(vom 11. bis 13. Juni):

Vatikan:

Habitat II.: Wohnung und soziales Umfeld sind nach Ansicht der Vatikandelegation bei der Uno-Wohnungskonferenz gleich wichtig. Der Vizepräsident der Abordnung, Diarmuid Martin, forderte in Istanbul, daß das Recht auf die Güter der Welt anerkannt werden müßte. Er kündigte drei Initiativen des Apostolischen Stuhls an.
  1. Die nächste Fastenbotschaft wird den Wohnungslosen gewidmet sein.

  2. Eine lateinamerikanische Wohnungsbauorganisation erhält eine Spende in Höhe von 50 000 US-Dollar.

  3. Der Bischof von Byumba in Ruanda erhält die gleiche Summe für Heime für zurückgekehrte Flüchtlinge.

Die Differenzen zwischen dem Vatikan und den USA wegen der Abtreibungsfrage, die die Tagung überschattet hatten, schienen überwunden. Agenturmeldungen zufolge sollen sie aber am Donnerstagabend neu entflammt sein.

Beileid: In einem Telegramm hat Papst Johannes Paul II. am Donnerstag den Angehörigen der Opfer einer Gasexplosion im brasilianischen Osaco sein Beileid ausgesprochen.

Humanismus: Der Papst hat am Donnerstag zur Bewahrung des humanistischen christlichen Menschenbildes aufgerufen. Bei einer Audienz für die Dante-Stiftung sagte er, in der heutigen, zerrissenen Gesellschaft brauche es wieder ein größeres Maß an Integration.

Audienz: Der kubanische Kardinal Jaime Lucas Ortega ist am Donnerstag von Johannes Paul II. in Audienz empfangen worden. Der Erzbischof von Havanna hatte erst im Februar den Papst nach Kuba eingeladen. (kna)

Deutschland:

Ökumene: In Erfurt ist am Donnerstag die "Deutsche Ökumenische Versammlung" der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) eröffnet worden. Der Bischof von Erfurt und derzeitige ACK-Vorsitzende, Joachim Wanke, rief die 118 Delegierten aus 13 Mitgliedskirchen zu einem "gemeinsamen entschiedenen Zeugnis der Kirchen zu den Überlebensfragen der Menschheit" auf. (kna)

Beziehungen: Die Bundesrepublik soll mit ihren guten Beziehungen zu China eine Rolle bei der Befreiung Tibets übernehmen. Dies forderte der Dalai Lama am Donnerstag in Frankfurt. (kna)

Ostpriesterhilfe: Rund 2 Millionen Mark hat die katholische Solidaritätsaktion "RENOVABIS" für den kirchlichen Neubeginn in Bosnien-Herzegowina zur Verfügung gestellt. (kna)

Seligsprechung: Die Seligsprechung Bernhard Lichtenbergs in der kommenden Woche sei ein Zeichen guten Willens und bester Vorsätze. Dies erklärte der jüdische Religionsphilosoph, Pinchas Lapide in der neuesten Ausgabe der Berliner Kirchenzeitung. Endlich werde ein Märtyrer der Nächstenliebe katholisch gewürdigt. (kna)

Österreich:

Rückbesinnung: Zu einer Rückbesinnung auf Lehre und Geist des Konzils hat der Wiener Alterzbischof, Kardinal Franz König, aufgerufen. Dies gelte vor allem für die Kollegialität der Bischöfe mit dem Papst. (kna)

Kirchenvolksbegehren: Gegner und Befürworter des Kirchenvolksbegehrens werden sich am kommenden Sonntag in Linz treffen. Gleichzeitig veranstaltet der "Linzer Priesterkreis" eine Wallfahrt als Sprachrohr der "Nichtunterzeichner".

Israel:

Zugeständnisse: Der künftige Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat nach Agenturberichten den religiösen rechten Spliterparteien doch das Religionsministerium zugestanden. Zugleich erhalten die Orthodoxen das Energie-, Kommunikations- und Erziehungsministerium. - Die israelische Luftfahrtgesellschaft El Al wird ab sofort für ultraorthodoxe Juden ein eigenes Abteil in den Maschinen einrichten, um biblisch-jüdischen Vorschriften gerecht zu werden.

Sicherheit: Die UNO-Vollversammlung soll Garant für den künftigen Status von Jerusalem werden. Dies vertritt die italienische Jesuitenzeitschrift Civilta cattolica, deren Ansichten in der Regel die Ansichten des Vatikans widerspiegeln.

Normalisierung: Der Nuntius in Tel Aviv, Cordero di Montezemolo, hat betont, daß die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Israel und Vatikan nicht Ergebnis von Friedensverhandlungen, sondern der Normalisierung des Verhältnisses der beiden Staaten sei.

Nordirland:

Friedensgespräche: Bislang ist bei dem Multi-Parteien-Gespräch über einen dauerhaften Frieden noch kein Durchbruch erzielt worden. Der politische Flügel der irischen Widerstandskämpfer IRA, die Sinn Fein, nimmt noch immer nicht an den Verhandlungen teil. Schwierigkeiten gibt es auch wegen der Person des Verhandlungsführers, George Mitchell.

Slowakei:

Unterstützung: Staatspräsident Michal Kovac hat das gute Verhältnis zwischen Kirche und Staat gewürdigt. Gleichzeitig forderte er von der Gesellschaft und öffentlichen Einrichtungen mehr Unterstützung für die Kirche.

