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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan von Freitag, 1. August bis Montag, 4. August 1997

Vatikan
Der Papst freut sich auf das Weltjugendtreffen Mitte August in Paris. Das erklärte er am 3. August beim Angelusgebet in Castel Gandolfo. Er wolle in der Hauptstadt junge Katholiken aus aller Welt treffen, mit ihnen beten und über den Glauben nachdenken, kündigte Papst Johannes Paul II. an.

Deutschland
Das bayrische Verfassungsgericht hat am 1. August ein Urteil gefällt, nach dem die Kruzifixe in den Schulklassenzimmern des Bundeslandes an den Wänden verbleiben. In ersten Reaktionen begrüßten der bayrische Kultusminister und der CSU- Generalsekretär die Entscheidung. Bayerns Kultusminister Hans Zehetmair stellte befriedigt fest, nun sei es klar ,daß die geltende Regelung mit der Landesverfassung übereinstimme und die Entscheidung des Bundesverfassungsgeichts im gebotenen Umfang beachte. Er sprach die Hoffnung aus, daß dies den Rechtsfrieden weiter festige.Mit der Zurückweisung der Klagen habe der Verfassungsgerichtshof festgestellt, daß der Wille Andersdenkender zwar zu berücksichtigen sei, die Minderheit der Mehrheit aber ihren Willen nicht aufzwingen könnte. Diese Auffassung sprach der CSU- Generalsekretär Bernd Protzner aus. Das Kruzifix im Klassenzimmer spiegele nicht nur die religiösen Überzeugungen, sondern symbolisiere darüberhinaus auch die christlichen Werte. Nun wird wohl das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob Bayern gegen das Grundgesetz verstößt oder nicht.

Deutschland
Die Kirche wirft der pakistanischen Regierung Diskriminierung von Christen, Frauen und religiösen Minderheiten vor. Die deutsche Bischofskonferenz fordert die Regierung in Islamabad auf, die im sogenannten Blasphemiegesetz vorgesehene Todesstrafe aufzuheben. In Pakistan hat Bischof John Joseph zu einem Protestmarsch in seiner Bischofsstadt Faisalabad aufgerufen.

Deutschland
Die Wochenzeitung "Focus" hat am 2. August einen Artikel über ein angebliches päpstliches Schreiben veröffentlicht. Darin soll Papst Johannes Paul II. die katholische Kirche in Deutschland anweisen, keine Zertifikate über erfolgte Schwangerschaftsberatungen mehr auszustellen. Der Sprecher der Bischofskonferenz, Rudolf Hammerschmidt, bezeichnete die Angaben der Zeitung als "pure Verleumdungen". Beobachter halten es für unwahrscheinlich, daß der Vatikan schon jetzt eine Entscheidung über den Verbleib oder den Ausstieg aus der Schwangerschaftsberatung im staatlichen System getroffen habe.

Österreich
Die Debatte um Abtreibng erhält neuen Zündstoff. Frauenministerin Barbara Prammer will am 4. August an einer Demomstration für die Abtreibung in Wien teilnehmen. Am gleichen Ort, vor der größten Abtreibungsklinik Österreichs, wollen am 4. August ebenfalls Abtreibungsgegner eine Aktion durchführen, die schon im Vorfeld sehr umstritten ist. Auch die Kirche distanziert sich von dieser Aktion. Am 4. August ist eine Messe im Stefansdom zu Wien für die ungeborenen Kinder geplant.

Frankreich
Die Höhrerzahl vom " Netz christlicher Radios" ist in den vergangenen drei Jahren um 31 Prozent gestiegen und erreicht damit wöchentlich knapp 500.000 Personen. Dies sagte in Paris der Generaldirektor des Senders, dem 39 diozösane Radiostationen angeschlossen sind. Dreimal täglich werden die Nachrichten der französischsprachigen Sektion von Radio Vatikan übernommen.

Polen
Die untere Kammer des Parlaments hat am 2. August ein Gesetz verabschiedet, nach dem der Vermerk über die Religionsstunde aus den Schulzeugnissen verschwindet. Dadurch wird der Religionsunterricht erst in der letzten Grundschulklasse fakultativ eingeführt. Diese Novellierung ist Teil der Maßnahmen, die die Voraussetzungen für ein Konkordat mit dem Vatikan klären sollen. Der Sekretär der Bischofskonferenz, Tadeusz Pieronek, erklärte bereits, das neue Gesetz verletze die Religionsfreiheit. Um in Kraft treten zu können, muß dieses jedoch noch vom Senat nd dem Präsidenten verabschiedet werden.

