vom 10. bis 12. September

Vatikan:

Alphabetisierung: Papst Johannes Paul II. hat zum internationalen Tag der Alphabetisierung, der am Montag begangen wurde, eine Botschaft an die UNESCO gesandt. Darin ermutigte er alle, die mit Freigiebigkeit und Aufopferung gegen den Analphabetismus kämpfen, in ihrer Arbeit fortzufahren.

Berufen: Der Leiter der christlich-islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle in Frankfurt, Hans Vöcking, ist in den päpstlichen Rat für den interreligiösen Dialog berufen worden. Das Gremium ist besonders für den Austausch mit den anderen Religionen zuständig. (kna)

Gespräche: Am Donnerstag ist der Bürgermeister von Nazareth, Ramiz Jaraisy, zu Vorbereitungsgesprächen auf das Jahr 2000 in den Vatikan gekommen. Kardinal Etchegaray traf als Präsident des zuständigen Komitees mit ihm zusammen. Nazareth soll nach Wunsch des Papstes bei den Jubelfeiern eine große Rolle spielen.

Papstreise:

Zurückgewiesen: Der Pariser Erzbischof, Kardinal Jean-Marie Lustiger, hat erneut die Kritik an der Reise des Papstes nach Frankreich zurückgewiesen. In der Mittwochsausgabe der Tageszeitung "Le Figaro" betonte er, es sei ausgesprochen ungewöhnlich, wenn einerseits der kirchliche Einsatz für Minderheiten gelobt, andererseits von den gleichen Personen der Besuch des Papstes kritisiert werde. (kna)

Menschenrechte:

Asylbewerber: Der Kardinal von Westminster, Basil Hume, hat den Umgang des britischen Staates und der Bevölkerung mit Asylbewerbern kritisiert. Er führte das verschlechterte Verhältnis zu den Bedürftigen auf Änderungen im britischen Wohlfahrtssystem zurück. Wer nicht sofort um Asyl nachsuche, werde nicht unterstützt. Laut Hume eine Tatsache, die die "moralische Gesundheit" der Nation wiederspiegele.

Mädchen in China: Anläßlich des Weltkindertages am 20. September wird das Kindermissionswerk in Aachen der Bundesregierung eine Studie über Mädchen in China überreichen. Die weibliche Nachkommenschaft hat im Land der aufgehenden Sonne, in dem jede Familie nur ein Kind haben darf, nicht viele Chancen. Es werden mehr Mädchen abgetrieben als Jungen, sie werden nach der Geburt umgebracht oder vernachlässigt. Mädchen sind ein Kostenfaktor während Jungen Ehre und die Fortsetzung des Namens versprechen.

Krisengebiete:

Ermordet: Der Erzbischof der burundischen Stadt Gitega, Joachim Ruhuna, sowie mehrere ihn begleitende Personen sind nach Zeugenaussagen ermordet worden. Der ausgebrannte Wagen des Erzbischofs wurde am Montag etwa 30 Kilometer von seiner Bischofsstadt entfernt aufgefunden, ebenso seine verkohlten Kleider. Ein Zeuge sagte aus, er habe die Leichen des Erzbischofs und einer Ordensfrau gefunden. Während er Hilfe holen wollte, wurden die Körper jedoch von Unbekannten entfernt. Die 4 weiteren Personen, die den Erzbischof begleiteten, sollen nach Aussagen des Militärs inzwischen lebend aufgefunden worden sein.

Reaktionen: Am Mittwoch verurteilte Papst Johannes Paul II. bei der Generalaudienz die Ermordung des Erzbischofs. Am gleichen Tag rief Staatschef Pierre Buyoya die Bevölkerung zur Ruhe auf. Nach der Ermordung Ruhunas dürfe es nicht zu Racheakten kommen. Am Donnerstag äußerte auch der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, seine Bestürzung über die Ermordung.

Hunger: Nach Angaben der UN-Welternährungsorganisation FAO sind die Einwohner der liberianischen Stadt Tubmanburg vom Hungertod bedroht. Die Stadt wird seit dem vergangenen Februar belagert. Täglich sterben 10 bis 15 Menschen. Erste Lebensmittelsendungen werden bereits verteilt.

