Verehrte Internet-Nutzer! An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan von Freitag, 13.6.97 bis Montag, 16.6.97.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat nie daran gedacht, drei Kardinälen Sondervollmachten für die Leitung der Weltkirche zu geben. Mit diesen Worten hat am 13. Juni ein Vatikansprecher auf entsprechende italienische Pressemeldungen reagiert. Die renommierte Zeitung "Il Giornale" hatte berichtet, der Papst wolle die Kardinäle Ratzinger, Sodano und Martinez-Somalo mit Sondervollmachten ausstatten.

Vatikan
Die Möglichkeiten für eine Seligsprechung von Papst Pius XII. sind hervorragend. Die Auffassung hat der an der Jesuitenkurie in Rom tätige Pater Peter Gumpel in einem Gespräch mit einer Zeitschrift vertreten. Zahlreiche Quellen seien geprüft worden. Aus diesen habe man eine für die Eröffnung des Seligsprechungsprozesses notwendige "Positio" erstellt, die bereits der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen übergeben worden sei, so Gumpel.

Vatikan
Mit einem dramatischen Appell hat Johannes Paul II. am 15. Juni zu verstärkten Friedensbemühungen in den afrikanischen Ländern Sierra Leone und Kongo aufgerufen. Vor mehr als 25.000 Gläubigen auf dem Petersplatz sagte der Papst beim Angelusgebet, Gewalt und Leiden bestimmten weiterhin das Leben in vielen Ländern Afrikas. Er hoffe, daß die internationalen Vermittlungsbemühungen in Sierra Leone bald Früchte zeigten. Gleichzeitig äußerte Johannes Paul seine Solidarität mit den Menschen im Kongo, die - so wörtlich - "Geiseln in einem blutigen Bürgerkrieg" seien.

Vatikan
Papst Johannes Paul II. hat am 16. Juni den peruanischen Staatpräsidenten Alberto Fujimori in Privataudienz empfangen. Der Papst hat sich während des Treffens erneut über die schwierige Situation während des Geiseldramas in der japanischen Botschaft von Lima informieren lassen. Johannes Paul bedauerte dabei das Blutvergießen bei der Erstürmung am 22. April. Wie Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls im Anschluß an die Begegnung erklärte, habe man auch über Probleme der nationalen Versöhung, der Solidarität mit den Anden-Ländern und der internationalen Zusammenarbeit gesprochen. Beobachter halten es für nicht ausgeschlossen, daß während der Begegnung auch die angespannte Situation zum Nachbarland Equador zur Sprache kam.

Deutschland
Der am kommenden Mittwoch in Leipzig beginnende 27. Evangelische Krichentag soll neuen Schwung in den Dialog zwischen Ost- und Westdeutschland bringen. Diesen Wunsch hat am 15. Juni Kirchentagspräsident Rainer Meusel im Rundfunk vertreten. Das Treffen der evangelischen Christen habe keine parteipolitische Schlagseite. Vielmehr sei es eine Chance zu neuem Erfahrungsaustausch. Dieser sei um so notwendiger, je mehr man sich in seine eigenen vier Wände zurückziehe, so Meusel.

Österreich
Die Möglichkeit für einen Brückenschlag mit der Orthodoxie muß weiterhin wahrgenommen werden. Diese Forderung stellte der Wiener Alt-Erzbischof, Kardinal Franz König, nach der Absage des Treffens zwischen dem russisch-orthodoxen Patriarchen Alexi II. und Papst Johannes Paul II. Der Dialog zwischen katholischer und orthodoxer Kirche müsse weitergehen - auch angesichts des verschobenen Österreichbesuchs des Oberhaupts der Weltorthodoxie, Patriarch Bartholomaios I. Die Enttäuschungen, Mißverständnisse und Verletzungen, die sich in den letzten Wochen in der Ökumene ergeben hätten, weisen darauf hin, daß künftig noch behutsamer vorgegangen werden sollte.

