vom 14. bis 18. März 1997 + + +

Vatikan:

Papst Johannes Paul II. hat vor dem päpstlichen Kulturrat daran erinnert, daß die große Herausforderung für die moderne Kirche darin bestehe, daß die moderne Kultur vom Glauben weit entfernt ist.

In der Wochenendausgabe hat die Vatikanzeitung Osservatore Romano Europa zu konkreten Schriten für Albanien aufgerufen.

Im Mittelpunkt des sontägigen Angelusgebetes stand die Lage in Albanien. Der Papst rief dabei alle Albaner auf, die Waffen niederzulegen. Gleichzeitig appellierte er an die Verantwortlichen in Europa, dem albanischen Volk zu helfen.

Ebenfalls am Wochenende hat der Papst indirekt das französische Schulsystem kritisiert, indem er erklärte, es reiche nicht, wenn Schulen nur wissenschaftliche und technische Bildung weitergäben. An staatlichen Schulen wird in Frankreich kein Religionsunterricht erteilt. Allarmiert zeigte sich Johannes Paul auch über die geringe Präsenz von Jugendlichen in den Kirchen. Er rief die französischen Bischöfe dazu auf, für eine stärkere Jugendpastoral zu sorgen.

Vor Pilgern aus Siena rief er dazu auf, das Christentum nicht als archäologisches Überbleibsel zu sehen.

Am Samstag ernannte der Papst einen neuen Weihbischof auf Kuba -ein erneutes Zeichen der Entspannung zwischen Kuba und Vatikan.

Am Montag betonte er vor Teilnehmern eines Seminars der apostolischen Poenitenziarie, Die Beichtväter müßten wirklich das Erbarmen Gottes mit den Sündern zum Ausdruck bringen. Andererseits dürften sie im Lehrbereich der Moral jedoch nicht nachlässig sein.

Ebenfalls am Montag hat Johannes Paul seiner Solidarität mit den Danziger Werftarbeitern Ausdruck verliehen, die bei der anstehenden Schließung der Werft ihre Stellung verlieren.

Menschenrechte:

Humanitäre Hilfe: Die Erzdiözese Lecce hat begonne Unterkünfte für albanische Flüchtlinge einzurichten. Erzbischof Ruppi bezeichnete die Massenflucht aus Albanien als Prüfstein für die christliche Solidarität.

Krisengebiete: Sowohl die Europäische Union wie auch die Nato halten sich zurück, konkrete militärische Schritte in Albanien einzuleiten. Bundeskanzler Helmut Kohl erklärte, es handle sich um eine interne Angelegenheit und es sei unklar welche Aufgabe eine westliche Militätreinheit übernehmen solle.

Der Mordvorwurf gegen zwei Jesuitenpadres in Mexiko ist am Mittwoch fallengelassen worden, weil kein ausreichendes Beweismaterial vorlag.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Uno für Zaire will das Land besuchen, um angebliche Grausamkeiten gegen ruandische Flüchtlinge zu überprüfen. Unterdessen haben die USA angekündigt, sie werden weitere Hilfgruppen in den Osten von Zaire entsenden.

Israel hat am Freitag die Uno-Kritik am Siedlungsprojekt in Ost-Jerusalem zurückgewiesen.Palästinensische Autoritäten begrüßten hingegen die Uno-Resolution.

Mit einem Hilferuf hat sich die Caritas von Bulgarien an ihre Schwesterorganisation in Österreich gewandt. Caritas-Präsident Franz Küberl bittet daher vor allem für die vom Hungertod bedrohten bulgarischen Kinder um Spenden auf das österreichische Postscheckkonto 7.700 004, Kennwort Bulgarien.

Kirche:

Missionare verlassen Albanien.Insgesamt 33 Priester und Ordensleute sind auf dem Wasserweg nach Italien gebracht worden. Der Provizoberste der Jesuiten stellte den noch in Albanien befindlichen Ordensbrüdern die Rückkehr frei. Andere noch im Land verbliebene Ordensleute verweigern sich einer Evakuierung und andere, die bereits evakuiert worden sind, wollen so schnell wie möglich zurückkehren.

Das Oberhaupt der albanisch-orthodoxen Kirche hat sich für eine schnelle Intervention Europas und der USA ausgesprochen.

Mindestens zwölf Personen, koptische Christen und Muslime sind bei einem Mordanschlag in Oberägypten ums Leben gekommen. Die Täter werden bei den militanten mulsimischen "Dschamat Islamija" vermutet. Ein prominenter Christenvertreter erklärte in Kairo, der Terror der Moslems gegen Kopten werde so lange weitergehen, bois die Regierung eine volle Gleichstellung der beiden Religionsgruppen durchsetze.

Der Bischof von Banja Lika hat sich bei der serbischen Republik von Pale beschwert. Zwei Priester blieben verschwunden, katholische Flüchtlinge und Kirchenleute dürften nicht nach Banja Luka zurückkehren - daran erkenne man, daß im serbischen Teil Bosniens noch lange nicht der Rechtsstaat herrsche.

Der päpstliche Sonderbeauftragte für den Libanon hat auf die schlimme Lage der Christen dort hingewiesen. Sie hätten besonders unter dem Terror der islamischen Partei Hisbollah zu leiden, die sich an ihnen bei Angriffen der Israelis räche.

