vom 09. bis 11. Juli:

Vatikan:

Kindesmißbrauch: Papst Johannes Paul II. hat zu einem verstärkten Kampf gegen Kindesmißbrauch und die Ausbeutung von Kindern in Asien aufgerufen. Er forderte am Dienstag von den Regierungen im asiatisch-pazifischen Raum ein schärferes gesetzliches Vorgehen für ihren Schutz.

Konkordat: Mit Widersprüchen zwischen dem Konkordat und der künftigen Verfassung hat der polnische Minister Leszek Miller eine Verschiebung der Ratifizierung des Konkordats zwischen Polen und dem Vatikan verteidigt. Er betonte, sein Beschluß richte sich nicht gegen die Kirche oder gar gegen Gott. (kna)

Diplomatie: Der Vatikan und Turkmenistan haben am Mittwoch diplomatische Beziehungen aufgenommen. In der Hauptstadt Asgabad wird eine Nuntiatur eröffnet, beim Vatikan eine turkmenische Botschaft. Der Akt liegt in der Reihe der Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Kirgisien, Kasachstan und Usbekistan im Jahr 1992 sowie Tadschikistan im Jahr 1996.

Programm: Am Mittwoch ist das offizielle Ungarn-Besuchsprogramm von Papst Johannes Paul II. für September veröffentlicht worden. Neben der Teilnahme an der 1.000-Jahr-Feier der Benediktinerabtei Pannonhalma wird der Papst eine Messe mit Gläubigen aus ganz Ungarn feiern und Regierungsvertreter treffen.

Demonstration: Verschiedene Organisationen Frankreichs haben zu einer Demonstration aus Anlaß des geplanten Papstbesuches aufgerufen. Die Kundgebung soll am 22. September in Paris stattfinden, während der Papst in Reims an den 1.500-Jahr-Feiern zur Taufe des Frankenkönigs Chlodwig teilnimmt.

Urlaub: Papst Johannes Paul II. ist am Mittwoch zu seinem Urlaub nach Norditalien aufgebrochen. Er wird sich 2 Wochen in den Dolomiten aufhalten. Der Ortspfarrer von Lorenzago di Cadore hatte vor der Ankunft von Johannes Paul an die Journalisten appelliert, ihm die Ruhe zu gönnen. Er erklärte mit einem Schmunzeln: "Wer sich dem Papst bei seinen Wanderungen zu nähern versucht, begeht eine Sünde." (kna)

Feiern zum Heiligen Jahr 2000:

Baustelle?: Der Vatikan hofft, daß Rom zum Heiligen Jahr 2000 keine Baustelle mehr sein wird. Wie der Sekretär des Komitees für die Vorbereitungen, Kardinal Sergio Sebastiani, am Dienstag mitteilte, wünscht man sich, daß die italienischen Behörden alle Baumaßnahmen bis zum Oktober 1999 fertigstellen. Dies sei die einzige Bedingung, die der Vatikan den Behörden Italiens gestellt habe. (kna)

Kosten: Die italienischen Behörden wollen 3,4 Milliarden Mark für Baumaßnahmen zum Heiligen Jahr 2000 ausgeben. Darauf haben sich die Stadtverwaltung Roms, die Region Latium und die italienische Regierung geeinigt. Die Pläne sehen eine Untertunnelung der Engelsburg und den Bau einer Straßenbahnlinie vom Bahnhof Termini zum Petersdom vor. In der Nähe des Vatikans soll ein Parkplatz für mehrere tausend Busse entstehen. 30 Millionen Mark entfallen auf neue Ausgrabungen bei den Kaiserforen, 80 Millionen auf die Renovierung von Kirchen, Klöstern und Kapellen. (kna)

Menschenrechte:

Vertrieben: In der Nacht von Montag auf Dienstag sind in Argentinien 10 Vertreterinnen der "Mütter von der Plaza Mayo" gewaltsam von der Polizei zum Verlassen der Kathedrale von Buenos Aires gezwungen worden. Die Frauen hatten das Gotteshaus 24 Stunden lang besetzt gehalten, um gegen Arbeitslosigkeit und die, so wörtlich, beschämende Almosenpolitik der Regierung zu protestieren.

Luftangriffe: Neue Flüchtlingsströme im Südsudan. Auf diese Lage hat am Mittwoch die Menschenrechtsgruppe "Christian Solidarity International" in Nairobi hingewiesen. Die Regierung von Karthoum hatte an mehreren Tagen Luftangriffe auf überwiegend von Christen bewohnte Dörfer nahe der Grenze zu Kenia geflogen. Dabei setzte sie nach ersten Angaben international verbotene Bombentypen ein. Tausende von Menschen sollen auf der Flucht aus Furcht vor neuen Luftangriffen sein.

Völkermord verhindern: Eine Situation des Völkermordes im Sudan muß verhindert werden. Deshalb haben sich 20 katholische Organisationen Italiens am Dienstag an UN-Generalsekretär Boutros Boutros Gali gewandt und gefordert, daß die UNO Durchgangswege für die humanitäre Versorgung der Bevölkerung in den Nuba-Bergen öffne. Damit sollen internationale Hilfsorganisationen freien Zugang in das umkämpfte Gebiet erhalten.

