Leitseite www.kath.de

Verehrte Internet-Nutzer!
An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan von Freitag, 18.7.97 bis Montag, 21.7.97.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat nach Angaben von Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls persönlich die Veröffentlichung seines Schreibens an den russischen Präsidenten Boris Jelzin gewünscht. Der Papst habe an seinem Urlaubsort mit großer Besorgnis die Nachrichten über den Status der katholischen Kirche in Rußland verfolgt. In seinem Brief hatte Johannes Paul den russischen Präsidenten um eine Neufassung des von der Duma angenommennen neuen Religionsgesetzes gebeten und die Religionsfreiheit für die Katholiken in Rußland eingefordert.

Vatikan
Erneut hat der vatikanische Pressesprecher nur wenige Tage vor der Hinrichtung des Amerikaners Joseph O Dell zur Todesstrafe Stellung genommen. Gegenüber Journalisten sagte Navarro Valls am Wochenende, daß nach Überzeugung des Papstes nur Gott Herr über Leben und Tod sei und das Leben in Gottes Hand liege. Deshalb habe Johannes Paul die zuständigen Justizbehörden schon vor längerer Zeit aus humanitären Gründen um Gnade für O Dell gebeten.

Großbritannien
Ein Londoner Arzt hat zugegeben, mindestens 50 Menschen auf deren Wunsch hin zum Tode verholfen zu haben. In der Ausgabe der "Sunday Times" vom 20 Juli, wird der Arzt mit den Worten zitiert, er habe in mehr als der Hälfte der Fälle persönlich eine tödliche Dosis Morphium gespritzt. Anderen Todkranken habe er auch auf deren Wunsch hin eine Überdosis Beruhigungsmittel gegeben. Sein Gewissen sei rein und es sei an der Zeit, das Thema Euthanasie offen anzugehen, schreibt die Zeitung weiter.

Frankreich
Am 19. Juli hat in der Pariser Kirche von Sait Germain ein katholischer Versöhnungsgottesdienst stattgefunden. Dazu waren auch die protestantischen Kirchen der Region eingeladen. Die Messe war eine Freundschaftsgeste, die die Antwort auf einen von jungen Protestanten an Papst Johannes Paul II. adressierten Brief darstellen sollte. In dem Brief wurde nicht nur die Hoffnung auf einen friedlichen Dialog zwischen verschiedenen Konfessionen zum Ausdruck gebracht. Er machte auch auf die Tatsache aufmerksam, daß das Ende der Festlichkeiten für den Weltjugendtag auf das Datum der Bartolomäusnacht fällt. Den Streit darum hält der Vorsitzende der protestantischen Vereinigung Frankreichs für hochgespielt. Nach seiner Ansicht seien sich die Protestanten bewußt, daß das Datum aus Sicherheitsgründen vor der Rückkehr der Franzosen aus dem Urlaub liegen mußte. Andererseits werde der 24. August normalerweise nicht in besonderer Weise begangen.

Nordirland
Die IRA hat am 19. Juli einen Waffenstillstand angekündigt, der am 20. Juli in Kraft getreten ist. Führer der IRA ließen den Rundfunk mitteilen, man habe den Waffenstillstand angeordnet, der bereits einmal 1994 beschlossen worden war. In einer ersten Reaktion begrüßte der britische Regierungschef Tony Blair die Ankündigung. Sie sei ein gutes Zeichen für neue und dauerhafte Friedensverhandlungen.

Nordirland
Die Vertreter der christlichen Kirchen in Tschechien haben in diesen Tagen einen Brief an Katholiken und Protestanten in Nord-Irland geschrieben. Darin appellieren der Prager Erzbischof, Kardinal Miloslav Vlk und der Präsident des Ökumenischen Kirchenrates Tschechiens, Pavel Smetana, zu gegenseitiger Versöhnung in Nord-Irland. Die Wunden der Geschichte müßten überwunden werden. Nur so könne eine hoffnungsvolle Zukunft für die Christen Nord-Irlands geschaffen werden. Auch in der Tschechischen Republik habe man die jahrhundertealten Spaltungen überwinden können und praktiziere derzeit den Prozeß gegenseitiger Aussöhnung, heißt es in dem Brief weiter.

