vom 11. - 13. Februar 1997 + + +

Vatikan:

Wallfahrt: Am Dienstag abend hat der Papst die Katholiken in aller Welt ermutigt, in das von Israel geräumte Hebron zu wallfahren. Wie er im Anschluß an eine Messe zum Welttag der Kranken erklärte, sei eine dahingehende Initiative des römischen Pilgerwerkes eine "prophetische Geste". Für das Jahr 2000 hofft der Papst auf Rom und Jerusalem als Pole einer internationalen Friedenswallfahrt. Zeitgleich erklärte Kardinalstaatssekretär Angelo Sondano, eine Israelreise des Papstes sei noch vor dem Jahr 2000 für möglich. Bedingung sei mehr Respekt für die Christen in Jerusalem. (Mehr dazu am Donnerstag, den 20. Februar in unserem Kreuzfeuer spezial: Israel)

Welttag der Kranken: Anläßlich des Welttages der Kranken, den die Kirche am Dienstag beging, hat Kurienkardinal Fiorenzio Angelini die Gläubigen aufgerufen, ihr Leid geduldig zu ertragen. Angelini hielt sich als Sondergesandter des Papstes im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima auf.

Libanonreise: Die Reise des Papstes in den Zedernstaat wird vom Vatikan noch nicht bestätigt. Am Mittwoch hatte die französische Agentur "France Presse" gemeldet, daß der Papst am 10. und 11. Mai in Beirut sein werde. Johannes Paul hatte wiederholt seine Absicht ausgesprochen, die Christen im Nahen Osten zu besuchen. Wegen Sicherheitsproblemen war die Reise im Mai 1994 abgesagt worden.

Besuch: Kurienkardinal Achille Silvestrini hält sich derzeit zu einem Besuch in Äthiopien und Eritrea auf. Der Kardinal will sich dort ein Bild von der politischen Situation machen, besonders nach dem blutigen Sezessionskrieg in Eritrea. Silvestrini, der Präfekt der Kongregation für die unierten Ostkirchen ist, will bei seinen Gesprächen auch Vertreter anderer christlicher Konfessionen und des Islams treffen.

Fastenkampagne: Am Mittwoch ist in Brasilien die große Fastenkampagne mit einer Papstbotschaft eröffnet worden. Die Kampagne steht in diesem Jahr unter dem Motto "Christus befreit den Menschen von aller Sklaverei". Der Papst sprach über Radio und Fernsehen die Hoffnung aus, daß alle, die seine Stimme hören, auf dem Weg der Vergebung, der Liebe und der Gerechtigkeit vorankommen.

Stadtmission: Am Donnerstag hat der Papst die Seelsorger von Rom aufgerufen, den Gläubigen und allen Menschen in Not soweit als irgend möglich entgegenzugehen und sich für ihre Anliegen zu öffnen. Im Rahmen der großen Stadtmission müßten auch die Kirche und ihre Geistlichen sich neu bekehren. Dazu gehöre auch die ständige Fortbildung der Priester. Die Laienchristen seien ein großes Geschenk, betonte Johannes Paul.

Seligsprechung: Am 4. Mai wird erstmals ein Zigeuner seliggesprochen werden. Ceferino Jimenes Malla war im Jahr 1936 wegen seines christlichen Glaubens ermordet worden. Die bevorstehende Seligsprechung wurde während eines Symposions über die Zigeunerseelsorge im Vatikan bekanntgegeben.

Ad-Liminia: Papst Johannes Paul II. hat am Dienstag die Bischöfe der Philippinen aufgerufen, den Werten des wirtschaftlichen Marktes die Werte des Evangeliums entgegenzuhalten. Nur so könne der Wert der Familie geschützt werden. Das geht aus einer Botschaft des Papstes hervor, die am Dienstag den philippinischen Bischöfen bei ihrem Ad-Limina-Besuch überreicht wurde.

Fastenexerzitien: Die diesjährigen Fastenexerzitien im Vatikan stehen unter einem Leitwort des Theologen und Philosophen Blaise Pascal: "Außerhalb von Jesus wissen wir nicht, wer Gott ist und wer wir sind." Sie beginnen an diesem Sonntag und werden von Kurienkardinal Roger Etchegaray gehalten.

Menschenrechte:

Diskussion: Amnesty international hat zu einer offenen und konstruktiven Diskussion über die aktuelle Problematik der Menschenrechte aufgerufen. Bei einer Konferenz europäischer und asiatischer Minister in Singapur äußerte sich die Organisation beunruhigt über die geringe Bedeutung, die bei diesem Treffen den Menschenrechten zugebilligt wurde.