Inhaftierungen: Amnesty international hat die militärische Regierung in Birma angeklagt, vermehrt politische Gefangene zu inhaftieren. "Die Freilassung von Aung San Suu Kyi hatte Anlaß zur Hoffnung gegeben," erklärt die Hilfsorganisation, "leider haben die Ereignisse des letzten Jahres jede Hoffnung zunichte gemacht, daß die Regierung etwas anderes im Sinn hätte als durch kosmetische Aktionen internationales Wohlwollen zu erregen."

Vertreibung: In Birma findet eine Vertreibung ethnischer Minderheiten statt. Wie drei birmesische Bischöfe dem Hilfswerk "Kirche in Not/Ostpriesterhilfe" mitteilten, werden die Menschen aus ihren Bergdörfern in die besser kontrollierbaren Gebiete an der Grenze zu Thailand vertrieben. Das betreffe allein in den drei Diözesen 80.000 Menschen. Die birmanischen Katholiken gehören fast ausschließlich diesen ethnischen Minderheiten an.

Besetzt: Wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Dienstag mitgeteilt hat, halten mehr als 60 Indianer seit Freitag den Sitz der Kolumbianischen Bischofskonferenz in Bogota besetzt. Sie wollen auf die "bedrohte Situation" der 82 Indianergemeinschaften in Kolumbien aufmerksam zu machen, die gewalttätigen Übergriffen schutzlos ausgeliefert sind. (kna)

Verbesserung?: Die Militärregierung Nigerias hat in Genf erklären lassen, daß sie Maßnahmen zur Verbesserung der Menschenrechte ergriffen habe. Unabhängige Experten äußerten jedoch, dieses Regime sei auf Dauer nicht mit der Wahrung der Menschenrechte in Einklang zu bringen. Der Sprecher der nigerianischen Delegation sprach den Experten daraufhin jede Kompetenz ab.

Verurteilt: Zu drei Jahren Arbeitslager ist ein Christ in China verurteilt worden. Xiao Biguang, der in Peking vergleichende Literaturwissenschaft lehrte, wurde bereits im April 1994 verhaftet. Jetzt wurde er wegen illegaler religiöser Aktivitäten verurteilt. Dies und vergleichbare Vorkommnisse meldet die Menschenrechtsorganisation "Human Rights in China" am Mittwoch. (kna)

Benachteiligt: Im Libanon werden Christen weiterhin bei den in rund 2 Monaten stattfindenden Wahlen benachteiligt. Am Donnerstag nahm das Parlament mit großer Mehrheit einen Gesetzentwurf an, der den bestehenden Wahlmodus bestätigt. So haben die Christen kaum die Chance, einen ihrer Kandidaten durchzubringen.

AIDS: Immer mehr AIDS-Kranke begehen Selbstmord und erhalten dabei Hilfe von ihren Ärzten. Dies wurde jetzt im kanadischen Vancouver auf der internationalen AIDS-Tagung bekannt. Am Mittwoch wurde dort ein Präparat vorgestellt, das verhindern soll, daß aidskranke Schwangere die Krankheit auf ihr Kind übertragen.

Krisengebiete:

Eskalation: Der Streit zwischen der philippinischen Regierung und Christen im Süden droht weiter zu eskalieren. Zwei militante Gruppen drohen, notfalls mit Gewalt die Einigung zwischen Präsident Ramos und den muslimischen Rebellen im Süden zu verhindern. Ramos ist bereit, den Moslems eine Teil-Autonomie zu gewähren, und will bis zu einer Volksabstimmung einen Übergangsrat in der Region berufen.

Friedensprozess?: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat vor dem US-Kongress über Jerusalem gesprochen. Die Stadt werde niemals geteilt, sie bleibe eine Stadt und sei die Hauptstadt Israels. Ferner erklärte er, daß ein Friede, der den Status von Jerusalem antaste, kein wahrer Frieden sei. Zugleich rief er die Staatengemeinschaft auf, Iran und Irak international zu isolieren.

Ausschreitungen: Am Mittwoch haben in Irland die Gewalttätigkeiten von Belfast auf andere Städte übergegriffen. Am Morgen waren die Straßen der Städte noch mit brennenden Fahrzeugen und gefällten Bäumen blockiert. Großbritannien schickte 2 Bataillone in die Krisenregion und erhöhte damit die Zahl der Soldaten auf 18.500, die höchste Zahl seit 1982.

Katastrophengebiete:

Überschwemmung: In Venezuela erlebt die Region am Orinoco die schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Etwa 15.000 Indianer sind ohne Obdach und Nahrungsmittel. Die Behörden fliegen Nahrung und Arzneimittel ein und bauen provisorische Unterkünfte.

