Nachrichten aus der Weltkirche von Radio Vatikan (vom 28. bis 31. März

 

Die Karwoche und Ostern im Vatikan:

Abendmahlgottesdienst: Am Gründonnerstagabend hat der Papst traditionell, als Zeichen der Demut und der Brüderlichkeit, zwölf Priestern die Füße gewaschen. In seiner Predigt erinnerte der Papst an die Einsetzung der Eucharistie durch Christus. Ohne Kirche gebe es keine Eucharistie, erinnerte Johannes Paul, aber vorher noch gebe es keine Eucharistie ohne Kirche.

Beichte: Traditionsgemäß hat Papst Johannes Paul II. am Karfreitagmittag dreizehn Gläubigen das Sakrament der Buße gespendet. In einem Beichtstuhl des Petersdoms empfingen Vertreter verschiedener Nationen das Sakrament.

Kreuzweg: Am Karfreitag abend hat Papst Johannes Paul II. wie auch in den vergangenen Jahren im römischen Kolosseum gebetet. An ihm nahmen mehrere Tausend Menschen teil. Das Kreuz wurde unter anderem vom Papst persönlich, einem Jugendlichen aus Zaire und eienr Frau aus Albanien getragen. Im Anschluß an den Kreuzweg erinnerte Johannes Paul an das Kreuz-Tragen in unseren Tagen.

Ostersonntag: Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich zur Ostermesse mit Papst Johannes Paul II. rund 80.000 Menschen auf dem Petersplatz versammelt. Zum Segen Urbi et Orbi verdoppelte sich die Zahl noch einmal. Die Osterbotschaft des Papstes war in ihrem ersten Teil ein eindringlicher Hymnus auf den Triumph über den Tod. Johannes Paul wandte sich bewußt an alle Konfessionen. In aller Deutlichkeit ging er dann auf die Krisenherde unserer Zeit ein. Besonders kam er auf Zaire, das Heilige Land, die Balkanländer, Albanien und die Geiseln im peruanischen Lima zu sprechen.

Ostermontag: Nach den Osterfeierlichkeiten hat sich der Papst in die Sommerresidenz Castelgandolfo zurückgezogen. Zum Regina-Coeli-Gebet ermutigte er die Gläubigen, der Botschaft Jesu zu vertrauen. Das Wort der Engel, habt keine Angst, erhalte auch in unseren Tagen neue Bedeutung, so Johannes Paul. Tragisch nannte er die Situation in Albanien und das Schiffsunglück im Kanal von Otranto. Der Papst bat um das Gebet für die Opfer und Angehörigen. Weiterhin rief er die Hilfseinrichtungen in Apulien, besonders die Caritas, dazu auf, den Flüchtlingen menschenwürdig zu helfen.

 

Karwoche und Ostern weltweit:

Kreuzigungen: Auch in diesem Jahr haben auf den Philippinen wieder zahlreiche Katholiken an Kreuzigungen und Geißelungen teilgenommen. Trotz der ablehnenden Haltung der Kirche ließen sich erneut mehrere Personen für wenigen Minuten ans Kreuz schlagen, um an den Kreuzestod Christi zu erinnern.

Vorgezogen: In Moskau haben insgesamt 69 Priester am vergangenen Dienstag an der Chrysammesse des Apostolischen Administrators, Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz, teilgenommen. Die Messe mit der Weihe der Heiligen Öle kann nach Umständen auch vorgezogen werden. Das war jetzt in Moskau der Fall, wo die Priester ansonsten aufgrund der großen Entfernungen im Land nicht mehr rechtzeitig in ihre Pfarreien hätten zurückkehren können.

Papstbesuch: Die Bischöfe von Kuba haben am Freitag die Bevölkerung aufgerufen, vor dem Besuch des Papstes im Geist der Liebe zusammenzustehen. In ihrer Osterbotschaft drückten sie ihre Hoffnung aus, daß die Anwesenheit des Papstes die ehrliche und wahre Einheit in der Kirche, unter den verschiedenen religiösen Glaubensrichtungen und unter allen Kubanern unterstütze.

Hoffnung auf Gelingen: Unmittelbar vor dem Osterfest hat der Weihbischof von Sarajewo, Pero Sudar, seine Hoffnung auf ein Gelingen des Papstbesuches ausgesprochen. Wie er am Samstag vor Journalisten erklärte, die Sorge, daß der Besuch aus Sicherheitsgründen doch noch abgesagt werde, sei weit geringer als vor zwei Jahren.

