vom 31. Dez. 1996 bis 02. Januar 1997 + + +

Vatikan:

Jahresabschluß: Am Silvesterabend hat Papst Johannes Paul II. der Tradition folgend in der römischen Jesuitenkirche des Heiligen Ignatius das Jahres-Schluß Te-Deum gefeiert. Aus diesem Anlaß kam er eigens aus Castel Gandolfo nach Rom. Am 1. Januar zelebrierte der Papst am Morgen in der Petersbasilika die Messe zum Fest der Gottesmutter Maria.

Neujahrsbotschaft: Am ersten Januar hat sich der Papst mit einer Friedensbotschaft an die Gläubigen gewandt. "Ohne Vergebung ist der Friede nicht möglich" lautete die Kernaussage seiner Ansprache. Johannes Paul forderte alle Menschen guten Willens auf, das neue Jahr mit einer Geste der Liebe, wenn nötig des Verzeihens zu beginnen.

Israelischer Besuch: Premierminister Benjamin Netanjahu will Ende Januar Rom und den Vatikan besuchen. Das erklärte er in einem Interview gegenüber dem Fernsehsender Telepace, das am Mittwoch ausgestrahlt wurde. "Israel ist der Sitz des Judentums und die Verbindungen mit dem Christentum sind augenscheinlich," sagte Netanjahu.

Kubareise: Am Donnerstag ist Kardinalvikar Camillo Ruini an der Spitze einer italienischen Bischofsdelegation nach Kuba und Haiti abgereist. Auf Kuba wollen die Bischöfe zwei Kliniken und mehrere soziale Einrichtungen besuchen, die mit Hilfe der italienischen Caritas finanziert wurden. Außerdem sind Gespräche mit Regierungsvertretern vorgesehen, die aber nichts mit dem bevorstehenden Besuch des Papstes in Havanna zu tun haben sollen. In Haiti werden die italienischen Bischöfe zur Eröffnung der katholischen Universität "Notre Dame" erwartet.

Jubeljahr: Der Leiter des Vatikanischen Pilgerwerkes hat sich besorgt über den Stand der Vorbereitungsarbeiten für das Jubiläumsjahr 2000 in Rom geäußert. Wie er dazu in einem Zeitungsinterview betonte, müßten vor allem genügend Übernachtungsmöglichkeiten und Transportmittel für die rund 30 Millionen zu erwartenden Pilger gefunden werden. Sollte die Stadt Rom jedoch dazu nicht in der Lage sein, bedeute dies für die Kirche "kein Drama". Papst Johannes Paul II. habe bereits vorgeschlagen, das Jubiläum auch in den Heimatdiözesen zu feiern, weshalb eine Reise nach Rom oder ins Heilige Land nicht unbedingt nötig sei. (kna)

Menschenrechte:

Folter: Amnesty international hat der Regierung des Libanon vorgeworfen, Gefangene zu foltern. Dies schrieb die Organisation in einem am Montag veröffentlichten Kommuniqué. Besonders hätten oppositionellen Christen unter den Mißhandlungen zu leiden. Nach einem Sprengstoffanschlag auf einen syrischen Kleinbus, der am 18. Dezember stattfand, seien einige Personen verhaftet worden, so die Erklärung. Da noch kein Prozess eröffnet worden sei, stände zu befürchten, daß sie gefoltert würden.

Krisengebiete:

Freiwillige Geisel: Unter den Geiseln der japanischen Botschaft in Peru befindet sich ein Jesuit, Pater Juan Julio, der sich freiwillig den Mitgefangenen als Seelsorger zur Verfügung gestellt hat. Ihm war schon am 22. Dezember die Freilassung angeboten worden. Wie ehemalige Geiseln berichten, lehnte er mit den Worten ab: "Ich ziehe es vor, hier zu helfen - außerdem habe ich ja auch keine Familie."

Beratungen: Am Donnerstag hat sich das oberste Gremium der serbisch-orthodoxen Kirche, der heilige Synod, in Belgrad versammelt, um über die politische Lage zu beraten. Vor wenigen Tagen hatte das Oberhaupt der Kirche, Patriarch Pavle, Präsident Milosevic offen kritisiert, weil er den Wählerwillen nicht respektiere. Am Freitag soll ein Komunniqué veröffentlicht werden. (kna)

Kirche:

Zurückgewiesen: Der Erzbischof von Split, Ante Juric, hat jetzt Unterstellungen zurückgewiesen, die katholische Kirche Kroatiens sei mit der Tudjman-Partei im Bunde und suche Privilegien. Für die Kirche sei klar, daß sie sich nicht auf die Seite einer einzelnen politischen Partei ziehen lassen wolle, erklärte er.

Situationsanalyse: Der Patriarch von Moskau und ganz Rußland, Alexey II., hat in einem Interview zum Beginn des Neuen Jahres die Situation der orthodoxen Kirche analysiert. Wie er betonte befindet sie sich in einem hoffnungsvollen Wiederbelebungsprozeß, sowohl im Bereich der Erziehung als auch auf dem caritativen Sektor. Die meisten Schwierigkeiten habe die Kirche durch ihren akuten Geldmangel und ihre zum Teil noch sehr große geographische Entfernung von den Gläubigen.

Amt angetreten: Der Wiener Erzbischof, Christoph Schönborn, hat am vergangenen Sonntag sein Amt als Ordinarius für die Katholiken des byzantinischen Ritus in Österreich angetreten. Das entsprechende Dekret der römischen Ostkirchenkongregation wurde im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Wiender griechisch-katholischen Zentralpfarre Sant Barbara verlesen.

