Leitseite www.kath.de

Verehrte Internet-Nutzer!
An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan von Dienstag, 22.7.1997 bis Donnerstag, 24.7.1997.

Vatikan
Der apostolische Stuhl hat nichts mit Nazi-Gold zu tun gehabt. Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls hat entsprechende Pressemeldungen vom 22. Juli energisch zurückgewiesen. In der Vatikanbank sei kein Hinweis auf Erhalt und Aufbewahrung von Nazi-Gold zu finden, obwohl seit Gründung der Bank im Jahr 1944 alle finanziellen Vorgänge registriert worden seien.

Vatikan
Der Papst ist sehr befriedigt darüber, daß Präsident Boris Jelzin das neue russische Religionsgesetz nicht unterzeichnet hat. Das erklärte Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls am 22. Juli vor der Presse. Der Sprecher erinnerte daran, daß der Papst den russischen Präsidenten persönlich in einem Schreiben gebeten hatte, das Gesetz nicht zu unterzeichnen. Es garantiere die Religionsfreiheit nicht, zu der sich Russland verpflichtet habe. Indessen haben mehrere Abgeordnete der Duma und auch der Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche, Jelzin heftig kritisiert. Jelzin erklärte nach seiner Ablehnung, die Entscheidung sei schwer gewesen. Er gab die Gesetzesvorlage zur Neubearbeitung an das Parlament zurück.

Vatikan
Der päpstliche Rat Cor Unum
gibt auf Anweisung von Papst Johannes Paul II. in diesen Tagen mehreren von Naturkatastrophen betroffenen Ländern finanzielle Hilfe. Es handelt sich um 15.000 Dollar für die Diozöse von Moroto in Uganda, die unter einer schweren Hungersnot leidet und um die gleiche Summe für ein Kinderernährungsprogramm in Ägypten. Ausserdem erhalten Diozösen und Caritas in Polen und in der Tschechischen Republik jeweils 10.000 Dollar für Flutopfer. Der päpstliche Rat lädt alle Gläubigen dazu ein, die verschiedenen Hilfsorganisationen zu unterstützen.

Vatikan
Der brasilianische Landwirtschaftsminister hat Papst Johannes Paul II. bei der Generalaudienz am 23. Juli einen Bericht über die Agrarreform in seinem Land überreicht. Derweil bereiten die Landlosen Protestaktionen und Besetzungen von Landgütern vor, deren Höhepunkt am Freitag, 25. Juli große landesweite Demonstrstionen sein werden. In dem Bericht geht es um knapp 1500 Regierungsprojekte für landlose Bauern.

Deutschland
Rund 500 Mitglieder der Scientology-Sekte aus mehreren Ländern Europas haben am 21. Juli in Frankfurt für "Minderheitenrechte, Religionsfreiheit und gegen Diskrimination" demonstriert. Unter ihnen befanden sich auch mehrere amerikanische Unterhaltungskünstler wie der Pianist Chick Corea. Die Demonstranten forderten ein Ende der religiösen Diskriminierung, deren Opfer sie in Deutschland zu sein meinen.

Österreich
Die Zeugen Jehovas werden auch in Zukunft keine offizielle Anerkennung als Religionsgemeinschaft erhalten. Das Unterrichtsministerium hat am 23. Juli einen entsprechenden Antrag zurückgewiesen. Grund für die Ablehnung ist nach offiziellen Angaben die intolerante Haltung gegen Staat, Staatengemeinschaft und andere Religionen.

Österreich
Der Innsbrucker Bischof Reinhold Strecker ist der Überzeugung, daß Bischöfe grundsätzlich mehr das Vertrauen von Rom und der Basis benötigen. Das erklärte Strecker in einem Zeitschrifteninterview. Wenn das doppelte Vertrauen Roms und der Basis für den Bischof nicht existiere, dann bestehe die Gefahr eines horizontalen Schismas, so Bischof Stecher. Er habe den Eindruck, daß auch der Papst unter den Problemen leide, die es wegen der Bischofsernennungen in einigen Diözesen gegeben habe.

