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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan von Dienstag, 8.7.97 bis Donnerstag, 10.7.97.

Vatikan
In diesen Tagen hat die Vorbereitsgruppe für die Amerika-Synode im Vatikan ihre 5. Zusammenkunft beendet. Sie diskutierte dabei das "instrumentum laboris", anhand dessen die Synodenarbeiten im November beginnen. An der Synode, die im Vatikan stattfindet, nehmen Bischöfe aus Nord- und Südamerka teil. Sie steht in der Linie der Bischofssynoden vor dem Jahr 2000. Voraus ging die Afrikasynode, es folgen die Europa, die Asien- und die Ozeanien-Synode.

Vatikan
Der Präsident von Angola - Jose Eduardo Dos Santos hat am 8. Juli dem Vatikan einen Besuch abgestattet. Gleichzeitig nahmen der apostolische Stuhl und die Republik Angola volle diplomatische Beziehungen auf. Nach Ende des Bürgerkrieges wolle sich die Kirche jetzt beim Wiederaufbau des Landes sehr engagieren, hieß es in einem Vatikanschreiben.

Vatikan
Am 8. Juli haben die Kongregationen für die Glaubensverbreitung und für die Bischöfe ein Dokument über die Diözesansynoden veröffentlicht. Sie weisen darin auf Zuständigkeiten und Grenzen der synodalen Versammlungen hin. Die Hauptabsicht der Instruktion ist, die Synode als ein Instrument der bischöflichen Kirchenleitung darzustellen, die auf keinen Fall in Konkurrenz zum Bischof treten soll.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. beginnt am 9. Juli seine Ferien im norditalienischen Aosta-Tal. Er bleibt dort bis zum 19. Juli und wird am Tag danach wieder in Castel Gandolfo den Angelus beten. Die Genralaudienzen beginnen am 23. Juli. Sie werden jeweils um 9.00 Uhr auf dem Petersplatz gehalten.

Vatikan
Einen dringenden Appell hat die frühere angolanische Rebellenorganisation UNITA an Papst Johannes Paul II. gerichtet. Er solle auf den Präsidenten Angolas einwirken, daß dieser den
Dialog zur Lösung der Probleme des Landes fortsetze. Präsident Jose Eduardo dos Santos hält sich zur Zeit in Italien und im Vatikan zu einem Staatsbesuch auf. Nach Agenturenberichten hoffe Rebellenchef Jonas Savimbi auf eine baldige Begegnung mit dem Präsidenten, damit der Frieden und die Demokratie in Angola gesichert werden.

Vatikan
Auf dem Weg zur Ökumene kann es kein zurück mehr geben. Diese Auffassung hat Papst Johannes Paul II. in einem Grußwort an die in Hong Kong tagende neunte Vollversammlung des lutherischen Weltbundes geäußert, die am 10. Juli verlesen wurde. Jesus selbst verlange ein sichtbares Zeichen der Einheit, betonte der Papst. Die für das nächste Jahr vorgesehen Unterzeichnugn der "Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre" komme grundlegende Bedeutung zu. Katholiken und Lutheraner seien auf dem Weg zu einem neuen Jahrtausend aufgerufen, die bestehenden Hindernisse zu überwinden, so Johannes Paul.

Nordirland
Der Erzbischof von Armagh, Sean Brady, hat sein tiefes Bedauern über die Unruhen bei den Protestmärschen in Portadown geäußert. In einem Interview forderte er alle Beteiligten zu friedlichem Umgang miteinander auf. Am vergangenen Wochenende war er nach Portadown gekommen, um die Gemüter zu beruhigen. Jetzt erklärte er, daß der große Traum von einer teilweisen Einigung zerbrochen sei. Die Enttäuschung der Leute sei groß, daß nicht einmal die Route einer der vielen Märsche geändert wurde.

Rumänien
Als Frucht der ökumenischen Versammlung ist jetzt ein Partnerschaftsvertrag zwischen der katholischen theologischen Fakultät in Graz und ihrer orthodoxen Schwester-Einrichtung im rumänischen Sibiu geschlossen worden. Die beiden akademischen Einrichtungen wollen die ökumenischen Beziehungen vertiefen.

Slowakei
Der Verantwortliche für die Außenbeziehungen des Vatikan, Jean-Louis Tauran hat in diesen Tagen die große Lebendigkeit der slowakischen katholischen Kirche feststellen können. Auf Einladung der Bischöfe des Landes nahm er an den Feiern zum Fest der heiligen Cyrill und Methodius, wowie der Wallfahrt nach Levoca teil. Ferner führte der vatikanische Chefdiplomat Gespräche mit dem Staatspräsidenten, dem Regierungschef, dem Außenminister und dem Vizepräsidenten des Parlaments von Preßburg. Der Vatikan teilte am 9. Juli mit, die Kirche der Slowakei habe volle Freiheit, ihrer Berufung nachzukommen.

Litauen
Am 26. Juli wird in Vilnius ein wichtiges ökumenisches Ereignis stattfinden: Gemeinsam begehen dann der katholische Metropolit, Audrys Backis und der russisch-orthodoxe Patriarch Alexi II. den 650. Jahrestag des Martyriums der orthodoxen Heiligen Litauens, Antoni, Ioan und Evstafi.