Österreich
Bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa liegt keine Klage der Scientology-Sekte wegen der Behandlung ihrer Mitglieder seitens deutscher Autoritäten vor. Das erklärte am 13. Juni in Wien ein Sprecher der Organisation. Nach Angaben von Scientology hatte die Sekte sowohl beim Hochkommissariat der Vereinten Nationen, als auch bei der OSZE offiziell Klage eingereicht.

Schweiz
Erzbischof Giuseppe Bertello hat am 13. Juni bei der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf den Respekt des Pluralismus und ein Gemeinwohl von planetarischer Dimension gefordert. Die Zukunft gehöre weder denen, die das Soziale auf Kosten von rein wirtschaftlichen Resultaten vernachlässigten, noch denen, die unrealistische und nicht zu verwirklichende sozialpolitische Forderungen stellten. Das betonte Bertello im Hinblick auf die wirtschaftliche Globalisierung.

Frankreich
Am 13. Juni hat das Europaparlament in Straßburg die Empfehlungen einer europäischen Ethikkommission bezüglich des Klonens von Menschen gerügt. Darin war das Klonen von Embryonen zu Forschungszwecken nicht ausgeschlossen worden und die Auswirkungen des Klonens auf die Gesellschaft waren völlig vernachlässigt worden. So heißt es in der von der europäischen Volkspartei und ihrem Sprecher für Bio-Ethik und CDU-Abgeordneten Peter Liese verabschiedeten Resolution.

Tschechische Republik
Im Prager Parlament ist es den Sozialisten nicht gelungen, die Rückgabe beschlagnahmter Kirchengebäude per Dekret zu verhindern. Dabei hatte die Sozialische Partei gehofft, die Regierungskrise unter Ministerpräsident Vaclav Klaus ausnützen zu können, um den Antrag durchzubringen. Aber Klaus erzielte für die Rückerstattung eine knappe Mehrheit.

Tschechische Republik
Der Apostolische Nuntius in Prag hat am 13. Juni umfassende Maßnahmen zum Schutz des Rechtsstaates gefordert. Auf einer Konferenz der Justizminister der Mitgliedsstaaten des Europarates sagte er, organisierte Kriminalität und Korruption seien eine ernsthafte Gefahr für die Demokratie und Menschenwürde. Bessere Erziehungsprogramme und die Schaffung einer neuen Justiz- und Rechtskultur seien dringend notwendige Maßnahmen zur Bekämpfung
des organisierten Verbrechens, so der Nuntius.

Macedonien
Der Präsident des päpstlichen Rates Justitia et Pax, Kardinal Roger Etschegaray, hält sich seit Donnerstag zu einem Besuch in Macedonien auf. Nachdem er bereits am 13. Juni mit Premierminister Branko Crvenkovski zusammentraf, stand am 14. Juni eine Begegnung mit dem Oberhaupt der orthodoxen Kirche des Landes auf dem Programm. Weitere Gespräche sind mit dem Außenminister und Vertretern anderer Religionen und christlicher Konfessionen vorgesehen.

Albanien
Die Kirche von Albanien unterstützt im Wahlkampf keine Partei. Das geht aus einer Erklärung des Vatikan vom 13. Juni hervor. Damit soll gegen jede anderlautende Stellungnahme aufmerksam gemacht werden.

Rumänien
Führer der rumänisch-orthodoxen Kirche haben gegen staatliche Pläne protestiert, wonach sie Kirchengebäude an die griechisch-orthodoxe Kirche zurückgeben sollen. Die ursprünglich griechischen Gotteshäuser waren 1948 von den Kommunisten beschlagnahmt und dann der rumänischen Kirche übereignet worden. Der Senat hatte bereits am Donnerstag für eine Rückgabe gestimmt. Israel
Die Regierung des Landes wird keinen von UNO-Generalsekretär Kofi Annan entsandten Berichterstatter empfangen. Das hat am 14. Juni der Staatsrundfunk bekanntgegeben. Erneut hatte die UNO-Vorversammlung in den letzten Tagen zu den Bauvorhaben in Har Homa Stellung genommen und den Siedlungsbau kritisiert. Wie die Regierung weiter betonte, halte sie eine Einmischung der UNO für unangebracht.

