vom 31. Mai bis 03. Juni 1996

Vatikan

Jubiläumsjahr: Anfang dieser Woche tagt in Rom das Zentral-Komitee zur Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr 2.000. Dabei sollen die Vorschläge der Versammlung im Februar mit Vertretern aus 107 Ländern überprüft und konkretisiert werden.

Heilige: Papst Johannes Paul II. hat am Sonntag drei Selige heiliggesprochen. Alle drei waren Ordensmänner gewesen. Der Papst drückte in der Predigt seine Überzeugung aus, daß im Leben der drei Heiligen das Wirken der Dreifaltigkeit sichtbar geworden sei.

Mission: Johannes Paul II. wies in einer Botschaft zum kommenden Weltmissionssonntag darauf hin, daß zum Missionsauftrag auch das prophetische Zeugnis gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung der Freiheit und Menschenrechtsverletzungen gehört. "Mission," so der Papst, "ist Auftrag aller Getauften, nicht nur der Priester und Ordensleute." (kna)

Dialog: Papst Johannes Paul II. hat am Montag die Bischöfe Indonesiens ermutigt, den Dialog mit den Muslimen energisch fortzusetzen. Der Dialog müsse zuerst im täglichen Zusammenleben der Gläubigen stattfinden, dann aber auch auf theologischer Ebene. Besonders darüber müßten die Bischöfe wachen.

Entführte Trappisten:

Messe: "Unser Herz revoltiert, wenn wir an eine solche Gewalt denken, die gegen Mönche in einem Kloster ausgeübt wurde." Dies waren die Worte von Kurienkardinal Francis Arinze, der in Vertretung von Papst Johannes Paul II. die Predigt in Algier hielt. Die Messe zelebrierte der Erzbischof der Stadt, Henri Teissier.

Beisetzung: Die ermordeten Trappisten werden nach ihrem eigenen Wunsch in ihrem Kloster beigesetzt werden. Dies erklärte ein hoher Ordensvertreter am Freitag in Algier. Das Kloster soll zu einem "Wallfahrtsort der Versöhnung" werden.

Menschenrechte:

Kinderarbeit: Am Dienstag werden sich Vertreter aus 170 Ländern in Genf versammeln, um gegen Kinderarbeit vorzugehen. Organisiert wird die Versammlung vom internationalen Büro für Arbeit (BIT). Dieses schätzt, daß weltweit mehrere hundert Millionen Mädchen und Jungen zwischen 5 und 15 Jahren arbeiten müssen.

Zugegeben: Die Regierung Chinas hat erstmals zugegeben, den vom Dalai Lama gewählten Panchen Lama festzuhalten. Der UNO-Botschafter des Landes in Genf erklärte auf Anfrage, die Eltern des siebenjährigen Jungen hätten darum gebeten, daß er unter den Schutz der Regierung gestellt würde. "Der Junge hätte von tibetanischen Separatisten entführt werden können," rechtfertigte der Botschafter die Maßnahme, "seine Sicherheit war bedroht."

Aufruhr: Verantwortliche der chinesischen Region Xingjang haben am Samstag dementiert, daß es dort zu einem Aufruhr gekommen sei. Nach Berichten sollen bei Straßenkämpfen in mehreren Städten Xingjangs 20 Menschen getötet worden sein.

Urteil: Das Gerichtsverfahren gegen den deutschen Priester Konrad Liebscher ist am Montag in Angola entschieden worden. Der Steyler Missionar ist zu einem Monat Haft verurteilt worden. Die Strafe wurde allerdings auf 2 Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Grund der Anklage: Provokation eines kriminellen Aktes gegen die Sicherheit des Staates - gemeint war der Aufruf zu einer Demonstration für die Armen der Bevölkerung.

Glücksspiel: Die Kirche Brasiliens kämpft weiter für die indianische Urbevölkerung. Daher soll das Glücksspiel nicht, wie geplant, legalisiert werden. Dafür sprach sich am Freitag die Bischofskonferenz des Landes aus. (kna)

Freilassung: In Panama geht ein Kirchenwunsch in Erfüllung: Die unzähligen ohne Gerichtsurteil verhafteten Menschen sollen freigelassen werden. Dies hat Präsident Ernesto Perez Balladares am Freitag vor der Presse erklärt. Er habe den Kirchenvorschlag positiv bewertet. Nach Ansicht der Kirche besteht in Panama ein schwerer rechtlicher Mißstand, da viele Personen ohne Urteil im Gefängnis auf ihren Prozeß warten und wahrscheinlich ihr zukünftige Strafe bereits abgebüßt haben.

Kirche:

Abbé Pierre: Der bekannte Armenpriester Abbé Pierre hat seine Vorwürfe gegen die jüdische Politik wiederholt. Die Kirche in Frankreich habe ihn nur deshalb nicht verteidigt, weil sie unter dem Druck der Medien stehe und diese würden von der jüdischen Lobby beherrscht.

Irrtum: Bischof Jacques Gaillot hat die Äußerungen des Abbés als großen Irrtum bezeichnet. Man könne nicht für die Armen kämpfen und gleichzeitig die Gaskammern leugnen.

Islamisierung: Der Erzbischof von Sarajewo, Kardinal Vinko Puljic, hat vor einer Islamisierung Bosnien-Herzegowinas gewarnt. Wenn Europa jetzt schlafe, fasse der islamische Radikalismus Fuß im "europäischen Haus" erklärte er. (kna)

Bestätigt: Die mexikanische Bischofskonferenz hat jetzt offiziell erklärt, daß der Indio-Junge Juan Diego wirklich im Jahre 1531 die Gottesmutter gesehen hat. Dies hatte der derzeitige Wallfahrtsdirektor des bekanntesten Marien-Kultortes von Lateinamerika in einem Interview vor kurzem erklärt.

