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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan von Freitag, 4.7.97 bis Montag, 7.7.97.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat das Thema für den Weltfriedenstag am 1. Januar nächsten Jahres gewählt: "Aus der Gerechtigkeit jedes einzelnen erwächst der Friede für alle". Es bezieht sich vor allem auf die Verantwortung des Individuums für den Aufbau eines gerechten menschlichen Zusammenlebens. Neben der Gerechtigkeit, die man von anderen fordert, besteht diejenige, die man den anderen bieten muß. Es geht also nicht nur darum, sein Recht einzufordern, sondern wesentlich auch um die Pflicht, den anderen ihr Recht zuzugestehen. Gerechtigkeit ist die unverzichtbare Voraussetzung für den Frieden.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat am 5. Juli den neuen israelischen Botschafter beim Apostolischen Stuhl, Aharon Lopez, in Audienz empfangen. In seiner Ansprache bezeichnete der Papst die Suche nach Frieden als die große Herausforderung für die Völker des Nahen Ostens. Gleichzeitig äußerte er große Sorge über die jüngste Zunahme an Spannungen. Der neue Botschafter erklärte, er sehe seine Hauptaufgabe in der Förderung des Dialogs zwischen Katholiken und Juden. In diesem Zusammenhang betonte er, Jerusalem müsse ungeteilt als heilige Stadt aller drei monotheistischen Religionen erhalten bleiben.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. wird vom 21. bis 24. August in Paris am Welt-Jugendtreffen teilnehmen. Das wurde am 5. Juli offiziell bekanntgegeben. Außer den großen Gottesdiensten mit Jugendlichen aus aller Welt und mit den franözsischen Bischöfen wird der Paspt den Gründer der Vinzenzkonferenzen, Frederic Ozanam seligsprechen.

Vatikan
Die Anwältin des Papstattentäters Ali Agca hat für ihren Mandanten offenen Strafvollzug gefordert. Agca verbüßt seit 16 eine lebenslängliche Freiheitsstrafe, weil er im Jahr 1981 versucht hatte, den Papt zu ermorden. Die Entscheidung liegt bei den Richtern in Ancona.

Spanien
Vor ungefähr 5000 Gläubigen hat der Prälat des Opus Dei, Bischof Javier Echevarria, im Walfahrtsort von Torreciudad 27 Diakone aus 11 Ländern zu Priestern geweiht. Darunter war, neben mehreren Lateinamerikanern, auch ein Deutscher. Der Opus-Dei- Obere überbrachte den päpstslichen Segen und forderte die Jungpriester auf, in vollem Vertrauen zur Verbreitung der Offenbarung beizutragen, ohne Verfälschungen, Kürzungen oder Verwässerung der göttlichen Botschaft.

Nordirland
Die katholische Minderheit im Land ist über die britische Obrigkeit enttäuscht. Wie am 7. Juli in Belfast verlautete, sehen die Katholiken Frieden und Gewaltlosigkeit wieder in weite Ferne gerückt. Nach dem gestrigen Gedenkmarsch der Protestanten war es wieder zu Zusammenstößen gekommen. Katholiken bezweifeln nun die Gläubwürdigkeit der neuen Londoner Regierung, die den Marsch genehmigt hatte.

Tschechien
Am 4. Juli ist in Velehrad die Vollversammlung der Bischofskonferenz des Landes eröffnet worden. Gleichzeitig wurde das Dekret veröffentlicht, das eine Synode der katholischen Kirche Tschechiens einberuft. Dem Text zufolge hat die Kirche in den Jahrzehnten des kommunistischen Regimes keine Synoden versammeln können, um die Ergebnisse des 2. Vatikanischen Konzils umzusetzen. Die Bischöfe betonten jetzt ihren Wunsch, die Grundlinien des Konzils in die Tat umzusetzen, um die Voraussetzungen für eine Neuevangelisierung zu schaffen.

Bulgarien
Mit einer "Kirchenvolksversammlung" versucht jetzt die bulgarisch-orthodoxe Kirche die Krisen und Spaltungen der vergangenen Jahre zu überwinden. Patriarch Maksim und der Heilige Synod haben dieses Konzil einberufen. Es war 1992 zu einer Abspaltung vom Patriarchat in Sofia gekommen. Damals warf eine Teil des Klerus Patriarch Maksim vor, er habe mit dem kommunistischen Regime zusammengearbeitet.

Polen
President Alexander Kwasniewski hat am 3. Juli das neue Strafgesetz bekannt gegeben. Damit ist in Polen die Todesstrafe abgeschafft. Sie wird durch eine lebenslängliche Haftstrafe ersetzt. 1988 war die Todesstrafe das letzte Mal in Polen verhängt worden. Nun ist es auch gesestzlich festgeschrieben, daß Exekutionen der Vergangenheit angehören. Das Unterhaus hatte dies bereits im März beschlossen. Festgelegt wurde auch, daß ein Verurteilter nach 15 Jahren Strafurlaub beantragen kann. Nach 25 Jahren kann er Antrag auf Entlassung stellen.