Israel
Eine Delegation der russisch-orthodoxen Kirche, die sich derzeit zu einem Besuch im Nahen Osten aufhält, ist heute nach Bethlehem gereist, um dort eine Messe zu feiern. Der Moskauer Patriarch Alexi II., der der Delegation angehört betonte gestern in Jerusalem vor der russischen Mission, seine Kirche werde weiterhin die Beziehungen zum Jerusalemer Patriarchat wie auch zu anderen Kirchen fördern.

Israel
Bethlehem hat seit 15. Juni einen neuen Bürgermeister. Der 54-jährige Hanna Nasser folgt nach einem Beschluß der palästinensischen Autonomiebehörde Elias Freij, der die Stadt 25 Jahre verwaltet hat. Nach einer mehr als 100 Jahre alten Tradition gehört der Bürgermeister von Bethlehem dem römisch-katholischen Bekenntnis an. Sein Stellvertreter ist in der Regel ein griechisch-orthodoxer Christ.

Iran
Die Frauen des Landes werden sich möglicherweise nur an weibliches Ärztepersonal wenden dürfen. Das hat der islamische ultra-konservative Führer, Ayatollah Ahmad Jannati in einem am 14. Juni veröffentlichten Interview bekanntgegeben. In einer islamischen Gesellschaft müßten sich die Ärztinnen um die Gesundheit der Frauen kümmern.

Rußland
Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche Alexi II. hat die vatikanische Seite für die Absage des geplanten Treffens mit Papst Johannes Paul II. Ende dieser Woche verantwortlich gemacht. Über das Fernsehen lieferte der Moskauer Patriarch den Grund für das Platzen des Gesprächs: Er beklagte sich, daß der Vatikan Abschnitte aus einer gemeinsamen Stellungnahme gestrichen habe, die für die Orthodoxen aber gerader von besonderer Wichtigkeit gewesen seien. Diese behandelten einmal den Proseletismus, ein Thema, über das sich Alexi schon mehrfach beschwert hatte. Danach würde die katholische wie andere Kirchen um eine Konvertierung von Russen werben - ein Vorwurf, der von katholischer Seite zurückgewiesen wird. In einer zweiten Passage sei es um die Unierte Kirche nach östlichem Ritus gegangen, die mit Rom verbunden ist. Die Orthodoxen weisen die aggressive Missionierung der Unierten Kirche nach dem Fall des Sovjetreiches entschieden zurück.

Rußland
Patriarch Alexi II. hat am 13. Juni abend nochmals seinen Österreichbesuch bestätigt. Damnach wird er unter anderem am 23. Juni die II. Ökumenische Versammlung in Graz eröffnen. Neben offiziellen Terminen soll es auch zu einem ausführlichen Vier-Augen-Gespräch mit dem Mailänder Kardinal Carlo Maria Martini kommen. - - - Der Sekretär der Konferenz Europäischer Kirchen, Jean Fischer, hat das Geschick kirchlicher Diplomatie stark in Frage gestellt. Anläßlich des geplatzen Treffens von Patriarch Alexi und Papst Johannes Paul II. bezeichnete Fischer das Vorgehen bei den Verhandlungen als verfänglich und unverantwortlich.

Ukraine
Der Präsident des päpstlichen Rates Justia et Pax, Kardinal Roger Etchegaray hat das Treffen mit den Bischöfen der griechisch-orthodoxen und katholischen Kirche in Lemberg beendet. Bei der zweitägigen Versammlung forderte der Kardinal die Bischöfe des Landes auf, mit einem konkreten Plan, in die Probleme zwischen der katholischen Kirche und den anderen orthodoxen Konfessionen einzugreifen, was zu einem Versöhnungsprozess zwischen den Kirchen führen sollte.

Indien
Über 40 Menschen, zum größten Teil Frauen, sind bei einem Kirchenbrand im südindischen Thanjavur um Leben gekommen. Das Feuer war zunächst in einem neben der Kirche gelegenen Hindutempel ausgebrochen, wo ein Zelt aus Palmwedeln in den Flammen aufging, die dann auf das Gotteshaus übergegriffen hatten.

