Verehrte Internet-Nutzer, an dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan vom 27. bis 29.Mai 1997

Vatikan
Etwa 2o deutsche Diözesanbischöfe haben am 27.Mai mit dem Papst und einigen Kurienvertretern über die Arbeit katholischer Familienberater im Rahmen der staatlichen Schwangerenkonflikt-Beratung gesprochen. Ergebnisse liegen bisher nicht vor. Offiziell wurde mitgeteilt, daß alle Teilnehmer ihren Standpunkt vortrugen, nachdem der Papst eine kurze Rede gehalten hatte. Kardinal Josef Ratzinger und der Vorstizende der Bischofs-Konferenz, Karl Lehmann hatten vorher den Fragestand erläutert. In der offiziellen Erklärung heißt es, daß die deutshen Bischöfe an der päpstlichen Lehre über das "Evangelium des Lebens" festhalten. Die Frage sei nicht nur für Kirche und Gesellschaft in Deutschland äußerst wichtig, sondern auch darüber hinaus. Der Meinungsaustausch fand in brüderlicher Athmosphäre statt. Im Anschluß an die Sitzung waren die Bischöfe beim Papst zum Mittagessen geladen und setzten ihre Beratungen am späteren Nachmittag fort. Der Sekrtär der Bischofskonferenz erklärte gegenüber RV, es gehe nicht um operative Ergebnisse, sondern um theologische Grundfragen und um ein klärungsorientierendes Gespräch. Die Medien hätten falsche Erwartungen geweckt.
Im Anschluß drückte Bischof Lehmann seine Freude darüber aus, daß man mit dem Papst persönlich hatte sprechen können. Er werde bald eine Entscheidung fällen. Kardinal Georg Sterzinsky von Berlin erklärte, die Kirche müsse unbedingt im staatlichen System bleiben.

Vatikan
Jeder Getaufte ist streng verpflichtet, bei der Ausbreitung der Frohen Botschaft Jesu Christi mitzuwirken. Daran erinnert PJPII heute in seiner Botschaft zum Weltmissionssonntag. Er werde einmal vor Gottes Richterstuhl davon Rechenschaft geben müssen. Die Pflicht sei aber gleichzeitig auch ein Privileg. Die Möglichkeit zur Mission habe jeder Christ, - so der Papst - auch wer nur im Haus oder Büro arbeitet, sogar, wer ans Bett gefesslet ist. Der Weltmissionssonntag wird am letzten Sonntag im Oktober begangen.

 

Vatikan
Die Bischofssynode für Amerika findet vom 16.November bis 12.Dezember statt. Das wurde jetzt offiziell bekanntgegeben. Der paspt hat auch die Leitung der Zusammenkunft ernannt. Sie besteht etwa zu gleichen Teilen aus Bischöfen des Nordens und des Südens. Die versammlung befaßt sich unter anderem mit der Zusammenarbeit zwischen beiden Kontinent-Teilen.

 

Vatikan
Der neue elektronische Fruchtbarkeitsindikator kann nach kirchlicher Lehre ein legales Mittel der Empfàngisverhùtung sein. Voraussetzung ist aber, dass er aus einer verantwortungsvollen Elternschaft heraus angewendet wird. So pràzisierte gestern der Moraltheologe Gino Concetti in einem Kommentar fùr den Osservatore Romano die Haltung der Kirche. Das jetzt auf den Markt gekommene Instrument, mit dem elektronisch die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage einer Frau festgestellt werden kònnen, dùrfe aber nicht zu rein egoistischen Motiven und einer "freien Liebe" dienen, heisst es in dem Kommentar.

Rußland
Der Wiener Theologe Ernst Christoph Suttner hat zu Verständnis der russisch-orthodoxe Kirche gegenüber aufgerufen. In einem Zeitungsinterview erklärte er die Abwehrhaltung vieler Orthodoxer ökumenischen Bemühungen gegenüber mit dem für Jahrzehnte auferlegten Staatsatheismus, der die Gläubigen in die Isolation getrieben habe. Ausschlaggbend sei bei vielen Christen die Sorge, die eigene Kirche zu verraten. Auch im Westen habe der Prozeß, der zum ökumensischen Dialog geführt habe, fast ein Jahrhundert gedauert.

