. Der Chef der Bevölkerungskommission, Bischof Pedro Quitorio, kritisierte den Bericht von Präsident Ramos. Dieser gehe von längst überholten Annahmen aus.

Ägypten
Präsident Hosni Mubarak hat energisch bestritten, daß christliche Kopten in Ägypten diskriminiert werden. Das seien Erfindungen, meinte Mubarak gegenüber der Tageszeitung Al-Ahram. Seine Regierung versuche nur, Kollisionen zwischen Fanatikern auf beiden Seiten, nämlich bei Moslems und Christen, zu vermeiden. Während seiner Amtszeit, so Mubarak, seien in Ägypten mehr Kirchen gebaut worden als unter seinen beiden Vorgängern zusammengenommen. Auch bei der Aufnahme in den Staatsdienst spiele die Religion keine Rolle. Im übrigen habe selbst das koptische Oberhaupt, Papst Shenuda III., betont, daß es keine Diskriminierung der Kopten gebe.

Kenia
Eine Gruppe von neun Religionsvertretern ist am 13. August als Vermittler zwischen Präsident Arap Moi und der Opposition des Landes eingesetzt worden. Der Streit innerhalb der Oppositionsparteien, die dringende Reformen vor den Präsidentschaftswahlen dieses Jahres fordern, hatte die Kirchenvertreter auf den Plan gerufen. Die Vermittlergruppe rekrutiert sich sowohl aus Vertretern der katholischen Kirche als auch aus protestantischen Glaubensgemeinschaften und dem Islam. Einzig ausgeschlossene Gruppe sind die Hindus, die traditionell nicht am politischen Geschehen teilnehmen.

Burundi
Bei Zusammenstößen zwischen Hutu-Gruppen sollen etwa 600 Menschen getötet worden sein. Das meldet der kenianische Rundfunk. Die Auseinandersetzungen begannen offenbar am Wochenende im Nordwesten von Burundi. Aufhorchen läßt, daß es zwei Hutu-Organisationen sind, die sich da anscheinend bekämpfen. Eine davon hatte vor ein paar Tagen ihre Bereitschaft erklärt, bei Friedensgesprächen mitzumachen. Die Zusammenstöße jetzt sind womöglich das entscheidende Kräftemessen zwischen Hardlinern und Friedensbereiten unter den Hutus.

Demokratische Republik Kongo
Das Regime Kabila tut zu wenig für den Wiederaufbau. Das erklärte jetzt der Erzbischof von Kinshasa, Kardinal Frederic Etsou. Derweil häufen sich die Anzeichen, daß im früheren Zaire die Morde an Ruanda-Flüchtlingen weitergehen.

Guatemala
Ein kirchliches Büro für Menschenrechte will eigenen Angaben zufolge einer Untersuchungskommission Informationen über Tausende von Menschenrechtsverletzungen gegen Zivilisten während des Bürgerkrieges zur Verfügung stellen. Die Opfer hätten der Veröffentlichung zugestimmt, hieß es am 14. August aus der Erzdiözese Guatemala City. Die multi-nationaale Untersuchungskommission wird von dem Deutschen Christian Tomouschat geleitet, den insbesondere die Rolle des CIA im dem Bürgerkrieg interssiert und der Präsident Bill Clinton um Mithilfe bitten will.

Vereinigte Staaten
Die am 14. August von Präsident Clinton vorgestellten neuen Richtlinien für die Achtung der Religionsfreiheit in staatlichen Behörden sind überwiegend auf Zustimmung gestoßen. Der Nationale Kirchenrat NCC erklärte dazu in Washington, es sei ein Durchbruch, daß nun Angestellte und Vorgesetzte nachprüfen könnten, welche Rechte sie hätten.

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Samstag: Kommentar der Woche: Aldo Parmeggiani
Betrachtung zum Sonntag: Winfried König, Münster
Sonntag: Sie schreiben - wir antworten
Montag: Weltkirchenmagazin: Vorbericht zum Weltjugendtag in Paris

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