Bangladesh
Die Caritas des Landes wird demnächst zahlreiche Hilfsprojekte lokaler Gruppen und Organisationen, die nicht von der Regierung unterstützt werden, sponsern. Bei der Hilfsaktion geht es hauptsächlich um die Förderung und Ermächtigung der Landbevölkerung. Das Projekt wurde besonders durch eine starke Zusammenarbeit mit anderen freiwilligen Verbänden ermöglicht.

Nepal
Zu mehr Respekt gegenüber anderen Religionen und Glaubensbekentnissen hat der Jesuit John Locke die Katholiken des Landes aufgerufen. Bei einem Gespräch über den interreligiösen Dialog legte er, besonderen Wert auf eine grössere Anteilnahme am Hinduismus und am Buddhismus, vor allem dann, wenn es um persönliche Beziehungen zu nahestehenden Personen gehe.

Nepal
Nach zwei Jahren sind die Bauarbeiten, der ersten katholische Kirche des Landes beendet worden. Die Kapelle Maria-Himmelfahrt in Kathmandu, war im August 1996 eingeweiht worden , aber nur gelegentlich gebraucht worden.
Die Eröffnung fand vergangenen 31. Mai mit der Feier des Rosenkranzgebets und einer Messe, an der rund 500 Gläubige teilnahmen, statt.

Hong Kong
Das Stadtparlament für die Sonderverwaltungszone der noch britischen Kronkolonie hat am 14. Juni mehrere Gesetzesentwürfe für rechtskräftig erklärt. Diese sehen umfassende Einschränkungen der politischen Versammlungs- sowie der öffentlichen Meinungsfreiheit vor.

Vietnam
Der Dominikaner-Orden hofft, seine pastoralen Einrichtugen in dem asiatischen Land ausbauen zu dürfen. Anläßlich des 30-jährigen Bestehens der Dominikanerprovinz in Vietnam erklärten Verantwortliche des Ordens, daß der Beitrag der Kirche im Gesundheits- und Erziehungswesen ständig steige. Vor dieser - so wörtlich - "caritativen Realität" könne auch die Regierung in Hanoi die Augen nicht verschließen.

Indonesien
Staatspräsident Suharto ist am 13. Juni nach Istanbul geflogen, wo er an der Ersten Gipfelkonferenz der acht Staaten mit rein muslimischer oder überwiegend muslimischer Bevölkerung teilnimmt. Die Gründung des neuen Staatenbundes geht auf eine Initiative Ankaras zurück. Mitglieder können alle muslimischen Nationen über 40 Millionen Einwohner werden. Untereinander wollen sie vor allem auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet zusammenarbeiten.

Indonesien
Auf Java ist es erneut zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. In der Nacht zum Sonntag wurden ganze Straßen mit Geschäften und Häusern in Brand gesetzt. Dem Militär geriet die Situation zeitweise außer Kontrolle. Grund für die Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen muslimischen Gruppen ist die Forderung, daß auch die in der Wahl vor zwei Wochen unterlegene Opposition
die Ergebnisse anerkennen soll.

Indonesien
President Suharto hat heute erklärt, das Land werde die Menschenrechte nach eigenem Verständnis achten. Gegenüber Journalisten führte er dies allerdings nicht näher aus. In der Vergangenheit hatte die Regierung immer auf ein eigenes Kultur- und Traditonsverständnis verwiesen, wenn Menschenrechtsverletzungen angeprangert wurden.

China
Amnesty International ist optimistisch, daß die Menschenrechte von der Regierung in Peking nach der Übergabe Hong Kongs besser eingehalten werden.
Wie die Organisation am 15. Juni erklärte, gebe es einerseits Kontrollmechanismen durch Menschenrechtsgruppen und internationale Einrichtungen in Hong Kong. Andererseits werde China die Menschenrechte in Hong Kong und in der Volksrepublik gelten lassen müssen, um kein Zwei-Klassen-System zu entwickeln, so Amnesty.