Osterfeier mit Soldaten: Der italienische Militärbischof, Giuseppe Mani, hat das Osterfest mit den UNO-Sicherheitstruppen in Sarajewo gefeiert. Zur Feier der Osternacht und eines Gottesdienstes am Sonntag waren die Truppenkontingente aller Nationen eingeladen.

 

Vatikan:

Sicherheit und Polizei: Papst Johannes Paul II. hat am Ostersamstag traditionsgemäß die Verantwortlichen für die Sicherheit im Vatikan und Vertreter der italienischen Polizei in Privataudienz empfangen. In seiner Ansprache erinnerte er an die Bedeutung des Vatikanstaates und des Apostolischen Stuhls. Der Sitz des heiligen Petrus sei nicht nur Mittelpunkt für jede Rasse und Kultur, sondern gleichzeitig Treffpunkt für die verschiedensten Religionen und Vertreter von Staaten, um mit der katholischen Kirche ins Gespräch zu kommen, so Johannes Paul II. bei seiner Ansprache.

 

Krisengebiete:

Freigelassen: Als "Geste zum Osterfest" haben in Kolumbien Militärs fünf Geiseln freigelassen. Diese sind Familienangehörige linksgerichteter Guerillaführer. Die Militärs hoffen auf eine vergleichbare Aktion der Rebellen. Die kolumbianische Kirche begrüßte am Donnerstag die Freilassung. Der Erzbischof von Cali, Isaias Duarte Cancino, erklärte: "dies ist eine Geste des guten Willens während der heiligen Osterwoche, die zum Frieden beitragen kann."

Friedensgipfel: Am Freitag hat Kolumbiens Präsident Ernesto Samper seine Absicht erklärt, einen Friedensgipfel einzuberufen. Ob dies für das vom Bürgerkrieg zerrissene Kolumbien ein Hoffnungssignal bedeutet ist fraglich - zumal Samper keinen Termin nannte.

Medikamente: Die Caritas in Albanien benötigt dringend Medikamente. Mit diesem Hilferuf hat sie sich jetzt an die Öffentlichkeit gewandt. Bei den albanischen Einrichtungen der Caritas träfen mehr und mehr kranke und verwundete Menschen ein, erklärte der Leiter der Hilfsorganisation in Albanien. Ihnen könnten momentan weder die Krankenhäuser noch die Caritas helfen.

Flüchtlinge: Über 75.000 Hutu-Flüchtlinge halten sich noch an einer Bahnstrecke im Nordosten Zaires auf. Nach Angaben der UN-Flüchtlingsorganisation sind viele von ihnen zu schwach, um zu laufen. Je weiter man sich von der Stadt Kisangani entferne, um so schlimmer sei der Zustand der Menschen. Unzählige Kinder leiden nach Angaben des UN-Sprechers Paul Stromberg an Unterernährung. Viele der Flüchtlinge hätten ohne sofortige medizinische Hilfe keine Chance zu überleben, erklärte Stromberg am Freitag.

Friedensappell: Der Erzbischof der zairischen Hauptstadt Kinshasa, Kardinal Frederick Etsohou, hat sich am Sonntag mit einem Aufruf an die Truppen des Landes und die Rebellen von Laurent Kabila gewandt. Er rief sie auf, den Krieg im Osten Zaires zu beenden.

Gebet für Flüchtlinge: Der Erzbischof von Paris, Jean-Marie Lustiger, hat am Karfreitag zum Gebet für die Flüchtlinge in Afrika aufgerufen. Traditionell hatte er bei jeder Station des Kreuzweges zu einem besonderen Gebet eingeladen. Dabei gedachte er auch etwa der Kirche, des Friedens in der Welt und aller mißhandelter und mißbrauchter Kinder.

Demokratie: Der Präsident Burundis, Paul Buyoya, hat am Donnerstag erklärt, in seinem Land habe eine Debatte begonnen, die die Rückkehr zur Demokratie einleite. Gleichzeitig betonte er bei einer Pressekonferenz in Togo, eine Grundvoraussetzung dafür sei die Aufhebung der internationalen Sanktionen. Die Blockade behindere den Friedensprozess.

