Verehrte Internet-Nutzer, an dieser Stelle finden Sie die wichtigsten Nachrichten von Radio Vatikan vom 23. bis 26.Mai 1997

Vatikan

PJPII hat beim heutigen Angelusgebet das Geheimnis der göttlichen Dreifaltigkeit betrachtet. Es widerspreche keineswegs der Einzigkeit Gottes. Dreifaltigkeit bedeute, daß Gott die Liebe ist. Sein Wesen sei die Liebe. Anschließend erinnerte der Papst daran, daß heute in Breslau der eucharistische Weltkongress beginnt.In der Eucharistie zeige sich die Liebe Gottes gegen den Menschen. Der Papst wird am komemnden Sonntag den Kongress in Breslau beenden.

Vatikan

Der Papst wünscht die Einheit Italiens, die Erhaltung seines chrisltichen Erbes, und daß das Land seine Rolle in Europa spielen kann. Das hat er gestern vor der italiensichen Bischofskonferenz erklärt. Die Bischöfe hatten die Bestrebungen in der Lombardei und im ganzen Norden einen unabhängigen Staat zu gründen, eine Absage erteilt.

Vatikan

Die Tageszeitung Osservatore Romano verwirft in ihrer heutigen Ausgabe ein Referendum über die Abspaltung Nord-Italiens vom Gesamt der Republik. in einem Kommentar wird die Idee einer Volks-befragung über ein neues Padanien als absurd bezeichnet. Das Referndum habe nur propagandistsiche Ziele.

Deutschland

Der vorsitzende der Bischofskonfernez, Karl Lehmann hat sich für den Verbleib der katholischen Kirche im Staatlichen Schwangeren-beratungssystem ausgesprochen. Im Südwestfunk sagt Lehmann zwei Tage vor einer Besprechung aller Bischöfe zu dieser frage im Vatikan, die Kirche müsse den bedrängten Frauen in dieser Form nahe sein. Es gehe dabei um Leben und Tod. Lehmann lehnte die Auffassung ab, die Kirche werde damit in Abtreibung verwickelt. Der ausgestellte Schein sei nichts weiter als der Nachweis, daß eine Beratung stattgefunden hat. Alles andere sei - so Lehmann wörtlich - Popanz. Lehmann kritisierte alle, die das neue Abtreibungsgesetz immer noch schlechter machen als es ist. Abtreibung bleibe Unrecht. Bestraft aber würden primär nicht die Frau, die abtreiben läßt, sodnern die Ärzte und ihre Helfer. Lehmann verurteilte jedoch scharf die Abtreibung von behidnerten Kindern. Am kommeenden Dienstag ist die gesamte Bischofskofnerenz zu einer Besprchung über die Frage im Vatikan.

Deutschland

Erzbischof Johannes Dyba von Fulda hat sich hingegen nochmals für den Ausstieg aus dem statlichen System ausgesprochen. In einem Beitrag für die Fuldaer Bistumszeitung verlangt der Bischof, daß alle Diözesen die Zahlen der ausgestzellten Beratungsscheine bekanntgibt. Nur dann könne klar werden, ob der Verbleib im staatlichen System mehr nutze als schade. Dyba gab an, dßa heute 95 Prozent aller Abtreibungen nach einer Beratung stattfänden. Nur noch 5 Prozent seien medizinisch indiziert oder folgten einer Vergewaltigung. In Deutschland untrhält die katholiche Kirche 26o Schwangerenberatungsstellen. Dyba nennt den Beratungsschein eine Tötungslizenz. daher ließ er im Jahr 1993 alle Beratunsstellen in seinem Bistum schließen.

Deutschland

Die Staatsanwaltschaft Lübeck schließt nicht aus, daß es sich bei dem Brand der Vicelin-Kirche um einen Anschlag mit politischem Hintergrund handelt. In der Nacht auf Sonntag ist das katholische Gotteshaus durch einen Brand erheblich beschädigt worden. An der Fassade und dem Pfarrhaus wurden zudem Hakenkreuz-Schmierereien gefudnen.

Detuchland

Der Bund der deutschen katholische Jugend hat heute die Politiker aufgefordert, sich mehr um die Schaffung von Arbeitsplätzen zu bemühen. Bis zum Stichtag, dem 1.September seien nur noch 1oo Tage. Die Lage sei heute schlechter denn je. Ende April seien 3o.ooo Lehrstellen weniger zu besetzen gewesen als im Vorjahr. Es gebe mehr als doppelt soviel Bewerber als Ausbildungspläzte.

Deutschland

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, hält sich ab heute zu einem dreitägigen Besuch beim Ökumenichen Patriarchen von Konstantinopel, Bartolomaios I., in Istanbul auf. Lehmann folgt damit einer Einladung des Patriarchen, die dieser bei seinem Deutschlandbesuch 1993 ausgesprochen hatte. Ziel der Visite ist die Festigung der guten Beziehungen zwischen ökumenischem Patriarchat und der deutschen katholischen Kirche. Außerdem soll der ökumenische Dialog mit den orthodoxen Kirchen erörtert werden.

