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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatian von Freitag, 20.6.97 bis Montag, 23.6.97.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat am 20. Juni die Teilnehmer des Kongresses über die Soziallehre der Kirche, der vom päpstlichen Rat Gerechtigkeit und Frieden veranstaltet wird, in Audienz empfangen. In seiner Ansprache betonte der Papst die Notwendigkeit einer Neuevangelisierung, die besonders die soziale Dimension des Evangeliums hervorheben müsse.

Vatikan
Der Apostolische Stuhl und die Republik Ungarn haben am 20. Juni eine Vereinbarung unterzeichnet, in der strittige Fragen zwischen Regierung und Kirche in Ungarn geklärt werden. Das Papier legt fest, daß Ungarns Kirche in Sachen Erziehung und Soziales die gleichen staatlichen Geldspritzen bekommt, wie alle anderen; für enteigneten Kirchenbesitz, der nicht zurückgegeben werden kann, muß Budapest eine Entschädigung zahlen.

Vatikan
In einer Reaktion auf das am 23. Juni von der russischen Duma beschlossene Religionsgesetz erklärte jetzt Kurienkradinal Pio Laghi von der Kongregation für das Erziehungswesen: Es ist ein Fall von Unnachgiebigkeit und Intolleranz. Laghi fragte, ob der Katholizismus nicht die gleichen Wurzeln habe wie der Buddhismus, das Judentum oder der Islam. Er hoffe, daß das Gesetz nicht mit der Unterschrift des Präsidenten endgültig beschlossen gilt.

Deutschland
Ein Artikel, der den Schutz und die Anerkennung von Kirchen und anderen religiösen Vereinigungen
in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union garantieren sollte, ist aus dem Maastricht-Vertrag ausgeklammert worden. Damit ist er nicht bindend. Dies wurde jetzt in Bonn bekannt. Der Status dieser Organisationen wird zwar anerkannt - gleichzeitig werden sie aber anderen nichtkonfessionellen Organisationen gleichgestellt. Beobachter fürchten nun, daß die Aktivitäten der katholischen Kirche in den europäischen Staaten primär als wirtschaftlich und sekundär als religiös betrachtet werden. Das Ziel der europäischen Bischofskonferenzen wurde somit nicht erreicht.

Österreich
Wien
ist jetzt zum Standort einer europäischen Sekten-Dokumentationsstelle bestimmt worden. Das beschloß die 25. Konferenz der europäischen Familienminister, die letzten Mittwoch in der Wiener Hofburt zu Ende ging.

Österreich
Befürchtungen, die römisch-katholische Kirche könne durch das neue russische Religionsgesetz benachteiligt werden, hat Patriarch Alexi II. am 21. Juni in Wien als unbegründet zurückgewiesen. Die Bedenken waren entstanden, weil die katholische Kirche in der Präambel des Gesetzes nicht als eine der "traditionellerweise in der russischen Föderation existierende" Religion aufgeführt worden war. Patriarch Alexi sieht darin allerding kein Problem.

Österreich
Gegen 15 Uhr ist am 23. Juni in Graz die Zweite Ökumenische Versammlung vom Prager Erzbischof Kardinal Miroslay Vlk und dem anglikansichen Domdekan John Arnold aus Durham eröffnet worden. Die Vorsitzenden der Ersten Ökumenischen Versammlung leiteten das Treffen thematisch ein. So sprach der Mailänder Erzbischof, Kardinal Carlo Maria Martini, über das "Christliche Zeugnis der Versöhnung". Sein Counterpart, der Moskauer Patriarch Alexi II., behandelte die Frage, was die Christen im Hinblick auf das Jubläum 2000 zur Völkerversöhnung betragen können.

Schweiz
Der Bischof von Chur, Wolfgang Haas, hat seine Diözese zur Zusammenarbeit mit ihm aufgerufen. Nach Agenturmeldungen bat Haas auch die vierzehn Domherrn um Kooperation, die sich diese Woche in der Schweizerischen Kirchenzeitung offenbar gegen ihn ausgesprochen hatten. Vierzehn der insgesamt sechszehn Churer Domherren werfen Haas in dem Text der Kirchenzeitung vor, in seiner Diözese de facto eine Spaltung hervorgerufen zu haben.

Portugal
Papst Johannes Paul II. wird am 13. Oktober 1997 die Seherkinder von Fatima, Jacinta und Francisco selig sprechen. Dies kündigte der Postulator im Seligsprechungsprozeß gegenüber Journalisten in dem portugiesischen Marienwallfahrtsort an.

Polen
Erneut ist die Ratifizierung des Konkordats mit dem Vatikan im Warschauer Parlament gescheitert. Mit den Stimmen von Linksparteien wurde der Text an die Ausschüsse verwiesen und wird dadurch voraussichtlich zum Wahlkampfthema.

Rußland
Der russisch-orthodoxe Patriarch Alexi II. hat jetzt erklärt, die Entscheidung über eine eventuelle Beerdigung der Leiche Lenins stehe allein dem Volk zu. Damit unterstützte der Partiarch nach Angaben einer Presseagentur den Vorschlag von Präsident Boris Jelzin, der ein Referendum zu dem Thema für Herbst gefordert hatte. Alexi fügte hinzu, nichts dürfe geschehen, das zu Spaltungen in der Gesellschaft führe.

Rußland
Mit überwältigender Mehrheit hat am 23. Juni die Staatsduma nach dritter und letzter Lesung das neue Religionsgesetz angenommen. In ersten Reaktionen verurteilen Menschenrechtsgruppen die Norm als diskriminierend. Nicht nur die katholische Kirche, sondern auch Baptisten und Adventisten zeigten sich besorgt. Dagegen begrüßte die russisch-orthodoxe Kirche sowie Vertreter des Islam das Gesetz. Sie hoffen, es werde die Russen vor dem zerstörerischen Einfluß von Kulten wie der japanischen Weltuntergangssekte bewahren.