 

Schweiz
Die Bewegung "Pro Ecclesia" stellt sich erneut hinter Bischof Wolfgang Haas von Chur und warnt vor einer möglichen Ablösung. Die Organisation teilte jetzt in Baden mit, sie werde - so wörtlich -ihr Verhältnis zu den Institutionen überdenken, die einen Bischof boykottiert. Pro Ecclesia erinnert daran, daß sie 3o.ooo Unterschriften zugunsten von Bichof Haas gesammelt hat. Sie reagierte damit auf kritische Äußerungen gegen den Bischof von Chur aus den Reihen der schweizer Bischofskonerenz wie auch der beiden Churer Weihbischöfe.

Polen
Das Verfassungsgericht hat heute das neue Abtreibungsrecht verfassungswidrig verurteilt. Die Nachricht davon ist in politischen Kreisen wie eine Bombe eingeschlagen. Kirchenvertreter reagierten zufrieden, während die Regierungspartei bereits ein Referemndum über das Gesetz ankündigt hat."Kann man die Menschen fragen, ob es erlaubt sei, zu stehlen, zu töten und Ehebruch zu begehen?" So die Reaktion des Sekretärs der Bischofskonferenz, Tadeusz Pieronek, auf das Refenrendum zur Abtreibungsfrage, das die Sozialdemokratische Partei angekündigt hat. Erst einmal bleibt abzuwarten, ob das Parlament sich gegen das Urteil ausspricht und es damit annulliert. Da das wegen der erforderlichen Zweidrittelmehrheit nicht zu erwarten ist, schlagen die Wellen bei den Befürwortern der Abtreibungsliberalisierung um so höher. Sie sehen die Menschenrechte der Mütter bedroht, wenn diesen die Entscheidung über ihren eigenen Körper streitig gemacht wird. Ebenfalls mit dem Menschenrecht, allerdings dem des Fötus, argumentieren die Kirche und die Opposition gegen die Abtreibungsreform vom vergangenen Jahr. Die Postkommunisten unter Präsident Kwasniewski hatten vergangenen November ihrem Wahlversprechen gemäß das Abtreibungsgesetz gegen den Willen von Opposition und Kirche weitgehend liberalisiert. Die Verfassungsrchter sprachen sich gegen die reform aus, da sie die Menschenrechte des Embryonen nicht schütze. Das Urteil kann innerhalb der kommenden 6 Monate vom Parlament annulliert werden. Damit ist jedoch nicht zu rechnen, da dafür eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist.

Österreich
Der Wiener Weihbischof Alois Schwarz hat beim Eucharistischen Weltkongress in Breslau gefordert, die zentrale Bedeutung des Sonntags in Kirche und Gesellschaft stärker bewußt zu machen. Der Mensch sei nicht nur für die Arbeit da, auch Anbetung, Freude, Spiel, Feste und Gemeinschaft seien wesentlich. Alle Anregungen der nachkonziliaren liturgischen Erneuerung müßten im Gottesdienst in die Tat umgesetzt werden. Die Verkündigung des Evangeliums müsse in einem Gleichgewicht von Schweigen und aktiver Teilnahme der Gläubigen geschehen. Es bräuchte kein stärkeres Betonen einer moralisierenden Predigt, vielmehr sei es wichtig, die Öffnung des Freiheitsraumes christlichen Handlens aufzuzeigen

Korea
Japanische Christen haben in diesen Tagen eine Wallfahrt nach Südkorea durchgeführt, um für die Versöhnung zwischen dem Norden und dem Süden Koreas beten. Sie besuchten unter adnerem die Grenze zwischen den beiden Landesteilen und den Ort, wo der erste koreansiche Martyrer, Andreas Kim Tae-Gon, beigesetzt ist.

Burma
Barrikaden, die den Zugang zu dem Haus der Friedensnobelpreis-trägerin Aung San Suu Kyi, versperrten, sind wieder entfernt worden. Damit sollte verhindert werden, dass die Demokratische Partei auf dem Grundstùck einen Kongress abhàlt. Dies Berichten Mitarbeiter der Politikerin aus Rangoon. Nur zehn Parteimitgliedern war am Montag der Zutritt erlaubt worden. Die Partei hatte gehofft, mehrere hundert Mitglieder aus Anlass der 7. Wiederkehr des ùberwàltigenden Wahlsieges der Demokratischen Liga versammeln zu kònnen. Der Wahlsieg war nie anerkannt worden.


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täglich 6.2o, 16.oo und 2o.2o Uhr
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über Radio Campanile (Im Kabel und auf Tonunterträger von DSF um 16.15 und 19.1o Uhr

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