Slowakei
Der Verantwortliche für die Vatikanischen Außenbeziehungen, Erzbischof Jean-Louis Tauran, stattet ab 4. Juli dem Land einen viertägigen Besuch ab. Neben geistlichen Terminen, stehen Gespräche mit Repräsentanten der Slowakischen Bischofskonferenz sowie des Staates auf dem Besuchsprogramm. Die Visite erfolgt zu einem Zeitpunkt, da Bischöfe und Regierung in Preßburg einen erneuten Versuch unternehmen, ihr gespanntes Verhältnis zu bereinigen.

Israel
Ein Gesetzentwurf gegen Missionsaktivitäten hat am 4. Juli heftige Kontroversen hervorgerufen. Einige jüdische Abgeordnete wollen damit das Land vor christlichem Prosyletismus schützen. Ziel des Textes ist das Verbot "des Besitzes, der Herstellung und der Verbreitung von Publikationen, die der religiösen Konversion dienen." Die Christen in Israel haben bereits Protest erhoben, da ein solches Gesetz die Religionsfreiheit einschränken würde. Während sowohl aus dem Vatikan, als auch von der US-amerikanischen Kommission für Außenpolitik Proteste laut wurden, erklärte Netanjahu, er werde sich einem derartigen Gesetz widersetzen.

Iran
Rund 1o.ooo Demonstranten haben am 6. Juli vor einem UNO-Büro in Teheran gegen die israelische Politik protestiert. Sie schrieben "Tod Israel" und bezogen sich dabei auf das Plakat, auf dem Mohammed in Form eines Schweines dargestellt worden war. Der Staat Israel müsse zerschlagen werden. Im Iraner Radio hieß es, die Konfrontation zwischen Islam und Zionismus sei jetzt unvermeidlich. Die "zionistische Sekte" in Jerusalem beleidige seit 4o Jahren den Islam und das Christentum.

Indien
Der Vorsitzende der indischen Bischofskonferenz hat sich positiv zur Rückkehr Hongkongs nach China geäußert. Er sicherte dem Bischof der früheren britischen Kronkolonie seine volle Unterstützung zu. Die Tatsache, daß die Insel Sitz der Föderation der asiatischen Bischofskonferenzen sei, verleihe ihr besondere Bedeutung.

Hong Kong
Hunderte von Familien haben am 4. Juli versucht die Positionen ihrer illegal aus China adoptierten Kinder zu regeln. Die Einwanderzentrale in Hong Kong hatte am Tag zuvor bekanntgegeben, daß die Kinder bis zur Aufklärung des jeweiligen Falles bei ihren Adoptiveltern bleiben könnten. Nach Angaben des chinesischen Staatsrundfunks, hat die Bekanntmachung einen wahren Sturm auf die Einwandererbehörden ausgelöst.

Ost-Timor
Der anglikanische Primas, Kardinal George Basil Hume, hat die Öffentlichkeit aufgerufen , sich erneut für Ost-Timor einzusetzen. In einem Brief an das britische Aussenministerium, schrieb Hume, auf die indonesischen Behörden solle Druck ausgeübt werden, um die Einhaltung der Menschenrechte auf Ost-Timor zu gewährleisten. Denn solagne das ost-timoresische Volk unter indonesischer Herrschaft lebe, werde keine Lösung der Konflikte, möglich sein, so Hume.

Malaysia
Die Regierung in Kuala-Lumpur will den Islam nur maßvoll und mit Weisheit verteidigen. In diesem Sinne hat sie sich am 6. Juli geäußert, nachdem in den letzten Tagen Beamte strafrechtlich gegen Frauen vorgehen wollten, die an Schönheitswettbewerben teilgenommen hatten. Auch waren Pop-Musik-Konzerte verboten worden. Beobachter gehen davon aus, daß man keine Zusammenstöße zwischen Fanatikern und gemäßigten Muslimen will.

Kenia
Bei den Demonstrationen für Verfassungsreformen, die am 7. Juli stattfanden, waren erneute Gewaltausbrüche erwartet worden. Die Polizei hatte bereits zuvor angekündigt, sie werde gegen jeden vorgehen, der Chaos und Unruhe stifte. Die landesweite Demonstrationen wurden von der Regierung verboten. Die katholische Kirche sowie christliche und islamische Anführer hatten vorab erklärt, sie wollten sich für Reformen vor den diesjährigen Wahlen einsetzen. Sie hielten in Gewalt endende Demonstrationen jedoch für sinnlos.