Hong Kong
In der Noch-Kronkolonie ist am 20. Juni eine griechisch-orthodoxe Diözese gegründet worden. Nach der Übernahme Hong Kongs durch China Anfang Juli wird es damit erstmals wieder die orthodoxe Kirche in China geben. 1956 hatte der letzte orthodoxe Bischof die Volksrepublik verlassen müssen - nach über 200 Jahren Präsenz seiner Kirche auf chinesischem Boden.

Hong Kong
Der Einschätzung des FIDES-Dienstes, wonach sich die Situation der Kirche von Hong Kong nach dem Machtwechsel sehr verschlechtern würde, hat jetzt Weihbischof Joseph Zen wiedersprochen. Nach einem Treffen mit chinesischen Autoritäten äußerte er die Hoffnung, daß Befürchtungen von FIDES, die Beziehung zur Kirche in China könnten abbrechen, gegenstandslos
seine.

Indien
Im südlichen Bundesstaat Kerala hat sich eine islamische Frauen-Initiative gebildet. Sie will erreichen, daß muslimische Männer künftig nicht mehr ihre Ehefrauen verstoßen dürfen - einfach indem sie dreimal sagen: Ich verstoße dich. Nach Meldungen der Times of India hat die Frauen-Initiative die Regierung in Delhi aufgerufen, alle islamischen Hochzeiten amtlich zu registrieren. Die meisten Scheidungen unter Indiens 100 Millionen Moslems geschehen durch einfache Verstoßung. Nach Angabe der Frauengruppe ist das Motiv dieser Scheidungen meistens, daß man den Frauen keinen Anteil am Familien-Eigentum zugestehen will.

Ost-Timor
Die frühere Kolonialmacht Portugal und die indonesischen Besatzer der Insel wollen weiter über die politische Zukunft von Ost-Timor verhandeln. Das ist das Ergebnis von zweitägigen Außenminister-gesprächen am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Die UNO hatte schon vor Beginn der Verhandlungen erklärt, eine Einigung auf Fortführung der Gespräche sei in jedem Fall das bestmögliche Ergebnis. Es waren die ersten UNO-Verhandlungen zu Ost-Timor mit indonesischer Beteiligung seit Verleihung des Friedensnobel-preises an Bischof Carlos Belo. Der Bischof der timoresischen Hauptstadt Dili hatte die Auszeichnung im letzten Herbst erhalten.

Demokratische Republik Kongo
Eine christliche Vereinigung klagt die Soldaten des neuen Regierungschefs Laurent Kabila an, Menschenrechtsverletzungen an Zivilisten begangen zu haben. In einer Presseerklärung weist die Organisation darauf hin, daß Ende letzten Monats drei Personen in Kisangani getötet wurden. Gegen Vertreter des Radios und der katholischen Kirche seien Drohungen ausgesprochen worden. Nach Ansicht der Vereinigung führe die Tatsache, daß Zivilregierung und Militär in Konkurenz regierten, zu Kompetenzkonflikten.

Südafrika
Amnesty International beklagt wachsende Ausländerfeindlichkeit am Kap. Besonders die Flüchtlinge aus anderen afrikanischen Staaten würden schlecht bahandelt - nicht nur von den Einheimischen, sondern auch von den Behörden. Das erklärte am 20. Juni der Amnesty-Verantwortliche für Afrika gegenüber der südafrikanischen Nachrichtenagentur.

Nicaragua
Der Bruder des Befreiungstheologen Ernesto Cardenal hat dem bewaffneten Kampf abgeschworen. Solche Gewalt habe heute in Nicaragua keine ethische Rechtfertigung mehr. Das erklärte Fernando Cardenal jetzt gegenüber einer nicaraguanischen Wochenzeitschrift. Fernando Cardenal war unter der sandinistischen Regierung Erziehungsminister und wurde deshalb aus dem Jesuitenorden ausgeschlossen. Vor kurzem nahm ihn der Orden aber wieder auf - unter der Bedingung, daß sich Fernando Cardenal aus der Politik heraushält. Sein berühmter Bruder Ernosto Cardenal, einstmals sandinistischer Kulturminister, bleibt weiterhin vom Priesteramt suspendiert.

Vereinigte Staaten
Für ein Verbot der Euthanasie wollen sich die US-Amerikanischen Bischöfen verstärkt einsetzen. Die kirchlichen Kampagnen gegen eine mögliche Legalisierung der Sterbehilfe sollen intesiviert werden. Dies beschlossen die amerikansichen Bischöfe bei ihrer Vollversammlung am 21. Juni. Der Oberste Gerichtshof der USA berät derzeit über die Gesetzentwürfe zweier Bundesstaaten zur Legalisierung der Euthanasie.

Hinweise auf das Wochenprogramm:
Dienstag: Radioakademie: Priester: Traumberuft oder Fluchtweg
Mittwoch: Die römische Woche. Themen: Bakschisch am Petrusgrab -das ganz normale Chaos in St. Peter. Euro im Vatikan - der Papststaat erfüllt zwar nicht die Maastricht-Kriterien, aber... außerdem: Meinungsaustausch für Botschafter beim Hl. Stuhl - Bericht aus Graz zum Ökomenetreffe und die Worte des Papstes bei der Generalaudienz.
Donnerstag: Kreuz-Feuer: Hong Kong vor der Übergabe

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Nächste Zusammenfassung der wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Donnerstag, 26. Juni 1997, 19 Uhr

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