vom 17. bis 20. Januar 1997 + + +

Vatikan:

Tag des gottgeweihten Lebens: Am Samstag hat Papst Johannes Paul II. eine Botschaft für den Tag des "gottgeweihten Lebens" veröffentlicht, der am 2. Februar begangen wird. Er sieht in diesem Tag eine wichtige Chance, das besondere Charisma der Berufung - für Priester wie für Ordensleute - neu zu entdecken. Johannes Paul betonte zugleich, daß diese Berufung alle Christen angehe.

Priesterliches Amt: Der Papst hat am Samstag an die Bedeutung des priesterlichen Amtes erinnert. Bei einer Audienz für die französischen Bischöfe, die sich zu ihrem Ad-Limina-Besuch in Rom aufhalten, erklärte er, ein gutes spirituelles Leben sei die Grundlage für die gewissenhafte Ausübung des Priesterberufes. Auch bei einer schwierigen pastoralen Situation wie in Frankreich dürften sich die Priester nicht entmutigen lassen.

Angelus: Der Papst hat beim sonntäglichen Angelus zur Überwindung der konfessionellen Spaltung im Christentum aufgerufen. Einen solchen Riß zwischen den Gemeinschaften bezeichnete Johannes Paul als Auflehnung gegen den Willen Gottes.

Neue Bischöfe: Papst Johannes Paul II: hat am Samstag drei neue Bischöfe für Ruanda ernannt. Damit sind alle neun Bischofssitze des Landes wieder besetzt. Erstmals wurden auch offiziell die Zahlen über die Verluste bekannt, die die katholischen Kirche in den betroffenen Gebieten durch den Bürgerkrieg von 1994 erlitten hat: Allein das von Tutsis dominierte Bistum Butare habe durch den Krieg 200.000 Katholiken verloren, von den 77 Priestern der Diözese halte sich die Hälfte außerhalb des Bistums auf. (kna)

Abendmahlsgemeinschaft: Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, hält eine gemeinsame Eucharistie- und Abendmahlsfeier zwischen Katholiken und Protestanten für "derzeit ganz schwierig". Das erklärte er in einem Interview mit der Augsburger "Sonntagszeitung". Das unterschiedliche Amtsverständnis sei das Haupthindernis in der Ökumene, präzisierte der Kardinal. (kna)

Sekten: Der Osservatore Romano hat in seiner Samstagsausgabe Sektenalarm geschlagen. Dämonische Satanskulte hätten sich wesentlich schneller ausgebreitet, als die katholische Kirche bisher angenommen habe. Die Gesellschaft biete immer mehr Nährboden für das Aufkommen von Satanskulten, so die Zeitung.

Kardinal gestorben: In der Nacht zum letzten Freitag ist der Alterzbischof von Lima, Kardinal Landazuri Ricketts, im Alter von 83 Jahren verstorben. Er war lange Zeit Präsident der peruanischen Bischofskonferenz und einer der Mitbegründer des lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM gewesen. (kna)

Menschenrechte:

Flüchtlinge ertrunken: Die Arbeitsgemeinschaft für Flüchtlinge "Pro Asyl" hat am Freitag angekündigt, ein Schiffsunglück im Mittelmeer genauer untersuchen zu wollen. Dabei waren, nach Aussagen der Organisation, am zweiten Weihnachtsfeiertag etwa 280 Flüchtlinge ertrunken. "Pro Asyl" erklärte wörtlich: "Der Tod der Flüchtlinge vor den Toren Europas ist eine Folge der rigiden und inhumanen europäischen Abschottungspolitik." Die Bundesregierung und die deutschen Behörden, so die Arbeitsgemeinschaft weiter, träfe eine moralische Mitschuld am Tod dieser Menschen (kna)

Vorwürfe zurückgewiesen: China hat am Freitag auf die Vorwürfe der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" reagiert. In dem Bericht der Grupee über die weltweite Lage der Menschenrechte enthielte das Kapitel über China "bösartige und verleumderische Angriffe", erklärte Peking.

Kinder: Das UNO-Komitee zur Wahrung der Menschenrechte von Kindern hat am Donnerstag Burma verurteilt. Das Komitee forderte das Regime auf, die Gesetzgebung kinderfreundlich zu reformieren. Erst kürzlich hatte die amerikanische Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" das asiatische Land angeklagt, Kinder wie Soldaten einzuziehen und sie in staatlichen Unternehmen arbeiten zu lassen.