Zusammenstöße: Im Norden Nigerias ist es zu Zusammenstößen zwischen Christen und Moslems gekommen. Das berichteten Tageszeitungen des Landes am Mittwoch. 5 Tote und 15 Verletzte seien die Bilanz der Kämpfe, die nach der Entführung eines katholischen Priesters durch militante Moslems entstanden seien. Die Christen hatten versucht, den Priester aus der Gewalt der Moslems zu befreien. Offizielle Stellen haben die Ereignisse noch nicht bestätigt.

Gefahr für den Frieden: Die christlichen Bürgerwehren auf dem philippinischen Mindanao müssen aufgelöst werden. Dazu hat Präsident Fidel Ramos die Polizei und das Militär aufgefordert. Die Gruppen stellten eine Gefahr für den Frieden auf der Insel dar und hielten die muslimischen Länder davon ab, in die wirtschaftliche Entwicklung zu investieren.

Kirche:

Angeschossen: In Nigeria wurde der Bischof von Ondo, Francis Alonge, von Räubern in beide Beine geschossen. Das berichteten am Mittwoch mehrere Tageszeitungen in der Hauptstadt Lagos.

Verhaftet: In Zaire, nahe der Grenze zu Burundi, sind Soldaten in das Haus des katholischen Bischofs von Uvira eingedrungen und haben 2 Priester verhaftet. Bischof Jerome Gapangwa Nteziryayo selbst soll geflohen sein. Dies berichtete die Katholische Nachrichtenagentur am Mittwoch unter Berufung auf kirchliche Kreise. Die Verhaftungen stünden im Zusammenhang mit den Stammeskonflikten zwischen Hutu und Tutsi im benachbarten Burundi. Unmittelbar vor dem Eindringen der Soldaten in das Bischofshaus waren in Uvira 20 Menschen getötet worden. (kna)

Spaltung: Der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn befürchtet eine neue Spaltung innerhalb der katholischen Kirche. In einem Interview erklärte er, die Kirche befinde sich derzeit im größten Reformschub ihrer Geschichte. Ein Ende der katholischen Kirche sehe er jedoch wegen der sehr klaren Verheißung Jesu Christi nicht. Da Christus jedoch nicht verheißen habe, daß die katholische Kirche die größte Religionsgemeinschaft der Welt bleiben werde, sei es durchaus möglich, daß der Weg Jesu von vielen Menschen nicht mitgegangen werde. (kna)

Sektenwarnung: In Kamerun hat der Erzbischof von Tumi, Christian Tumi, seine Priester und Gläubigen jetzt vor einigen Sekten gewarnt, die als "katholische Gemeinschaften getarnt" auf Seelenfang gingen. In einem Hirtenbrief betonte Douala, daß die Sekten versuchten, die katholische Kirche nach außen hin in allem nachzuahmen, um viele ahnungslose Gläubige in die Irre zu führen.

Deutschland:

Kongreß: Am Donnerstag wurde in Hildesheim der katholische Kongreß für Sozialfragen eröffnet. Die Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Rita Waschbüsch, verlangte in ihrem Einleitungsreferat politisches Engagement für soziale Gerechtigkeit in aller Welt. (kna)

Scientology: Alle im rheinland-pfälzischen Landtag vertretenen Parteien haben gefordert, entschiedener gegen die Scientology-Sekte vorzugehen. Der Sprecher der CDU-Fraktion, Manfred Kramer, verlangte, daß die Organisation durch den Verfassungsschutz beobachtet werden soll. (kna)

Renovabis: Die Osteuropa-Aktion hat im vergangenen Jahr ihre Projektförderungen verdoppelt. Renovabis-Geschäftsführer Eugen Hillengass teilte am Dienstag in München mit, daß 866 soziale und pastorale Vorhaben in 27 Partnerländern unterstützt worden seien. Der Betrag von rund 34 Millionen Mark stammte aus Spendenaktionen und Kirchenkollekten. (kna)

Gestorben: Der Politiker Willy Weißkirch ist am Mittwoch abend in Bonn gestorben. Er wurde 73 Jahre alt. Weißkirch gehörte zu den Gründern der katholsichen Jugendbewegung und der christlich demokratischen Partei. Zeit seines Lebens förderte er die katholische Soziallehre. (kna)

