Liebe Internet-Leser! An dieser Stelle finden Sie die Nachrichten aus der Weltkirche von Radio Vatikan (vom 04. bis 07. April)

Vatikan:

Dank an den Papst: Der albanische Präsident Sali Berisha hat sich bei Papst Johannes Paul II. für dessen Unterstützung und zahlreiche Appelle zugunsten einer friedlichen Lösung in seinem Land bedankt. Berisha hatte am Freitag den päpstlichen Sondergesandten für Albanien, Erzbischof Agostino Marchetto, getroffen und mit ihm über die derzeitige Lage gesprochen.

 

Kwasniewski: Polens Staatspräsident Alexander Kwasniewksi hat am Montag Papst Johannes Paul II. zugesichert, das geplante Konkordat möglichst rasch im Parlament ratifizieren zu lassen. Bei dem privaten Besuch soll es laut Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls zu einem "nützlichen Gedankenaustausch" gekommen sein.

 

Weißrussische Bischöfe: Der Papst hat die Bischöfe von Weißrussland aufgefordert, trotz der großen Schwierigkeiten nicht den Mut zu verlieren. Die Bischöfe halten sich zu ihrem ad-Limina-Besuch in Rom auf. Johannes Paul zeigte sich zuversichtlich, daß die jungen bilateralen Beziehungen zwischen Weißrussland und dem Vatikan positive Folgen haben werden.

 

Kinderrechtskonvention: Papst Johannes Paul II. hat die internationale Gemeinschaft aufgerufen, die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen zu respektieren. Gleichzeitig übte er scharfe Kritik an der Teilnahme von Kindern in Kriegen. Die internationale Ebene müsse juristische Schritte einleiten, um Kinder vor Kriegseinsätzenweltweit zu schützen, so der Papst während des Regina-Coeli-Gebetes auf dem Petersplatz.

 

Interventionen: Während des Regina-Coeli-Gebetes rief der Papst auch die internationale Gemeinschaft zur Intervention in Krisengebieten auf. Ohne Zaire und Albanien zu nennen, sagte der Papst, die Verantwortlichen müßten den nötigen Mut zu einem rechtzeitigen Eingreifen in schwierigen Situationen aufbringen.

 

Parkinsonsche Krankheit: Außerdem erinnerte Johannes Paul an den in der kommenden Woche stattfindenden Welttag gegen die Parkinson-Krankheit. Er drückte seine Hoffnung aus, daß die Weltöffentlichkeit für die Leiden der von dieser Krankheit Betroffenen sensibilisiert werde.

 

Bibelkommission: Bei ihrer für diese Woche geplanten Tagung will die Päpstliche Bibelkommission der Frage nachgehen, ob im Neuen Testament wirklich anti-jüdische Strömungen enthalten sind. Wie der Sekretär der Kommission an diesem Donnerstag darlegte, soll auch erforscht werden, inwieweit die Bibel das Verhältnis zwischen Juden und Christen beeinflußt.

 

Besuch: Der frühere US-Präsident George Busch ist am Freitag mit PJPII in dessen Sommerresidenz Castelgandolfo zusammengetroffen. Über den Inhalt der Gespräche wurde nichts bekannt. Bush hält sich zu einem internationalen Friedensforum in Italien auf.

Krisengebiete:

Sri Lanka - Friedensgespräche: Die beiden wichtigsten politischen Parteien haben sich am Donnerstag erstmals auf eine gemeinsame Initiative zur Beendigung des Bürgerkrieges geeinigt. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, daß es bald Friedensgespräche mit den Tamil-Rebellen geben kann.

 

Israel - Für mehr Selbstmordanschläge: Nahezu die Hälfte aller Palästinenser befürwortet weitere Selbstmordanschläge gegen den israelischen Staat. Das geht aus einer Meinungsumfrage in den Autonomiegebieten und der Westbank hervor, die am Sonntag veröffentlicht wurde.

 

Israel - Friedensdemonstration: In Tel Aviv haben mehr als 30.000 israelische Jugendliche am Samstag abend an einer Kundgebung unter dem Motto "Für die Rettung des Friedens" teilgenommen. Auf Spruchbändern war zu lesen: "Wir sind die Generation des Friedens" und "Wir müssen mit Eurer Politik leben".

