vom 04. bis 06. Juni

Vatikan

Jubiläum: Der Papst hat am Dienstag an das geistliche Ziel der Jubiläumsfeiern im Jahr 2.000 erinnert. Die Massenmedien vermittelten manchmal den Eindruck, es gehe dabei nur um Probleme des Transports und der Unterbringung. In Wirklichkeit sei die Feier des Jahres 2.000 ein geistiges Ereignis.

Habitat: Der Friede und gerechte Wohnmöglichkeiten sind fundamentale Grundrechte. Darauf hat der Vertreter des Vatikans bei der UNO-Wohnraumkonferenz in Istanbul, Erzbischof Renato Martino, hingewiesen. Die Konferenz sei ein Meilenstein für die Arbeit der internationalen Gemeinschaft.

Familienrecht: Auf Initiative des päpstlichen Familienrates hat am Donnerstag in Mexiko-City eine Konferenz über das Familienrecht begonnen. Daran nehmen Parlamentarier aller Staaten Amerikas teil. Der Papst hat in einer Botschaft an die Konferenzteilnehmer seine Überzeugung ausgesprochen, daß das Familienrecht Fundament aller Sozialpolitik ist.

Papstbesuch:

Vorbereitungen: Papst Johannes Paul II. besprach am Montag in Rom letzte Einzelheiten für seine Reise nach Deutschland mit den Bischöfen von Mainz, Berlin und Paderborn. - Die Initiatoren des Kirchenvolksbegehrens haben indessen ein Parallelprogramm geplant mit Autorenlesungen, Kabarettvorführungen und Informationsständen. Die Paderborner Bistumsleitung hat keine Bedenken gegen die Aktionen.

Menschenrechte:

Sklaven: Die Kirche Brasilienshat am Dienstag die sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen zahlreicher Landarbeiter scharf kritisiert. Über 26.000 Menschen würden wie Sklaven auf Plantagen gehalten. Der Vorsitzende der Pastoralkommission für die Landarbeiter, Kardinal Paulo Evaristo Arns, erklärte, es habe im vergangenen Jahr eine erschreckende Zunahme von Gewalttaten gegenüber Landarbeitern gegeben.

Protest: Menschenrechtsgruppen in Guatemala haben am Montag gegen die Freilassung von 8 Soldaten protestiert, die für ein Massaker an landlosen Eingeborenen im vergangenen Jahr verantwortlich waren. Dem Protest schlossen sich auch Vertreter der Vereinten Nationen und der katholischen Kirche Guatemalas an.

Amnestie: Das Parlament in Panama hat ein Amnestie-Gesetz auf unbestimmte Zeit vertagt. Es sollte die Schuld von Militärs und Zivilbeamten während der Noriega-Diktatur klären. Die regierende Revolutionspartei war daran interessiert, den Gesetzentwurf zu blockieren, die Opposition hatte, ebenso wie die Kirche, Klarheit gewünscht.

Gefangene: In Ruanda sitzen über 73.000 Menschen in Gefängnissen. Ihnen allen wird eine Beteiligung am 1994 begonnenen Völkermord vorgeworfen. Wie ein Vertreter des Roten Kreuzes am Mittwoch bestätigte, sind allein in den vergangenen drei Wochen über 3.000 neue Häftlinge in die Gefängnisse eingeliefert worden. Sie alle warten auf ihren Prozeß.

Krisengebiete:

Eingestellt: Nach der Ermordung von drei Mitarbeitern des Roten Kreuzes in Burundi hat die Organisation alle Hilfsmaßnahmen eingestellt. Dies erklärte ein Rot-Kreuz-Vertreter am Mittwoch in Genf. Die 28 in Burundi operierenden Hilfsorganisationen wollen ab Freitag für eine Woche aus Trauer und Protest ihre Arbeit einstellen. Die Organisationen machen einen Verbleib von einem Treffen mit Uno-Vertretern am Freitag abhängig.

Vergessen: Die Bischöfe von Papua Neuguinea erinnern an einen vergessenen Krisenherd: Die Kirche hat in einer Erklärung auf die "beklagenswerte Situation" auf der zu dem Land gehörenden Insel Bougainville aufmerksam gemacht. Grobe Menschenrechtsverletzungen seien dort an der Tagesordnung. (kna)

Neuaufnahme: Der Führer der Vermittlungskommission, Bischof Samuel Ruiz, hat bestätigt, daß es zu einem neuen Gespräch zwischen der Chiapas-Friedenskommission und den zapatistischen Rebellen kommen soll. Einen Termin gab er noch nicht bekannt.

