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An dieser Stelle finden sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan in der Zeit von Dienstag, 5. August bis Donnerstag, 7. August 1997.

 

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat am 6. August bei einer Messe an den 19. Todestag von Papst Paul VI. erinnert. Dabei stellte er heraus, wie sehr das Beispiel dieses Papstes bis heute alle Gläubigen ermutige und sie, gerade an der Schwelle zum nächsten Jahrtausend, im Bekenntnis des Glaubens bestärke.

Großbritannien
Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, George Carey, hat erklärt, daß die englische Kirche durch eine Wiederheirat des Thronfolgers Prinz Charles in eine Krise gestürzt werde. Die Tatsache seiner Scheidung stelle jedoch kein Hindernis dar, daß er seiner Mutter auf den Thron nachfolge. Die Kirche, deren Oberhaupt der englische König ist, erlaubt die Wiederheirat geschiedener Monarchen nicht.

Slowakei
Ein Schreiben des Papstes an Präsident Meciar hat wesentlich zum besseren Verständnis zwischen Kirche und Staat in der Slowakei beigetragen. Das hat jetzt der Erzbischof von Kosice im Osten des Landes bekanntgegeben. Der Papst habe Meciar ein Jahr nach seinem Pastoralbesuch geschrieben, seither seine die Verhandlungen zwischen der Bischofskonferenz und Regierung wesentlich flüssiger. Das Verhältnis zwischen den beiden Einrichtungen ist nach Ansicht von Fachleuten problembeladen.

Bulgarien
Sieben Jahre nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft, wird im neuen Schuljahr das Fach Religionsunterricht wieder eingeführt. 56 Prozent der Bevölkerung hatten sich dafür ausgesprochen. Die Schulbücher sollen Texte aus dem Alten und Neuen Testament enthalten, sowie Elemente aus den drei monoteistischen Religionen: Christentum, Isalm und Judentum. Die Bulgaren sind zu 85 Prozent orthodoxe Christen, der Rest Muslime.

Israel
Das Großrabinat hat die Juden aufgerufen den Tempelberg nicht zu betreten. Es reagierte damit auf die entgegengesetzte Aufforderung von jüdischen Siedlern. Diese hatten fromme Juden dazu aufgerufen, auf dem Tempelberg zu beten, um so ein Zeichen gegen die Muslime zu setzen. Auf dem Tempelberg stehen zwei Moscheen. Den frommen Juden ist es untersagt, ihn zu betreten, weil sie aus Versehen das Allerheiligste des ehemaligen jüdischen Tempels betreten könnten.

Rußland
Präsidnet Boris Yelzin hat Entspannung zwischen orthodoxer Kirche und dem Staat signalisiert. Bei einer Kircheneinweihung sagte er am 6. August zu Patriarch Alexij, es gebe überhaupt keine Schwierigkeiten im gegenseitigen Verhältnis. Die Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche werde sich zum Wohle Rußlands weiterentwickeln. Er antwortete so indirekt auf die Kritik des orthodoxen Patriarchen an Jelzins Entscheidung, das neue Religionsgesetz nicht zu unterzeichnen. Nach Angaben der Agentur Interfax wird Jelzin eine gemischte Staat-Kirche-Kommission für die Religionsgesetzgebung einsetzen.

Rußland
Am kommenden Sonntag wird in Novosibirsk die neue Bischofskathedrale eingeweiht werden. Der deutschstämmige Bischof Josef Werth hatte sich seit dem Umbruch im Jahr 1989 um den Bau der Kirche bemüht. Dabei hatte er auch viele Spenden aus Deutschland erhalten. Die Weihe der Kathedrale wird auch ein ökumenisches Ereignis sein. Josef Werth ist Bischof für die Katholiken in Sibirien.

Bangladesh
Die Muslime der südöstlichen Region Chittagong haben sich seit 70 Jahren um einen interreligiösen Dialog bemüht. Das betonte ein muslimischer Führer bei einem, von den Bischöfen des Landes organisierten ökumenischen Treffen. Der vom Islam angestrengte Dialog für den Frieden, solle im Gespräch mit anderen Konfessionen weiterhin fortgesetzt werden.

China
Am 6. August haben mehrere Religionsgemeinschaften den Bericht des US-State-Departments über die Religionsfreiheit in China heftig kritisiert. Sie sprachen in ihrer Antwort sogar von Gotteslästerung. Wörtlich hieß es: Der Bericht aus den Vereinigten Staaten verdreht die derzeitige religiöse Situation völlig. Denn die kommunstische Regierung respektiere das Recht jedes Bürgers seinen Glauben zu praktizieren.

Hongkong
Katholische und protestantische Kirchenführer werden an der ersten Wahl zu Honkongs Legislative im nächsten Jahr nicht teilnehmen. Dennoch stellen sie ihren Mitgliedern frei, sich um einen der Sitze in der Wählerschaft zu bemühen, die religiösen Gruppen offen stehen. Es sei jetzt vor allem ihre Aufgabe, die kirchliche und soziale Harmonie zur stärken, und nicht ein Wahlgremium zu bilden.