Slovakei
Die Regierung des Landes hat am 20. Juli Verhandlungen mit dem Apostolischen Stuhl über ein neues Konkordat angekündigt. Premierminister Vladimir Meciar erklärte vor Journalisten, man wolle sich in den Gesprächen bereiterklären, eine Teilfinanzierung der Kirchenstruktur und des von der Kirche getragenen Schulwesens zu übernehmen. Meciar betonte, es habe vor wenigen Tagen eine Begegnung mit Vertretern der Bischofskonferenz gegeben. Der Apostolische Nuntius in der Slowakei hatte sie als fruchtbar und konkret bezeichnet.

Kroatien
Der neue Bischof von Zagreb, Josip Bozanic, will den von seinem Amtsvorgänger, Franjo Kuharic, eingeschlagenen Weg fortsetzen. Kuharic habe als kroatischer Primas "große zukunftsweisende Arbeit " geleistet, sagte der neue Bischof vor Journalisten. Ihnen teilte er außerdem noch mit, daß seine Amtseinführung Mitte September stattfinden werde.

Rußland
Die Auseinandersetzung um das neue Religionsgesetz geht weiter. Am 17. Juli wurde ein persönlicher Brief von Papst Johannes Paul II. an Präsdent Boris Jelzin mit der Forderung nach einer Revision des Gesetzes veröffentlicht. In seinem Schreiben an den russischen Präsidenten äußerte Johannes Paul seine Besorgnis über die Auswirkungen des Gesetzes auf die Religionsfreiheit und speziell die katholische Kirche. Er fordert ihre Respektierung als ein fundamentales Recht, wie es in dem 1989 unterzeichneten KSZE-Abkommen garantiert wird. Jelzin solle alles in seiner Macht stehende für eine Neufassung des vom Parlament bereits verabschiedeten Gesetzes tun, so der Papst im dem vom 24. Juni datierenden Schreiben.
Kurz nach der Veröffentlichung des Papstapells an Präsident Boris Jelzin hat sich der russisch-orthodoxe Patriarch in einem gemeinsam mit 49 Prälaten unterzeichneten Aufruf ebenfalls an Jelzin gewandt. Darin fordert er die Unterzeichnung des "Gesetzes über Gewissensfreiheit und religiöse Gemeinschaften".
Die Kommission des russischen Parlaments für Religionsangelegenheiten hat derweil den Papstaufruf heftig kritisiert. Über die drohende Kürzung von finanziellen Hilfen aus den Vereinigten Staaten zeigte sich der Außenminister erstaunt. Der Abgeordnete Vladimir Miedviediev bezeichnete sie in einem Interview als unakzeptable Einmischung. Er hoffe, daß Jelzin trotz des Druckes von Seiten der USA und des Vatikans unterzeichne. Die "internationale religiöse Lobby" versuche, das spirituelle Potenzial Russlands zu schwächen, das seit jeher die stärkste Waffe des Landes gewesen sei.
Präsident Boris Jelzin wird bis 23. Juli eine Entscheidung über das umstrittene Religionsgesetz treffen. Das meldet das britische Ost-Institut Keston College. An diesem Datum endet die verfassungsgemäße Frist, innerhalb der der Präsident ein von beiden Häusern des russischen Parlaments unterzeichnetes Gesetz unterzeichnen, beeinspruchen oder zur Korrektur an die Duma zurückgeben muß. Nach Angaben des Instituts spricht alles dafür, daß Jelzin es mit Anderungswünschen an das Parlament zurückgeben wird.

Israel
Am 17. Juli ist der palästinensische Minister für internationale Zusammenarbeit, Nabil Shaath, mit Vertretern der russisch-orthodoxen Exilkirche zusammengetroffen, um eine Lösung im Konflikt um das orthodoxe Kloster in Hebron zu finden. Shaath erklärte danach, die bestehenden Besitzverhältnisse müßten gelten, aber - so wörtlich - alle Gruppen sollten das Gebäude benutzen können. Die palästinensischen Autoritäten wollen nun ihre Entscheidung, das Kloster an die Moskauer russisch-orthodoxe Kirche zurückzugeben, überprüfen und gegebenenfalls revidieren.

Jordanien
Mehr als 1000 Studenten haben am 20. Juli für den Soldaten demonstriert, der zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, weil er sieben israelische Schulmädchen erschossen hatte. Dabei hielten die Protestierer Fahnen mit Slogens gegen den israelisch-jordanischen Friedensvertrag und Exemplare des Koran in die Höhe.

Saudi-Arabien
Die Menschenrechtsorganisation "Christian Solidarity" hat die Regierung des Landes am 18. Juli erneut aufgefordert, die Verfolgung aktiver Christen einzustellen und Religionsfreiheit zu gewähren. Die Organisation gibt in einem Schreiben bekannt, daß zwei philippinische Christen wegen ihrer religiösen Aktivität hingerichtet worden seien. In Saudi-Arabien spürt eine Religionspolizei alle nicht-islamischen religiösen Aktivitäten auf.

