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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatian von Dienstag, 24.6.97 bis Donnerstag, 26.6.97.

Vatikan
Die päpstliche Akademie für das Leben hat das Klonen von Menschen scharf verurteilt. Ihre Erklärung vom 24. Juni ist die bislang eingehenste Vatikan-Stellungnahme zu diesem Thema. Die Akademie bezeichnete darin das Projekt menschlichen Klonens als furchtbaren Irrweg einer Wissenschaft ohne Werte und tragische Parodie der Allmacht Gottes.

Vatikan
Mit einem Appell, die Landfrage zu lösen und den Rechtsstaat zu sichern, hat Johannes Paul II. am 26. Juni den neuen Botschafter Ecuadors am Apostolischen Stuhl, Alfredo Luna Tobar, empfangen. Der Papst zeigte sich zufrieden über den ecuadorianischen Entschluß, die diplomatischen Beziehungen mit dem Nachbarstaat Peru fortzusetzen. Wichtig sei es, die Bereitschaft zum Frieden nach außen hin sichtbar zu machen, meinte der Papst.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat eindringlich die Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen Israel und der palästinensischen Führung gefordert. Wie erst am 26. Juni bekannt wurde, schrieb der Papst bereits vor einer Woche gleichzeitig an Palästinenserführer Yassir Arafat und den Israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Diese Woche beschäftigt sich ein großer Teil unserer Nachrichten mit der Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Graz. Sie lesen im Folgenden die jeweiligen Zusammenfassungen des Tages.

Montag, 24.6.1997
Beim Eröffnungsgottesdienst der Zweiten Ökumenischen Versammlung in Graz bot die europäische Kirche ein multikulturelles Bild. Dabei wurde bereits zum Auftakt deutlich, daß sich das ökumenische Miteinander in den vergangenen Wochen nicht unbedingt verbessert hat. Der ökumenische Patriarch Bartholomäus I. nannte sein Fehlen in einem Grußwort ein schmerzliches Opfer. Er habe damit Schaden vermeiden wollen. Auch das von der russischen Duma verabschiedete Gesetz, das die Religionsfreiheit einschränkt, schafft Probleme in Graz.
Ein Grußwort des Papstes, wurde mit großem Applaus aufgenommen. Darin bedauerte Johannes Paul II. die neuen Probleme und Spannungen, die nach der politischen Wende in Europa aufgetreten seien. Die Christen hätten angesichts dieser Konflikte eine besondere Verantwortung, vor allem im Hinblick auf die Ökumene.
Im Arbeitspapier, mit dem sich das Deligiertenplenum der Zweiten Ökumenischen Versammlung derzeit befaßt, werden mehr als 30 Empfehlungen für das künftige ökumenische Geschehen abgegeben. Kritiker halten den Entwurf für zu umfassend und würden es vorziehen, wenn nur wenige Leitlinien aufgestellt würden.
Der Wiener Alterzbischof Kardinal Franz König äußerte den Wunsch, die politischen und theologischen Schranken in Europa sollten überwunden werden. Wer das Europa ohne Grenzen bauen wolle, dürfe aber nicht nur über Wirtschaft sprechen, sondern müsse neu die christlichen Wurzeln suchen.

Mittwoch, 25.6.1997
Am Vormittag haben die offziellen Delegierten in Arbeitsgruppen getagt. Besonders beachtet wurde die Rede des Primas der anglikanischen Kirche, George Carey. Zuspruch eigener Art fand die Gründerin der ökumenisch ausgerichteten Focolarbewegung, Chiara Lubich. Die Öffentlichkeit bewegte die Unterscheidung des armenischen Partriarchen Karekin zwischen einer politisch orientierten Anwerbung von Christen und einer Verkündigung, die wirklich aus dem Glauben kommt. Er tadelte dabei den politischen Proselytismus. Kardinal Franz König kritisierte den Neo-Liberalismus, die Christen müßten sich politisch engagieren und dürften sich nicht in die Sakristei zurückziehen. Kardinal Roger Etchegaray vom Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden unterstrich den Kampf der Kirchen zugunsten der Armen. Die Kirche wolle noch intensiever mit den Nicht-Regierungsorganisationen zusammenarbeiten. Bei verschiedenen Zusammenkünften wurde das Zentralthema Versöhnung besprochen. Einen Beitrag aus der eigenen Praxis leistete die bekannte Friedenskämpferin aus Österreich, Hildegard Goss-Mayr, die seit Jahren im Versöhnungsbund arbeitet. Andere Aktivisten berichteten von ihrem Bemühen um Frieden und Versöhnung in Bosnien-Herzegowina. Beim Minoritenkloster in Graz ist für dieses Thema ein eigenes sogenanntes Friedenshaus errichtet. Um die Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern warb in Graz Barbara Coudenhove-Kalergi. Israel könne nur im Frieden leben, wenn es den Palästinensern die gleichen Rechte gebe, hieß es dort. Die evangelische Superintendentin Gertraud Knoll plädierte in diesem Zusammenhang für Konfliktbewältigung.