Deutschland:

Neujahrsbotschaften: Beim traditionellen Silvesterempfang des Mainzer Domkapitels rief der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, die Seelsorger dazu auf, sich mehr Zeit für Gespräche mit Kranken und Notleidenden zu nehmen. Der stellvertretende Vorsitzende des Bischofskonferenz, Erzbischof Oskar Saier, sprach in seiner Silvesterpredigt in Freiburg die Empfehlung aus, das christliche Menschenbild als verlässliche Orientierung für das Jahr 1997 anzunehmen. Der Kölner Kardinal Joachim Meissner übte massive Kritik am Zustand der Gesellschaft. Deutschland habe sich nicht nur von einer Kulturnation zu einer Konsumnation gewandelt; es sei auch aus einem Land der "Dichter und Denker" zu einem Land der Lästerer und Ehrfurchtslosen geworden. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, rief dazu auf, das Leben des Einzelnen, der Gesellschaft und des Staates wieder an Gott auszurichten. Der Osnabrücker Bischof Franz Josef Bode warnte in seiner Ansprache vor einer neuen Armut in Deutschland. "Wir können nicht leugnen, daß heute viele durch die Maschen unserer Gesellschaft fallen und als Verlierer ins Abseits geraten." Der Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz, der Grazer Bischof Johann Weber, rief die Katholiken des Landes auf, im neuen Jahr frommer und zugleich sozialer zu sein. (kna)

Taizé: Mit Friedensgebeten in 500 Kirchengemeinden im Großraum Stuttgart ist das diesjährige europäische Jugendtreffen der ökumenischen Brudergemeinschaft von Taizé am Mittwoch zu Ende gegangen. Der Prior der Gemeinschaft, Frère Roger Schütz, entließ die rund 70.000 jungen Christen nach der fünftägigen Begegnung mit der Aufforderung, im Vertrauen auf Gott auf die Jahrtausendwende zuzugehen. (kna)

Jahr gegen Rassismus: Der interkulturelle Rat in Deutschland hat es begrüßt, daß 1997 zum "europäischen Jahr gegen Rassismus" bestimmt wurde. Der Vorsitzende des Rates, Jürgen Micksch, erklärte, dieses Jahr solle zur Förderung einer interkulturellen Offensive genutzt werden, mit der Ausländer und Deutsche gemeinsam den Rassismus bekämpften. (kna)

Scientology: Die Sekte hat Bundeskanzler Helmut Kohl aufgefordert, seine Haltung gegenüber der Organisation zu ändern. Er solle sich ein Beispiel an Großbritannien nehmen, schrieb Scientology am Donnerstag in einem "offenen Brief". Dort habe man die Gesetze dahingehend geändert, daß ausländische Scientology-Mitglieder als "Geistliche" arbeiten könnten. (kna)

Weitere Meldungen:

Neue Zeitung: In diesen Tagen erscheint die erste Nummer der Zeitschrift "Islam in Frankreich", die von einer unabhängigen Gruppe von Islam-Anhängern herausgegeben wird. Sie richtet sich an alle Muslime in Frankreich und soll dem Informationsfluß unter ihnen dienen. In dem Eröffnungsartikel des Blattes, das vom Staat unabhängig ist, heißt es, man wolle den kulturellen Bedürfnissen des Islam entsprechen und über die Stellung dieser Religion in Frankreich reflektieren. Der Islam ist die zweitstärkste Religion in dem Land nach der katholischen Kirche.

Grabeskirche: Die Kuppel der Grabeskirche in Jerusalem ist jetzt nach jahrzehntelanger Renovierungsarbeit wiederhergestellt. Am Festakt zur Eröffnung nahmen am Donnerstag Vertreter der griechisch-orthodoxen, der katholischen und der armenischen Kirche teil. Diese drei christlichen Gemeinschaften sind in der Grabeskirche vertreten. Es hatte fast 200 Jahre gedauert, bis sie sich über die Maßnahmen zur Erneuerung einigen konnten.

In eigener Sache:

Empfang: Radio Vatikan in deutscher Sprache können Sie auf Mittelwelle 1530 (kHz) und auf Kurzwelle 4005, 5880, 7250 und 9645 (kHz) empfangen. Im Sendegebiet Rom außerdem über UKW 93,3 MHz. - Seit dem 8. Dezember können Teile der Sendungen von Radio Vatikan über Radio Campanile empfangen werden. Das Programm können Sie über Astra auf einem Ton-Unterträger des Deutschen Sportfernsehens hören. Auf den Frequenzen 7,74 und 7,92 MHz. (Sendezeiten für Radio Vatikan-Beiträge: täglich um 7.15 Uhr, 11.15 Uhr und 19.15 Uhr)

Programm: Täglich um 16 Uhr senden wir live die aktuellen Nachrichten aus der Weltkirche. Um 20.20 Uhr können Sie unsere Magazine hören, die um 6.20 Uhr am nächsten Morgen wiederholt werden.

Magazine in dieser Woche (02. bis 08. Januar):

Donnerstag: Jugendmagazin GEPLANTE BEITRÄGE: Interview zum Ende des Jugendtreffens von Taizé in Stuttgart - Konfliktlösung an Münchner Schulen - Interview mit dem Leiter des "Kreises Junger Missionare" - Eine christlich-muslimische Schule in Ramallah

Freitag: Prisma-Magazin

Samstag: Betrachtung zum Sonntag von Willibald Hopfgartner aus Bozen und Rosenkranzgebet mit dem Heiligen Vater.

Sonntag: Korrespondenzsendung: Sie schreiben - wir antworten

Montag: Weltkirchenmagazin

Dienstag: Radioakademie: Glück - Schein oder Wahrheit? von Corinna Mühlstedt.

Mittwoch: Die Römische Woche

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