Israel
Mehrere jüdische Gruppen haben am 10. Juli die palästinensischen Übergriffe auf ein russisches Kloster in Hebron scharf kritisiert. Unter anderem meldete sich eine US-amerikanische Gruppe von Juden zu Wort. Wenn es stimme, daß die Ordensleute mißhandelt und vertrieben worden seine, müßten entsprechende Maßnahmen zum Schutz für die Betroffenen folgen, erklärte der Präsident der "Amerikanischen Jüdischen Organisation". Er appellierte an die palästinensischen Behörden, den Ordensleuten die Rückkehr in ihr Kloster zu ermöglichen und ihnen die freie Ausübung ihrer Religion zu garantieren. Auch die israelische Regierung reagierte am 10. Juli mit Kritik auf das gewaltsame Vorgehen in Hebron.

Indien
Der nächste Vizepräsident des Landes soll eine Frau sein. Das haben jetzt Frauengruppen sowie die Frauenkommission der indischen Bischofkonferenz gefordert. Sie betonen, daß eine solche Wahl ein wichtiges Zeichen setzen würde, in einem Land, in dem Frauen noch immer stark benachteiligt sind.

Thailand
Ein katholisches Zentrum für AIDS-Kranke im Süd-Osten Thailands ist jetzt für seine Arbeit mit einer offiziellen Anerkennung ausgezeichnet worden. Das Haus, in dem unter anderem AIDS-Infizierte im letzten Stadium ihrer Krankheit betreut werden, war erst vor sieben Monaten von Camillianer-Patres eröffnet worden.

China
Am 9. Juli hat der neue Regierungschef von Hong Kong, Tung Chee Wha vor der Konferenz des lutherischen Weltbundes gesprochen. Vor den 900 aus aller Welt eingetroffenen Delegierten versprach Chee Wha, Religionsfreiheit und das Recht auf Besitz.

Vietnam
Eine kircheninterne Liste mit 40 Namen von möglichen Bischofskandidaten des Landes ist jetzt an die Öffentlichkeit gebracht worden. Das berichtet der in Rom erscheinende Missionsnachrichtendienst "Fides". Vermutlich seien die Informationen bei der Leibesvisitation eines aus Rom zurückkehrenden Bischofs in den Besitz der vietnamesischen Staatsorgane gekommen und von diesen veröffentlicht worden. Einige der Genannten fürchten nun Repressialien von Seiten der Behörden.

Vietnam
Die Autoritäten des Landes haben verschiedenen Geistlichen die Visa für eine Studienreise auf die Filippinen verweigert. Nach Angaben der internationalen Agentur FIDES sei das Verbot der Auslandsreise auf erneuten Spannungen zwischen dem katholischen Sender Radio Veritas, der seinen Hauptsitz in Manila hat, und der kommunistischen Regierung in Hanoi zurückzuführen.

Ägypten
Am kommenden Sonntag beginnt in der renommierten Al-Azhar-Universität von Kairo eine interreligiöse Dialogkonferenz über das Verhältnis des Islam zum Westen. An ihr nehmen über 100 Fachleute der muslimischen und der christlichen Welt teil. Der ägyptische Religionsminister begründete jetzt die Zusammenkunft mit der Furcht des Westens vor einer Konfrontation mit dem Islam, nachdem der Kommunismus zusammengebrochen sei. Nach Auskunft der Al-Azahr-Universität wird ein Vertreter des Vatikans an der Konferenz teilnehmen. Ebenso kommen Vertreter der anglikanischen und der evangelischen Kirchen.

Kenia
Am 8. Juli haben in Nairobi gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Regime-Kritikern und Sicherheitskräften stattgefunden. Gegner von Präsident Arap Moi, zu denen auch viele Kirchenleute gehören, verlangen seit Wochen eine Verfassungsreform, bevor in dem ostafrikanischen Land gewählt wird. Beobachter sprechen von den schwersten Zusammenstößen in Kenia seit Jahren.

Kuba
Der Besuch des Papstes auf der Zuckerinsel könnte dazu beitragen, daß sich die Zahl der Priester und Ordensleute im Land erhöht. Diese Hoffnung hat gestern der Weihbischof von Havanna, Carlos Balandron geäußert. In Kuba herrsche weltweit gesehen der größte Mangel an Priestern. Auf 45.000 Menschen komme ein Amtsträger.

Brasilien
Die katholische Kirche ist zufrieden über die Entscheidung des Senats, daß der Staat in Zukunft den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen bezahlen muß. In diesem Sinn hat sich der Vorsitzende der Bischofskonferenz am 10. Juli in Brasilia geäußert. Man habe seit einem halben Jahr versucht, die Regierung davon zu überzeugen, daß die bisherige Lage ungerecht war. Andere christliche Kirchen hatten die Wünsche der Katholiken unterstützt.

Hinweise auf unser Wochenprogramm:
Freitag: Enquete-Sektenkommission des deutschen Bundestages legt Zwischenbericht vor. Exklusivinterview mit der sektenpolitischen Sprecherin der SPD, Renate Rennebach. - Nordirland und die Gewalt? Ein Gespräch mit dem Erzbischof von Armagh. - Freiwilligenagenturen im dt. Bundesfamilienministerium - 75 Jahre Auslandssekretariat der deutschen Bischofskonferenz. - Der Kommentar: Skandalvideos oder das Ende der "sozialen" Gesellschaft?
Samstag: Kommentar der Woche: Georg Gänswein, Rom; Betrachtung zum Sonnatag: Nikolaus Sures, Berlin
Sonntag: Sie schreiben - Wir antworten
Montag: Weltkirchenmagazin

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.00 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radie Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von
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Nächste Zusammenfassung der wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Montag, 14. Juli 1997, 19 Uhr

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