Krisengebiete:

Abhängigkeiten: Die Stabilität Zaires ist die Grundlage, um die Probleme im Gebiet der großen Seen zu lösen. Das hat jetzt der frühere US-Präsident Jimmy Carter erklärt. Es habe ihn ermutigt, daß keiner der afrikanischen Präsidenten erwäge, die Grenzen zu ändern. Aber, so Carter weiter, wenn Zaire ein zersplittertes Land werde, dann wäre dies eine Bedrohung für die Stabilität anderer Nationen in dieser Region.

Christenmorde: Am Mittwoch abend sind im ägyptischen Abu Qurqas zehn koptische Christen von fanatischen Muslimen ermordet worden. Wie die Polizei von Kairo bekanntgab, drangen die bewaffneten Männer in eine Kirche ein, schossen um sich und verschwanden. Sie verletzten weitere sechs Personen. Nach Polizeiangaben gehören die Täter vermutlich zur militanten Organisation Gama A Al-Islamiya.

Aufstand: Am Dienstag sind neue Details des Aufstandes junger Muslime in der Westprovinz Chinas bekanntgeworden. Die gewalttätigen Ausschreitungen ereigneten sich bereits am Mittwoch vor einer Woche. An den Demonstrationen für eine unabhängige Westprovinz sollen bis zu 300 Muslime teilgenommen haben. Die Aufständigen gehören dem Volksstamm der Ughuren an, der die muslimische Mehrheit der Provinz Xinjiang darstellt. Die Muslime hatten bei Straßenschlachten Passanten angegriffen und Wohnhäuser gestürmt. Nach Agenturangaben sollen sie dabei mindestens zehn Menschen zu Tode geprügelt haben.

Bestritten: Die philippinische muslimische Terrororganisation Abu Sayyaf hat ihre Beteiligung an dem Mord an Bischofö Benjamin de Jesus offiziell bestritten.

Beauftragter: Der neue UNO-Generalsekretär hat jetzt einen Beauftragten für die Lösung des Ost-Timor-Problems ernannt. Es ist der pakistanische Diplomat Jamsheed Marker, der sein Land unter anderem in den USA, Japan und Deutschland vertreten hat. Jakarta und Lissabon haben bereits zugesagt, mit ihm zuwammenzuarbeiten.

Vertreibung: Nach den Kirchenbränden der vergangenen Woche in Pakistan sind bis jetzt mindestens 1.000 christliche Familien aus ihren Häusern vertrieben worden. Wie der Bischof von Lahore, Alexander Malik, erklärte habe es nach den Brandstiftungen an einer katholischen und einer evangelischen Kirche am Wochenende weitere vier Brände gegeben. Die Armee warnte die Bevölkerung, die Häuser zu verlassen.

Polizeieinsatz: Am Donnerstag haben pakistanische Polizeikräfte christliche Demonstranten in Karachi mit Gummiknüppeln und Tränengas auseinandergetrieben. Sie hatten gegen die Gewalttaten an Christen protestiert.

Kirche:

Ökumene (1): Das Sekretariat für die zweite europäische Ökumeneversammlung wird ab Donnerstag über Inhalt und Form des geplanten Arbeitspapieres sprechen. Das wurde jetzt aus St. Gallen bekannt. Bis zum vergangenen Wochenende konnten Bischofskonferenzen, Vertreter aller in Graz beteiligten Konfessionen und Gläubige ihre Eingaben in dem St. Gallener Sekretariat machen. Jetzt sollen diese Überlegungen in ein gemeinsames Papier - ähnlich wie bei Bischofssynoden - eingearbeitet werden. Besonderen Wert will man auf eine umfassende und einfühlsame theologische Sicht der Dinge legen, um zwischen den Konfessionen einen möglichst breiten Konsenz zu erzielen.

Ökumene (2): Der Präsident der EU-Kommission Jacques Santer erwartet von der Grazer Ökumene-Versammlung wichtige Impulse für die Versöhnungsarbeit in Europa. Das geht aus einem gemeinsamen Pressebericht des Rates der europäischen Bischofskonferenzen sowie der Konferenz europäischer Kirchen hervor.

Rat gegründet: In Bosnien-Herzegowina hat die serbisch-orthodoxe Kirche einen "bischöflichen Rat" gegründet. Wie aus dem Patriarchat in Belgrad bekannt wurde, sei die Einrichtung des Rates keinesfalls eine Verselbständigung der Orthodoxie in Bosnien oder gar eine Abspaltung. Grund sei allein eine bessere Koordinierung des kirchlichen Wirkens im Lande.

