vom 28. bis 30. Januar 1997 + + +

Vatikan:

Römische Stadtverwaltung: Am Donnerstag hat Papst Johannes Paul II., wie immer zu Beginn eines neuen Jahres, den Bürgermeister von Rom mit seinen Stadträten empfangen. In seiner Ansprache ging er von der spirituellen und praktischen Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr 2000 aus. Sie gehöre, zusammen mit der Solidarität gegenüber den jugendlichen Arbeitslosen, zu den wichtigsten Aufgaben der Stadtverwalteung, sagte der Papst.

Reise nach Sarajewo: Am Donnerstag hat der Pressesaal des Vatikan offiziell bestätigz, daß der Papst am 13. April nach Sarajewo reisen wird.

Libanonbesuch: Wie am Dienstag in der Presse gemeldet wurde, wird der Papst den Libanon besuchen. Die Meldungen stützen sich auf Angaben des Apostolischen Nuntius in Beirut, Erzbischof Pablo Puente, der aber weder Angaben zu einem genauen Datum der Reise noch zu ihre Dauer machte.

Todesstrafe: In der demnächst erscheinenden lateinischen Ausgabe des Weltkatechismus distanziert sich die Kirche, ganz im Sinne der Enzyklika "Evangelium Vita", von der Todesstrafe. Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Josef Ratzinger, erklärte, Papst Johannes Paul II. habe sich in dieser Enzyklika deutlich gegen die Todesstrafe ausgesprochen. Demnach kämen für die Kirche Fälle, bei denen die Todesstrafe als Strafe oder Abschreckungsmittel anzuwenden ist, nicht vor.

Segenswünsche: Der Papst hat dem neuen Internationalen theologischen Institut für Familienfragen im österreichischen Gaming seine herzlichen Glücks- und Segenswünsche übermittelt. Die Grußbotschaft verlas der apostolische Nuntius, Erzbischof Donato Scquiccarini, während der Eröffnungsfeier am Dienstag. Finanziert wird das Institut, das sich vor allem der Ehe- und Familienforschung widmet, von mehreren österreichischen Diözesen.

Krisengebiete:

Geiseldrama: Die peruanischen Bischöfe haben sich hinter das Rote Kreuz gestellt. In einem gemeinsamen Appell riefen sie zum Dialog und zur friedlichen Beilegung des Geiseldramas auf. Der Appell wurde in einem kritischen Moment ausgesprochen, denn der peruanische Präsident Fujimori hat erneut mit einer Stürmung der besetzten japanischen Botschaft gedroht.

Flucht: Im Süden und Osten des Sudan fliehen hunderte von Dorfbewohnern vor den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und der Nationalen Demokratischen Allianz, NDL. Wie ein NDL-Führer am Dienstag bekräftigte, werde man weiterkämpfen bis zum Sturz des Regimes in Karthum. Dort verneinte man derweil Berichte, wonach die Regierung Waffen aus dem Iran erhalte, und warf der UNO vor, hinter dem Bürgerkrieg zu stehen.

Terrorakte: Der Generalsekretär der algerischen Oppositionspartei FFS bezweifelt, daß die Attentate der letzten Wochen allein auf das Konto der islamischen Fundamentalisten gehen. Natürlich verübe die GIA viele blutige Anschläge, erklärte er in einem Zeitungsgespräch. Ohne Komplizen auch in der Regierung und bei den Behörden könnten die Terroristen aber unmöglich soviel Sprengstoff ins Land schaffen und sich auch in der Hauptstadt damit bewegen.

Neue Politik: Der frühere Präsident Frankreichs Valérie Giscard d`Estaing hat eine Wende in der Algerienpolitik gefordert. Am Donnerstag sprach er sich in Paris für eine Teilnahme der islamischen Fundamentalisten an den kommenden Wahlen in Algerien aus. Ausdrücklich schloß er auch die Islamische Heilsfront FIS ein.

Unteilbarkeit Jerusalems: Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu will auch gegenüber dem Papst an der Unteilbarkeit Jerusalems festhalten. Das sagte er jetzt einer italienischen Tageszeitung. Man werde den Christen und Moslems in der heiligen Stadt zwar Garantien geben, erklärte er, die Souveränität Israels über Jerusalem bleibe jedoch bestehen.

Tempelberg: Am Mittwoch hat der Innenausschuß des israelischen Parlaments eine Ortsbesichtigung am Jerusalemer Tempelberg vorgenommen. Danach erklärten die Politiker, die muslimischen Vorwürfe, wonach israelische Archäologen die beiden Moscheen gefährdeten, seien falsch. Entsprechende Vorwürfe der WAQF-Behörde, die für den Schutz der islamischen Güter zuständig ist, seien völlig aus der Luft gegriffen.