Österreich

Der armensiche Erz-Bischof von Österreich, Mesrob Krikorian, hat heute vor zu hohen Erwartungen an das Treffen der Patriarchen in Wien gewarnt. Im Juni sollen sich dort der ökumensiche Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus und sein russischer Kollege, Alexi begegnen. Die Lehren und Traditionen der einzelnen Kirchen würden dabei nicht aufgehoben, aber man wolle ein gemeinsames Glaubensbekenntnis ablegen. Es sei noch nicht entschieden, ob PJPII auch nach Wien komme. Dieser hatte wiederholt seine Hoffnung ausgsprochen, Patriarch Alexi von Moskau und ganz Rußland zu sprechen. Dem Ehrenoberhaupt der Orthodoxen, Patriarch Bartholomäus war der Papst im vergangen Jahr in Rom begegnet.

Polen

Am Dreifaltigkeitsonntag hat Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano in Breslau den 46. Internationalen Eucharistischen Kongress eröffnet. Zum Motto "Eucharistie und Freiheit" erklärte Sodano in der Predigt, es genüge nicht politische und wirtschaftliche Freiheit erlangt zu haben. Nötig sei die innere Freiheit des Mesnchen. Diese werde ihm von Christus - auch in der Eucharistie geschenkt.

Frankreich

Rund 7ooo Angehörige der Sinti-und Roma-Völker haben gestern an der traditionellen Wallfahrt in Südfrankreich teilgenomemn. Sie hatten die Statue ihrer Patronin "Sara die Schwarze" bis zu ihrem Ziel in Saine Maries dela mere begleitet. Die katholischen Zigeuner waren in diesem Jahr aus allen Teilen Europas gekommen, da das traditionelle Fest auf einen Samstag fiel. Die Statue wurde von 15 berittenen Wächtern begleitet.

Polen

Sechs grosse Unternemen des Landes arunter auch de Luftfahrtgesellschaft LOT und die Polnische FIAT- Gesellschaft, werden die beim Papstbesuch entstehenden Medienkosten übernehmen. Wie dazu heute der Sekretaer der polnischen Bischofskonferenz, Tadeusz Pieronek, mitteilte , handelt es sich dabei gewissermassen um eine "Finanz-Premiere". Bei den verganenen Besuchen Papst Johannes Pauls des I. in seine Heimatland, waeren jeweils Staat und Kirche fuer alles aufgekommen.

Rußland

Das Erziehungsministerium hat jetzt ein Handbuch für Sexualerziehung an den Schulen zurückgezogen. Nach Agenturangaben wehrten sich sowohl die orthodoxe Kirche als auch alarmierte Eltern gegen eine in ihren Augen unmoralische und schamlose Darlegung der Sexualität. Der überarbeitete Text wird weniger direkt sein und mehr auf moralische Aspekte eingehen, versprach ein Vertreter des Erziehungsministerium.

Kenia

Die chrisichen Kirchen verlangen heute in einer gemeinsamen Zeitungs-Großanzeige eine Verfassungsreform. Sie fordern eine bessere Trennung von Gesetzgebung, Regierung und Gerichtsbarkeit. Ferner heißt es darin, daß die Kirchen seit 1o Jahren vergeblich für die Reform gekämpft hätten, daß Präsident Arap Moi sie auch vor 2 Jahren versprochen hätte. Doch es sei nichts geschehen. Präsident Moi hatte schon vorab dieAnzeigenkampagne als diktatorisch zurückgewiesen und scharf kritisiert. Gezahlt wird die Anzeigenkampange von der Katholischen Kirche und dem kenianischen Krichenrat.

Ägypten

Nach Überzeugung des Obersten Verantwortlichen der Al-Azhar-Universität von Kairo, Scheich Mohamed Sayed Tantoui, darf niemand ohne Beweise wegen Glaubensabfall angeklagt werden. So der Religionsführer heute in einem Interview. Man habe davon auszugehen, daß er Moslem sei und müsse das Gegenteil beweisen. Er reagierte damit auf einen entsprechenden Vorwurf eines der Professoren der angesehenen Al-Ashar-Universitität gegen einen Kollegen. Der wahre Grund fürdie Anklage seien Lehrdifferenzen.

Ägypten

Wer mit Israel zusammenarbeitet, ist gebann und wird von Gott gestraft. Das hat der hoch angesehene Scheich Nasr Farid Wasel heute in Kairo erklärt. Alle Moslems sollten die Länder boykottieren, die mit Israel Handel triebe, solange in Jerusalem ein Bauplan gegen die Palästinenser durchgeführt werde.

