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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan
von Dienstag, 15.7.97 bis Donnerstag, 17.7.97.

Vatikan
Der Vatikan wird bald ständiger Beobachter bei der Welthandelsorganisation der UNO. Das haben die 131 Mitgliedsländer jetzt in Genf beschlossen. Sie kamen damit einem Antrag des apostolischen Stuhls entgegen, der um Beobachter-Status gebeten hatte. Er wolle seine guten Dienste anbieten und dazu beitragen, daß der Welthandel möglichst fair verlaufe.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat wegen der neuen Religionsgesetze einen persönlichen Brief an Präsident Boris Yelzin geschrieben. Das hat ein Vatikansprecher am 17. Juli gegenüber Journalisten erklärt. Wenn Yelzin das schon verabschiedete Gesetz unterzeichnen würde, fiele die katholische Kirche - nach Ansicht von Fachleuten - in die Lage unter den Sowjets zurück.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat den von der Hochwasserkatastrophe besonders Betroffenen in Polen und der tschechischen Republik finanzielle Hilfe zukommen lassen. Die Gelder werden durch den päpstlichen Rat Cor Unum an die Bedürftigen geleitet.

Italien
Agenturmeldungen zufolge hat die türkische Regierung die Auslieferung des Papstattentäters Ali Agca beantragt. Agca, der in Italien eine lebenslängliche Haftstrafe verbüßt, wäre mit der Auslieferung einverstanden, auch wenn er in seinem Heimatland nicht freigelassen würde. Dort erwarten ihn weitere zehn Jahre Haft als Strafe für die Ermordung eines Journalisten. Die Entscheidung über die eventuelle Auslieferung Agcas muß das italienische Justizministerium treffen.

Deutschland
Bundesjustizminister Ezard Schmidt-Jortzig hat die Kirche dazu aufgerufen, differenzierter mit dem Begriff Kirchenasyl umzugehen. Wenn man unter Kirchenasyl die Zuflucht vor dem Staat verstehe und wenn damit Menschen der staatlichen Rechtssprechung entzogen werden sollen, dann könne dieses Verständnis nicht akzeptiert werden. Wenn Kirchenasyl helfe, den Rechtsstandpunkt zu verdeutlichen, dann sei dagegen nichts einzuwenden, erklärte Schmidt-Jortig am 17. Juli gegenüber der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan. Das jüngste Kirchenwort zu Flüchtlings- und Migrationsfragen sieht er überwiegend positiv.

Großbritannien
Homosexuelle anglikanische Priester dürfen ihre Neigung nicht praktizieren. Das hat am 14. Juli der Primas der Anglikanischen Kirche, Erzbischof George Carey, auf der Synode in York gefordert. Außerdem sprach sich Carey gegen die Gleichstellung homosexueller Beziehungen mit der Ehe aus. Der Erzbischof forderte in York gleichzeitig die Einsetzung einer kirchlichen Kommission zum Thema "Menschliche Sexualität".

Slowakei
Die Regierung des Landes hat die Einrichtung einer "christlichen" Universität gebilligt. Sie wurde nach den Heiligen Cyrill und Methodius benannt, die Europa christianisiert haben. Die Kirche war gegen die Gründung der Universität.

Tschechische Republik
Am Sonntag, 20. Juli, findet in allen katholischen Kirchen des Landes eine Kollekte für die Opfer der Überschwemmungskatastrophe statt. Die Bischöfe rufen in einem Schreiben an die Katholiken zur Solidarität auf. Sie drücken ihre Hoffnung aus, daß nicht nur genügend Geld für die unmittelbare Hilfe zusammenkommt, sondern auch für den langdauernden Wiederaufbau der zerstörten Häuser und Städte.

Polen
Präsident Aleksander Kwasniewski hat am 16. Juli die neue Verfassung des Landes unterzeichnet. Damit tritt das kontrovers diskutierte Grundgesetz in drei Monaten endgültig in Kraft. Ein Streitpunkt war vor allem die Abtreibung, die entgegen den Wünschen der Kirche legalisiert wurde.

