Vatikan:

Offizielle Visite: Das Oberhaupt der armenischen Kirche, Karekin I. Sarkissian, ist in Rom eingetroffen. Er trifft im Laufe seiner fünftägigen offiziellen Visite zweimal mit Papst Johannes Paul II. zusammen, führt Arbeitsgespräche mit dem vatikanischen Einheitsrat und besucht mehrere römische Kirchen.

Drogen: Der Osservatore Romano hat am Dienstag Pläne einer Legalisierung des Drogenkonsums kritisiert. Die Drogensucht sei eine "schreckliche Plage", die nicht durch reine Schadensbegrenzung gelöst werden könne. (kna)

Familie: Am Mittwoch begann eine internationale Tagung über die Situation der Familie in Lateinamerika. Es geht dabei auch um die Vorbereitung auf den zweiten Welt-Tag der Familie, der im Oktober 1997 in Rio de Janeiro stattfinden soll. Papst Johannes Paul II. will aus diesem Anlaß nach Brasilien reisen. Am Donnerstag kritisierte der Papst in einer Rede alle Versuche, die Familie zu zerstören. Sie entspreche dem Schöpfungsplan Gottes und müsse daher vom Staat geschützt werden.

Demokratie: Am Donnerstag begann die Päpstliche Akademie für Sozialwissenschaften eine Arbeitstagung zum Thema "Demokratie". Sie wurde vom Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Professor Hans Zacher, vorbereitet. Die Teilnehmer sind Fachleute von allen Kontinenten.

Neue Botschafter: Papst Johannes Paul II. hat am Donnerstag eine Reihe von neuen Botschaftern in Audienz empfangen, die ihre Beglaubigungsschreiben überreichten. In seiner Rede ging er ausführlich auf die Veränderungen in der modernen Welt ein: Wissenschaft und Technik böten völlig neue Möglichkeit der Zusammenarbeit - zugleich gebe es aber großes Elend und zu viel Gewalt.

Krisengebiete:

Schwierige Lage: Der Malteserhilfsdienst hat am Mittwoch in Köln mitgeteilt, es sei sehr schwer, in Ost-Zaire wirkungsvoll zu helfen. Grund seien die gegenläufigen Flüchtlingsströme - Ruander fliehen nach Westen und Zairesen nach Osten.

Cholera: Die UNO-Gesundheitsorganisation in Genf hat gemeldet, sie habe etwa 1.200 Cholerafälle in Zaire, Ruanda und Burundi festgestellt. Dazu kämen ebensoviele Cholerakranke in Goma. (kna)

Hunger: In der zairischen Stadt Kisangani, im Westen von Goma, herrscht eine große Nahrungsmittelknappheit. Das hat die Caritas am Dienstag mitgeteilt. Problematisch sei die stetig wachsende Zahl der Flüchtlinge. Wenn die Zahl der Menschen so ansteige wie erwartet, befürchten Mitglieder der Caritas eine dramatische Situation.

Verschwundener Bischof: Amnesty international hat sich besorgt über das Schicksal des in Zaire verschwundenen ruandischen Bischofs Phocas Nikwigize geäußert. Er sei seit dem 30. November nicht mehr gesehen worden, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung. (kna)

Flucht: Rund 23.000 ruandische Hutus sind aus ihren Lagern im Nordwesten Tansanias geflohen, um der Rückführung in ihre Heimat zu entgehen. Das erklärten am Montag Sprecher des UN-Flüchtlingskomissariats. Über 500.000 Hutus befänden sich noch in den Lagern Tansanias und würden derzeit von einer staatlichen Delegation zur Rückkehr gedrängt.

Gegen Verfassungsreform: Der Erzbischof der philippinischen Hauptstadt Manila, Kardinal Jaime Sin, hat sich gegen eine Verfassungsreform ausgesprochen, durch die Präsident Fidel Ramos eine zweite Amtszeit ermöglicht würde. Nach der Revolution von 1986 sei die Regierungszeit des Präsidenten auf 6 Jahre beschränkt worden, um die Entstehung einer Diktatur zu verhindern, erklärte der Kardinal. Befürworter der Verfassungsänderung sehen dagegen in Fidel Ramos den Garanten für politische Stabilität und wirtschaftliches Wachstum.