 

Israel - Gegen Siedlungspolitik: Der griechisch-melkitische Erzbischof von Jerusalem, Lutfi Laham, hat die Siedlungspolitik der Regierung Netanjahu scharf angegriffen. Der Erzbischof rief bei einem Kinderfest nahe dem Har Homa zum friedlichen Protest gegen den israelischen Siedlungsbau auf.

 

Tschetschenien - Entführungen: Journalisten der russischen Nachrichtenagentur itar-tass haben in der Himmelfahrtskathedrale in Moskau für einen entführten Kollegen gebetet. Der tass-Korrespondent in Tschetschenien wird zusammen mit weiteren Journalisten seit vier Wochen von tschetschenischen Geiselnehmer festgehalten. Tass-Mitarbeiter hatten sich daraufhin zu der Gebets-Initiative entschlossen.

 

Bosnien - Anschlag: Eine Woche vor dem Papstbesuch in Sarajewo ist erneut ein Anschlag auf ein kirchliches Gebäude verübt worden. Durch mehrere Explosionen soll in der Nacht auf Samstag ein Kloster schwer beschädigt worden sein, das 60 km nordwestlich der Hauptstadt liegt.

 

Nordirland - Kirchenbrände: In zwei kleinen Städten nördlich von Belfast sind in der Nacht auf Samstag zwei Kirchen in Brand gesteckt worden. Ein Gotteshaus wurde völlig zerstört, das andere, das nur wenige Kilometer entfernt liegt, schwer beschädigt. Am Montag früh ist in einer Gemeinde süd-westlich von Belfast erneut ein Brandanschlag auf eine katholische Kirche verübt worden.

 

Zaire - Osservatore kritisiert: Die Vatikanzeitung "Osservatore Romano" hat in ihrer jüngsten Ausgabe die Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft gegenüber der Lage in Zaire kritisiert. Trotz der humanitären Katastrophe in dem Land denke keine westliche Regierung an eine Intervention. Man beschränke sich darauf, Truppenkontingente in die Nachbarländer zu entsenden. Die Not habe in Zaire Ausmaße angenommen, die es in der Geschichte fast noch nicht gegeben habe. Unter Anspielung auf eine italienische Intervention in Albanien kritisierte der Osservatore, daß während Zaire der Anarchie preisgegeben werde, die Medien von einer anderen Krise mobilisiert seien, weil diese sich vor der Haustür abspiele.

 

Sudan - Friedensoffensive: Die Regierung in Karthoum hat am Sonntag erklärt, ein führender Rebell, der für die Aufstände im Süden des Landes mitverantwortlich sei, habe seine Rebellengruppe verlassen. Der Kommandant habe um Frieden mit der Regierung gebeten. Am Montag ist die Regierung in Karthoum mit den vier Rebellengruppen zu einem Friedensschluß gekommen. Er sieht ein Referendum vor, in dem entschiedn werden soll, ob der Süden des Landes nach einer Übergangsperiode von vier Jahren vereint oder vom Rest des Landes abgespalten werden soll.

Menschenrechte:

Aufforderung: Die französische Regierung hat am Freitag den zairischen Rebellenführer Laurent Kabila aufgefordert, die Menschenrechte zu respektieren. Außerdem müsse er sofort Verhandlungen mit der zairischen Regierung aufnehmen.

 

Unsicher: Die Menschenrechtslage in den palästinensisch regierten Gebieten wird unsicher bleiben, wenn die Welt weiterhin Verletzungen im Namen des Kampfes gegen den Terrorismus akzeptiert. Das hat Amnesty international am Freitag erklärt und davor gewarnt, die Gefahr eines weiteren Mißbrauchs unterzubewerten.

 

Minen: Nach dem Tod von vier Kindern durch eine Anti-Peronen-Mine in Pakistan melden sich erneut Menschenrechtsorganisationen zu Wort. In ersten Reaktionen riefen verschiedene Gruppen neuerlich nach einem weltweiten verbindlichen Verbot der Anti-Personen-Minen.

 

Warnungen: Die burmesische Militärregierung hat in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung vor Ausschreitungen während des buddhistischen Neujahrsfestes gewarnt. Die Bewohner sollen sich weder vor öffentlichen Gebäuden versammeln noch in politischen Gruppen zeigen. Die Regierung plant eine strenge Kontrolle sämtlicher Rebellenbewegungen im Norden des Landes sowie der buddhistischen Mönche, die in jüngster Zeit häufiger die muslimische Minderheit attackiert haben sollen.

