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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatian von Freitag, 27.6.97 bis Montag, 30.6.97.

Vatikan
Papst Pius XII. hat während des Zweiten Weltkrieges nicht öffentlich gegen die Besetzung Polens durch Hitler-Deutschland protestiert. Nach reiflichen Überlegungen durch das Vatikanische Staatssekretariat habe man sich, auch um die Lage nicht zusätzlich zu erschweren, dazu entschlossen, der Hitlerregierung im März 1943 eine Protestnote zu übergeben. Sie wurde von der deutschen Regierung offiziell zurückgewiesen. Das sagte 26. Juni der Präfekt der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, Kardinal Achille Silvestrini, bei der Präsentation des Buches "Pius XII. und Polen" von Alessandro Duce.

Vatikan
Ab kommenden Mittwoch beginnen die Generalaudienzen des Papstes, während der ganzen Sommerzeit, um neun statt um elf Uhr. Das gab die Präfektur des päpstlichen Hauses bekannt.

Vatikan
Beim Angelusgebet nach der Messe erinnerte Papst Johannes Paul II. am Sonntag an die Ökumenische Versammlung von Graz. Er habe während der ganzen Woche dafür gebetet, daß sie die Christen der von ihrem Stifter gewünschten Einheit näher bringe. Dann rief der Papst die Konfliktpartner in Kongo-Brazzaville auf, die Waffen niederzulegen sowie den nationalen und internationalen Dialog nicht zu behindern. Der Papst ging mit keinem Wort auf das Fehlen der orthodoxen Delegation aus Konstantinopel ein. Seit Jahren hatte der ökumenische Patriarch zum Fest der Apostel Petrus und Paulus eine Delegation nach Rom gesandt. Ähnlich war eine Abordnung der katholischen Kirche zum Fest des Apostels Andreas jährlich in Konstantinopel.

Vatikan
Wie jedes Jahr wird Johannes Paul II. nächste Woche für 10 Tage zu einem Sommerurlaub in die Berge des Aostatales fahren. Die Audienz an Mittwoch, 2. Juli findet aber noch statt.

Österreich
In Graz ist am Sonntag Vormittag die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung zuende gegangen. Mehr als 10.000 Christen aus allen Ländern Europas hatten daran teilgenommen. Nach der Ersten Ökumenischen Versammlung 1989 in Basel war das Treffen in Graz vom Neuaufbruch in Osteuropa gekennzeichnet. Unter dem Thema "Versöhnung - Gabe Gottes und Quelle neuen Lebens" traten aber auch die zwischen den Kirchen bestehenden Differenzen deutlich zu Tage. Aber selbst da wurde Versöhnung eingeübt, als man sich in der Nacht vom Samstag auf Sonntag auf die wichtigsten Handlungsempfehlungen für den künftigen ökumenischen Weg einigte. Zwar gab es bei manchen Passagen Gegenstimmen, aber die Texte sind als Leitlinien ohne bindenden Charakter zu sehen. Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, versicherte, daß die Ergebnisse von Graz die künftige ökumenische Arbeit in Deutschland bestimmen würden. Das Großtreffen hat nach Auffassung der Veranstalter dem europäischen Kontinent einen neuen Aufschwung gegeben. In den über 680 Einzelveranstaltungen mit rund 400 Referenten seien die Sorgen besonders der Länder des Ostens deutlicher hervorgetreten. Ihnen dürfe man sich nicht verschließen. Schon allein aus diesem Grund seien die Kirchen aufgerufen, am einen und neuen Haus Europa gemeinsam mitzuarbeiten.

Frankreich
Der Justizminister der Landes, Jean-Pierre Chevenement, hat sich für die Errichtung einer Moschee mit öffentlichen Geldern ausgesprochen. "Wir haben Platz für drei Religionen, warum nicht auch für eine vierte, wenn sie die Gesetze des Landes respektiert." In früheren Jahrhunderten seine auch mit Hilfe des Staates Gotteshäuser für die Glaubensgemeinschaften der Katholiken, Protestanten und Juden errichtet worden.

Albanien
Die katholische Kirche des Landes hat anläßlich der Parlamentswahlen vor einer Spaltung der Nation gewarnt. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Rrok Mirdita, äußerte im Interview mit einer katholischen Tageszeitung seine Besorgnis über eine mögliche Polarisierung zwischen Nord- und Südalbanien.

