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An dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan von Dienstag, 3.6.1997 bis Donnerstag, 5.6.97.

Polen
Papst Johannes Paul II. befindet sich noch immer auf seiner 78. Pastoralreise. Am Mittwoch besuchte er Kalisz. Vor dem Josephsheiligtum richtete er einen eindringlichen Appell an Polen und die Weltöffentlichkeit, Kinder im Mutterleib zu schützen. Joseph habe das Jesuskind aus den Händen des Herodes gerettet. Ähnlich sollten sich die Christen um die ungeborenen Kinder kümmern. Kein Volk habe Zukunft, das seine Kinder umbringe. Die Höhe einer Kultur zeige sich an ihrer Haltung zum Leben. Ferner forderte der Papst den Schutz und die Förderung der Familie. Bei der Eucharistiefeier grüßte der Papst ausdrücklich die ehemaligen KZ-Häftlinge von Dachau, die sich jährlich hier beim Josephsheiligtum treffen. Am Mittwoch Abend war der Papst dann im südpolnischen Marienwallfahrtsort Tschenstochao, wo er nach einem kurzen Gebet das polnische Volk daran erinnerte, daß es durch alle Jahre seiner dramatischen und leidvollen Geschichte von der Gottesmutter Maria geschützt worden sei.
Am Donnerstag verbrachte der Papst einen Ruhetag in Zakopane, zu Füßen der Hohen Tatra.

Vatikan
Johannes Paul II. wird demnächst unter anderem mit Vertretern von Weltbank und Internationalem Währungsfond zusammentreffen. Wie der Rat der lateinamerikanische Bischofkonferenzen erklärte, gehe es besonders um Fragen der Verschuldung von sogenannten Dritt-Welt-Staaten.

Deutschland
Die wichtigsten Texte aus dem Konsultationsprozeß zur wirtschaftlichen und sozialen Lage haben jetzt die beiden großen Kirchen in einem Sammelband veröffentlicht. An dem zweijährige Konsultationsprozeß hatten sich alle politischen Kräfte und gesellschaftlichen Gruppen beteiligt. Er führte zu dem vielbeachteten gemeinsamen Sozialwort "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit".

Deutschland
Der Bundesverband der Gemeindereferenten und Religionslehrer hat sich gegen eine unlängst angeordnete Kürzung des Religionsunterrichts an den Schulen in Nordrhein-Westfalen gewandt. Durch die Stundenkürzung von drei auf zwei Wochenstunden sieht der Verband die Gefahr der einseitigen Ausrichtung auf kognitive Lernfächer und damit auf Leistung und Erfolg.

Deutschland
"Welt und Handel" ist der Titel eines neuen Heftes, das Misereor und der Bund der Katholischen Jugend am 6. Juni erstmals gemeinsam herausgeben. Das Heft richtet sich vor allem an Aktionsgruppen, Dritte-Welt-Läden und Jugendverbände. Es bringt Hintergrundinformationen und Aktuelles über Vorgänge und Veranstaltungen, die einen fairen Handel mit der Dritten Welt betreffen. Gleichzeitig soll es über die größte Fair-Handelsgesellschaft Europas, die GEPA, informieren.

Österreich
Dem Institut "Janineum" und seiner Gründerin Lonny Glaser ist jetzt in Wien der diesjährige "Kardinal-König-Preis" verliehen worden. Das "Janineum" hat seit seiner Gründung vor 40 Jahren für rund 4700 Wissenschaftler und Künstler aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern Studienaufenthalte in Österreich ermöglicht.

Schweden
Der erster weibliche Bischof in der Geschichte des skandinavischen Landes ist am Donnerstag per Dekret des Kultusministeriums ernannt worden. Der Bischof von Lund erklärte indessen, die Synode werde die Ernennung von Christina Odenberg nicht anerkennen.

Polen
Unbekannte haben am Mittwoch eine katholische Kirche in der Nähe von Krakau verwüstet. Aus welchen Motiven sie das Gotteshaus aufbrachen, ist noch ungeklärt. In dieser Kirche werde besonders der polnischen Mitbürger gedacht, die nach Rußland deportiert worden waren.

Polen
Der Führer der Solidarnosc-Bewegung, Marin Krzalewski, hat sich für ein vollständiges Verbot der Abtreibung ausgesprochen. Im polnischen Hörfunk erklärte er, daß Abtreibung auch im Falle einer Vergewaltigung als ein Verbrechen anzusehen sei, und wie ein Gewaltverbrechen oder ein Mordanschlag verfolgt werden müsse.

