(vom 13. bis 16. September)

Vatikan:

Operation: Papst Johannes Paul II. soll noch im Laufe dieses Jahres am Blindarm operiert werden. Das gab sein Arzt am Samstag auf einer Pressekonferenz bekannt. Ein genauer Zeitpunkt für den Eingriff wurde jedoch nicht mitgeteilt.

Ad Limina: Papst Johannes Paul II. hat die jüngsten religiösen Spannungen in Indonesien beklagt und zum Gebet für eine friedliche Lösung aufgerufen. Die Bischöfe des Landes halten sich zur Zeit zu ihrem Ad Limina-Besuch im Vatikan auf. Gleichzeitig unterstrich er die Unterstützung der katholischen Kirche für die überkonfessionelle Staatsideologie "Pancasila". (kna)

Beileid: Am Freitag hat Johannes Paul dem Bischof von Augsburg sein Beileid zum Tod von Alterzbischof Josef Stimpfle bekundet. In einem vom Kardinalstaatssekretär unterzeichneten Telegramm würdigte der Papst Stimpfle als einen angesehenen Seelsorger. - Tausende Menschen haben am Wochenende im Augsburger Dom Abschied von Alterzbischof Stimpfle genommen. Der Leichnam war bis zum Sonntag dort offen aufgebahrt. Er verbleibt bis zum Requiem am Donnerstag weiter in der Gertrudenkapelle. (kna)

Rehabilitierung: Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Josef Ratzinger, sieht keinen Anlaß, den Tübinger Theologen Hans Küng zu rehabilitieren. So kann man es in einem Buch über Ratzinger lesen, das am kommenden Mittwoch veröffentlicht wird. Es heißt: "Salz der Erde". Küng habe, so der Kardinal, nichts von seiner Bestreitung des Papstamtes zurückgenommen, sondern seine Position weiter radikalisiert. (kna)

Priesterjubiläum: Vom 7. bis zum 10. November finden in Rom Gedenkfeiern anläßlich des goldenen Priesterjubiläums von Papst Johannes Paul II. statt. Er wird diese Festtage zusammen mit Priestern begehen, die ebenfalls 1948 geweiht wurden. An jedem der Tage sollen eine geistliche Reflexion und Konzelebrationen stattfinden. Die Priester sollen möglichst von Mitgliedern ihrer Gemeinden, von Angehörigen und Freunden begleitet werden, damit in Rom ein großes Familienfest gefeiert werden kann. Der Papst hatte bereits im März die Priester in aller Welt einladen lassen, die im gleichen Jahr wie er die Weihe erhielten.

Menschenrechte:

Treffen: Die Menschenrechte werden in der nächsten Woche im Mittelpunkt eines internationalen parlamentarischen Treffens in Peking stehen. Wie am Freitag von offizieller Seite bekannt wurde, werden rund 600 Parlamentarier aus aller Welt 5 Tage lang Themen von internationaler Bedeutung, wie die Menschenrechte oder Ernährungsprobleme, diskutieren. Die Debatte soll allgemeiner Art sein und in keiner Weise Pekings Menschenrechtspolitik angreifen.

Todesstrafe: Zum ersten Mal seit 13 Jahren ist in Guatemala am Freitag wieder die Todesstrafe vollstreckt worden. Die beiden Hingerichteten sollen ein vierjähriges Mädchen entführt, vergewaltigt und ermordet haben. Amnesty international kritisierte den Akt und erklärte, daß die Vollstreckung der Todesstrafe die Kriminalität in Guatemala nicht verringern werde. Am Montag äußerte sich auch der Erzbischof von Managua in Nicaragua, Kardinal Miguel Obando, zum Problem Todesstrafe. In Extremsituationen, so der Kardinal, sei sie legitim, wenn es für Gesellschaft und Staat anders nicht möglich sei, die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten.

Hilfe: Nach seiner Ankunft in Australien hat der Dalai Lama die Politiker des Landes um Hilfe für Tibet gebeten. Vor Journalisten sagte er am Montag in Sydney, daß seinem Land in den nächsten 10 bis 15 Jahren der kulturelle Völkermord drohe. Australien solle auf reelle Verhandlungen zwischen China und Tibet hinwirken.

Erziehung: Alle Klöster in Tibet müssen sich einem Kurs in Vaterlandskunde unterziehen. Dies wurde von Seiten des regionalen Parteikomitees bekannt. Bereits seit Mai finden Schulungen in den 3 Klöstern Lhasas statt. Von den Klöstern sei in der Vergangenheit immer wieder reaktionäre Propaganda ausgegangen, so Peking.