Israel
Am 23. Juli vor 150 Jahren ist das Lateinische Patriarchat von Jerusalem wiedererrichtet worden. Am 23. Juli 1847 veröffentlichte Papst Pius IX. ein Breve, mit dem der rechtliche Status der lateinischen Christen neu gesichert wurde. Die 150-Jahr-Feier zur Wiedererrichtung sind für den jetzt amtierenden Patriarchen Michel Sabbah Anlaß, um in einem Pastoralschreiben den Christen neuen Mut zu machen. Die gegenwärtige angespannte Sicherheitslage in Palästina mache es notwendig, für den Frieden zu beten.

Litauen
Der russisch-orthodexe Patriarch Alexij II. trifft am Wochenende mit dem katholischen Erzbischof von Vilnius, Audrys Backis, zusammen. Alexij hält sich zu einem dreitägigen Besuch in Litauen auf. Die Begegnung bietet Beobachtern zufolge eine erste Chance zur Wiederannäherung zwischen der russisch-orthodoxen und der katholischen Kirche nach der Absage einer Begegnung zwischen Alexji II. und dem Papst.

Ukraine
15 christliche Konfessionen haben am 21. Juli ein Abkommen zur gegenseitigen Respektierung geschlossen. Beobachter werten den Vertrag als Friedenspaket nach jahrzehntelangen Konflikten. Das Abkommen regelt in Grundzügen Eigentumsfragen und Nutzungsrechte für Kirchen. Alle Partner verpflichten sich auch, keinen Proselytismus zu betreiben.

Rußland
Staatpräsident Boris Jelzin hat am 23. Juli seine Entscheidung, das neue Religionsgesetz nicht zu unterzeichnen, verteidigt. In einer im Fernsehen verbreiteten Erklärung sagte Jelzin, der Staat habe nicht das Recht - so wörtlich - "auf fundamentalen Menschenrechten herumzutrampeln." Zwar müßten die Aktivitäten von pseudoreligiösen Organisationen um der Gesundheit des Volkes willen unterbunden werden, aber jede Gesetzgebung müsse die russische Verfassung und die internationalen Gesetze beachten, so Jelzin. Ein Sprecher des US-amerikanischen Außenministeriums hat die Entscheidung Jelzins ebensfalls begrüßt. Der russisch-orthodoxe Patriarch Alexij II. warnte jedoch am 24. Juli vor Journalisten vor einem Riß zwischen Regierung und orthodoxer Kirche. Alexij wörtlich: "Eine entgültige Ablehnung des Religionsgesetzes kann zu Spannungen zwischen den Autoritäten des Landes und der Mehrheit der Bevölkerung führen."

Burma
Amnesty International hat der Militärregierung erneut schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. In einem am 22. Juli in Bangog veröffentlichten Bericht heißt es, Folter und Entführung ständen nach wie vor auf der Tagesordnung der Sicherheitskräfte. Die internationale Gemeinschaft müsse aktiver gegen willkürliche Verhaftung von Oppositionspolitikern vorgehen, so Amnesty.

Vietnam
Innehalb von zwei Jahren sind 75 Kindergärten in dem asiatischen Land mit Hilfe der Sternsingeraktion errichtet worden. Das gab heute die Aktion in Aachen bekannt. Die Sternsingergelder gehen an rund Länder der Erde. In den vergangenen Jahren konnten daher mehrere hundert Kindergärten finanziert werden.

Japan
Die geltende Todesstrafe hat jetzt erneut Diskussionen hervorgerufen. Anwälte und Mwnschenrechtsgruppen protestierten vor allem gegen die Behandlung der Verurteilten und deren Familien. So wird die Vollstrckung der Todesstrafe weder den Angehörigen vorher mitgeteilt, noch danach öffentlich bekanntgegeben. Die Regierung in Tokyo erklärte kürzlich, sie werde diese Politik zum Schutz der Verurteilten beibehalten.

China
Die Regierung in Peking hat den jüngsten Bericht des amerikanischen Außenministeriums zurückgewiesen, wonach in China die Religionsfreiheit nicht geachtet werde. Ein Regierungsprecher erklärte am 24. Juli in Peking, das amerikanische Papier sei nur ein Vorwand, um sich in die inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen. Wörtlich sagte er: "Die chinesische Verfassung anerkennt das Recht auf Religionsfreiheit".