Feuerpause: In London sind am Montag die Regierungsverhandlungen zur Einleitung einer Feuerpause für Nordirland beendet worden. Der britische Premier John Major und sein irischer Kollege John Bruton verurteilten beide die Gewalt der IRA und einigten sich darauf, baldmöglichst eine Feuerpause zu akzeptablen Bedingungen anzustreben.

Menschenrechte:

Friedensnobelpreis: Bei der Entgegennahme des Preises hat Bischof Carlos Belo am Dienstag erneut zum Frieden für die indonesisch besetzte Insel Ost-Timor aufgerufen. Die Bevölkerung wolle endlich Frieden und sei auch bereit, dafür Kompromisse einzugehen, erklärte er in seiner Rede.

Vorwürfe: Der indonesische Außenminister, Ali Alatas, hat am Mittwoch Vorwürfe des portugiesischen Staatspräsidenten Sampaio zurückgewiesen, es gebe Menschenrechtsverletzungen auf Ost-Timor. Gerade Portugal sei die schlimmste Kolonialmacht gewesen, erklärte er, vor allem wenn man bedenke, was in Angola geschehen sei. Sampaio hatte in Oslo Indonesien vorgeworfen, auf Ost-Timor Menschenrechte zu verletzen. (kna)

Hausarrest: Die burmesische Friedensnobelpreisträgerin, Aung San Suu Kyi, steht seit Sonntag erneut unter Hausarrest. Dies wurde am Dienstag bekannt. Der Grund ist, daß das Militärregime ihre Partei für die Studentenunruhen verantwortlich macht. Die Universität von Rangun wurde ebenfalls geschlossen. (kna)

Kinderarbeit: In Indien hat zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesgerichtshof ein Gesetz erlassen, daß jugendgefährdende Arbeit in Fabriken verbietet. Wer trotzdem Minderjährige zur Arbeit einsetzt muß künftig für ihre Ausbildung aufkommen. Die indische Regierung schätzt, daß zur Zeit rund 20 Millionen Minderjährige in der Industrie beschäftigt sind - Nichtregierungs-Organisationen sprechen von 45 Millionen arbeitender Kinder und einer Dunkelziffer von 100 Millionen

Proteste: In Indiens Hauptstadt Neu Delhi haben etwa 500 Moslems am Dienstag gegen angebliche Menschenrechtsverletzungen durch Hindus im nordindischen Kaschmir protestiert. Sie besetzten für mehrere Stunden ein Büro der Vereinten Nationen. Die hinduistische Minderheit in Kaschmir erklärt hingegen, von den Moslems unterdrückt und bedroht zu werden.

Lebensmittel: Die Regierung von Niger hat die internationale Staatengemeinschaft um sofortige Lebensmittelhilfe gebeten. Nur so könnten zwei Millionen Menschen vor dem sicheren Hungertod gerettet werden, erklärte Premierminister Boukary Adji. Bereits im vergangenen Jahr war die Getreideproduktion des Landes um 100.000 Tonnen gesunken. Die internationale Gemeinschaft hatte alle Hilferufe ignoriert.

Aufruf: Die Präsidentin der Straßburger Parlamentarischen Versammlung, Leni Fischer, hat die Mitgliedsstaaten zur Einhaltung der Europäischen Menschenrechtskonvention aufgerufen. Dabei beklagte sie Menschenrechtsverletzungen in einigen europäischen Staaten. Insbesondere Rußland und die Ukraine hätten ihre Zusage in Bezug auf die Todesstrafe noch nicht eingelöst. (kna)

Asylpraxis: Das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen hat die Asyl-Praxis in Deutschland kritisiert. Am Dienstag, dem "internationalen Tag der Menschenrechte", erklärte die deutsche Vertreterin, mit ihren Entscheidungen für oder gegen ein Asyl würden die deutschen Behörden der "tatsächlichen Schutzbedürftigkeit der Asylsuchenden nicht mehr gerecht." (kna)

Folter: Amnesty international hat die portugiesische Polizei beschuldigt, Strafgefangene zu foltern und zu mißhandeln. Der Generalsekretär der Menschenrechtsorganisation, Pierre Sane, wiederholte am Montag in Lissabon diesen Vorwurf gegenüber einer Zeitung. Schon vergangenen Monat hatte das europäische Komitee gegen die Folter dieselbe Anschuldigung gegen Portugal erhoben.