Türkei
Der oberste Militärrat des Landes hat am 1. August 73 Offiziere und Unteroffiziere wegen islamistischen Fundamentalismus entlassen. Das berichtete am die türkische Presse. Die Militärangehörigen sollen den Angaben zufolge Mitglieder muslimischer Sekten sein. Einige unter ihnen gehören der verbotenen pro-iranischen Hisbollah an. Es handelt sich um die erste Entlassung seit der Einsetzung der neuen säkularen Regierungskoalition.

Bosnien
Neue Runde der Kraftprobe- das serbische Präsidiumsmitglied Bosniens, Kraijsnik, hat das Kriegsverbrechertribunal von Den Haag eingeladen, vor Ort gegen Radovan Karadcic zu ermitteln.

Bosnien
Die Bischofskonferenz des Landes wendet sich gegen die staatliche Anerkennung von "katholischen" Organisationen, die keine Billigung durch die Kirchenleitung geniessen
. Namentlich erwähnen die Bischöfe die"Vereinigung katholischer Gläubiger Pax et Bonum". Im Hintergrund dieser Auseinandersetzung steht das Tauziehen zwischen dem Bischof von Mostar und den Franziskanern, denen in osmanischer Zeit als einzigen die seelsorgliche Betreuung der Gläubigen erlaubt war, die seit 1878 auch die Weltkirche in Herzegovina wieder ausüben darf.

Bosnien
Über 3000 Muslime sind am 3. August aus der bosnischen Stadt Jaice vertrieben worden. Sie waren erst vor drei Wochen in die jetzt von Kroaten gehaltene Stadt zurückgekehrt. Während des Bosnienkrieges war auch Jaice bitter umstritten. Aufgebrachte Kroaten bewarfen am 3. August UNO- Fahrzeuge mit Steinen. Derweil hat Deutschland alle offiziellen Kontakte mit dem bosnischen Botschafter in Bonn abgebrochen. Zur Begründung heißt es, man sei nicht länger bereit, die destruktive Politik Sarajewos mitzutragen.

Albanien
Vertreter der internationalen Gemeinschaft haben am 1. August in Rom über den geplanten Wiederaufbau in Albanien beraten
. Dabei stellte sie klar, daß die multinationale Schutzgruppe in nächster Zeit abgezogen wird. Die relativ positive Entwicklung in der letzten Zeit, darunter auch die Wahlen in Albanien, wurden letztlich nur durch die Anwesenheit der multinationalen Schutztruppe möglich. Die 21 Länder plus zahlreichen internationalen Organisationen erinnerten den neuen Premierminister Albaniens, Fatos Nano, zugleich daran, daß seine Wahl eigentlich den Schlußpunkt der albanischen Wirren markieren sollte. Alle Seiten in Albanien müssen sich künftig darüber im klaren sein, daß eine Stabilisierung der Lage vor allem ihre eigene Aufgabe ist. Die internationale Hilfe wird künftig davon abhängen, wie kööperativ man sich in dem Land gegenüber der internationalen Gemeinnschaft verhalten wird.

Rußland
Die Lutheraner des Landes sind froh über das Veto von Präsident Boris Jelzin gegen das umstrittene Religionsgesetz
. Das bewahre sie vor einer Gleichstellung mit Sekten und Pseudoreligionsgemeinschaften, so der lutherische Bischof Georg Kretschmar.

Kambodscha
Putschist Hun Sen hat jede internationale Vermittlung in dem Land abgelehnt, die seine Herrschaft in Frage stellen könnte. Das erklärte sein Außenminister in Pnom Penh. Eine neue Offensive Huns Sens gegen die Truppen seines Rivalen, Prinz Ranariddh, hat derweil zu neuen Flüchtlingsströmen geführt. 7.000 Flüchtlinge kamen am 1. August in Thailand an.

Südkorea
Hunderte von Studenten werden wegen ihrer Mitgliedschaft in einer radikalen Vereinigung angeklagt. Die Verfahren sind Teil der Regierungskampagne zur Zerschlagung der Hanchongryon-Gruppe, die nach Regierungsansicht kommunistisch ist.