Folteropfer: Die Behandlungszentren für Folteropfer haben am Samstag in Augsburg eine Arbeitsgemeinschaft gegründet. Damit möchten die Einrichtungen die umfassende Verantwortung der Gesellschaft für die in Deutschland Schutz suchenden Flüchtlinge und Opfer von Menschenrechtsverletzungen fördern, hieß es in einer Erklärung. (kna)

Existenzminimum: Zur Jahrtausendwende wird mehr als die Hälfte der Bevölkerung des afrikanischen Kontinents unter dem Existenzminimum leben. Diese Zahl hat das Internationale Arbeitsamt am Freitag veröffentlicht. Bislang gebe es keine Anzeichen, daß sich die gravierende Armut verringern würde, hieß es. Zunehmende Bevölkerungszahlen und ein rasches Anwachsen der Arbeitslosigkeit seien die größten Probleme der Zukunft.

Krisengebiete:

Zusammentreffen: In der südkoreanischen Hauptstadt Seoul kam es am Freitag zu einem Treffen zwischen Staatspräsident Kim Young Sam und Kardinal Stephen Kim. Der Kirchenmann beschwor den Politiker, den Dialog mit den Streikenden zu suchen und Toleranz zu üben. Kardinal Kim berichtete auf einer direkt nach dem Treffen stattfindenden Pressekonferenz, daß der Präsident ihm zugesichert habe, die Haltung der Kirche zu bedenken.

Phantom-Kabinett: Die Widerstandsbewegung auf Ost-Timor plant, Ende diesen Jahres ein Phantom-Kabinett zu bilden. Dies hat der Friedensnobelpreisträger José Ramos Horta am Freitag in Macao erklärt. In diesem Kabinett, das nach seinen Aussagen bereits seit zwei Jahren im Gespräch ist, soll ein möglichst breites politisches Spektrum enthalten sein.

Rückschlag: Das Bemühen um ein Ende des Geiseldramas in Lima hat einen neuen Rückschlag erlitten. Die Regierung wies eine Forderung der Botschaftsbesetzer zurück, in die vorgeschlagene Verhandlungskommission einen Vertreter Guatatemalas aufzunehmen. (kna)

Vorgerückt: Die SPLA-Rebellen im Sudan dringen offenbar weiter vor. Nach eigenen Angaben konnten sie gestern die Stadt Maban, 600 km südöstlich von Kartum, ohne langen Kampf einnehmen. Entscheidend für den Erfolg der Rebellen ist offenbar ihr Zusammenwirken mit oppositionellen Gruppen aus dem Norden des Sudan.

Erneut Anschläge: Der Aufruf des irischen Erzbischofs Sean Bracy, die IRA möge zu Verhandlungen zurückkehren, verhallte ungehört. Letztes Ziel der wieder aufgeflammten Bombenattacken war am Sonntag eine Polizeistation in Belfast.

Kirche:

Wahlaufruf: Die Bischöfe von Kamerun haben jetzt einen Wahlaufruf veröffentlicht. Anläßlich der im Juli bevorstehenden Parlaments- und Staatspräsidentenwahlen appellieren sie an die Verantwortlichen, alle Regeln der Demokratie gelten zu lassen. Mit Respekt vor der menschlichen Würde könne nur so eine Gesellschaft von Gerechtigkeit und Friede geschaffen werden.

Gebetswoche: In der ganzen Weltkirche hat am Samstag die Gebetswoche für die Einheit der Christen begonnen. Aus diesem Anlaß hat sich der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., optimistisch über die Entwicklung des Dialogs zwischen Katholiken und Orthodoxen geäußert In einem Zeitungsinterview, das am Sonntag veröffentlicht wurde, erklärte er: " Die Beziehungen sind heute besser als sie vor der Spaltung der Kirche waren."

Kirchensteuergesetz: Der Protest der ungarischen Bischöfe gegen das neue Gesetz geschieht mit Rückendeckung des Vatikan. Das hat die Bischofskonferenz des Landes am Donnerstag klargestellt. Damit widersprach sie Äußerungen des Botschafters Ungarns beim Vatikan, der zuvor erklärt hatte, der Protest sei allein Sache der Bischofskonferenz.

Synode: Die Bischofskonferenz Tschechiens plant für 1999 eine landesweite Synode. Das hat sie am Donnerstag zum Abschluß ihrer Vollversammlung in Prag bekanntgegeben. Themen der Kirchenversammlung sollen die zeitgemäße Umsetzung des zweiten Vatikanums sowie konkrete Pläne zur Neuevangelisierung sein.

Besuch: Eine Delegation des US-Kirchenrates wird nächste Woche Nordkorea besuchen. Dabei überbringt sie eine Schiffsladung Reis für die Opfer der Hungerkatastrophe nach einer Überschwemmung. Die humanitäre Hilfe nach der Flut hat im letzten Jahr vielen kirchlichen Einrichtungen, aber auch einem Vatikan-Vertreter, erstmals Zutritt zu dem kommunistischen Nordkorea verschafft.