Keine Kürzungen für Schwangere: Die Vorsitzende der "Christdemokraten für das Leben", Johanna von Westfalen, hat gefordert, daß Schwangere von den Kürzungen der Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle ausgenommen werden. Gesundheitliche Belastungen während der Schwangerschaft seien nicht mit anderen Erkrankungen gleichzusetzen, so die Begründung. (kna)

LER: Eine Beibehaltung des konfessionellen Religionsunterrichts an den Schulen hat jetzt auch der Limburger Bischof Franz Kamphaus gefordert. Der vielfach propagierte ökumenische Unterricht nivelliere unangemessen die kulturell-religiösen Unterschiede. Gelebtes Christentum sei konfessionelles Christentum, so Kamphaus am Dienstag in Limburg. (kna)

Weitere Meldungen:

Religion: Nach Ansicht des chinesischen Premierministers Li Peng müssen sich die Religionen den Gesetzen der "sozialistischen Gesellschaft" unterwerfen. Das erklärte er jetzt offen bei einer Informationsreise durch die überwiegend von Muslimen bevölkerte Provinz Xingjang.

"Padanien": Der Mailänder Kardinal, Carlo Maria Martini, hat die geplante Abspaltung einer "Republik Padanien" in Norditalien kritisiert. In der Mailänder Kirchenzeitung schrieb er, daß die Kirche für Solidarität und Integrität unter allen Menschen, Völkern und Kulturen eintrete. Sie lehne jedoch "alle kulturellen Modelle und Institutionen ab, die die Ausgrenzung von sozialen Gruppen und bestimmten Gebieten verlangen oder festschreiben". (kna)

Wahlaufruf: Der Erzbischof von Sarajewo, Kardinal Vinko Puljic, hat die Bürger aufgerufen, bei der Wahl am Samstag nicht unter ethnischen Gesichtspunkten zu wählen. Wählbar sei jede Partei, die Frieden und Gerechtigkeit bringe, so Puljic, die Kirche gebe keiner Partei den Vorrang.

Mutter Teresa: Anläßlich des 50. Jahrestages der Gründung der "Missionarinnen der Nächstenliebe" wird Mutter Teresa von Kalkutta mit der US-amerikanischen Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet. Diese Ehre wurde bisher nur 3 Personen zuteil: Winston Churchill, Raoul Wallenberg und William Penn.

In eigener Sache:

Empfang: Radio Vatikan in deutscher Sprache können Sie auf Mittelwelle 1530 (kHz) und auf Kurzwelle 4005, 5880, 7250 und 9645 (kHz) empfangen. Im Sendegebiet Rom außerdem über UKW 93,3 MHz.

Programm: Täglich um 16 Uhr senden wir live die aktuellen Nachrichten aus der Weltkirche. Um 20.20 Uhr können Sie unsere Magazine hören, die um 6.20 Uhr am nächsten Morgen wiederholt werden.

Magazine in dieser und der kommenden Woche (12. bis 18. September):

Donnerstag: Kreuz des Südens SPEZIAL: GEPLANTE BEITRÄGE: Es-Präsident Nyerere von Tansania, Vermittler im Burundi-Konflikt, steht uns Rede und Antwort.

Freitag: Prisma-Magazin. GEPLANTE BEITRÄGE: Aktuelles vom Katholischen Kongress aus Hildesheim - Wie die Kirche im Internet vertreten ist - Abtreibung, ein Kommentar von Pater Eberhard Gemmingen - PapuaNeuguinea: Wie die Kirche Frieden stiftet

Samstag: Der Kommentar der Woche von Herbert Schneider OFM und eine Meditation über den Patriarchen Abraham von Bernhard Häring

Sonntag: Sondersendung: Katholischer Kongress Hildesheim von Matthias Kopp.

Montag: Weltkirchenmagazin. GEPLANTE BEITRÄGE: Ökumenisches Theologiestudium in Israel - Der Velo-Pfarrer in Frankreich fördert das Radfahren - Christen, Juden und Muslime diskutieren über die Zukunft Jerusalems.

Dienstag: Radioakademie: Das Jahr 2000 und der Glaube an Jesus Christus. Teil III. Von Pater Eberhard Gemmingen.

Mittwoch: Römische Woche. GEPLANTE BEITRÄGE: Aktuell kurz vor der Papstreise: Ländervorstellung Frankreich - Vor 1900 Jahren ermordet: Kaiser Domitian.

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