vom 28. bis 30. Mai

Vatikan

Beim Papst: Die Initiatoren der Initiative "Pro Kirche"werden am Samstag mit dem Papst zusammentreffen. Das erklärten sie am Mittwoch gegenüber der Presse. "Pro Kirche" ist die Gegenbewegung zum sogenannten Kirchenvolks-Begehren in Deutschland. Beobachter stellen fest, daß der Papst Vertreter dieser Initiative empfängt, aber ein Gespräch mit Vertretern des Kirchenvolks-Begehrens bislang nicht zustande kam.

Erster Besuch: Der russische Außenminister Eugenihj Primakov ist am Dienstag bei seinem ersten offiziellen Besuch im Vatikan von Papst Johannes Paul II. in Privataudienz empfangen worden. Für den Papst sei das Treffen eine gute Gelegenheit gewesen, sich über die Situation in Rußland zu informieren, so der Pressesprecher des Vatikans.

Embryo: Auf einem jetzt beendeten Kongreß zur Lebensenzyklika "Evangelium vitae" ist der Schutz des Embryos als menschliches Individuum erneut hervorgehoben worden. In einem Abschlußdokument werden Ärzte und Verantwortliche im Gesundheitswesen aufgefordert, gegen jede ungerechte Behandlung von Embryonen zu arbeiten.

Wohnraum: In der kommenden Woche wird die katholische Kirche auf der "Wohnraum-Konferenz" (Habitat-Konferenz) der Vereinten Nationen ihre Prinzipien für familiengerechtes Wohnen vortragen. Der apostolische Stuhl hat am Donnerstag in einer Erklärung das Grundrecht des einzelnen Menschen und der Familie auf eine Wohnung unterstrichen.

Grundstein: Der Papst hat am Donnerstag den Grundstein für in katholisches Kulturzentrum in Washington gesegnet. Das Haus ist nach ihm benannt und soll vor alle in akademischen Kreisen der USA die päpstliche Lehre bekanntmachen und verbreiten. Wichtig ist den Initiatoren auch, Personen verschiedenster Herkunft die Art und Weise deutlich zu machen, wie die katholische Kirche moralische und religiöse Fragen angeht.

Entführte Trappisten:

Gedenken: Am Dienstag fand in Paris ein Solidaritätsmarsch für die sieben ermordeten Trappisten statt. Rund 10.000 Personen nahmen an der Gedenkveranstaltung teil. Unter ihnen war auch Premierminister Juppé.

Kontakte?: Zur gleichen Zeit verteidigte der französische Außenminister de Charette seine Darstellung, daß es zu keinen Kontakten zwischen Paris und den Entführern gekommen sei. Erstmals räumte er dabei ein, daß tatsächlich GIA-Vertreter in der algerischen Botschaft in Algier empfangen worden seien. Bislang hatte Frankreich auch das bestritten.

Verurteilt: Inzwischen hat auch der Sudan den Mord an den Trappisten verurteilt. Dieser barbarische Akt habe mit den Prinzipien des Islams nichts gemein, sagte ein Sprecher des Außenministeriums über Radio Karthoum.

Kloster: Ein hochrangiger Vertreter des Trappistenordens wird in diesen Tagen das Kloster der ermordeten französischen Mönche besuchen. Erst vor wenigen Tagen waren französische Journalisten unter starken Sicherheitsvorkehrungen in das Kloster Tibeherin gekommen.

Testament: Einer der ermordeten Mönche hat eine Art geistliches Testament hinterlassen. Das Schreiben, das Pater Prior Christian de Cherge vor 2 Jahren verfaßte, war in einem verschlossenen Umschlag von seiner Familie verwahrt worden. Es sollte erst im Fall seines Todes veröffentlicht werden. Am Mittwoch druckte es die französische Tageszeitung "La Croix" ab. De Cherge erklärt, sollte er umgebracht werden, dann wolle er sein Leben aufopfern für Gott und das algerische Volk.