Sudan
Ein am 15. Juni offiziell bestätigtes Massaker, soll im Süden des Landes mehr als 140 Menschen, darunter 87 Kinder, das Leben gekostet haben. Die Regierung in Karthoum beschuldigen Rebellenführer John Garang, das Massaker nicht verhindert zu haben.

Demokratische Republik Kongo
Sechs Menschenrechtsgruppen haben gegen die vorgesehene Ablösung des UNO-Beauftragten zu Einhaltung der Menschenrechte im ehemaligen Zaire protestiert. In einer am 14. Juni veröffentlichten Erklärung heißt es, sollte sich die Information bewahrheiten, daß der von den Vereinten Nationen beauftragte Roberto Garreton seine Aufgabe beenden muß, dann wäre dies eine Gefahr der Demokratie im Kongo. Die Menschenrechtsgruppen bescheinigen Garreton eine gute Verhandlungsstrategie, die zur Aufklärung zahlreicher Verbrechen beigetragen haben.

Angola
Mehrere Bischöfe des Landes haben jetzt dem Priesterhilfswerk "Kirche in Not" für die Unterstützung in Bürgerkreigszeiten gedankt. Durch die im deutschen Königstein ansässige Einrichtung, hätten das pastorale Leben, aber auch verschiedene caritative Bereiche aufrechterhalten werden können, erklärte am 14. Juni der Bischof von Benguela. Die Bevölkerung Angolas wüßte heute, daß es gerade die Kirche war, die sich im Bürgerkrieg für den Schutz der Menschenrechte besonders eingesetzt hätte.

Sierra Leone
Trotz der angespannten Situation hat das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen am 15. Juni eine erste Hilfsladung Nahrungsmittel in die Bürgerkriegsregion fliegen können. Der noch amtierende Staatschef von Sierra Leone bat Frankreich um eine militärische Intervention, da nur noch so die Lage in den Griff zu bekommen sei.

Peru
Mit einem vom Parlament gebilligten Gesetz, hat sich das Land als erste Nation in ganz Lateinamerika, endgültig gegen die Klonierung von Menschen ausgesprochen. Das hat gestern der Vorsitzende der parlamentarischen Gesundheitskommission, Miguel Velit bekanntgegeben. Die Klonierung verstoße gegen die Individualität des Menschen und stelle nur eine künstliche Form der Zeugung dar, so Velit.

Honduras
Der Erzbischof von Tegucigalpa, Oscar Rodriguez, hat heute erklärt, daß die jüngsten Gespräche im Vatikan über Wirtschaftprobleme in Lateinamerika schon in den kommenden Tagen fortgesetzt werden. Zu Beginn letzter Woche hatten sich Vertreter von Weltbank und Weltwährungsfond mit Bischöfen Lateinamerikas und Vertretern der Adenauer-Stiftung im Vatikan getroffen. Die dabei beschlossene Fortsetzung des begonnenen Dialogs, solle in einer ersten spontanen Folgekonferenz diese Woche Früchte zeige, erklärte Rodriguez am 14. Juni vor Journalisten.

Kolumbien
Alle 70 Regierungssoldaten, die seit einem Dreiviertel Jahr gefangen gehalten worden waren
, sind am 15. Juni von den Rebellen im Süden des Landes freigelassen worden. In einer langen Zeremonie wurden die Befreiten dem Interantionalen Roten Kreuz übergeben. Kurz darauf attakierte der Rebellenführer, die, wie er es nannte,"kolumbianische Invasion" und versprach, den Kampf solange weiter zu führen, bis soziale Gerechtigkeit erreicht sei.

Mexiko
Die katholische Kirche versucht nicht, die Wähler vor den geplanten Kongresswahlen am 6. Juli zu beeinflussen. Dies versicherte am 15. Juni der Erzbischof von Mexico-City, Norberto Rivera.