 

Todesstrafe: Das letzte Jahr war ein Rekordjahr für Todesstrafen. Das hat Amnesty international am Freitag mitgeteilt. 1996 wurden mehr als 7.000 Menschen zum Tode verurteilt und mehr als 4.000 hingerichtet - davon 3.500 allein in China.

Kirche:

Papstbesuch: Die katholische Kirche Bosniens erwartet sich in dem bevorstehenden Papstbesuch vor allem eine Bestärkung des Glaubens. Diese Ansicht vertrat Kardinal Vinko Puljic von Sarajewo in einem Gespräch mit Radio Vatikan. Er hofft, daß die Visite hier helfe, damit nach ernsthafteren Lösungen für das Problem gesucht werde.

 

Bischöfe gegen Präsident: Die philippinische Kirche hat sich am Sonntag gegen eine weitere Amtszeit von Staatspräsident Fidel Ramos ausgesprochen. In einem in allen Kirchen des Landes verlesenen Hirtenbrief warnen die Bischöfe vor einem Volksentscheid, mit dem Ramos die Wiederwahl zu einer neuen Amtsperiode ermöglicht werden könnte. Die eindeutige Empfehlung der Bischöfe will nach Beobachtermeinung die Verfassung des Landes schützen.

 

Beziehungen: Die Kirche kann eine wichtige Rolle in den künftigen Beziehungen zwischen den USA und Kuba spielen. Diese Auffassung hat der Bostoner Erzbischof, Kardinal Bernard Law, am Samstag am Rande einer Reise auf die Zuckerinsel vertreten. Auch der geplante Besuch des Papstes sei ein wichtiges Zeichen und werde mit Sicherheit zur Verbesserung des Staat-Kirche-Verhältnisses auf Kuba beitragen.

 

Kritik an Verfassung: Die Kirche Polens hat die neue Verfassung vorsichtig kritisiert. Der Eintritt des Landes in die europäische Union werde im vorgelegten Text nicht angesprochen, erklärte Bischof Tadeusz Pieronek gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur efe. In Sachen Konkordat lehnte Pieronek als Sprecher des polnischen Episkopats jede Neuverhandlung ab. Es sei eine Diskriminierung, daß alle Religionsgemeinschaften außer der katholischen Kirche mit dem Staat schon Vereinbarungen getroffen hätten, die mit der neuen Verfassung in Einklang stünden.

 

Einheit: Eine Einheit zwischen der anglikanischen und der katholischen Kirche ist in weitere Ferne gerückt. Zu diesem Schluß kommt eine Analyse in der Jesuitenzeitschrift "Civiltà Cattolica". Die Schwierigkeiten im beiderseitigen Verhältnis werden in dem Artikel nicht nur auf die anglikanische Frauenordination zurück, sondern auch auf weiterhin bestehende Differenzen in Sachen apostolische Sukzession. Die Lage zwischen den beiden Kirchen sei heute nicht sehr viel anders als etwa vor einhundert Jahren.

 

Strukturänderung: Die Mormonen planen eine umfassende Strukturänderung ihrer Kirche. Das hat der Vorsitzende Gordon Hinckley am Sonntag in Salt Lake City bekanntgegeben. Wegen ihres schnellen Wachstums und immer größerer Akzeptanz sei eine neue Verwaltungsstruktur aber auch überarbeitete Missionsstrategien von Nöten.

Meldungen aus dem deutschsprachigen Raum:

Bibelübersetzung: Die katholische Kirche Österreichs will die Bibel in die Sprache der Roma übersetzen. Das hat der zuständige Zigeuner-Seelsorger, Bischof Paul Iby, am Montag bekanntgegeben. Weiter will man sich um eine Eingliederung der häufig diskriminierten Sinti und Roma in das Leben der Kirche bemühen, sagte der Bischof. Er sieht darin eine Möglichkeit, das Selbstbewußtsein der Minderheit zu stärken und zur Erhaltung ihres Brauchtums bezutragen.

Weitere Meldungen:

Bio-Ethik: 21 europäische Staaten haben am Freitag im spanischen Oviedo eine Konvention zur Bio-Ethik unterzeichnet. Es handelt sich um das erste juristische Instrument zum Schutz vor biomedizinischen Mißbräuchen, das international verbindlich ist. Allerdings wird es erst in Kraft treten, wenn es von mindestens fünf Staaten ratifiziert worden ist.