Krisengebiete:

Erfolglos: Die Suche nach der Leiche des Erzbischofs der burundischen Stadt Gitega, Joachim Ruhuna, blieb bisher erfolglos. Wie die burundische Armee am Freitag mitteilte, hat sie 7 Rebellen getötet, die an der Ermordung Ruhunas beteiligt gewesen sein sollen. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz des Landes, Bernard Bududira, teilte mit, daß mittlerweile alle Bischöfe unter Militärschutz ständen. Zur Trauerfeier für Ruhuna wird Kurienkardinal Jozef Tomko in Vertretung von Papst Johannes Paul II. anreisen. Der Gottesdienst wird am Dienstag in Gitega stattfinden. (kna)

Aufhebung: Der neue burundische Präsident, Pierre Buyoya, hat eine Aufhebung des Embargos gegen sein Land verlangt. Auf einer Pressekonferenz erklärte er am Freitag, er habe jetzt das Parlament wiedereingesetzt und politische Parteien zugelassen; damit seien die Ziele erfüllt, die sich die Nachbarländer Burundis mit ihrem Embargo gesteckt hätten.

Wahlen: Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat einen Tag vor Beginn der Wahlen in Bosnien die internationale Gemeinschaft aufgefordert, die Wahlergebnisse im serbischen Sektor nicht anzuerkennen. Dort seien die Bedingungen für faire und demokratische Wahlen nicht erfüllt, so die GfbV am Freitag in Göttingen.

Rückschlag: Der Erzbischof der Melkitischen Kirche in Jerusalem, Lutfi Laham, hat die Siedlungspolitik von Regierungschef Benjamin Netanjahu als Rückschlag für den Friedensprozeß im Nahen Osten bezeichnet. Durch weitere Siedlungen in autonomen Palästinensergebieten würde auch die Existenz des Staates Israel aufs Spiel gesetzt, warnte Laham am Freitag in Berlin auf einer Tagung über "Christen im Heiligen Land". (kna)

Neujahrsfest: Anläßlich des am Freitag abend beginnenden jüdischen Neujahrsfestes sind in ganz Israel verstärkte Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Zahlreiche neue Kontrollposten wurden für die drei Tage dauernden Feierlichkeiten am Grab der Patriarchen in Hebron und in der Nähe der Klagemauer in Jerusalem eingerichtet.

Proteste: Mehrere hundert Protestanten haben am Samstag in der irischen Grafschaft Antrim katholische Kirchen blockiert und Meßfeiern verhindert. Damit protestierten sie gegen das Verbot eines Marsches, den der protestantische Oranier-Orden letzte Woche nordöstlich von Ulster durchführen wollte.

Kirche:

Neokatechumenat: Der Erzbischof von London, Kardinal Basil Hume, hat die Weihe von 15 Mitgliedern des Neokatechumenats zu Priestern seiner Diözese abgelehnt. Die Entscheidung soll nach intensiven Gesprächen mit den Geistlichen des Bistums getroffen worden sein. Der Bewegung wird vorgeworfen, zweifelhafte Methoden bei der Mitgliederwerbung anzuwenden, die bis zur Gehirnwäsche reichten. Die 15 Männer werden nun in Rom geweiht werden. Der Papst hat wiederholt seine Unterstützung für die neokathechumenalen Gemeinschaften zum Ausdruck gebracht.

Rücktritt: Der katholische Bischof des schottischen Argyll, Roderick Wright, hat am Montag seinen Rücktritt eingereicht. Er war seit einer Woche vermißt worden. Bischof Wright will, wie er selbst erklärte, heiraten. (kna)

Prostitution: Die katholische Kirche Tschechiens hat entschieden, sich dem Kampf der Behörden gegen die Prostitution anzuschließen. Wie der Sprecher der Bischofskonferenz, Daniel Herman, jetzt erklärte, sei dies ein Teil der Kampagne für die geistige und moralische Erneuerung des Landes in der postkommunistisschen Ära. (kna)

Kindesmißbrauch: Der emeritierte Bischof der kanadischen Stadt Prince George, Hubert O`Connor, ist am Samstag wegen Kindesmißbrauch zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Tat liegt 30 Jahre zurück. Damals war der heute 68jährige Leiter einer Schule für Kinder aus der indianischen Bevölkerung. Während des Prozesses hatte er zuerst seine Unschuld beteuert, dann aber einen Fall von Kindesmißbrauch zugegeben.

Deutschland:

Ausländer: Ein stärkeres Zugehen auf die in Deutschland lebenden Ausländer hat der Mainzer Bischof Karl Lehmann gefordert. Im Mainzer Dom sagte er am Sonntag, Hinwendung zum Fremden sei nicht am Rand des christlichen Glaubens angesiedelt, sondern gehöre zu dessen tiefster Mitte. (kna)

Weitere Meldungen:

Krankenhaus: Mutter Teresa ist erneut ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die 86jährige Friedensnobelpreisträgerin war im Hauptsitz ihres Ordens in Kalkutta ausgerutscht und gestürzt. Nach Aussage ihrer Ärzte soll sie eine Gehirnerschütterung erlitten haben, sich jedoch nicht in akuter Gefahr befinden.