Beobachter bleiben länger: Der UNO-Sicherheitsrat hat am Donnerstag beschlossen, seine Beobachtungsmission in Liberia bis zum 30. Juni zu verlängern. Grund dafür sind nach Agenturangaben vom Donnerstag Verzögerungen in der Organisation der Wahlen, die für den 30. Mai geplant sind. Der US-amerikanische Botschafter, Bill Richardson, betonte, daß der gleichberechtigte Zugang aller Parteien zu den Massenmedien sichergestellt werden müsse.

 

Menschenrechte:

Todesstrafe: Die römische Basisgemeinschaft S. Egidio hat am Karfreitag zu einer weltweiten Abschaffung der Todesstrafe aufgerufen. Alle Staaten, die noch an dieser Strafe festhielten, sollten bereits Verurteilte begnadigen, so die Gemeinschaft. Jesus selbst veriene sich mit den Todeskandidaten. Aber gerade aufgrund dieser Einheit wendet sich S. Egidio an die 95 Staaten, in denen noch immer die Todesstrafe praktiziert wird.

Medizinische Hilfe: In Ägypten soll neun schwerkranken Häftlingen jede medizinische Hilfe verweigert werden. Eine Menschenrechtsorganisation bezeichnete am Donnerstag diese Behandlung als gleichbedeutend mit der Todesstrafe. Trotz eines Freispruchs werden die Gefangenen weiterhin festgehalten. Seit dem Mord an Präsident Anwar-el-Sadat im Jahre 1981 gilt ein Notstandsgesetz, das es erlaubt, Verdächtige auch ohne Anklage gefangenzuhalten.

Politische Gefangene: Die chinesische Regierung hat am Montag erklärt, es gebe keine politischen Gefangenen im Land. Bekannt ist jedoch, daß mehr als 2.000 Personen wegen konterrevolutionärer Verbrechen hinter Gittern sitzen. Grund für die Aktion Pekings ist die Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen, die in diesen Tagen in Genf verabschiedet wird. Peking wehrt sich so im Voraus gegen Maßnahmen, die die Vereinigten Staaten und auch einige europäische Länder ergreifen könnten.

 

Kirche:

Ökumene: Ökumenische Gespräche im serbischen Belgrad. In der letzten Woche ist der Generalobere des Franziskanerordens, Hans Hermann Schalück, mit dem serbisch-orthodoxen Patriarchen Pavle zusammengetroffen. Mit ihrer Begegnung wollten sie den Geist des interreligiösen Gebetstreffens von Assisi vor elf Jahren fortleben lassen. Neben ökumenischen Gesprächsthemen ging es auch um die aktuelle politische Situation auf dem Balkan. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt.

Reise in Krisengebiet: Der Apostolische Administrator von Südalbanien, Bischof Hil Kabashi, ist am Sonntag in die Krisenregion von Valona gereist, um mit den Menschen einen Gottesdienst zu feiern. Er hoffe, mit diesem Schritt neuen Mut zu machen und so einen kleinen Beitrag zur Osterfreude leisten zu können, erklärte er gegenüber unserer Redaktion am Telefon.

Fastenhirtenbrief gelobt: In Indonesien haben hochrangige Vertreter des Islam den Fastenhirtenbrief der Bischöfe gelobt. Der dort ausgesprochene Einsatz zur Verteidigung moralischer Werte und einer gemäßigteren Politik seien Ziele, denen sich auch der Islam verpflichtet wisse. Die Bischöfe hatten in ihrem Hirtenbrief unter anderem zu größerem Respekt ver der menschlichen Würde und einem verantworteten Umgang mit der Freiheit aufgerufen. Positiv haben sich zu diesem Dokument auch mehrere militante muslimische Strömungen geäußert, heißt es jetzt aus der indonesischen Hauptstadt Djakarta.

Freistellung des Relgionsunterrichts: Im Libanon haben Moslemvertreter die Entscheidung der Regierung von Beirut, den christlichen und islamischen Relgionsunterricht freizustellen, scharf kritisiert. Einem Vertreter der Hizbollah zufolge, ziele die Initiative darauf ab, den Religionsunterricht völlig abzuschaffen. Die beiden Tage, an denen Religion gelehrt werden soll, fallen ganau auf die jeweiligen Wochenfeiertage der Konfessionen.