Kirche:

Kirchenchef: Am Donnerstag hat die schwedische Regierung einen neuen Bischof an die Spitze der lutherischen Staatskirche berufen. Es handelt sich um den bisherigen Bischof von Lund, Karl Gustav Hammer. Er wird die Trennung von Staat und Kirche in Schweden durchführen, die im Jahr 2000 in Kraft treten soll. Damit entfällt auch die bisher übliche Ernennung des obersten Kirchenmannes durch die Regierung.

Versammlung: Am Donnerstag fand im Moskauer Danilos-Kloster eine Diözesanversammlung der orthodoxen Kirche statt. Eingeladen waren alle Bischöfe und Priester der Stadt. Patriarch Alexi von Moskau und ganz Rußland gab einen Überblick über die seelsorgerische Lage im ganzen Land und setzte einige Schwerpunkte.

Deutschland:

Deutsch-tschechisch: Die sudetendeutschen Katholiken können mit der gestern bekanntgewordenen Versöhnungserklärung leben. Dies sagte am Donnerstag der Generalsekretär der sudetendeutschen katholischen Ackermann-Gemeinde, Franz Olbert. Es handle sich dabei weder um einen Schlußstrich noch um einen völkerrechtlich bindenden Vertrag. (kna)

Hospize: Die deutsche Hospiz-Stiftung sieht keinen Grund für eine Entwarnung im Hinblick auf die Zukunft der Pflegehäuser. Dies erklärte die Organisation am Donnerstag. Die Zusicherung der Regierungskoalition vom Mittwoch, es werde auch künftig Zuschüsse von Seiten der gesetzlichen Krankenkassen geben, sichere noch lange nicht die Zukunft der Hospize und sei nur ein Mittel der Politiker, die Öffentlichkeit in falscher Sicherheit zu wiegen. (kna)

Theologische Fakultät: Die katholisch-theologische Fakultät Erfurt soll in die neue Universität der Stadt eingegliedert werden. Die Fakultät hatte während der ganzen DDR-Jahre bestanden. (kna)

Scientology: Die Sekte hat das Bundesjustizministerium zu rechtlichen Schritten gegen Bayern auffordert. Der Freistaat habe illegale Regelungen gegen Scientology getroffen, die gegen die Menschenrechte verstießen und deshalb zurückgenommen werden müßten. Der bayerische Innenminister, Günther Beckstein, kündigte unterdessen an, den Kampf gegen die "üblen Methoden dieses menschenverachtenden Systems" fortzusetzen. Am Dienstag haben Bayern und Baden-Württemberg ein gemeinsames Vorgehen gegen Scientology vereinbart. (kna)

Weitere Meldungen:

Frieden im Nahen Osten: Am Dienstag fand im jordanischen Amman eine Tagung der königlichen Akademie von Marokko statt. Thema war: "Wenn der Friedensprozess im Nahen Osten scheitern sollte." Für den Vatikan sprach der Präfekt der Bischofskongregation, der afrikanische Kardinal Bernardin Gantin.

Euthanasie: Das Unterhaus des australischen Parlaments hat das Euthanasiegesetz der Northern Territories zurückgewiesen. Sollte nun auch das Oberhaus in diesem Sinne entscheiden, gilt das Gesetz als aufgehoben. (kna)

Messbesuch: Zum ersten Mal hat ein Mitglied der kommunistischen Regierung Kubas offiziell an einem katholischen Gottesdienst teilgenommen. Wie kirchliche Kreise dazu mitteilten, besuchte der Kultusminister die Festmesse in der Kathedrale von Havanna zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis Mariens. Seine Teilnahme wird als weiteres Zeichen der Entspannung zwischen Kirche und Regierung gewertet. (kna)

Verfassung: Am Dienstag hat der Präsident Südafrikas, Nelson Mandela, die neue Verfassung seines Landes unterzeichnet. Sie war bereits Anfang Dezember vom Verfassungsgericht anerkannt worden. Mandela hatte erklärt, er wolle diese erste demokratische Verfassung Südafrikas am "internationalen Tag der Menschenrechte" unterzeichnen. (kna)

Eigene Gruppe: Die Muslime Rußlands haben am Donnerstag mitgeteilt, daß sie innerhalb der "Douma", dem Unterhaus des Moskauer Parlaments. eine eigene Abgeordnetengruppe gründe wollen. Von den 450 Mitgliedern der Douma sind 26 Muslime. Zur Gruppengründung werden 35 Abgeordnete benötigt.