Nordkorea
Die Zeit bis zur nächsten Reisernte im Oktober ist für die Bevölkerung Nordkoreas aus eigener Kraft nicht mehr zu überbrücken. Das teilte am 18. Juli Caritas International mit.
In dem von schweren Naturkatastrophen heimgesuchten Land hungern 2,6 Millionen Babys und Kleinkinder. Die tägliche Reisration pro Kopf ist auf 100 Gramm oder 380 Kalorien pro Tag gesunken. Nach Angaben der Caritas hätten die bislang eingetroffen Lebensmittelhilfen die vorgesehenen Empfänger erreicht. Weitere Spenden seien aber sofort nötig.

Philippinen
Die Regierung hat am 18. Juli einen Waffenstillstand mit der zweitgrößten muslimischen Befreiungsfront des Landes geschlossen. Nach Wochen verstärkter Kämpfe soll die Waffenpause den Weg zu Friedensgesprächen ebnen. Präsident Fidel Ramos erhofft sich vom Frieden vor allem eine Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung im Süden des Landes.

Burma
Die Führerin der demokratischen Opposition des Landes, San Suu Kyi, hat am 19. Juli in Rangoon an einer offiziellen Feier anlässlich des 50. Jahrestages der Ermordung ihres Vaters teilgenommen. Es war der erste öffentliche Auftritt der Friedensnobelpreisträgerin seit Monaten. Ihr Vater gilt als Architekt der Unabhängigkeit Burmas von Großbritannien.

Nordkorea
Staatsführer Kim Jong-Il hat zu einer friedlichen Wiedervereigung zwischen Nord- und Südkorea aufgerufen. Nach Angben der staatlichen Narichtenagentur, erfolgte der Aufruf in einem Brief Jong-Ils an eine koreanische Journalistin in Washington. In dem Schreiben bezeichnet der Führer Nordkoreas die Wiedervereinigung,
als eine primäre und wichtige Angelegenheit für das ganze Volk Koreas und für Präsidenten Kim-Il-Sung.

Taiwan
Katholische Kirchenvertreter des Landes haben gegen die Verschiffung von Atommüll nach Nordkorea protestiert. In einer in Taipeh veröffentlichten Erklärung heißt es: "Um uns einer sauberen Umwelt zu erfreuen, lassen wir das Land der Armen zu einer Müllkuppe werden." Sogar den Ausstieg aus der Kernenergie fordern die Kirchenleute in ihrem ungewöhnlichen Papier. "Wir wollen nicht in der Nähe von nuklearem Abfall leben, denn wir wollen eine saubere Umwelt." Mit dieser Feststellung verbindet die Vereinigung der katholischen Ordensoberen die Feststellung, daß Nordkorea sich am Rand der Hungersnot befindet und dringend Geld benötigt. Was man aber für sich nicht wolle, dürfe man auch anderen nicht zumuten. Es sei unrecht Dritte-Welt-Länder wegen ihrer finanziellen Not zu Müllhalden zu machen. Taiwan müsse den Atommüll selbst entsorgen, denn Nordkorea sei nicht für die Deponierung derart gefährlichen Materials ausgerüstet.

China
Das größte Treffen religiöser Führer hat letzte Woche in Guangzhou, der Hauptstadt von Chinas südlicher Provinz Guangdong stattgefunden. Auf Einladung des Staates feierten 60 Vertreter der vom Staat anerkannten Religionen zusammen mit 50 Repräsentanten aus Hong Kong die Rückkehr der Kronkolonie nach China. Weitere Treffen dieser Art seien vorgesehen, sagte der staatliche Vertreter gegenüber einer Nachrichtenagentur.

Ägypten
Die Regierung in Kairo soll eine schwarze Liste mit den Namen von 4000 Israelis erstellt haben, denen sie die Einreise ins Land verweigert. Das berichtet heute ein halbamtliches Blatt unter Berufung auf gut informierte Kreise. Die Liste soll auch Namen hochrangiger Politiker und Militärs enthalten.