Zypern:

Appell: Der griechisch-orthodoxe Erzbischof hat dazu aufgerufen, die Kirchen im von der Türkei besetzten Nordzypern, nicht weiter zu entweihen. Kirchen, Klöster und andere heilige Plätze werden zu Viehställen, Garagen und Nachtclubs umgewandelt, beklagte er. Die christlichen Stätten müßten wieder von den türkischen Besetzern befreit werden, so der Erzbischof.

Algerien:

Todesfälle: Nach Angaben einer Pariser Tageszeitung sind in Algerien in den vergangenen Jahren rund 6500 Menschen umgekommen: 5000 Terroristen und 1500 Zivilisten, darunter 300 Frauen. Die Zahlen legte jetzt der regierungsnahe algerische Beobachtungsdienst für Menschenrechte vor.

Burundi:

Hinterhalt: Ein Priester und eine Ordensfrau sind bereits am 6. Juni auf dem Weg nach Ruyigi ermordet worden. Wie erst jetzt bekannt wurde, gerieten sie mit ihrem Wagen in einen Hinterhalt. Am gleichen Tag wurde auf dem Weg in die Hauptstadt Bujumbura ein weiterer Ordensmann und seine beiden Begleiter verletzt. Am 7.Juni verletzte in Gitega eine Handgranate zwei Ordensfrauen auf dem Weg zur Kirche.

Schuld: Wie aus dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht von Amnesty International hervorgeht, muß sich die von Tutsis beherrschte Armee einen Großteil der Schuld für die Gewalt im Land zuschreiben lassen. Wie die Organisationen berichtet, gibt es offenbar einen Plan, Burundi zu destabilisieren. Die von einem Hutu geleitete Koalitionsregierung komme dagegen nicht an.

Völkermord: In weniger als drei Jahren sind in Burundi mindestens 150 000 Menschen getötet worden. Durch den immer noch andauernden Völkerkrieg zwischen Hutus und Tutsis ist ein Ende nicht abzusehen. Der Mord an Rote-Kreuz-Helfern am 4. Juni hat auch die Arbeit von Hilfsorganisationen in den Flüchtlingslagern unmöglich gemacht. Am Dienstag haben die letzten Rotkreuz-Mitarbeiter das Land verlassen. Das Militär macht die Hutu-Rebellen für den Mord verantwortlich.

Angola:

Morde: Mitglieder der Sekte "Boten Jesu Christi" haben in diesen Tagen zwei Personen ermordet und 28 durch Folter und Zwangsarbeit schwer verletzt.

Ost-Timor:

Beruhigung:: Nach den Unruhen der letzten Tage hat die Polizei die Lage in Bacau jetzt offenbar unter Kontrolle. In den letzten Tagen war es in der Stadt zu Ausschreitungen christlicher Jugendlicher gekommen, die angeblich auf muslimische Provokationen reagierten.

Todesstrafe:

Pakistan: Die pakistanische Regierung hat die Todesstrafe für Frauen abgeschafft. Für Delikte, die bisher mit der Todesstrafe geahndet wurden, kann für Frauen nur noch lebenslange Haft beantragt werden. Die für ein islamisches Land bisher einmalige Entscheidung war unter anderem durch den persönlichen Einsatz von Premierministerin Benazir Bhutto möglich geworden. Fundamentalistische Moslemgruppen protestierten gegen die Gesetzesänderung.

Südkorea: Anläßlich des "Welttags für das Leben" hat die Diözese Taegu eine Kampagne zur Abschaffung der Todesstrafe gestartet.

USA:

Brandanschläge: Die Zahl der Feuerüberfälle auf afro-amerikanische Kirchen ist auf 33 gestiegen. Die Hintergründe der jüngsten Anschläge sind noch nicht bekannt. Vermutet wird, daß die Attacken auf die afro-amerikanischen Kirchen im Süden des Landes möglicherweise in Zusammenhang mit Satanssekten stehen. Baptisten in den Südstaaten haben unterdessen Geldspenden für den Wiederaufbau zur Verfügung gestellt. Auch die katholischen Bischöfe von Alabama und Mississippi haben die Überfälle scharf verurteilt.- Präsident Bill Clinton macht die Brandanschläge zu seinem neuen Wahlkampfthema. Er verspricht in Zukunft mehr Sicherheit und die Aufklärung der Anschläge.

Boykott: Die Anhänger einer konservativen Bibelgruppe der Baptisten in den Südstaaten drohen damit, die Walt Disney Company zu boykottieren. Grund: Familienfeindlichkeit und Bibeluntreue.

Euthanasie: Praktische Sterbehilfe wird im Bundesstaat Washington solange illegal bleiben, bis sich der Oberste Gerichtshof zu dem Thema geäußert hat.

Ehe: Homosexuelle Paare dürfen nicht in den Genuß staatlicher Vergünstigung kommen. Das fordert der Kardinal von Philadelphia, Anthony Bevilaqua. Er wandte sich damit gegen eine Initiative des Bürgermeisters.

Nicaragua:

Sekten: Der Erzbischof von Managua, Kardinal Miguel Obando Bravo, hat vor Sektenaktivitäten gewarnt. Sie bedrohten gezielt die Einheit der Kirche, sagte er gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur. (kna)

Vereinte Nationen:

Jahresbericht: Die Lage der Armen und Unterdrückten der Welt wurde im vergangenen Jahr nicht verbessert. Besonders die Situation der Kinder die unter Unterernährung und Krankheiten leiden bleibt erschreckend. Auch die Zahl der Frauen, die bei Geburt oder Schwangerschaft sterben, ist mit 580 000 Todesfällen pro Jahr zu hoch.

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Magazine in dieser und der kommenden Woche (13. bis 19. Juni):

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