China:

Zensur: Amnesty international beschuldigt die Regierung von Frankreich der Zensur. Paris hatte die Ausstrahlung eines Spots der Menschenrechtsorganisation verhindert. Darin hatte Amnesty China vorgeworfen, Andersdenkende zu unterdrücken.

Hinrichtungen: Nach Erkenntnissen von Amnesty werden in China jedes Jahr mehr Menschen hingerichtet als in der übrigen Welt zusammen. Die Todesstrafe werde immer häufiger als Mittel zur Bekämpfung gesellschaftlicher Probleme benutzt. Zugleich beklagte Amnesty, daß Peking Mitgliedern ethnischer oder religiöser Gruppen das Recht abspreche, friedlich für ihre Überzeugungen einzutreten. (kna)

Verbot: China begeht auch Menschenrechtsverletzungen gegenüber romtreuen Katholiken. Im April und Mai wurden alle traditionell in diesen Monaten stattfindenden Prozessionen verboten. Gläubige, die sich trotzdem zu Ehren eines im Gefängnis gestorbenen Bischofs versammelt hätten, seien von der Polizei verfolgt worden. Dies berichtete der in Paris erscheinende kirchliche Informationsdienst "Eglise d`Asie". (kna)

Verhaftungen: In der nordwestlichen Provinz Xingjang mehren sich inzwischen die Anzeichen für ein hartes Durchgreifen gegen moslemische Separatisten. Nach Angaben der offiziellen Zeitung der Region haben in den letzten Tagen zahlreiche Verhaftungen mutmaßlicher Separatisten stattgefunden.

Kirche:

Europäische Union: Die gemeinsame Währung sei kein Ziel, sondern ein Weg zu einer gerechteren Gesellschaft, betont die Bischofskommission für Europa in der jüngsten Ausgabe ihres Bullettins. Trotz ihrer positiven Haltung warnen die Bischöfe davor, die Europäische Union zu einer in sich geschlossenen wirtschaftlichen und politischen Macht werden zu lassen.

Vereinnahmen: Die Kirche in Kroatien will sich nicht von der Regierung Tudjman vereinnahmen lassen, so ein Kommentar in der Zagreber katholischen Wochenzeitung. Sie werde mit niemandem zusammenarbeiten, der Nationalismus oder Rassismus anhänge, der andere Kulturen, Religionen und Nationen herabsetze und die Kluft zwischen Ost und West vertiefen wolle.

Trappisten: Die 7 ermordeten Trappisten sind am Dienstag in ihrem Kloster Tiberihine beigesetzt worden. An der Beerdigung nahm auch der Erzbischof von Algier, Henri Teissier, teil. Die Tore des Klosters wurden symbolisch auf noch unbestimmte Zeit geschlossen.

Besorgt: Der Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Walter Kasper, ist besorgt über das Schicksal des guatemaltekischen Bischofs Alvaro Ramazzini. Der Kämpfer für Menschenrechte und Landlose erhält Todesdrohungen und steht unter Anklage. Kasper hat deshalb einen Brief an Guatemalas Staatspräsidenten Alvaro Arzu geschrieben. (kna)

Ermordet: Der frühere Bischof von Kotor (im Süden Montenegros), Ivo Gigic, ist am Montag ermordet worden. Der 75jährige wurde das Opfer eines Überfalls von Einbrechern in seiner Wohnung. Die Polizei hat den mutmaßlichen Täter bereits gefaßt.

Gewählt: Winston Ndungane ist der neue Erzbischof von Johannesburg. Er löst damit den südafrikanischen Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu ab. Dieser spielt aber weiterhin eine öffentliche Rolle als Leiter der nationalen Wahrheitskommission.

Rücktritt: Der Direktor der mexikanischen Guadalupe-Wallfahrt, Guilermo Schulenburg hat am Dienstag seinen Rücktritt angekündigt. Der über 80jährige beugt sich damit der Kritik an seiner Behauptung, die Marienerscheinung von Guadalupe habe überhaupt nie stattgefunden.

Kirchenvolksbegehren: In den Vereinigten Staaten haben rund 20 katholische Organisationen ein Kirchenvolksbegehren nach deutsch-österreichischem Vorbild gestartet. Der Bischof von Cleveland hat sich dagegen ausgesprochen, da er Spaltungen in der "kirchlichen Familie" befürchtet. Er appellierte an die Gläubigen, die Lehre der Kirche nicht in Frage zu stellen. (kna)

Ökumene: In Indien wollen die vereinigte evangelisch-lutherische Kirche und die syrische Mar-Thoma-Kirche eine Altar- und Kirchengemeinschaft anstreben. Mit Berufung auf verschiedene Quellen in Indien wird die Gemeinschaft für November in Aussicht gestellt. Dies geht aus einer Erklärung der gemeinsamen Dialoggruppe hervor. - Christen Juden und Muslime in Deutschland sollen sich zu einem "Abrahamitischen Netzwerk" zusammenschließen. Dazu hat der Tübinger Theologe Karl Joseph Kuschel aufgerufen. Dies könnte zum Abbau von Fremdenfeindlichkeit und gewalttätigem Fundamentalismus beitragen. - Orthodoxe und katholische Kirchenvertreter aus Rumänien haben sich in Wien darauf verständigt, auf öffentliche Polemik zu verzichten, bei Feiern mit gemeinsamen Delegationen aufzutreten und Priestern "in Krise" nicht mehr den Wechsel von einer Kirche zur anderen zu erlauben.