Ost-Timor: Der Außenminister Indonesiens, Ali Alatas, hat sich am Dienstag bereit erklärt, Anfang Februar mit den Vereinten Nationen über die Ost-Timor-Frage zu diskutieren. Dabei gehe es auch um mögliche Verhandlungen mit der ehemaligen Kolonialmacht Portugal, sagte Alatas vor Pressevertreten in Jakarta.

Anschläge: In der indonesischen Stadt Rengasdengklok haben mehrere tausend muslimische Fanatiker am Donnerstag christliche Kirchen in Brand gesteckt. Auch Banken, Geschäfte und Autos wurden attackiert. Der Grund ist, daß ein chinesischer christlicher Händler den Islam beleidigt haben soll, berichten Polizei und weitere Zeugen.

Kirche:

Treffen: Der päpstliche Nuntius in Sarajewo, Erzbischof Monterisi, hat am Dienstag die Spitzen der bosnischen Muslime getroffen. Nach Ansicht von Beobachtern ging es bei den Gesprächen vor allem darum, den Vertretern des Islam Sinn und Ziel der Papstreise zu erläutern. Der Nuntius soll daran erinnert haben, daß der Papst zu den größten Verteidigern der angegriffenen Muslime gehört habe.

Konferenz: Die Bischofskonferenz von Südafrika, Swaziland, Botswana und Namibia hat sich in den vergangenen Tagen mit der Flüchtlingssituation im Süden des Schwarzen Kontinents befaßt. Im Schlußkommuniqué wurde festgestellt, daß die Kirche auf Seiten der Notleidenden stehen wolle. Bei der Sitzung mußte ferner beschlossen werden, das vor einem Jahr eingerichtete, wöchentliche Fernsehprogramm der Kirche einzustellen. Die Kosten für Herstellung und Ausstrahlung seien zu hoch, hieß es.

Deutschland:

LEIDER KÖNNEN WIR IHNEN NICHT MEHR DIE GLEICHE VIELFALT AN NACHRICHTEN AUS DEM DEUTSCHSPRACHIGEN RAUM BIETEN, DA DIE KATHOLISCHE NACHRICHTENAGENTUR KEINE ZWEITVERWENDUNG IHRER MELDUNGEN IM INTERNET MEHR GESTATTET.

Weltjugendtag: Schülerinnen und Schüler aus Nordrhein-Westfalen, die am diesjährigen Weltjugendtag in Paris teilnehmen wollen, erhalten dafür schulfrei. Dies hat das Kultusministerium in Düsseldorf jetzt bekanntgegeben. Da das Weltjugendtreffen im August jedoch unmittelbar nach den Sommerferien stattfindet, müssen die Teilnehmenden eine Bescheinigung des Pfarrers vorlegen.

Weitere Meldungen:

Kathedrale besetzt: In Quito, der Hauptstadt von Ecuador, haben etwa hundert Demonstranten die Kathedrale besetzt. Sie protestieren gegen Sparmaßnahmen der Regierung.

Kuba: Die geplante Papstreise auf die Zuckerinsel wird die harte US-amerikanische Politik gegen Fidel Castro nicht mildern. Diese Ansicht hat jetzt der ehemalige US-Außenminister Henri Kissinger vertreten. In einem Zeitungsinterview meinte der Wissenschaftler und Politiker, Kuba bilde heute keine Gefahr mehr für die Vereinigten Staaten. Es sei jedoch ein innenpolitisches Problem der USA geworden.

Gegen Kinderpornographie: Seit dem letzten Sonntag ist in den USA Kinderpornographie strafbar. Bisher gab es die Möglichkeit, zu behaupten, die Jugendlichen seien bereits 21 Jahre alt. Ab jetzt drohen jedem bis zu 10 Jahren Gefängnis, wenn er unabhängig von ihrem wirklichen Alter Minderjährige in Pornofilmen zeigt.

Generalsekretär: UNO-Generalsekretär Kofi Annan will bei seiner Rede vor der Abrüstungskonferenz in Genf am Donnerstag Ideen von Papst Johannes Paul II. aufgreifen. Das wurde jetzt aus Annans Umgebung bekannt. Der UNO-Chef sei beeindruckt von der Botschaft des Papstes zum Weltfriedenstag, die ihm der New Yorker Kardinal John O`Connor vorgestellt hatte. Annan wolle wie der Papst ein völliges Verbot von Anti-Personen-Minen und eine Eindämmung des Waffenhandels mit Krisenregionen, hieß es.