 

Meldungen aus dem deutschsprachigen Raum:

Kritik an Abschiebung: Das UNO-Flüchtlingskommissariat hat Deutschland am Mittwoch wegen der Art und Weise kritisiert, wie die Abschiebung von Bosnienflüchtlingen gehandhabt wird. Die Behörden hätten es versäumt, sich zu vergewissern, ob alle Flüchtlinge sicher in ihre Heimat zurückkehren könnten. Abgeschobene Flüchtlinge schilderten, ihre Ausweisung sei ohne jede Vorwarnung erfolgt. Die deutsche Botschaft in Sarajewo wies diese Vorwürfe zurück.

Römische Verträge: Für den Wiener Alterzbischof, Kardinal Franz König, waren die Gründerväter der "römischen Verträge", mit denen vor vierzig Jahren die Europäische Union ins Leben gerufen wurde, überzeugte Christen. Wie er am Donnerstag bei seiner Gründonnerstagsansprache in Wien sagte, sei diese Tatsache bei der 40-Jahrfeier in Rom am vergangenen Dienstag praktisch "unter den Tisch gefallen". Da die christliche Sozialordnung für das großere Europa der Zukunft mitentscheidend sein werde, könne gerade die bevorstehende zweite Ökumenische Versammlung in Graz zu einer besonderen Herausforderung für die Christen werden, erklärte König.

 

Weitere Meldungen:

Taizé-Treffen: Das nächste Taizé-Jugentreffen wird zum Jahresende im österreichischen Wien stattfinden. Das hat der Gründer der ökumenischen Gemeinschaft, Frère Roger, am Montag bekanntgegeben. In seiner Osterbotschaft rief er außerdem dazu auf, jede Form von Haß und Intolleranz zu überwinden. Während der Kar- und Ostertage in Taizé hätten mehrere tausend Jugendliche aus fast allen Ländern Europas etwas von der österlichen Friedensbotschaft erfahren. Diese Kunde müsse jetzt über die Grenzen hinaus in die Länder zurückgetragen werden, so Frère Roger.

Schriftsteller auf der Flucht: Rund 40 internationale Autoren haben in diesen Tagen am zweiten Kongress mit dem Titel "Zufluchtsstädte" im französischen Strasburg teilgenommen. Bei der Begegnung wurde das weltweite Netz von Städten, in denen verfolgte und bedrohte Schriftsteller Zuflucht suchen können, vergrößert. Das Netzwerk war 1994 vom muslimischen Autor Salman Rushdie gegründet worden. Hier werden Städte aufgenommen, die durch politische Umstände, soziale Absicherungen und andere HIlfen den Schriftstellern ihre Freiheit garantieren können.

 

 

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Empfang: Radio Vatikan in deutscher Sprache können Sie auf Mittelwelle 1530 (kHz) und auf Kurzwelle 4005, 5880, 7250 und 9645 (kHz) empfangen. Im Sendegebiet Rom außerdem über UKW 93,3 MHz. - Seit dem 8. Dezember können Teile der Sendungen von Radio Vatikan über Radio Campanile empfangen werden. Das Programm können Sie über Astra auf einem Ton-Unterträger des Deutschen Sportfernsehens hören. Auf den Frequenzen 7,74 und 7,92 MHz. (Sendezeiten für Radio Vatikan-Beiträge: täglich um 7.15 Uhr, 11.15 Uhr und 19.15 Uhr)

Programm: Täglich um 16 Uhr senden wir live die aktuellen Nachrichten aus der Weltkirche. Um 20.20 Uhr können Sie unsere Magazine hören, die um 6.20 Uhr am nächsten Morgen wiederholt

werden.

 

Magazine in dieser Woche (31. März bis 06. April):

 

Montag: Österliche Weltkirche GEPLANTE BEITRÄGE: Zaire: Ein musikalischer Beitrag zum Osterfest. - Papst und Angelusgebet. - Vorstellung unseres Monatsbegleiters April: Adalbert von Prag.

Dienstag: Radioakademie: König David (1) von Aldo Parmeggiani

Mittwoch: Die Römische Woche

Donnerstag: Jugendmagazin

Freitag: Prisma

Samstag: Betrachtung zum Sonntag von Bertram Meier und der Kommentar der Woche von Benedikt Steinschulte.

Sonntag: Unsere Korrespondenzsendung: Sie schreiben - wir antworten.

 

 

 

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(Redaktion: Ruthild Kropp)

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