Agypten
Die Restaurierung der berühmtesten koptischen Kirche von Alt-Kairo, El-Moallaqua, wird gemeinsam von Christen und Moslems getragen. Die Bauarbeiten waren seit dem Erdbeben von 1992 dringend erforderlich. Ihre Planung hatte sich durch scharfe Polemiken bis jetzt hingezogen. Wie Vertreter der zwei beteiligten Firmen am 22. Juli auf einer Pressekonferenz mitteilten, werden die sechs Millionen teuren Restaueierungsarbeiten bald beginnen und 20 Monate dauern.

Kenia
Vertreter der Demokratiebewegung haben am 22. Juli nach Verhandlungen mit Präsident Arap Moi erklärt, sie wollten ihm ihre Vorschläge für Verfassungsänderungen überreichen. Derweil erklärten 165 kirchliche, zivile und politische Führer des Landes, die friedlichen Protestaktionen würden so lange fortgesetzt, bis die Regierung einen wahren Dialog eingehe.

Kuba
Am 22. Juli ist in Havanna ein Zentrum über die Ethik des Lebens eingeweiht worden. Es trägt den Titel Johannes Paul II: Die Einweihung steht in Zusammenhang mit dem Besuch von Papst Johannes Paul II. auf der Zuckerinsel im Januar nächsten Jahres. Die Einrichtung soll Interessierten Informationen über Sexualfragen, Bioethik, Empfängnisregelungsmethoden und Abtreibung bieten.

Vereinigte Staaten
Das Außenministerium hat einer Ausgabe der New York Times vom 22. Juli einen Bericht über Christenverfolgungen und Verletzungen der Religionsfreiheit herausgegeben. Danach verstieße die chinesische Regierung regelmässig gegen die Garantien der Religionsfreiheit, Bischöfe der Untergrundkirche befänden sich in Haft. Der Bericht beklagt weitere Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien, im Iran und Singapur.

Vereinigte Staaten
Die Scientology-Sekte wird ab Oktober eine Kampagne gegen "die Unterdrückung der Religionsfreiheit" in Deutschland starten. Das geht aus einer Presseerklärung der US-amerikanischen Organisation hervor. Darin betont der Scientology-Präsident Heber Jentzsch, er habe keine andere Chance als öffentlich die Menschenrechtsverletzungen in Deutschland anzuklagen. Ziel der Kampagne ist es, Innenminister Manfred Kanther zu zwingen, die Beobachtung der Sekte durch den Bundesnachrichtendienst einzustellen.

Vereinigte Staaten
Trotz internationaler Proteste ist in der Nacht zum 24. Juli der wegen Mordes und Vergewaltigung zum Tode verurteilte Joseph O Dell in Richmond hingerichtet worden. Bis zuletzt hatte er seine Unschuld beteuert. In Appellen hatten sich unter anderem Papst Johannes Paul II. und Mutter Theresa für die Begnadigung des 55-jährigen eingesetzt. Der Bischof von Richmond, Walter Sullivan zeigte sich in einer ersten Reaktion enttäuscht über die amerikansichen Behörden.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Freitag:
Prisma-Magazin: Vorbericht zu den Salzburger Hochschulwochen, Interreligiöse Tagung in Lockum
Samstag: Kommentar der Woche: Georg Gänswein, Rom
Betrachtung zum Sonntag: Nikolaus Sures, Berlin
Sonntag: Sie schreiben - wir antworten
Montag: Weltkirchen-Magazin: Radio Stephandom in Wien, Beginn der Salzburger Hochschulwochen

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
Anne Granda
Tel.: 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44
Post: Radio Vatikan, I-00120 Città del Vaticano
E-Mail: MC6778 @ MCLINK.IT

Redaktionsschluß der nächsten Zusammenfassung mit den wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Montag, 28. Juli 1997, 19 Uhr

ältere Ausgaben der RV-Nachrichten

Radio Vatikan Archiv
Leitseite www.kath.de