Donnerstag, 26.6.1997
Zur Halbzeit der Zweiten Ökumneischen Versammlung in Graz hat der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn vor zu großen Erwartungen gewarnt. Das Treffen sei wichtig, um sich im Gebet zu begegnen. Für das künftige ökumenische Geschehen brauche jeder neue spirituelle Impulse. Letztendlich können diese wichtiger sein, als jeder noch so gut gemeinte Beschluß oder ein Arbeitspapier, erklärte Schönborn gegenüber der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan. Wir dürfen den Traum von Einheit nicht vergessen. Aber wir dürfen auch nicht meinen, daß in Graz Wunder geschehen.
Der Metropolit Michael Staikos sieht trotz mancher Probleme Fortschritte in der Ökumene. Die Zahl und die Impulse der Besucher aus Osteuropa hätten die Erwartungen übertroffen, meinte der orthodoxe Metropolit von Wien am Rande der Grazer Veranstaltung. Viel Beifall erhielt beim Dialogforum über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit eine Gruppe von Afrikanerinnen, die spielerisch veranschaulichte, daß es auch in den europäischen Kirchen Rassismus gibt. Übereinstimmend wurde von Teilnehmern zugegeben, daß es sich um ein reales Problem handle, das aber tabuisiert werde.

Frankreich
Im Europaparlament in Staßburg ist am 25. Juni eine neue Initiative für den Schutz von Embryonen vorgestellt worden. Sie geht vom italienischen Europaabgeordneten Roberto Mezzaroma aus und enthält einen 9-Punktekatalog mit Richtlinien. Dieser beinhaltet unter anderem ein völliges Verbot für das Experimentieren mit menschlichen Embryonen.

Polen
Die Regierung des Landes ist angesichts einer möglichen Wiedereinführung der Todesstrafe tief gespalten. Wie Premierminister Vladimir Cimoszewicz im Rundfunk betonte, trüge seiner Meinung nach die Wiedereinführung der Todesstrafe nicht zur Lösung der Probleme bei. Vergangenen Montag hatten in Warschau Tausende von Menschen mit einem Protestmarsch gegen die Kriminalität demonstriert. Die katholische Kirche Polens hat sich ebenfalls gegen die Todesstrafe ausgesprochen.

Hong Kong
Papst Johannes Paul II. hat den Katholiken der Insel seine Solidarität versichert. In einem Schreiben an den Hongkonger Kardinal John Cheng-Chung zeigte er sich zuversichtlich, daß die Bemühungen um eine Evangelisierung in der Diözese ansteigen werden. Unter den neuen politischen Gegebenheiten sei es Aufgabe der katholischen Gemeinschaft, alle Wege zu sozialem Fortschritt, Frieden und Solidarität zu begleiten.

Vereinigte Staaten
Kritik aus Kirchenkreisen nach dem Urteilsspruch des obersten amerikanischen Gerichtshofes. Danach werde die Religionsfreiheit teilweise eingeschränkt. Ein Bundesgesetz aus dem Jahr 1993 wurde am 25. Juni von Richtern für nicht verfassungsmäßig erklärt, weil den Religionsgemeinschaften zu große Rechte eingeräumt worden seine.

Vereinte Nationen
Für den Präsidenten der Weltbank, James Wolfensohn, gibt es ohne eine starke soziale Entwicklung keinen wirtschaftlichen Aufschwung. Deshalb denke die Weltbank, um den zu großen Unterschied zwischen Arm und Reich auszugleichen, zunächst an die Errichtung eines sogenannten "sozialen Sicherheitnetzes". So sagte Wolfensohn unter anderem bei der Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation in Genf.

Hinweise auf das Wochenprogramm:
Freitag: Verwirrende Signale aus Moskau - was tut sich wirklich in der russisch-orthodoxen Kirche? Aufbruch Kirche Ost - Hintergründe vom Ökumenischen Treffen in Graz. Debatte um Hirntod - ein Moraltheologe vermutet, daß sich auch mit dem neuen Gesetz nichts ändern wird. Charme-Offensive: Ein afrikanischer Kurienkardinal wirbt gegenüber Moslems für christliche mission.
Samstag: Kommentar der Woche: Erzbischof Alois Wagner
Betrachtung zum Sonntag: Erwin Albrecht
Sonntag: Matthias Kopp: Zweite Europäische Ökumenische Versammlung in Graz. Ein Schlußbericht.

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