Antichrist: In Kolumbien fürchten viele Katholiken das Kommen des Antichrists am kommenden Donnerstag. Deshalb ließen sie ihre noch ungetauften Kinder aus Furcht vor einer Katastrophe taufen, damit diese nicht vom Teufel besessen werden. Der Weihbischof von Bogota kritisierte diese Angst als Aberglaube. Der Antichrist stehe nicht vor der Tür, betonte er.

Vollversammlung: Am Sonntag ging im österreichischen Mariazell die jährliche Vollversammlung des Rates der europäischen Bischofskonferenzen zu Ende. Besonders gingen die Bischöfe auf die Situation in Bosnien-Herzegowina ein. Sie erklärten, daß der Friede erst dann Wirklichkeit werden könne, wenn die Grundrecht jedes einzelnen gesichert seien. Besonders das Recht auf freie Religionsausübung, auf Bewahrung der Kultur, Sprache und ethnischen Identität.

Geldwäsche: Der Erzbischof von Barcelona, Kardinal Carlos Gordo, hat die Anschuldigung zurückgewiesen, er sei an Geldwäsche beteiligt gewesen. Er erklärte am Sonntag, er wolle seinerseits gerichtliche Schritte unternehmen, um die Ehre der Kirche und seine eigene zu verteidigen. (kna)

Kirchenvolksbegehren: In Österreich hat der Initiator des Kirchenvolksbegehrens, Thomas Plankensteiner, eine positive Bilanz gezogen. "Die Demokratie in der Kirche ist ein Stück weiter Realität geworden," erklärte er am Montag gegenüber Journalisten in Wien. (kna)

Lebensfremdheit: In einer Fragebogenaktion kam es heraus: der Hauptgrund für Kirchenaustritte ist die "Lebensfremdheit" der Kirche. Rund 52 Prozent der Befragten erklärten dies. 45 Prozent traten wegen des zu hohen Kirchenbeitrittes aus, ein Drittel, weil sie ihre Beziehung zur Kirche verloren hätten. Weniger als 8% erklärten, sie könnten nicht an Gott glauben. Auf die Fragebogenaktion, die der Erzbischof von Wien, Christof Schönborn, in Auftrag gegeben hatte, hatten weniger als 20% geantwortet.

Taize: Das nächste Taize-Neujahrstreffen findet in Stuttgart statt. Das wurde jetzt im Taize-Rundbrief bekanntgegeben. Es wird unter dem Motto "Ein Zeichen der Versöhnung geben" stehen.

Deutschland:

Eliten: Das Land braucht Eliten, und die Universitäten müssen fächerübergreifend zusammenarbeiten. Andernfalls hat Deutschland keine Kompetenz, um große Probleme zu lösen. Mit dieser Ansicht hat Bundespräsident Roman Herzog am Sonntag die Mitglieder und Freunde des katholischen Cusanuswerkes konfrontiert. (kna)

Leiterin: Katharina Lübbe wird die neue Leiterin der bischöflichen Studienstiftung Cusanuswerk. Die persönliche Referentin von Rita Süßmuth und promovierte Philosophin wurde am Sonntag bei der 40-Jahr-Feier der Stiftung den rund 800 Stipendiaten vorgestellt. (kna)

In eigener Sache:

Empfang: Radio Vatikan in deutscher Sprache können Sie auf Mittelwelle 1530 (kHz) und auf Kurzwelle 4005, 5880, 7250 und 9645 (kHz) empfangen. Im Sendegebiet Rom außerdem über UKW 93,3 MHz.

Programm: Täglich um 16 Uhr senden wir live die aktuellen Nachrichten aus der Weltkirche. Um 20.20 Uhr können Sie unsere Magazine hören, die um 6.20 Uhr am nächsten Morgen wiederholt werden.

Magazine in dieser Woche (03. Juni bis 09. Juni):

Montag: Weltkirche - Informationen und Hintergründe von allen Kontinenten.

Dienstag: Radioakademie: "Terrorist, Junkie, Mönch" Heute der erste Teil mit dem Titel: "Liebe wird euch frei machen" - ein Beitrag von Gabi Verbeek. Aus ehemaligen Gefangenen und Drogenabhängigen entsteht der Emmaus-Orden (Heute der erste Teil, der 2. am Donnerstag und der letzte am Samstag)

Mittwoch: Römische Woche - Aktuelles aus dem Vatikan, Rom und Italien. (Immer mit den Worten des Papstes an die deutschen Pilger bei der Mittwochsaudienz.)

Donnerstag: Jugendmagazin: "Terrorist, Junkie, Mönch" Zweiter Beitrag des Dreiteilers von Gabi Verbeek über den Emmaus-Orden. Titel: "Das was ich mein Leben lang gesucht habe" Ein Drogenabhängiger berichtet, wie er zum Emmaus-Orden kam. (Letzter Teil am Samstag)

Freitag: Prisma - Facetten aus Politik, Gesellschaft und Religion.

Samstag: "Terrorist, Junkie und Mönch" Letzter Teil: "Die Predigt mit der Ratte". Gabi Verbeek berichtet, was die Emmäuse der Kirche zu sagen haben.

Sonntag: Bischof Amedee Grab. Plauderei mit dem neuen Oberhirten von Lausanne-Genf-Fribourg.

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