Iran
Der neue Präsident Mohammed Khatami hat am 3. August sein Amt angetreten. Die iranische Nachrichtenagentur zitiert aus einem Glückwunschtelegramm von Papst Johannes Paul II..Darin betet der Papst dafür, daß Gott dem iranischen Volk auf seinem Weg zu materiellem und spirituellem Fortschritt hilft.

Burundi
Die Regierung in Bujumbura sperrt sich gegen den Besuch eines UNO- Rechtsbeauftragten in Burundi.Das wurde am 2. August in Genf bekannt. Ein brasilianischer Juraprofessor hatte in den letzten Jahren als UNO- Kommissar die Menschenrechtslage in Burundi untersucht und anschließend sehr deutliche Berichte eingereicht. Jetzt fordert Burundi seine Ablösung. Vor kurzem hatte sich auch Kongo gegen seinen UNO- Beauftragten gewehrt und dessen Ablösung durchgesetzt. Eine UNO- Sprecherin betonte am 2. August, damit sei kein Präsedenzfall geschaffen, der Burundi- Verantwortliche bleibe auf seinem Posten.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Hinrichtungen von sechs Männern in Burundi verurteilt. Sie warf der Regierung des Landes eine "unfaire " Gerichtsverhandlung vor. Hochrangige Vertreter der Regierung wiesen die Vorwürfe zurück. Gleichzeitig kritisierte Amnesty International den Versuch Burundis, den für das Land beauftragten UN-Beobachter, Paulo Sergio, abzusetzen.

Nigeria
Bei einem Überfall in einer Kirche
ist am 31. Juli eine Ordensfrau getötet worden. Wie die Regierungszeitung " Daily Times" am 1. August berichtete, sind auch der Bischof der Kirche und ein weiterer Geistlicher von den bewaffneten Dieben schwer verletzt worden.

Sierra Leone
Die Armee hat angeblich rund 2.000 Tonnen Nahrungsmittel in Freetown beschlagnahmt. Diesen Vorwurf erhebt das UNO- Welternährungshilfeprogramm. Seit dem Militärputsch sind immer wieder UNO- Lagerräume geplündert worden.

Südafrika
Der mächtigste Geheimbund des Landes ist am 1. August an die Öffentlichkeit gegangen. Die "Afrikaner-Bruderschaft" , die Apartheid entwickelte und einführte, wift damit erstmals den Mantel der Geheimhaltung ab. Auf der Internet- Seite der Organisation erscheint auch die Adresse der Bruderschaft, die zeitweise mächtiger als das Parlament war, jedoch offiziell nicht existierte. Bis heute bleibt die Mitgliederliste jedoch geheim.

Mexiko
Ein Mitglied der Bischofskonferenz rät Ländern wie Spanien oder Peru, mit Terroristen zu verhandeln anstatt unnötige Härte zu zeigen
. Das meinte Bischof Luis Reynoso gegenüber der Nachrichtenagentur efe. Die Erfahrungen Mexikos mit den Zapatisten - Rebellen hätten gezeigt, daß sich Terror und Bürgerkrieg stoppen ließen, wenn man das Gespräch über die Probleme suche.

Costa Rica
Die Diozöse von Limon
wehrt sich gegen Pläne, ein Eingeborenengebiet wirtschaftlich und touristisch zu erschließen. Vor allem die Pläne , in dem gebiet nach Gold zu schürfen, hätten schwere Konsequenzen für die Indios dort. Das schreiben der Bischof von Limon und seine Priester in einer gemeinsamen Erklärung. Die Kirchenleute begrüßen im wesentlichen ein Gesetzesvorhaben, das den Eingeborenen mehr Autonomie geben soll, der Haken an der Sache sei aber ein Artikel, der die Ausbeutung der Region ermöglichte.

Vereinigte Staaten
Ein ehemaliges Mitglied des Ku- Klux- Clans ist zu einundzwanzigeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden
. Der im Bundesstaat South Carolina in Haft gehaltene Arthur Haley wird des Brandanschlags auf überwiegend eine von Schwarzen besuchte Kirche bezichtigt. Haley hat alle Anklagen zurückgewiesen.


Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

 

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