Liebe Internet-Leser! An dieser Stelle finden Sie die Nachrichten aus der Weltkirche von Radio Vatikan (vom 11. bis 14. April)

Vatikan

Kardinal Josef Ratzinger hat am Mittwoch die Vollendung seines 7o.Lebensjahres begangen. Er erhielt dazu Glückwünsche von Bundeskanzler Helmut Kohl und Außenminister Klaus Kinkel. Der deutsche Botschafter beim Vatikan, Philipp Jenninger würdigte Ratzinger im Rahmen einer Tischrede. Er zitierte dabei Kardinal Meisner: Ratzingers Theologie sei wie die Musik von Mozart. Sie stelle schwierige Zusammenhänge leicht verständlich und sympathisch dar, auch wenn Mozart die Tragik des Lebens durchscheinen lasse. Am vergangenen Montag war die italienische Übersetzung des Ratzinger-Interview-Buches "Salz der Erde" und auf Italienisch erschienene Erinnerungen des Kardinals vorgestellt worden.

Am 15.4. hat Papst Johannes Paul II den neuen UNO-Generalsekretär Kofi Annan in Privataudienz empfangen. Gesprächsthemen waren der Beitrag der UNO und des Vatikans für den Weltfrieden, besonders aber in Zaire. Gegenüber Radio Vatikan unterstrich Annan die Bedeutung des Papstes für die Politik. Seine Reise nach Sarajewo sei sehr wichtig gewesen.

Papst Johannes Paul II hat an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen Afrikas geschrieben, die derzeit in Nairobi versammelt sind, um über die Probleme an den Großen Seen zu diskutieren. Er ermutigt sie, daß die Kirche ihren Beitrag zur Befriedung der Region leisten muß.

Vor Pädophilie im Internet hat der Vatikanvertreter bei der UNO-Menschenrechtskommission in Genf gewarnt. Erzbischof Bertello warnte am 16.4. davor ebenso wie vor dem Sex-Tourismus. Außerdem müßten die Rechte der Kinder besser geschützt werden. Vor allem dürften Kinder und Jugendliche nicht in bewaffnete Konflikte einbezogen werden. Entsetzlich sei es, wenn Kinder dazu angeleitet würden, auf andere Kinder zu schießen.

Die Archive der Glaubenskongregation sollen demnächst für die wissenschaftliche Forschung geöffnet werden. Das hat Kardinal Josef Ratzinger am 15.4. am bayrischen Fernsehen bekanntgegeben. Dabei sollen die gleichen Regeln wie im Vatikanischen Geheim-archiv gelten. Derzeit fehlten noch die Arbeitsmöglichkeiten für Historiker. Die Glaubenskongregation werde in Zukunft auch bedeutende historische Dokumente publizieren.

Papst Johannes Paul II hat am Dienstag acht Mitglieder des anglikanischen Domkapitels von Canterbury in Audienz empfangen. In seiner Ansprache drückte der Papst die Hoffnung auf engere ökumenische Zusammenarbeit vor allem im Blick auf das Jahr 2ooo aus.

Der Außenminister von Bukarst hat den Papst nach Rumänien eingeladen. Das erklärte Minister Adrian Severin am 17.4. nach einer Papstaudienz vor Journalisten. Beobachter gehen davon aus, daß der Papst und der Minister hauptsächlich über das Verhältnis der orthodoxen zur mit Rom unierten rumänischen Kirche und die Rückerstattung der von den Kommunisten enteigneten kirchlichen Gebäuden gesprochen haben. Gleichzeitig melden rumänische Zeitungen, daß nach Ansicht der orthodoxen Kirche die Zeit für einen Papstbesuch in Rumänien noch nicht reif sei.

Der päpstliche Rat "Cor unum" befaßt sich vom 17. bis 2o.4. mit der Gestaltung des Jahres 1999 als "Jahr der Nächstenliebe". Auch wird das Programm "1oo Projekte des Heiligen Vaters" vorbereitet. Durch die caritative Hilfe der Kirche sollen die Menschen die Liebe und Güte Gottes erfahren, heißt es von "Cor unum".

Europäische Länder

Albanien

Die Bischofskonferenz des Landes hat am 17.4. ihre Mitbürger zu mehr Disziplin und selbstlosen Einsatz zum Aufbau des Landes aufgerufen. Es gehe nicht nur um materiellen und wirtschaftlichen Aufbau, sondern auch um den geistig-moralischen. Alle sollten nicht nur ihre Rechte, sondern müßten auch ihre Pflichten kennen. Es gehe um ein neues Gewissen, ohne das Albanien nicht aufgebaut werden könne. Nötig sei auch der Respekt vor der öffentlichen Ordnung. Die Bischöfe bitten die Länder Europas gleichzeitig, sich intensiver um Albanien zu kümmern. Es brauche wirtschaftli-che und moralische Hilfe. Wichtig sei, darauf zu achten, daß'die wirklich Bedürftigen Hilfe bekommen. Sehr günstig wäre es für Albanien, wenn viele Männer zeitweise im Ausland arbeiten könnten.