Brasilien
Die Landlosenbewegung will auch weiterhin das Eigentum von Großgrundbesitzern besetzen. Das erklärten deren Anführer in der vergangenen Nacht vor Journalisten in Rio de Janeiro. Trotz neuer Gesetze zur Beschleunigung der geplanten Agrarreform sei dies ein notwendiges Protestmittel. Als Begründung führen die Landlosen juristisch unkorrekte Schnellprozesse ihrer Mitglieder und die Massaker der vergangenen Monate an.

Vereinigte Staaten
Zwölf Bischöfe des Landes haben Präsident Bill Clinton aufgefordert, das Verbot von direkten Hilfsflügen nach Kuba aufzuheben. Der Vorsitzende der bischöflichen Kommission für internationale Politik in Havanna, die Aufhebung der Flugerlaubnis habe nur Nachteile für Helfer und Empfänger. Der Umstand, daß die humanitäre Aktion, die von der Regierung genehmigt ist, über Drittländer abgewickelt werden müsse, stünde in keinem Verhältnis, zum bescheidenen Ausmaß der Hilfe.

Vereinigte Staaten
Der Bombenleger von Oklahoma City, Timothy Mcveigh, ist am 14. Juni einstimmig zum Tode verurteilt worden. Die Nachricht der Hinrichtung, die demnächst durch eine Todesspritze vollstreckt wird, wurde von jubelnden Menschen mit Beifall begrüßt. Derweil hat sich US-Präsident Bill Clinton zu Wort gemeldet. In einem Kommunique bedankte er sich bei den Richtern für die geleistete Arbeit, nahm aber zum Urteilsspruch offiziell keine Stellung.

Vereinigte Staaten
Präsident Bill Clinton hat am Wochenende von den Firmen, die im Internet vertreten sind, gefordert, keine Werbung an Kinder zu richten. Im Hinblick auf die Anhörungen im Kongreß über den Schutz der Privatperson im Internet betonte Clinton, eine Disziplin, die Kinder nicht als kommerzielle Zielgruppe ansehe, sei dringend nötig. Bislang sei es gängige Praxis, daß die Internetfirmen Jugendliche aufforderten, über das Computernetz Waren zu kaufen.

Vereinigte Staaten
Ein Dutzend weißer Kongreßmitglieder hat jetzt von der Regierung gefordert, daß sie sich bei den Schwarzen für die gewaltsame Deportation ihrer Vorfahren als Sklaven aus Afrika entschuldige. Dieser Appell kommt zehn Jahre nach der Entschuldigung bei den US-Bürgern japanischer Abstammung für ihre Inhaftierung in Konzentrationslagern. Sein Vorschlag werde die Ungerechtigkeiten der Sklaverei nicht ungeschehen machen, die Versöhnung müsse aber bei der Bitte um Entschuldigung beginnen, so der Republikaner Tony Hall.


Hinweise auf das Wochenprogramm
Dienstag:
Radioakademie: Der Priesterberuf - Traumberuf oder Fluchtweg
Mittwoch: Vorstellung der Jahresbilanz des Vatikan. - Behinderte Kinder und ihre Zukunft, ein Kongress des Päpstlichen Familienrates. - Interreligiöser Dialog: Im Gespräch mit Kardinal Franzis Arinze. - Schlaglichter 2000. - Päpstlicher Laienrat: Sonderkongress im Libanon.
Donnerstag: ... - 3.-Welt-Initiativen auf dem 27. Evangelischen Kirchentag in Leipzig - Kommentar zum Wachsen des Einflusses der Religion in Politik und Wirtschaft.

Man hört Radio Vatikan
täglich 6.20, 16.00 und 20.20 Uhr
auf Mittelwelle 1530 kHz und Kurzwellen-Frequenzen: 5880, 7250, 9645 kHz
über Radio Campanile (Im Kabel und auf Tonunterträger von DFS um 16.15 und 19.10 Uhr

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

Anne Granda
Tel. 00396 69 88 41 01, Fax 00396 69 88 38 44
Post: Radio Vatikan, I-00120 Città del Vaticano

Nächste Zusammenfassung der wichtigsten Meldungen von Radio Vatikan Nachrichten: Donnerstag, 19. Juni 1997, 19 Uhr

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