Demokratische Republik Kongo
Die Bischöfe des Landes haben in einem Brief an die Gläubigen und Menschen guten Willens ihre Besorgnis über die Zukunft der Republik ausgesprochen. Der Brief, der unter dem Titel "Steh auf und gehe" am vergangenen 28. Juni veröffentlicht wurde, darf als Beitrag der gesamten Bischofskonferenz zur Errichtung eines Rechtsstaates betrachtet werden.

Kolumbien
Die moralischen Probleme des Landes sind das Hauptthema, über das die Bischöfe auf ihrer am 6. Juli in Bogota begonnenen Jahresversammlung diskutieren werden. Bis zum Wochenende wollen sich die 75 Bischöfe und Erzbischöfe Problemen wie der Korruption und des Drogenhandels stellen. Beides sei eng verknüpft mit der Krise in der Familie. Der Klerus will sich auch einer eingehenden Selbstkritik unterziehen. Eines der Plenarthemen behandelt "die Verantwortung des Bischofs für die augenblickliche Lage Kolumbiens, vor dem Hintergrund von christlichem Glauben und Moral.

Nicaragua
Der Erzbischof von Managua, Kardinal Miguel Obando Y Bravo, hat am 6. Juli die Bevölkerung des Landes vor neuen Gewaltausbrüchen gewarnt. In seiner sonntäglichen Predigt forderte er die Gläubigen dazu auf, nicht vom Weg des Friedens und der Versöhnung abzugehen. Die sandinistische Befreiungsfront hatte kurz zuvor erklärt, sie sei nicht zu Verhandlungen mit der Regierung bereit, so lange diese keinen Mindestbedingungen zustimme.

Guatemala
Die Landverteilung ist Ursache der allermeisten Konflikte in dem zentralamerikanischen Staat. So die Ansicht der guatemaltekischen Bischöfe in einer am 3. Juli veröffentlichten Erklärung. Das Land sei voll von gewaltsamen Konflikten. Diese gingen letztlich auf die Landverteilung zurück. Die Bischöfe beklagen mit Scham, Ärger und Schmerz die blutigen Zusammenstöße, die auch viele Todesopfer gefordert hatten.

Guatemala
Hunderte von guatemaltekische Flüchtlinge sind am 4. Juli aus den Lagern im Süden Mexikos, in ihre Heimat zurückgekehrt. Die seit über zehn Jahren in den Flüchtlingslagern der Staaten Chiapas und Quintana Roo beherbergten Guatemalteken, waren nach Mexiko geflohen , um dem Bürgerkrieg zu entkommen. Bei dem 36-jährigen Bürgerkrieg zwischen der Regierung Guatemalas und linksgerichteten Rebellen , kamen 140.OOO Personen ums Leben. Im Dezember letzten Jahres wurde zwischen den beiden Seiten ein Friedensvertrag unterzeichnet.

Venezuela
Die Regierung des Landes ist am 4. Juli erstmals mit Vertretern von Nicht-Regierungs- und Menschenrechts-organisationen zusammengetroffen. Gemeinsam sollen Verbesserungen der Menschrechtssituation in Venezuela angestrebt werden. Präsident Rafael Caldera eröffnete den ganztägigen Austausch. Der Vorsitzende von Amnesty bezeichnete die Begegnung als einen ersten Schritt der Regierung in diese Richtung.

Brasilien
1996 war ein Rekordjahr der Gewalt in den ländlichen Gebieten. Das geht aus dem am 5. Juli veröffentlichten Bericht der Landarbeiter-Seelsorge hervor. Bei rund 650 Landkonflikten seien mehr als 6o Personen ums Leben gekommen, darunter zehn Kinder. Es gebe außerordentlich viel Kinderarbeit, die an Folter erinnere. In dem Bericht wird Präsidnet Cardoso vorgeworfen, sein Wahlversprechen der Landreform nicht einzuhalten.

Vereinigte Staaten
Die Vereinigte Christuskirche hat mit überwältigender Mehrheit der Einigung mit drei weiteren protestantischen Konfessionen zugestimmt. Mit der presbyterianischen, mit der evagelisch-lutherischen und der reformierten Kirche. Zum ersten Mal, seit vierhundert Jahren, teilen sich die verschiedenen Konfessionen Geistliche und Kongregationen.

Hinweise auf unser Wochenprogramm
Dienstag:
Radio-Akademie: Priester: Traumberuf oder Fluchtweg?
Mittwoch: Sommerschule an der vatikanischen Sternwarte - Vorstel-lung der Krankenbotschaft von Papst Johannes Paul II. für 1998
Donnerstag: Kreuz des Südens: Kirche und Mexiko-Wahl - Philippinen: Priester kämpft gegen Kinderprostitution - Erklärung der Bischof von Zaire zur gegenwärtigen Lage

Man hört Radio Vatikan:
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Nächste Zusammenfassung der wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Donnerstag, 10. Juli 1997, 19 Uhr

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