Zum Gespräch Vertreter der deutschen Bischofskonferenz in der Glaubenskongregation über die Schwangerschaftskonfliktberatung. Von Matthias Kopp, Rom

Möglichst wenig nach außen dringen lassen, war das Motto der eintägigen Beratungen. Die an den Gesprächen teilnehmenden deutschen Bischöfe wurden gesehen, aber nur im seltensten Fall gesprochen. Neben dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Karl Lehmann, waren auch die Kardinäle Joachim Meisner und Friedrich Wetter, sowie die Bischöfe Walter Kasper und Oscar Saier vertreten. Vom Vatikan nahmen unter anderem Kardinal Josef Ratzinger und der Präsident des Päpstlichen Familienrates, Kardinal Lopez Trujillo, teil. Bis zum Freitagnachmittag diskutierte man, eine Entscheidung fiel nicht. Selbst der vatikanische Pressesaal tat sich schwer, eine Erklärung an wirklich alle Journalisten zu schicken. In dem Kommuniqué heißt es, daß Bischof Lehmann zunächst die Entwicklung seit dem letzten römischen Treffen im Dezember 1995 dargelegt hat. Anschließend habe Kardinal Ratzinger einige wesentliche lehrmäßige Probleme in der Thematik hervorgehoben. Die Bischöfe beider Seiten haben in ihren Gesprächen die Position des Lehramtes gegen jede Form der Abtreibung und dessen Einsatz für den Lebensschutz einmütig unterstrichen. Sie haben aber genauso die Notwendigkeit einer umfassenden Hilfestellung gegenüber Frauen in Konfliktsituationen bekräftigt. Der Text spricht von "continuare", das heißt also die Hilfestellung fortsetzen. Ob das den Verbleib im staatlichen Beratungssystem einschließt, geht aus dem Kommuniqué nicht eindeutig hervor. Eine Entscheidung steht also noch aus. Die Beratungen in Rom hätten weitere Elemente zu Tage gefördert, die den zuständigen Instanzen vorgelegt und dem Papst unterbreitet werden sollen. Offenes Ende also und die Fortsetzung der Gespräche zu einem späteren Zeitpunkt. Das ist das Ergebnis aus Rom.

In eigener Sache:

Empfang: Radio Vatikan in deutscher Sprache können Sie auf Mittelwelle 1530 (kHz) und auf Kurzwelle 4005, 5880, 7250 und 9645 (kHz) empfangen. Im Sendegebiet Rom außerdem über UKW 93,3 MHz. - Seit dem 8. Dezember können Teile der Sendungen von Radio Vatikan über Radio Campanile empfangen werden. Das Programm können Sie über Astra auf einem Ton-Unterträger des Deutschen Sportfernsehens hören. Auf den Frequenzen 7,74 und 7,92 MHz. (Sendezeiten für Radio Vatikan-Beiträge: täglich um 7.15 Uhr, 11.15 Uhr und 19.15 Uhr)

 

Programm: Täglich um 16 Uhr senden wir live die aktuellen Nachrichten aus der Weltkirche. Um 20.20 Uhr können Sie unsere Magazine hören, die um 6.20 Uhr am nächsten Morgen wiederholt werden.

Magazine in dieser Woche (07. bis 13. April):

Montag: Weltkirchenmagazin

Dienstag: Radioakademie: König David (2) von Aldo Parmeggiani

Mittwoch: Die Römische Woche GEPLANTE BEITRÄGE: Vollversammlung der Päpstlichen Bibelkommission: Ist das Neue Testament antisemitisch? - Osterferien einmal anders: Jugendliche arbeiten bei den Mutter-Teresa-Schwestern in Rom.

Donnerstag: Kreuz des Südens

Freitag: Prisma GEPLANTE BEITRÄGE: Bosnien-Herzegowina: Warten auf den Papst. Ein Vorbericht unseres Korrespondenten vor Ort. - Deutschland: Fachtagung zu den Schriftrollen von Qumran. Neue Entdeckungen oder alte Thesen?

Samstag: Mit dem Papst in Sarajewo

Sonntag: Mit dem Papst in Sarajewo

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Radio Vatikan - sezione tedesca

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(Redaktion: Ruthild Kropp)

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