Israel
Palästinensische Kaufleute fanden in Hebron Plakate mit dem Bildnis des Propheten Mohammed in Form eines Schweins an ihren Läden. Das meldete am 27. Juni eine Nachrichtenagentur unter Berufung auf palästinensische Quellen. Wenn auch bislang niemand die Verantwortung für die Plakate übernommen hat, gehen die Bewohner davon aus, daß jüdische Siedler die Schuldigen seien.

Pakistan
Die Polizei hat vergangene Nacht in der Provinz Punjab Hunderte islamistischer Extremisten festgenommen, um Sektengewalt einzudämmen. Von offizieller Seite verlautete, die Provinzregierung habe die Aktion angeordnet. Vorangegangen waren Zusammenstöße religiöser Gruppen, bei denen es zu Todesopfern gekommen war.

Sri Lanka
Der neue Bischof der Diözese Badulla hat von den kriegführenden Parteien seines Landes eine Aussöhnung gefordert. In seiner Antrittsrede drängte der Bischof dazu, eine nationale Identität zu akzeptieren, in der viele Rassen, Kulturen, Sprachen und Religionen friedlich nebeneinander leben. Seit 1983 kämpfen tamilische Separatisten für eine Unabhängigkeit von der Mehrheitsregierung der Singalesen.

Südafrika
Die Ernennung eines Deutschen zum Bischof der südafrikanischen Diözese Umtata, läßt in den kirchlichen Kreisen des Landes erneut die Wellen hochschlagen. Der Dominikaner Freddy Mnyongani betonte, am Kap sollten nur Afrikaner zu Bischöfen ernannt werden. Der aus Regensburg stammende Oswald Hirmer, ist der dritte deutsche Bischof in dem Land. Er wird an Stelle des südafrikanischen Bischofs Andrew Brook treten.

Brasilien
Ein Gericht hat jetzt in Imperatrize drei Männer zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, die 1986 einen katholischen Priester ermordert hatten. Pater Josimo Tavares war ein sehr aktiver Streiter für die Rechte der Landlosen gewesen und gilt nach seiner Ermordung für viele als Märtyrer.

Kuba
Mit über 3000 Gläubigen ist am 29. Juni zum ersten Mal nach mehr als 35 Jahren religiöser Unterdrückung wieder eine Messe im Freien gefeiert worden. Der Erzbischof von Havanna, Jaime Ortega, zelebrierte auf dem Platz vor der Kathedrale der Hauptstadt. Seit dem Besuch von Regierungschef Fidel Castro bei Johannes Paul II. im vergangenen November haben sich die Beziehungen zwischen Kirche und Staat zusehends verbessert. So sehr, daß es Ortega wagen konnte, das Fehlen von Kommunikationsmitteln und Priestern zu beklagen. Unter den Gläubigen auf dem Platz konnte aber ein kleines Informationsblatt über die bevorstehende Papstvisite verteilt werden. Nach Schätzungen sind etwa 12 Prozent der 11 Millionen Einwohner Kubas Katholiken.

Vereinigte Staaten
Der Oberste Gerichtshof der USA hat am 26. Juni den ärztlich begleiteten Selbstmord Todkranker abgelehnt und somit die Gesetzesentwürfe zweier Bundestaaten zur Legalisierung der Euthanasie abgewiesen. In der Urteilsbegründung erklärten die Richter des Supreme Court, kein Mensch habe das Recht, bei einem Selbsmord zu helfen. Aktive Sterbehilfe ist bisher in keinem US-Bundesstaat erlaubt.

Hinweise auf das Wochenprogramm
Mittwoch: Die Römische Woche: Nach dem Papstbrief an Netanjahu und Arafat: Die beiden Botschafter der Länder im Gespräch mit Radio Vatikan. - Ökologischer Vatikan? Eingaben des Apostolischen Stuhls bei den Vereinten Nationen. - Rom-Buch-Vorstellung. - Zum Stand der römischen Arbeitsgruppe "Diakonat der Frau": Im Gespräch mit Bischof Karl Lehmann. - Caritas in Rom: Ein neues Aktionsbündnis.
Donnerstag: Jugendmagazin: Bericht über die langjährigen Hilfsaktionen eines Frankfurter Pfarrers für ehemalige Gulag-Kinder in Rumänien, Besprechung des von der Bischofskonferenz 1997 prämierten Jugendbuches, Jungendaktionen bei der Zweiten Ökumenischen Versammlung in Graz

Man hört Radio Vatikan:
täglich 6.20, 16.00 und 20.00 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und auf den
Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
Über Radie Campanile. Im Kabel und auf Tonunterträger von DSF um 16.15 Uhr 19.10 Uhr

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:
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Nächste Zusammenfassung der wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Donnerstag, 3. Juli 1997, 19 Uhr

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