Kirchenbrände: Zwei ehemalige Mitglieder des Ku-Klux-Klans haben zugegeben, eine hauptsächlich von Schwarzen besuchte Kirche um US-amerikanischen Bundesstaat South Carolina angezündet zu haben. Nach Mitteilung des Washingtoner Justizministeriums müssen die beiden Männer mit bis zu 60 Jahren Gefängnis rechnen. (kna)

Überwachung: In Italien sollen 2 Kardinäle vom Staatsschutz überwacht worden sein. Der Mailänder Erzbischof, Kardinal Carlo Maria Martini, wegen seiner Kontakte zur lombardischen Regionalpartei "Lega Nord" und der Vorsitzende der italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Camillo Ruini, wegen finanzieller Beziehungen zum Vatikan. Dies berichteten am Donnerstag römische Zeitungen unter Berufung auf Informationen aus Kreisen der Parlamentskommission, die die Geheimdienste überwacht. (kna)

Sonntage: Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände Österreichs hat am Dienstag eine Resolution zur Erhaltung des Sonntags im gesellschaftlichen und religiösen Leben verabschiedet. Sie reagierte damit auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes, das die besondere Bedeutung des Sonntags aufhebt.

Autofahrer: Die britische "christliche Vereinigung für Sicherheit im Straßenverkehr" hat jetzt "zehn Gebote für Autofahrer" herausgegeben. Sie sollen zusammen mit einer Gebets- und Liedersammlung dazu beitragen, daß auf britischen Straßen künftig mehr Rücksicht und Menschlichkeit herrscht. (kna)

In eigener Sache:

Empfang: Radio Vatikan in deutscher Sprache können Sie auf Mittelwelle 1530 (kHz) und auf Kurzwelle 4005, 5880, 7250 und 9645 (kHz) empfangen. Im Sendegebiet Rom außerdem über UKW 93,3 MHz. - Seit dem 8. Dezember können Teile der Sendungen von Radio Vatikan über Radio Campanile empfangen werden. Das Programm können Sie über Astra auf einem Ton-Unterträger des Deutschen Sportfernsehens hören. Auf den Frequenzen 7,74 und 7,92 MHz. (Sendezeiten für Radio Vatikan-Beiträge: täglich um 7.15 Uhr, 11.15 Uhr und 19.15 Uhr)

Programm: Täglich um 16 Uhr senden wir live die aktuellen Nachrichten aus der Weltkirche. Um 20.20 Uhr können Sie unsere Magazine hören, die um 6.20 Uhr am nächsten Morgen wiederholt

werden.

Magazine in dieser Woche (12. bis 18. Dezember):

Donnerstag: Kreuz des Südens SPEZIAL Der Vatikan und die Mullahs: "Heilige Allianz"? Interviews mit einem Ayatholla und einem Jesuiten, der in Teheran unterrichtet hat.

Freitag: Prisma-Magazin GEPLANTE BEITRÄGE: Die Bischöfe Vietnams bei Papst Johannes Paul II. - 50 Jahre UNICEF, eine Würdigung - Johannes vom Kreuz im Blick von Charles de Foucauld - Bücher für den Weihnachtstisch

Samstag: Kommentar der Woche von Wendelin Köster SJ und Das kosmische Gebet - Einübung nach Origenes von Peter Dyckhoff

Sonntag: Sie schreiben - wir antworten. Unsere Korrespondenzsendung

Montag: Weltkirchenmagazin

Dienstag: Jahwes Volk und die Richter. Radioakademie von Aldo Parmeggiani. Teil III.

Mittwoch: Die Römische Woche.

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