Der Mailänder Kardinal Carlo Maria Martini hat sich für ein Europa der Menschen und nicht nur der Märkte ausgesprochen. Ein Europa, das sich nicht am Menschen orientiere, berge das Risiko autoritärer Systeme sagte er am Wochenende.

Meldungen aus dem deutschsprachigen Raum:

Der Churer Bischof, Wolfgang Haas hat am Freitag erneut erklärt, daß er nicht zurücktreten werde. Er sei für einen Teil des schweizer Kirchenvolkes zur Symbolfigur geworden.

Die beiden Kirchen Deutschlands haben in Bayern eine Härtefallkommission für Aylbewerber gefordert.

Bei einem internationalen Kongreß über die Vorteile und Gefahren der Globalisierung der Weltwirtschaft hat der Präsident des päpstlichen Rates "Cor Unum", Erzbischof Paul Cordes, die Unternehmer zur Globalisierung ermuntert. Eine Umgestaltung der sozialen Marktwirtschaft ist nach Einschätzung des Hildesheimer Bischofs Josef Homeyer dringend geboten. Nötig seienein neuer Grundkonsens sowie die Lösung des Problems der Massenarbeitslosigkeit u, unterstrich er am Samstag bei einem Treffen zum Sozialwort der Kirchen in Frankfurt am Main.

In Westfalen hat die Polizei einen sprunghaften Anstieg des Menschenhandels auf 460 Opfer im vorletzten Jahr registriert. Es sei jedoch noch mit dramatisch höheren Dunkelziffer zu rechnen.

Der Bundesrat hat am Freitag den Gesetzentwurf für die Visumspflich der Kinder in einer abgemilderten Form gebilligt. Allerdings weitet sich der Streit darum weiter aus. So attackieren unter anderem die Grünen die Verordnung. Die Ausländerbeauftragte Schmalz-Jacobsen verteidigte sie.

Die zentrale Ethik-Kommission hat die Forschung an nichteinwilligungsfähigen Menschen unter bestimmten Umständen für vertretbar erklärt, vor allem dann, wenn sie wichtige Indizien für eine bessere Behandlung liefert.

Der sächsische Finanzminister hat das Sozialwort der Kirchen scharf kritisiert. Er vermißte darin einen Bezug auf die ostdeutsche Situation.

Weitere Meldungen:

Mutter Teresa wird sich nicht aufs Altenteil zurückziehen. Gleich nach der Wahl der neuen Leiterin der Missionarinnen der Nächstenliebe richtete die Ordensgründerin einen Hilfsappel für Albanien an die internationale Staatengemeinschaft. Als nächstes will sie sich um Aidskranke in den USA kümmern.

Der Streit an der theologischen Fakultät der Prager Karlsuniversität ist beigelegt worden. In dem Streit ging es um die konservative Linie der Fakultät und um Verstrickungen mit dem früheren tschechischen Geheimdienst.

Mit vorsichtiger Neugier reagieren Wissenschaftler auf den Fund eines apokryphen Evangeliums seitens zweier amerikanischer Wissenschaftler. Es hatte sich im Berliner ägyptischen Museum befunden und ist gnostisch geprägt. Nach Wissenschaftlermeinung kann es Licht auf die Geschichte des frühen Christentums werfen.

Die durch den Flüchtlingsstrom aus Albanien zugespitzte sanitäre Lage in Apulien hat sich normalisiert und ist nach Angaben des Gesundheitsamtes unter voller Kontrolle.

In Rumänien ist esam Sonntag zu Zusammenstößen zwischen Katholiken des östlichen Ritus und Orthodoxen gekommen. Vorausgegangen war der Versuch der in der Gegend minderheitlichen Katholiken, mit Gewalt in eine Kirche einzudringen, die von den Kommunisten konfisziert und den Orthodoxen übergeben worden war.

Auch die Vertreter des Islam und der koptischen Kirche haben sich jetzt in Ägypten gegen das Klonen beim Menschen ausgesprochen.

Die anglikanische Kirche hat das Siedlungsprojekt der israelis in Jerusalem verurteilt. Der Erzbischof von Canterbury, George Carey meinte, es stelle ein großes Problem dar, da es die Osloer Friedensvereinbarungen mit den Palestinensern verletze.

Empfang:

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Programm:

Täglich um 16 Uhr senden wir live die aktuellen Nachrichten aus der Weltkirche. Um 20.20 Uhr können Sie unsere Magazine hören, die um 6.20 Uhr am nächsten Morgen wiederholt

werden.

Magazine in dieser Woche (17. bis 23. März):

Montag: Weltkirchenmagazin

Dienstag: Radio-Exerzitien (10) von P. Anselm Grün, OSB.

Mittwoch: Die Römische Woche

Donnerstag: Kreuz des Südens

Freitag: Prisma-Magazin

Samstag: Radio-Exerzitien (11) von P. Anselm Grün, OSB und der Kommentar der Woche von P. Korbinian Birnbacher, Rom.

Sonntag: Aktenzeichen: Mahatma Gandhi. Von Aldo Parmeggiani

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