Hong Kong
Der lutherische Weltbund hat seit 14. Juli einen neuen Präsidenten. Die Delegierten wählten den Bischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Christian Krause. Er ist der dritte Deutsche an der Spitze dieses Kirchenbundes.

Pakistan
Ein neues Gesetz soll der Regierung in Islamabad größeren Einfluß auf die Religion im Land ermöglichen. Mit der Initiative möchte man gegen die andauernden gewalttätigen Ausschreitungen vorbeugen. Hintergrund für die Gesetzesinitiative sind die Unruhen in Pakistan zwischen Christen und Muslimen aber auch innerhalb verschiedener islamischer Gruppen. Zu Gesetzesbegründung hieß es: der Regierung sollen weitgehende militärische Vollmachten gegeben werden, um in jenen Regionen vorzugehen, die von politischer Gewalt oder Terrorismus heimgesucht sind.

Indien
Unter strengen Sicherheitsvorchriften haben Tausende von gläubigen Hindus die jährliche Pilgerreise in den Himalaya angetreten. Der Zug führt durch das von Unruhen bedrohte Kashmir zu einer heiligen Höhle im Nordosten von Jammu, dem Winterquartier der muslimischen Mehrheit von Jammu und Kashmir. Kambodscha
Die christlichen Organisationen wollen solange als möglich in dem vom Bürgerkrieg bedrohten Land bleiben. Das wird jetzt aus Phnom Penh gemeldet. Es handelt sich dabei nicht nur um Ordensgemeinscahften, sondern auch um christliche Hilfswerke.
Das ostasiatische Land steht am Rande eines Bürgerkriegs, bei dem sich zwei ehemalige Ministerpräsidenten bekämpfen.

Indonesien
Präsident Suharto hat offensichtliche Angst vor islamischem Fundamentalismus. So die Auffassung von Beobachtern in Jakarta. Zu Mohammeds Geburtstag hielt er am 16. Juli eine vielbeachtete Rede. Wörtlich sagte Präsident Suharto: "Ich habe die Nation, vor allem ihre Führer und die religiösen Autoritäten unermüdlich ermahnt, Harmonie zu waren. Religöse Unterschiede sollten uns nicht auseinanderführen und zu Feinden machen." Rund 90 Prozent aller Indonesier sind Muslime. Suharto widersteht seit 30 Jahren dem Verlangen, den Islam zur Staatsreligion zu machen.

Ägypten
Die Sprache der Feindschaft kann nicht die Sprache der Zukunft sein. Das hat der vatikanische Kurienkardinal Lopez Trujillo bei der zur Zeit in Kairo tagenden islamischen Dialogkonferenz gefordert. Islamische und christliche Experten aus aller Welt setzen sich mit dem Thema auseinander: Der Islam und der Westen -Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft". Die Teilnehmer der Konferenz haben am 16. Juli dazu aufgefordert, den heiligen Krieg des Islam nicht zu fürchten. Es handle sich nicht um Angriffe auf westliche Kultur, sondern um legitime Verteidigung. Im Abschlußkomuniqué wird der Terrorismus jeder Art verurteilt und darüber hinaus die westliche Medienwelt aufgefordert, den Islam nicht mit Terrorismus gleichzusetzen. Bei der Eröffnung der Konferenz appellierte der ägyptische Präsident Hosni Mubarak an den Westen, seine negative Vorstellung des Isman aufzugeben.

Ägypten
Nach Überzeugung von Präsident Hosni Moubarak kämpfen in seinem Land ausländische Kräfte gegen den Islam. Sie wollten die Religion Mohammeds sich selbst entfremden. So der ägyptische Staatspräsident am 16. Juli. Ferner erklärte er, gewisse auswärtige Elemente haben jüngst eine ungerechtfertigte Kampagne gegen den Islam lanciert. Sie behaupten, diese Religion sei die nächstliegende Gefahr in der Welt und verfolge Anhänger anderer Religionen. Alle objektiven Studien zeigten jedoch, daß der Islam sich für die Freiheit der Religion ausspreche.