Indonesien
Wie erst jetzt bekannt wurde, hat ein muslimisches Studienzentrum eine wissenschaftliche Tagung über Jesus Christus gehalten. Hauptredner bei der Veranstaltung war ein evangelischer und ein muslimischer Theologe. Der evangelische Fachmann betonte, daß Bibel und Koran Jesus zwar unterschiedlich darstellten. Die Bemühung beider Religionen, Jesus zu verstehen, helfe aber zum interreligiösen Dialog. Der muslimische Professor unterstrich, wenn die Religionsangehörigen den Menschen aus dem Auge verlören, dann könne dies zur Anarchie führen.

Indonesien
Ein Sozialinstitut der Jesuiten hat jetzt einem 14-jährigen Straßenkind einen Preis zuerkannt. Das Mädchen Tarini arbeitet seit Beginn des Jahres in der Bekleidungsindustrie, nachdem es zuvor schon in verschiedenen Berufen zum Lebenunterhalt seiner Eltern und vier kleinerer Geschwister beigetragen hatte. Mit der Auszeichnung will das Jakarta Social Institut auf die harten Lebensbedingungen der Straßenkinder aufmerksam machen. Ebenfall soll die Tapferkeit der Kinder anerkannt werden, in ihrer schwierigen Situation immer neue Überlebensmechanismen zu entwicklen.

Philippinen
Rund einhundert Personen, unter ihnen sehr viele Katholiken, haben in diesen Tagen gegen ein Regierungs-Projekt protestiert, das ihrer Überzeugung nach große Umweltschäden mit sich bringen würde. Auf der Insel Negros im Zentrum des Archipels plant Manila drei Kernkraftwerke und die Erforschung der Geothermik. Auch die Bischöfe der Insel haben das Unternehmen mit Bezug auf entsprechende Papstaussagen kritisiert.

Algerien
Die extremistsche Gruppe des bewaffneten Islam hat jetzt in einer Geheimzeitschrift ihre Absicht erklärt, all diejenigen zu ermorden, die sich nicht ihrem Kampf anschließen. Wörtlich heißt es, von den jünsten Kindern bis zu den Ältesten würden alle erwürgt. Wer immer sich mit Demokratie und Liberalismus befasse, solle ermordet werden. Das gebiete der heilige Kampf. In Algerien werden jede Woche bis zu 1oo Personen ermordet.

Südafrika
Die katholische Kirche war ein Opfer der geheimen Sicherheitspolizei während des Apartheid-Regimes. Das beweisen Dokumente, die der südafrikanischen Wahrheitskommission in Kapstadt zugänglich wurden. Eine Zeitung zitiert Details aus einem Plan, Apartheidgegner innerhalb der Kirche zu diskreditieren. Gegen sogenannte revolutionäre und politische Theologie wurde eine richtiggehende "psychologische" Operation durchgeführt.

Ruanda
Der neue anglikanische Bischof von Kigali bereut die Rolle seiner Kirche vor und während des Völkermordes. Man habe sich beinahe zum Komplizen der Mörder gemacht, erklärte er am 5. August in der ruandischen Hauptstadt. "Wir waren nur mit uns selbst beschäftigt, wir haben die Schreie der Opfer nicht gehört." Bischof Emanuel Kolini wünscht, daß sich die anglikanische Kirche Ruandas entschuldigt.

Brasilien
Die brasilianische Landlosenbewegung bemüht sich um eine Begegnung mit dem Papst und zwar währennd dessen Reise in das Land im Oktober diesen Jahres. Einige Familien aus der Bewegung wollen Papst Johannes Paul II. ihre Sicht darstellen, aber keine Forderungen an ihn richten. Der Erzbischof von San Salvador de Bahia, Kardinal Lucas Moreira Neves, hat den Wunsch der Landlosenbewegung an den Vatikan übermittelt.

Brasilien
Der katholischen Kirche des Landes stehe im Hinblick auf die Landlosenproblematik vor einer Radikalisierung. Nach Angaben einer Tageszeitung werde die Wahl des linksgerichteten Bischofs Tomas Balduino als neuen Präsidenten der Landlosenpastoralkommission die Kirche zu einem kämpferischen Teilnehmer im Streit um die Landreform machen.

Peru
Erzbischf Cipriani
hat während der Geiselnahme in Lima vor allem zwischen den Geiselnehmern vermittelt. Der ehemalige japanische Botschafter in Peru, der selbst als Geisel festgehalten war, berichtete dies in einer Zeitung. Der Erzbischof habe die jüngeren Geiselnehmer zur Aufgabe überreden und sie anschließend unter seine Fittiche nehmen wollte.

 

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Freitag:
Prisma-Magazin
Samstag: Kommentar der Woche: Aldo Parmeggiani
Betrachtung zum Sonntag: Winfried König, Münster
Sonntag: Sie schreiben - Wir antworten
Montag: Weltkirchen-Magazin

 

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täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
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Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

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Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten:
Montag, 11. August 1997, 19 Uhr

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