Kirche:

Kreuze: Die katholische Kirche hat die Präsenz von Kreuzen und christlichen Symbolen in Auschwitz verteidigt. Es seien auch Christen in dem ehemaligen Konzentrationslager umgekommen erklärte die Bischofskommission für den Dialog mit den Juden. Sie äußerte sich auf die Kritik des Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel, der anläßlich der Gedenkfeiern zum 50. Jahrestags des Pogroms von Kielce die Regierung aufgefordert hatte, die Kreuze aus Auschwitz zu entfernen. (kna)

Radio: Die Kirche Brasiliens hat am Dienstag eine Radio-Station zurückerhalten, die vor 23 Jahren vom Militär geschlossen worden war. Anläßlich der Übergabe erklärte Präsident Fernando Cardoso, es sei ein Akt der Gerechtigkeit und ein Zeichen der Hoffnung für das ganze Land. Kardinal Paolo Evaristo Arns von Sao Paolo kommentierte, das Radio werde ein Instrument der Erneuerung Brasiliens sein.

Kirchenbrände (1): Der Ku-Klux-Klan soll an den Kirchenbränden in den Vereinigten Staaten zumindest beteiligt sein. Das Justizministerium in Washington teilte mit, daß 2 Mitglieder der rassistischen Organisation verdächtigt werden, im Mai letzten Jahres die Kirche von Greeleyville im Bundesstaat South Carolina angezündet zu haben. (kna)

Kirchenbrände (2): Überall in den Vereinigten Staaten haben die katholischen Bischöfe die Brandstiftungen an Kirchen verurteilt und Hilfe angeboten. In einem Hirtenwort vom 4. Juli, das erst am Dienstag bekannt wurde, ermutigen sie die Katholiken, sich an überkonfessionellen Maßnahmen zum Wiederaufbau zu beteiligen.

Vandalismus: Eine der historisch wertvollsten Kirchen Irlands, die Sankt Michan`s Church, ist am Montag von bisher unbekannten Tätern schwer beschädigt worden. Diese plünderten mehrere Gräber und Märtyrerschreine und legten in der Krypta Feuer. Während der Löscharbeiten stürzte ein Gewölbeteil der Kirche ein.

Deutschland:

Versöhnung: Die Danziger Katholiken sind für die Versöhnung von Polen und Deutschen. Das erklärten sie am Dienstag bei ihrem 50. Treffen in Borken. An ihm nahmen 300 Deutsche und 80 Polen teil. Themen waren unter anderem die deutsche Wende, der Balkankonflikt und die osteuropäischen Länder. (kna)

Kardinal von Galen: Das Seligsprechungsverfahren für den "Löwen von Münster", Kardinal Clemens August Graf von Galen, ist einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Wie am Mittwoch aus Münster mitgeteilt wurde, habe mit der Vorlage der sogenannten "Positio" in Rom der vorgeschriebene Aktenprozess abgeschlossen werden können. Die Positio sei ein Meilenstein in der Abwicklung des gesamten Verfahrens, hieß es weiter. (kna)

Mehr Engagement: Der Präsident des deutschen Handwerksverbandes, Heribert Spaeth, hat die Kirchen zu mehr Engagement aufgefordert. Sie setzten in der Diskussion um den Sozialstaat ihre moralische Autorität zu wenig ein, erklärte Spaeth am Mittwoch in einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur. Er vermisse konkrete Lösungsvorschläge. (kna)

Schwangerenberatung in Bayern:

Falschinformationen: Das Landeskomitee der bayerischen Katholiken wirft den Bündnisgrünen vor, die Öffentlichkeit über die Schwangerenberatung in Bayern bewußt falsch zu informieren. Die Partei betreibe den infamen Versuch, die katholische Kirche aus der Schwangerenberatung zu vertreiben. Richtig sei, daß die Kirche sich an das Urteil des Bundesverfassungsgerichts halte. (kna)

Zurückgewiesen: Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, und der Münchener Kardinal Friedrich Wetter, haben die Kritik an der kirchlichen Schwangerenkonfliktberatung zurückgewiesen. Die Richtlinien der Bischofskonferenz stimmten mit den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts überein. (kna)

Petitionen: Die SPD hat am Mittwoch im bayerischen Landtag mehr als 2.000 Petitionen gegen die geplante Änderung des Landesgesetzes eingereicht. Sie warf der bayerischen Staatsregierung vor, mit Einschüchterung und Druck das gesellschaftliche Problem Abtreibung lösen zu wollen. Der Gesetzentwurf stelle den Geist des Bonner Allparteienkompromisses zum Paragraphen 218 in Frage.

Abwarten: Der Ältestenrat des bayerischen Landtags möchte zunächst eine Gerichtsentscheidung abwarten, bevor ein Termin für die 2. Lesung des Gesetzentwurfes festgelegt wird. Man wolle sehen, wie das Verfassungsgericht des Landes den SPD-Antrag auf Aussetzung des Beratungsverfahrens entscheide. Eine Entscheidung wird noch in dieser Woche erwartet. (kna)

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Magazine in dieser und der kommenden Woche (11. bis 17. Juli):

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