Israel
Im Laufe der immer hitziger werdenden Auseinandersetzung in Jerusalem droht der Bürgermeister damit, die Autonomie der palästinensischen Bürger, eigene Schulen zu führen, wieder einzuschränken. Der Vorschlag kommt in einem Moment, in dem beide Seiten die Unterbrechung der Friedensgespräche nutzen, ihren Zugriff auf die Stadt durch den massiven Aufbau von Sicherheitskräften zu stärken.

Israel
Die jüdische Bevölkerung Jerusalems feierte am 4. Juni den 30. Jahrestag der "Wiedervereinigung" der Stadt unter scharfen Sicherheitsmaßnahmen. Mehr als Tausend Polizisten wurden gegen mögliche Attentate durch Palästinenser aufgestellt. Während des Sechs-Tage-Krieges 1967 eroberten die Israelis die antike Zitadelle und die östlichen Vorstädte Jerusalems.

Vereinigte Staaten
Der Erzbischof von Denver, Charles Chaput, will die Diskussion über die Einführung der Frauenordination beenden. Wie die amerikanische katholische Nachrichtenagentur am 5. Juni berichtete, forderte er die theologische Gesellschaft Amerikas auf, einen von ihr erstellten Bericht einzustampfen. In dem Text wird die vatikanische Stellungnahme kritisiert. Der Bericht sollte auch nicht bei der nächsten Vollversammlung der Bischofskonferenz debattiert werden. Nach dem deutlichen Nein des Vatikan gebe es andere und wichtigere Themen zu besprechen, meinte der Erzbischof.

Vereinigte Staaten
Die amerikanische Liga für das Leben hat sich gegen die in den USA angestrebte Erlaubnis zum Klonen von menschlichen Embryonen gewandt. Dies sei unmoralisch erklärte die Liga-Präsidentin in einem Zeitungsbeitrag. Sie kritisierte, daß die durch Klonen geschaffenen Embryonen getötet werden sollen. Das Leben beginne aber mit der Befruchtung.

Demokratische Republik Kongo
123 unbewaffnete Demonstranten sind vergangene Woche in Uwira, im Osten des Landes, von Regierungstruppen getötet worden. Das gab am Montag Amnesty International gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ANSA bekannt. Zudem forderte Amnesty, die in Harare anwesenden Führer anderer afrikanischer Länder auf, einen Untersuchungsprozess anlässlich des erneuten Massakers einzuleiten.

Demokratische Republik Kongo / Vatikan
Der Missionar Cyrien Mbuka ist von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Boma, in der Demokratischen Republik Kongo ernannt worden. Es ist die erste Bischofsernennung im ehemaligen Zaire nach der Machtübernahme durch Laurent Kabila. Mbuka hatte Noviziat und Studium in Europa abgeleistet und kam schließlich als Missionar und danach als Provinzial seines Ordens nach Kamerun.

Kolumbien
Linksgerichtete Guerilleros haben am Dienstag die Freilassung von 60 kolumbianischen Soldaten, sowie 10 US-Marinessoldaten angekündigt. Die Entscheidung wurde nach zahlreichen Vermittlungsgesprächen zwischen den Rebellen und Regierungsmitgliedern sowie Kirchenrepräsentanten getroffen. Die Freilassung ist für den kommenden 15. Juni festgelegt.

Equador
Präsident Fabian Alarcon hat der katholischen Kirche versichert, die Maßnahmen zur wirschaftliche Sanierung des Landes würden nicht zu Lasten der armen Bevölkerungsschichten gehen. Bei einer Begegnung mit Kirchenvertretern im Präsidentenpalais garantierte er, keine traumatischen Steuererhöhungen zum Beispiel für Kraftstoff durchzusetzen.

Nordkorea
Trotz der großen Hungersnot verzichtet das Land auf eine seit Monaten vorbestellte Weizenlieferungen aus den Vereinigten Staaten. Vertragsgemäß sollten die 20.000 Tonnen Getreide mit der Lieferung von Zink bezahlt werden. Berichten aus Südkorea zufolge sei Pjönjang nicht in der Lage, die vertraglich festgelegte Menge des Metalls termingerecht zu liefern.

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