Algerien
Der ehemalige Anführer einer islamischen Fundamentalistengruppe ist am 14. Juli überraschend auf Bewährung aus der Haft entlassen worden. Abassi Madanis wurde so einen Tag nach der Ernennung eines neuen moderaten Militärpolizeichefs auf freien Fuß gesetzt. Damit zeigt sich ein mögliches Aufweichen der Regierungspolitik gegen Fundamentalismus.

Burundi
Die Tutsi-dominierte Regierung hat nach Angaben von Amnesty International seit Februar 1996 hunderttausende von Hutus zwangsumgesiedelt. Diese Zwangsumsiedlungen in Lager sei eine neue Form der Menschenrechtsverletzung. Die Betroffenen hätten nur die Wahl unter menschenunwürdigen und lebensbedrohlichen Verhältnissen zu leben, oder außerhalb der Lager zur lebenden Zielscheiben zu werden.

Tansania
In dem afrikanischen Land ist die Zahl der burundischen Flüchtlinge in den vergangenen Wochen auf über 300.000 angewachsen. Wie die Sprecherin des Uno- Flüchtlingshilfswerkes am 15. Juli in Genf mitteilte, überqueren zur Zeit wegen anhaltender Gefechte 150 bis 200 Burunder pro Tag die Grenze zum Nachbarland.

Südafrika
Die anglikanische Kirche Afrikas hat am 14. Juli die Regierung Kenias wegen ihres Verhaltens gegenüber der Opposition scharf verurteilt. Die Bischofskonferenz betonte, daß die Übergriffe von seiten der Polizei auf friedliche Demonstranten ein Ende haben müßten. Inzwischen hat ein anglikanischer Bischof Kenias seine Kandidatur für das Präsidentschaftsamt angekündigt.

Kenia
Präsident Arap Moi
hat innen- und außenpolitischem Druck nachgegeben und ist mit Religionsvertretern zusammengetroffen. Bei der Begegnung einigte man sich jedoch nur auf die Notwendigkeit von Gesetzesreformen. Die Kirchenvertreter werden demnächst ihre Reformvorschläge und einen Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen dieses Jahres vorstellen.
Arap Moi, hat ferner den Oppositionsparteien das Recht auf Versammlungen zugestanden. Diese Erlaubnis stellt ein weiteres Zugeständnis des Regimes dar. Es war Anfang der Woche durch die anhaltende Forderung der Bevölkerung nach Verfassungsreformen zunehmend unter Druck geraten.

Brasilien
Am 15. Juli haben rund 3000 Delegierte an der Eröffnung des Kongresses der brasilianischen Basisgemeinden teilgenommen. Sie wollen sich den neuen Herausforderung durch Globalisierung und Neo-Liberalismus stellen. Nach jünsten Angaben leben rund 6o Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. An der fünf-tägigen Versammlung nehmen neben den Repräsentanten der Basis etwa 60 Bischöfe, 500 Vertreter anderer Kirchen, sowie Beobachter und Journalisten teil. Sonderthemen sind diesmal die Volksfrömmigkeit, die afro-brasilianischen Religionen und die Pfingstbewegung.

Vereinigte Staaten
Bei der Ernennung der Botschafter für Rußland hat sich Präsident Bill Clinton gegen das neue Religionsgesetz ausgesprochen. Es muß nur noch von Präsident Boris Yeltsin unterzeichnet werden, bevor es in Kraft tritt. Auch der neue amerikanische Botschafter für Moskau, James Collins erklärte: "Es ist eine schlechtes Gesetz und falls es wirklich in Kraft tritt, wie das Parlament es verabschiedet hat, wird es ein Schritt zurück sein". Collins äußerte zugleich seine Befürchtung, daß das Inkrafttreten des Gesetzes die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Rußland belasten könne.

Hinweise zu unserem Wochenprogramm:
Freitag:
Prisma-Magazin
Samstag: Kommentar der Woche: Georg Gänswein, Rom Betrachtung zum Sonntag:Nikolaus Sures, Berlin
Sonntag: Sie schreiben - Wir antworten
Montag: Weltkirchen-Magazin

 

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Nächste Zusammenfassung der wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Montag, 21. Juli 1997, 19 Uhr

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