Großbrittanien

Homosexuelle Paare können in der anglikanischen Kirche nicht getraut werden. Das hat der Primas der Kirche von England, George Carey am 15.4. am Fernsehen erklärt. Gleichzeitig versicherte er, daß homosexuell veranlagte Priester nicht vom Priestertum ausgeschlossen sind. Sie müßten aber im priesterlichen Zölibat leben.

Nordirland

Ein katholisches Gotteshaus südwestlich von Belfast ist am 15.4. durch Brandanschlag fast völlig zerstört worden. Erst kürzlich hatten hatten Vertreter der protestantischen und der katholischen Kirche Nordirlands die Serie von Brandanschlägen verurteilt.Sie seien ein Zeichen von Sektierertum, was an der Wurzel der Konflikte stehe.

Italien

Der Wiederaufbau des Domes von Turin wird in sechs Monaten beginnen und drei bis vier Jahre dauern. Über die Brandursachen sind sich die Fachleute noch nicht einig. Das weltberühmte "Grabtuch von Turin" wurde nicht beschädigt.

Lateinamerika

Brasilien

Die katholische Kirche unterstützt die Großdemonstration der Landlosen, die am 17.April ihren Höhepunkt in Brasilia erreicht. Die Bischofskonferenz hat einige Bischöfe gebeten, an der Schlußveranstaltung teilzunehmen. Der bekannte Kardinal Paolo Evaristo Arns von Sao Paolo nannte den Marsch "historisch" und rief den Teilnehmern zu "Nur zu, der Papst steht hinter uns".

Im Kampf um Grundbesitz sind nach Angaben der bischöflichen Kommission für Landpastoral im Lauf der letzten 12 Jahre mindestens 1000 Landlose ermordet worden. Viele der Ermordeten waren entweder freie Bauern oder Mitglieder der Gewerkschaft der Landarbeiter. Unter den Ermordeten waren auch 46 Frauen. In den meisten Fällen war gegen die Angeklagten kein Prozess eröffnet und kein Urteil gefällt worden.

Asien:

Israel:

In unmittelbarer Nähe zur Grabeskirche haben Muslime griechisch-orthodoxe Räume besetzt. Nach Ansicht von Beobachtern wurde dadurch das sensible Verhältnis zwischen Christen und Muslimen beeinträchtigt. Nach offiziellen Angaben haben Bauarbeiter bei Arbeiten in der angrenzenden Moschee die Wand zur Wohnung eines orthodoxen Mönchen durchbrochen. Die Christen in Israel forderten einen Eingriff der Regierung Netanjahu zugunsten des Orthodoxen, der sich gerade im Ausland befand. Der Bürgermeister von Jerusalem betonte, daß die Bauarbeiten an der Moschee ohne Geneh-migung vor sich gingen und eine Intervention der Stadt nötig sei.

Volksrepublik China

Peking zeigt sich gegenüber dem Dalai Lama verhandlungsbereit.

Am 15.4. wurde offiziell mitgeteilt, man sei zu Gesprächen mit dem Führer der tibetischen Buddhisten bereit, wenn dieser auf seine Unabhängigkeitsforderungen verzichte. Der Dalai Lama hatte wiederholt betont, er fordere nur die kulturelle Autonomie, die Außenpolitik könne von Peking gemacht werden.

Meldung aus der Redaktion:

Unsere Mitarbeiterin Ruthild Kropp, die seit fast einem Jahr die Nachrichten im Internet betreut hat, kehrt nach Deutschland zurück. An ihre Stelle tritt ab 1.6.1997 Anne Granda.

Sendungen vom 17.bis 21. April 1997:

Donnerstag: Kreuzfeuer über Sarajewo

Freitag: Prisma-Magazin mit geplanten Beiträgen über den päpstlichen Rat Cor unum, die Situation der Kirche in Hongkong vor der Annexion durch Peking

Samstag: Betrachtung zum Sonntag von Bertram Meier und der Kommentar der Woche von Benedikt Steinschulte.

Sonntag: Sie schreiben - wir antworten Korrespontenzsendung

Montag: Weltkirchenmagazin mit Wochenkommentar aus Österreich,

Vorbericht zur Wahl des neuen Vorsitzendes Zentralkommitees der deutschen Katholiken und v.a.

Dienstag: König David, Radio-Akademie, letzter Teil.Von der ganzen Reihe gibt es auf Bestellung eine Tonkassette (15 DM)

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(Redaktion: P.Eberhard v.Gemmingen SJ)

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