Sudan

Der Minister für soziale Planung, Mohammed Osman el Khalifa, hat Vorwürfe der katholischen Kirche als unzutreffend zururückgewiesen, wonach sudanesische Behörden mutwillig Katholische Kirschen zerstört hätten. Es hätte sich lediglich um "umfangreiche städtebaulische Umstrukturierungsmaßnahmen" gehandelt - so gestern der sudanesische Minister el Khalifa in einer Erklärung. Es seien lediglich illegal erstellte Gebäude eingeebnet worden - darunter auch Kichen.

Südkorea

Der Erzbischof von Seoul, Kardinal Stephen Kim, hat die Glàubigen seiner Diòzese zu einer neuen Initiative die zur Versöhnung zwischen den koreanische Staaten fùhren soll , aufgerufen. Bei dem Projekt geht es hauptsächtlich um die Ausbildung von neuen Seelsorgern und Geistlichen die demnächst in Nordkorea entsendet werden sollen, um die Gemeinschaft zwischen den beiden Völkern zu fördern.

Brasilien

Wie erst jetzt bekannt wird. hat Präsident Cardoso am Donnrstag den Vorsitzenden der brasiliansichen Bischofskofnerenz, Kardinal Lukas Moreira Neves wegen der Landreform gesprochen. Caroso versucht - nach Ansicht von Beobachtern - sich dem Druck dr Bischöfe zu entziehen, die die angekündigte Reform seit Jahren verlangen. Der Kardinal erklärte vor Journalisten nach dem Gespräch, die Kirche billige die Methode der Landbestzung nicht, wenn sie auch mit dem Ziel übereinstimme, daß das Land gerecht vdrteilt werden müsse. Beobachter zweifeln, ob diese Ansciht von allen Bischöfe Brasiliens geteilt wrde.

Mexiko.

Gestern haben weibliche Kongreß-Kandidaten der Links-Parteien in Mexiko versprochen sich für eine Entkriminalisierung von Abtreibung einzuzusetzen. Abtreibung könnte bei der römisch-katholischen Mehrheit und dem Flickwerk von Abtreibungsgesetzen in Mexiko bei den bevorstehenden Kongreß-Wahlen am 6. Juli zu einem gefühlsgeladenen Wahlkampfthema werden. "Wir wollen verhindern, daß weiterhin Jahr für Jahr tausende von Frauen durch Abtreibung in dunklen Hinterzimmern sterben müssen", sagte die Kandidatin der demokratisch-revolutionären Partei.

Vereinigte Staaten

Die Gründerin der Fokolar-Bewegung, Chiara Lubich hat am 23.5. vor rund 3ooo schwarzen Muslimen gesprochen. Dabei erklärte sie wörtlich: "Behandle andere Menschen so, wie du von ihnen behandelt werden willst". Sie unterstrich die goldene Regel der Bergpredigt mit Zitaten aus dem Koran und der islamischen Tradition. Von den anwesenden 3000 schwarzen amerikanischen Muslimen und 30 führenden Imamen kam spontaner Applaus. Chiara Lubich und der Imam an der Spitze der "American Muslim Mission", Wallace Mohammed, schlossen einen "Freundschaftspakt" für gemeinsamen EInsatz für "Frieden und Einheit". Als erste weiße Christin war die 77-jährige in der Black-Muslim-Moschee in Harlem empfangen worden.

Vereinigte Staaten

Priester und Ordensleute haben bei der Jugend ein gutes Image. Das ergab jetzt eine Untersuchung. Danach beurteilen 90

Prozent aller befragten Jugendlichen Leben und Tätigkeit der ihnen bekannten Ordensfrauen und -männer, sowie allgemein der Priester äußerst positiv. Die allermeisten der Befragten erklärten auch, die Hingabe an Gott fasziniere sie. Die Georgetown-Universität hatte die Untersuchung auf Bitte der Bischöfe durchgeführt. Rund 75o junge Leute waren befragt worden.

Hinweise auf das Wochenprogramm von Radio Vatikan

Dienstag: Radio-Akademie "Wie ein Siegel auf dein Herz" - Die Ordensgelübde, von Gabi Verbeek. Diese Reihe kann auch als Kassette bei Radio Vatikan bestellt werden.

Mittwoch: Römische Woche: Generalaudienz des Papstes, Bericht von der Konferenz deutscher Bischöfe in Rom über Verbleib oder Ausstieg aus dem staatlichen Schwangerenberatungssystem.

Donnerstag: Fronleichnam: Betrachtung zum Fest

Freitag: Prisma-Magazin

Samstag: Bericht von der Papstreise nach Polen

Sonntag: Bericht vom Eucharistischen Kongress in Breslau

Man hört Radio Vatikan

täglich 6.2o, 16.oo und 2o.2o Uhr

auf Mittelwelle 1530 kHz und Kurzwellen-Frequenzen:

5880, 7250, 9645 kHz

über Radio Campanile (Im Kabel und auf Tonunterträger von DSF um 16.15 und 19.1o Uhr

Für die Internet-Nachrichten verantwortlich:

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