Deutschland:

Kindesmißbrauch: Das Bundesjustizministerium will die Strafen für Kinderpornographie und sexuellen Kindesmißbrauch erhöhen. Dabei wird eine Anhebung der bisherigen Höchststrafe für Kindesmißbrauch von zehn auf 15 Jahre angestrebt. Seit 1994 können Deutsche auch für sexuellen Mißbrauch an Kindern im Ausland von deutschen Gerichten bestraft werden. (kna)

Heimerziehung: Der deutsche Caritasverband sieht die katholische Heimerziehung durch eine derzeitige Medienkampagne verunglimpft. Durch eine negative Imagebildung der Heimerziehung, vor allem durch Presseberichte und private Fernsehkanäle, würde den rund 400 katholischen Internaten schwerer Schaden zugefügt. Das erklärte der deutsche Caritasverband am Freitag in Freiburg. (kna)

Familienförderung: Eine stärere Förderung der Familien hat am Samstag der Erzbischof von Berlin, Kardinal Georg Sterzinsky, gefordert. In einem Interview sprach er sich vor allem für eine Anpassung des Kinder- und Erziehungsgeldes an die allgemeine Preisentwicklung aus.

Sternsinger: In diesem Jahr haben die Sternsinger ein neues Rekordergebnis erzielt. Das teilte das Päpstliche Missionswerk für Kinder in Aachen am Donnerstag mit. Mit rund 48 Millionen Mark liege das Ergebnis um etwa 2 Millionen über dem des Vorjahres, erklärte der Vorsitzende der Organisation, Arnold Poll. (kna)

50 Jahre: Das Hilfswerk "Kirche in Not" hat am Freitag mit den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag seines Bestehens begonnen. Auf einer Pressekonferenz in Rom appellierte der Gründer des Werkes, Pater Werenfried van Straaten, westliche und östliche Welt neu zu evangelisiere.

Dyba: Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat dem Fuldaer Erzbischof Johannes Dyba einen polemischen und unsachlichen Stil vorgeworfen. Seine Angriffe gegen führende Vertreter des ZdK wegen ihrer Haltung zur kirchlichen Schwangeren-Konfliktberatung seien ein Aberwitz. Das steht in einer Erklärung, die der geschäftsführende Auschuß des ZdK am Freitag in Bonn veröffentlichte. (kna)

Weitere Meldungen:

Hilfe für Opfer des Opus Dei: Am Wochenende sind in Italien neue Vorwürfe gegen die Prälatur des Opus Dei erhoben worden. Bei der Buchpräsentation einer Kritikerin des Werkes wurde in Rom die Gründung einer Selbsthilfe-Gruppe von Opfern des Opus Dei angekündigt. Eltern von Mitgliedern der katholischen Organisation beklagten bei der Veranstaltung, ihre Kinder seien häufig psychisch manipuliert worden. (kna)

Koptische Universität: Die Kopten Ägyptens wollen in Kürze ihre eigene erste Universität eröffnen. In dem überwiegend von Muslimen geprägten Ägypten machen die koptischen Christen rund 6 Prozent der Bevölkerung aus. Wie am Sonntag in Kairo bekannt wurde, will die neue Universiät ihre Tore im September öffnen.

Katholische Schulen: Der Vorsitzende der Bischofskonferenz von England und Wales, Kardinal Basil Hume, hat alle katholischen Eltern aufgerufen, ihre Kinder in kircheneigene Schulen zu schicken. Bei Ausnahmen müßten die Kinder aber einen starken konfessionellen Halt in Familie und Pfarrgemeinde finden, erklärte er. (kna)

Feiern zum 1200jähriges Bestehen des Campo Santo Teutonico:

Mit eine feierlichen Gottesdienst ist am Sonntag das eigentliche Jubiläumsjahr zum 1200jährigen Bestehen des Campo Santo Teutonico im Vatikan gefeiert worden. Die Kirche und der Friedhof mit dem anschließenden Priesterkollegsgebäude in unmittelbarer Nähe zum Petersdom führen ihre Gründung auf den Frankenkönig Karl den Großen zurück. Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff würdigte bei der Festmesse die deutschsprachigen Einrichtungen als Ort für Pilger und Deutsch-Römer sowie als Stätte der Wissenschaft. Er appellierte an die Gläubigen, das Licht des Glaubens nicht verlöschen zu lassen. In heutiger Zeit lasse manches Mal die Sehkraft des glaubenden Menschen nach. Die Tradition des Campo Santo könne da das Gegenteil beweisen. Der Kirchenhistoriker und Kollegsrektor des Campo Santo, Erwin Gatz, bezeichnete die Einrichtung als Stätte des Austausches zwischen italienischer und deutschsprachiger Welt.

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