Demokratische Republik Kongo
Die Menschenrechtsorgsanisation Amnesty International hat sich jetzt mit einem Aufruf an die Vereinten Nationen gewandt. Darin fordert sie, keine Konzessionen an die neue Regierung unter Laurent Kabila im Hinblick auf die Untersuchungen über mutmaßliche Massaker an Flüchtlingen zu machen. Jede Untersuchungskommission über die vermuteten Massaker muß unparteiisch und unabhängig sein. Das betont die Menschenrechtsorganisation in ihrem am 18. Juli in Nairobi veröffentlichten Komuniqué. Die UNO dürfe sich von Kinshasa keine Vorgaben über die Zusammensetzung und das Mandat der Untersuchungskommision machen lassen.

Demokratische Republik Kongo
Bei einem Gipfeltreffen in Kinshasa haben Regierungsvertreter von acht afrikanischen Staaten ihre finanzielle Unterstützung für das ehemalige Zaire angeboten. Gleichzeitig verurteilten sie scharf die - so wörtlich - Desinformationskampagne, die in den internationalen Medien gegen Regierungschef Laurent Kabila stattfindet. Die Kampagne gegen Kinshasa stellt eine Attacke gegen die Führungsschicht des Landes dar. Das Gipfeltreffen war der innerafrikanischen Solidarität mit der neuen Regierung des demokratischen Kongo gewidmet, die die Vereinten Nationen der Massaker an ruandischen Hutu-Flüchtlingen bezichtigen. Nach Ansicht der afrikanischen Staaten ist die Kampagne grundlos, da alle Flüchtlinge in ihr Heimatland zurückgekehrt seien. Hinsichtlich der zu bildenden unabhängigen Untersuchungs-kommission der UN vertreten sie die gleiche Position wie Kabila.

Kuba
Erstmals tagt der karibische Kirchenrat auf der Zuckerinsel. An ihm nehmen seit dam 20. Juli rund 200 Kirchenleute aus 22 Ländern teil. Beim Eröffnungsgottesdienst begrüßte der Bürgermeister von Havanna die Versammelten. Ein herausragender Teilnehmer war auch der Chef des kommunistischen Kirchenamtes. Bei dieser Versammlung plant der Kirchenrat der Karibik sein Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre. Auf Kuba selbst gibt es nach Agenturmeldungen mehr als 50 evangelische Krichen Die größte Kirche ist die katholische.

Mexiko
Am 18. Juli hat die Leitung des Jesuitenordens ihre Sorge über den mexikanischen Jesuiten Javier Avila zum Ausdruck gebracht. Er erhalte wegen seines sozialen Engagements wiederholt Todesdrohungen. Avila hatte eine Menschenrechts-Organisation gegründet, die wiederholt in Konflikt mit den regionalen Behörden gekommen war.

Mexiko
Der Erzbischof von Mexika-City, Norberto Rivera Carrera, hat eine positive Bilanz der Zwischenwahlen zum Parlament und der ersten freien Bürgermeisterwahl gezogen. Er wertete es als einen Schritt zur Demokratie und politischer Vielfalt. Gleichzeitig hofft der Bischof, daß diese Entwicklung sich auf die Kirche überträgt. Sie ist erst seit fünf Jahren staatlich angerkannt und nur in fünf Prozent aller Einrichtungen des mexikanischen Erziehungswesens präsent.

Vereinigte Staaten
Die Kirchen der altsyrischen Tradition sind der Einheit einen Schritt nähergekommen. Das haben deren Vertreter übereinstimmend zum Abschluß ihres dritten sogenannten Dialoggespräches in Chicago bekanntegegeben. In theologischen Arbeitsgruppen soll noch bis zur Jahrtausendwende ein Konsens gefunden werden, um die gegenseitigen Lehrverurteilungen vor allem aus den liturgischen Texten zu überwinden. Alle altsyrischen Kirchen haben sich bereiterklärt, gemeinsam die Verurteilung des frühchristlichen Bischofs Theodor von Mopsuestia und Nestorius von Konstantinopel zu überprüfen.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Dienstag: Radioakademie: Neid zerfrißt Menschlichkeit von Corinna Mühlstedt
Mittwoch:
Römische Woche: Über die "Macht der Päpste" eine neue Dokumentarreihe von ZDF und Arte
Donnerstag: Kreuz des Südens: Basisgemeindetreffen in Brasilien - Erlebnisse in den sudanesischen Nuba-Bergen

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radio Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
Anne Granda
Tel.: 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44
Post: Radio Vatikan, I-00120 Città del Vaticano
E-Mail: MC6778 @ MCLINK.IT

Nächste Zusammenfassung der wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Donnerstag, 24. Juli 1997, 19 Uhr

ältere Ausgaben der RV-Nachrichten

Radio Vatikan Archiv
Leitseite www.kath.de