Hilfswerke für die Ostkirchen: Das ostafrikanische Land Eritrea steht seit Montag im Zentrum der Aufmerksamkeit bei den Arbeiten der katholischen Hilfswerke für die Ostkirchen. In dem seit wenigen Jahren selbstständigen Staat wurde vor kurzem ein katholisches Krankenhaus eröffnet. Sein Personal muß jedoch erst mit kirchlicher Unterstützung ausgebildet werden. Außerdem benötigen die eritreischen Priesterseminare finanzielle Hilfe. Die Werke für die Ostkirchen befassen sich außerdem mit der Hilfe für die Kirchen im Heiligen Land, im Irak und im Libanon.

Prediger: In Ägypten soll der gefährliche Einfluß islamischer Fundamentalisten gestoppt werden. Deshalb sollen in den Moscheen künftig nur noch offiziell befugte Prediger zugelassen werden, erklärte der Kultusminister. Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein und außer einer theologischen Vorbildung auch ein Universitätsstudium vorweisen können.

Asche verstreut: 49 Jahre nach der Unabhängigkeit Indiens ist der letzte Rest der Asche von Mahatma Gandhi den heiligen Fluten des Ganges übergeben worden. Die Feier fand am Zusammenfluß des Ganges mit dem Yamuna statt. Die Urne, die sich in einem Bank-Safe in der Stadt Cuttack befunden hatte, wurde erst jetzt nach Allahabad überführt und von Gandhis Enkel Tushar entleert.

Restaurierung: An der bevorstehenden Restaurierung der 1000jährigen Al-Azhar-Moschee in Kairo werden sich auch Fachleute der UNESCO beteiligen. Nach Angaben der zuständigen ägyptischen Behörden werden dabei zunächst die Bibliothek und der Innenhof renoviert. Der aus dem Jahr 968 stammenden Al-Azhar-Moschee, auf deutsch "die Prächtige" wurde später die gleichnamige Universität angegliedert.

Ehrendoktorwürde: Die Gründerin der katholsichen Fokolarbewegung, Chiara Lubich, ist bei ihrer Asienreise mit der Ehrendoktorwürde für Theologie von der fast 400 Jahre alten St. Thomas-Universität in Manila ausgezeichnet worden. Zum ersten mal in der Geschichte wurde dieser Titel einem Nicht-Theologen und auch einer Frau zuerkannt.

Künstlerakademie: Der polnische Filmregisseur Christoph Zanussi ist am Dienstag in die römische Künstlerakademie beim Pantheon berufen worden. Diese wurde 1543 von Papst Paul III. gegründet. Die Berufung des Filmemachers sei vom Papst selbst gebilligt worden, heißt es in einer Pressemitteilung.

In eigener Sache:

Empfang: Radio Vatikan in deutscher Sprache können Sie auf Mittelwelle 1530 (kHz) und auf Kurzwelle 4005, 5880, 7250 und 9645 (kHz) empfangen. Im Sendegebiet Rom außerdem über UKW 93,3 MHz. - Seit dem 8. Dezember können Teile der Sendungen von Radio Vatikan über Radio Campanile empfangen werden. Das Programm können Sie über Astra auf einem Ton-Unterträger des Deutschen Sportfernsehens hören. Auf den Frequenzen 7,74 und 7,92 MHz. (Sendezeiten für Radio Vatikan-Beiträge: täglich um 7.15 Uhr, 11.15 Uhr und 19.15 Uhr)

Programm: Täglich um 16 Uhr senden wir live die aktuellen Nachrichten aus der Weltkirche. Um 20.20 Uhr können Sie unsere Magazine hören, die um 6.20 Uhr am nächsten Morgen wiederholt werden.

Magazine in dieser und der kommenden Woche (30. Januar bis 05. Februar):

Donnerstag: Kreuz des Südens - Leben in jungen Kirchen GEPLANTE BEITRÄGE: Ein Hintergrundbericht aus Algerien - Wir stellen eine Zeitung in Sambia vor - Bericht über Straßenkinder in Peru

Freitag: Prisma-Magazin GEPLANTE BEITRÄGE: USA: Die Wünsche der Kirche an Clinton - Deutschland: Euthanasie: Interview mit Professor Honnefelder - Ramadan: Der Vatikan und die Moslems.

Samstag: Betrachtung zum Fest Maria Lichtmess von Pater Eberhard Gemmingen und Rosenkranzgebet mit dem Heiligen Vater

Sonntag: Sie schreiben - wir antworten Unsere Korrespondenzsendung.

Montag: Weltkirchenmagazin GEPLANTE BEITRÄGE: Bericht vom "Welttag des geweihten Lebens am Sonntag - Vorstellung unseres Monatsbegleiters im Februar Friedrich von Spee.

Dienstag: Gertrud von Le Fort: Unsere Liebe Frau vom Karneval

Mittwoch: Die Römische Woche

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