Fernsehkritik: Der Erzbischof des kroatischen Zagreb, Kardinal Franjo Kuharic, hat einen Dokumentarfilm des deutsch-französischen Kulturkanals "arte" scharf kritisiert. In dem Streifen über seinen Vorgänger Kardinal Stepinac, der am letzten Montag ausgestrahlt wurde, seien einfach die kommunistischen Lügen über Stepinac wiederaufgegriffen worden. Wie tausende von Kroaten sei auch sein Vorgänger das Opfer eines Schauprozesses geworden, erklärte Kuharic.

Deutschland:

LEIDER KÖNNEN WIR IHNEN NICHT MEHR DIE GLEICHE VIELFALT AN NACHRICHTEN AUS DEUTSCHLAND BIETEN, DA DIE KATHOLISCHE NACHRICHTENAGENTUR KEINE ZWEITVERWENDUNG IHRER MELDUNGEN IM INTERNET MEHR GESTATTET.

Weitere Meldungen:

Straßenkinder: Allein in Moskau gab es im letzten Jahr etwa 6.000 Straßenkinder, von ihnen war die Hälfte zwischen sieben und dreizehn Jahren alt. Das berichtet das Moskauer Zentrum für die vorübergehende Aufnahme von Minderjährigen. Je mehr sich die Wirtschaftskrise verschärfe, umso mehr steige auch die Zahl der Straßenkinder in der russischen Hauptstadt.

Kopfgeld erhöht: Eine staatliche iranische Stiftung hat das Kopfgeld auf eine Ermordung von Salman Rushdie erhöht. Es beträgt jetzt 2,5 Millionen Dollar. Das berichtete eine iranische Zeitung am Mittwoch. Staatspräsident Rafsandschani hat sich von dem Schritt am Mittwoch umgehend distanziert. Dieser habe mit der offiziellen iranischen Regierungspolitik nichts zu tun.

In eigener Sache:

Empfang: Radio Vatikan in deutscher Sprache können Sie auf Mittelwelle 1530 (kHz) und auf Kurzwelle 4005, 5880, 7250 und 9645 (kHz) empfangen. Im Sendegebiet Rom außerdem über UKW 93,3 MHz. - Seit dem 8. Dezember können Teile der Sendungen von Radio Vatikan über Radio Campanile empfangen werden. Das Programm können Sie über Astra auf einem Ton-Unterträger des Deutschen Sportfernsehens hören. Auf den Frequenzen 7,74 und 7,92 MHz. (Sendezeiten für Radio Vatikan-Beiträge: täglich um 7.15 Uhr, 11.15 Uhr und 19.15 Uhr)

Programm: Täglich um 16 Uhr senden wir live die aktuellen Nachrichten aus der Weltkirche. Um 20.20 Uhr können Sie unsere Magazine hören, die um 6.20 Uhr am nächsten Morgen wiederholt werden.

Magazine in dieser und der kommenden Woche (13. bis 19. Februar):

Donnerstag: Kreuz des Südens GEPLANTE BEITRÄGE: Krise: Wie Ecuadors Politik durcheinandergerät - Politik mit dem Einkaufskorb: Misereor appelliert an die schlauen Hausfrauen - Anklagen an Moslemverband: Wer steckt hinter den scheinbaren Unruhen in Indonesien - Die vergessenen Flüchtlinge: Warum Afrikas Outsider ans Kap der Guten Hoffnung drängen - Amnesty im Interview: Warum es ohne die Partei des Terrors in Algerien nicht weitergeht.

Freitag: Prisma-Magazin GEPLANTE BEITRÄGE: Bischofskonferenz: Vor der Frühjahrsvollversammlung. Ein Gespräch mit dem Sekretär der DBK, Pater H. Langendörfer. - Berlin: Der Erzbischof läßt sich von Frauen beraten, ein Hintergrund. - Bibel pausenlos: Zwei Schulen machen drei Tage frei, um in der Bibel zu lesen, ein Portrait aus Vechta. - Vatikan: Nach dem Staatsbesuch von Brasiliens Staatspräsident Fernando Cardoso.

Samstag: Kommentar der Woche von Max Eugen Kemper und Radio-Exerzitien (1) von Anselm Grün

Sonntag: Sie schreiben - wir antworten Unsere Korrespondenzsendung.

Montag: Weltkirchenmagazin

Dienstag: Radio-Exerzitien (2) von Anselm Grün

Mittwoch: Die Römische Woche GEPLANTE BEITRÄGE: Virtuelles Rom: Wie aus der Ewigen Stadt ein Disneyland wird.

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