Deutschland:

LER: Das Erzbistum Berlin hat die geplanten Verwaltungsvorschriften zur Befreiung vom Pflichtfach LER in Brandenburg scharf kritisiert. Die im Entwurf enthaltenen Regelungen bedeuteten eine "Fortschreibung der DDR-Praxis unter verschärften Bedingungen", erklärte der Schuldezernent des Erzbistums, Hans-Peter Richter am Dienstag. Unterdessen haben die Diözesen Görlitz und Magdeburg sowie das Erzbistum Berlin eine Verfassungsbeschwerde in Auftrag gegeben.

Scientology: Die Sekte wird jetzt als Drahtzieher des Kruzifixurteils verdächtigt. Wie der sektenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Stuttgarter Landtag am Mittwoch erklärte, gebe es Hinweise auf eine Beteiligung der Organisation an der Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. (kna)

Wachstum: Die russisch-orthodoxe Kirche in Deutschland befindet sich im Wachstum. Darauf hat der orthodoxe Erzbischof von Berlin, Mark Michael Arndt, hingewiesen. Besonders der Zuzug von Menschen aus dem Osten ist der Grund hierfür. Oftmals wissen die Zugereisten aber gar nichts von der Existenz einer solchen Kirche. Deshalb setzt Erzbischof Arndt auf eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. (kna)

In eigener Sache:

Empfang: Radio Vatikan in deutscher Sprache können Sie auf Mittelwelle 1530 (kHz) und auf Kurzwelle 4005, 5880, 7250 und 9645 (kHz) empfangen. Im Sendegebiet Rom außerdem über UKW 93,3 MHz.

Programm: Täglich um 16 Uhr senden wir live die aktuellen Nachrichten aus der Weltkirche. Um 20.20 Uhr können Sie unsere Magazine hören, die um 6.20 Uhr am nächsten Morgen wiederholt werden.

Magazine in dieser Woche (06. Juni bis 12. Juni):

Donnerstag: Jugendmagazin: "Terrorist, Junky, Mönch" Zweiter Beitrag des Dreiteilers von Gabi Verbeek über den Emmaus-Orden. Titel: "Das was ich mein Leben lang gesucht habe" Ein Drogenabhängiger berichtet, wie er zum Emmaus-Orden kam. (Letzter Teil am Samstag)

Freitag: Prisma - Facetten aus Politik, Gesellschaft und Religion. GEPLANTE BEITRÄGE: Bischof Walter Kasper (Stuttgart) spricht über seinen Brief an Guatemalas Staatspräsident Azuru. - Scientology hinter Kruzifix-Urteil? Ein Gespräch. - Hintergrund: Was das Kindermissionswerk mit dem Deutschen Fußballbund zu tun hat. - Interreligiöses Treffen zwischen Muslimen und Vatikanvertretern in Kairo. Ein Interview. - Und: Radio Vaticana stellt das "Buch des Monats" vor.

Samstag: "Terrorist, Junky und Mönch" Letzter Teil: "Die Predigt mit der Ratte". Gabi Verbeek berichtet, was die Emmäuse der Kirche zu sagen haben.

Sonntag: Bischof Amedee Grab. Plauderei mit dem neuen Oberhirten von Lausanne-Genf-Fribourg.

Montag: Weltkirche - Informationen und Hintergründe von allen Kontinenten. GEPLANTE BEITRÄGE: Neue Christenverfolgungen in China. - Burundi und das Rote Kreuz. Und einiges mehr.

Dienstag: Radioakademie: Corinna Mühlstedt befragt den Medienbischof Peter Henrici zu Kirche und Kommunikation im Wandel der Jahrhunderte.

Mittwoch: Römische Woche - Aktuelles aus dem Vatikan, Rom und Italien. (Immer mit den Worten des Papstes an die deutschen Pilger bei der Mittwochsaudienz.) GEPLANTE BEITRÄGE unter anderem: Einblick auf die Weltwohnraumkonferenz Habitat II, die am Freitag in Istanbul zuende geht.

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Redaktion: Ruthild Kropp
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