Abtreibung: Vor dem Parlamentsgebäude der Vereinigten Staaten in Washington hat in dieser Woche ein außergewöhnliche Demonstration gegen die Abtreibung stattgefunden. Alle 8 Kardinäle des Landes, über 60 Bischöfe und Vertreter der orthodoxen, metodistischen und presbyterianischen Kirchen versammelten sich zusammen mit hunderten von Gläubigen zu einer Gebetswache. Sie protestierten damit gegen ein Gesetz, das Abtreibung auch noch nach der 20. Schwangerschaftswoche ermöglichen soll.

Freilassen: Die USA haben die chinesische Regierung jetzt aufgefordert, alle "Gewissensgefangenen" freizulassen. Gemeint sind mit dieser Bezeichnung Häftlinge, die wegen friedlicher Meinungsäußerungen oder religiöser Überzeugung gefangen gehalten werden. Washington reagiert damit auf die Verhaftung von Fu Guoyong, einem Studenten, der Petitionen zur Freilassung politischer Gefangener unterschrieben hatte. (kna)

Proteste: Im Norden Nigerias haben am Freitag tausende, zumeist jugendliche schiitische Muslime gegen die Verhaftung ihres geistigen Führers protestiert. Das teilten Bewohner der Region mit. Sheik Ibrahim el-Zakzaky, ein schiitischer Fundamentalist, war am Donnerstag inhaftiert worden. Ihm wird vorgeworfen, der Urheber von Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen am Freitag letzter Woche gewesen zu sein. Bei dem Krawall in einem mehrheitlich muslimischen Dorf in Südnigeria waren offenbar 5 Menschen getötet und etwa 15 verletzt worden.

Padanien: Sowohl die italienische Bischofskonferenz als auch der Osservatore Romano haben sich kritisch zu der Ausrufung einer "Republik Padanien" am Sonntag geäußert. Die Bischöfe bezeichneten eine Abspaltung des Nordens als "großen kulturellen und wirtschaftlichen Schaden" und äußerten die tiefe Besorgnis der Kirche über die Sezessionsbemühungen der Lega Nord. Der Osservatore sprach sich für die Einheit Italiens aus und forderte seine Leser auf, ihr Engagement für die Einheit des Landes nicht auf diesen einen Tag zu beschränken. (kna)

Neu eingesegnet: 2 Wochen nach einem spektakulären Mafiamord ist ein Friedhof im sizilianischen Catania am Sonntag neu eingesegnet worden. Ein Killerkommando hatte dort die Witwe eines Mafioso und ihren 13jährigen Vetter erschossen, als sie am Grab ihres Verwandten beteten. Erzbischof Luigi Bommarito wertete die große Teilnahme der Bevölkerung an der Einsegnungsfeier als Zeichen gegen die Mafia. (kna)

Flugservice: Ultraorthodoxe Juden haben am Montag in Jerusalem mehrere Fluggesellschaften aufgerufen, einen besseren Service für religiös-gläubige Passagiere anzubieten. Filmvorführungen während des Fluges sollten verboten werden, auch müßte im Bordservice eine klare Geschlechtertrennung eingeführt werden. Männliche Stewarts sollten dann auch nur männliche Passagiere bedienen.

In eigener Sache:

Empfang: Radio Vatikan in deutscher Sprache können Sie auf Mittelwelle 1530 (kHz) und auf Kurzwelle 4005, 5880, 7250 und 9645 (kHz) empfangen. Im Sendegebiet Rom außerdem über UKW 93,3 MHz.

Programm: Täglich um 16 Uhr senden wir live die aktuellen Nachrichten aus der Weltkirche. Um 20.20 Uhr können Sie unsere Magazine hören, die um 6.20 Uhr am nächsten Morgen wiederholt werden.

Magazine in dieser Woche (16. bis 22. September):

Montag: Weltkirchenmagazin. GEPLANTE BEITRÄGE: Guatemala: Hoffnung auf dem Weg zum Frieden - Frankreich: Ein Interview mit Y. Grosser vor dem Papstbesuch - Christen, Juden und Muslime diskutieren über die Zukunft Jerusalems - Konrad Raiser: Neuaufbruch zur Ökumene, ein Gespräch.

Dienstag: Radioakademie: Das Jahr 2000 und der Glaube an Jesus Christus. Teil III. Von Pater Eberhard Gemmingen.

Mittwoch: Römische Woche. GEPLANTE BEITRÄGE: Aktuell kurz vor der Papstreise: Ländervorstellung Frankreich - Vor 1900 Jahren ermordet: Kaiser Domitian.

Donnerstag: Mit dem Papst in Frankreich. 1500 Jahre seit der Taufe des Frankenkönigs Chlodwig.

Freitag: Mit dem Papst in Frankreich.

Samstag: Mit dem Papst in Frankreich.

Sonntag: Mit dem Papst in Frankreich.

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