Menschenrechte:

Rechte: Für die Rechte der brasilianischen Landlosen und Straßenkinder haben am Montag in Paris rund 100 Menschen demonstriert. Anlaß war der Besuch von Brasiliens Staats-Präsident Fernando Cardoso. (kna)

In Haft: Die deutsche Abteilung von Amnesty international hat heute verurteilt, daß in Burma über 250 Mitgliedern der "Nationalen Liga für Demokratie" festgenommen wurden. Sie forderte die Militärregierung auf, die Oppositionellen sofort und bedingungslos aus der Haft zu entlassen. (kna)

Kinder: Das UNO-Komitee für die Rechte der Kinder hat harte Kritik an Peking geübt. In einem am Mittwoch in Genf veröffentlichten Bericht forderte es eine Verbesserung des Lebens in den Waisenhäusern. Nur so könne die bei 80% liegende Todesrate unter diesen Kindern gesenkt werden. Gleichzeitig kritisierte das Komitee die generelle Unterdrückung der Mädchen in der chinesischen Gesellschaft und forderte die Abschaffung der Todesstrafe für Jugendliche. (kna)

Verhaftet: Der deutsche Missionar Konrad Liebscher ist am Montag in Angola verhaftet worden. Ihm wird vorgeworfen, eine verbotene Demonstration von Armen organisiert zu haben. Er wollte damit gegen die elenden Lebensbedingungen im Land protestieren. Am Mittwoch war ein Gerichtsverfahren vertagt worden. Unklar ist, ob es erneut aufgenommen wird. Das Auswärtige Amt in Bonn konnte am Donnerstag nach einer Anfrage von Radio Vatikan zum jetzigen Zeitpunkt noch keine näheren Angaben machen.

Unterdrückung: Die Regierung in Kambodscha mißachtet die Menschenrechte. Das sagt Amnesty international. Seit ihrem Regierungsantritt 1993 unterdrücke die herrschende Partei systematisch die Rechte der Menschen, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Beschuldigt: Amnesty international hat erneut den Sudan beschuldigt, Menschenrechte zu verletzen. Zum 7. Jahrestages des Staatsstreiches in dem Land veröffentlichte die Hilfsorganisation am Mittwoch einen Bericht über die Lage der Menschenrechte vor Ort. Seit dem 10. Mai dieses Jahres haben die Vereinten Nationen den Sudan mit diplomatischen Sanktionen belegt, da Verbindungen zum Terrorismus vermutet werden. Amnesty forderte die UNO auf, Beobachter in das Land zu entsenden.

Krisengebiete:

Gespräche: In der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, Bangui, sollten am Mittwoch erstmals direkte Gespräche zwischen den meuternden Soldaten und der Regierung stattfinden. Vermittelt hat sie der Erzbischof der Stadt, Joachim N`Dayen; er will bei den Verhandlungen auch selbst anwesend sein. Nach französischer Intervention herrscht seit dem Wochenende ein Waffenstillstand.

Appell: Der Erzbischof von Monrovia, Michael Francis, hat bei seinem Deutschlandbesuch einen Appell an die internationale Staatengemeinschaft gerichtet. Demnach soll auf die kriegsführenden Parteien in Liberia moralischer, diplomatischer und wirtschaftlicher Druck ausgeübt werden, damit diese ihre Truppen entwaffnen und das Land zu freien Wahlen führen.

Kirche:

Eröffnet: Im österreichischen Mariazell ist am Donnerstag die Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen eröffnet worden. Die Tagung dauert bis zum Wochenende. Der Präsident des Rates, der Prager Kardinal Miloslav Vlk, sprach sich für einen entschlossenen Beitrag der Kirchen zum Aufbau Europas aus.

Rücktritt: In Mexiko haben Kirchenvertreter den Abt des Heiligtums von Guadaluppe, Guillermo Schulemberg, erneut zum Rücktritt aufgefordert. Grund dafür sei das Erreichen der Altersgrenze. Schulemberg selbst erklärte gegenüber der Presse, Papst Johannes XXIII. habe ihn damals auf Lebenszeit zum Abt ernannt. Er war in der letzten Zeit in die Schlagzeilen geraten, weil er die Meinung vertrat, der seliggesprochene Gründer von Guadaluppe, Juan Diego, habe niemals existiert.

Baumeister: Ein jüdischer Architekt hat den Wettbewerb für den Neubau einer Kirche in Rom gewonnen. Der US-Amerikaner Richard Meier soll im Osten der Stadt die Kirche zum Heiligen Jahr 2.000 bauen. Es ist das erste Mal, daß ein nichtchristlicher Künstler einen derartigen Auftrag der römischen Kirche erhält. (kna)

Protest: Gegen diese Entscheidung hat die rechte Allianza Nazionale zum Protest aufgerufen. Darin wird vom Kultusministerium mehr Schutz für einheimische Architekten gefordert. Sie sollen bei den "50 neuen Gotteshäusern" mit ihren Entwürfen Vorrang haben. (kna)

Symposium: In Wien begann am Mittwoch ein Symposium von Kirchenvertretern aus Österreich und Rumänien. Thema ist die Lage der rumänischen Kirchen. Die Gespräche zwischen Vertretern der Orthodoxen und der griechisch-katholischen Kirche sollen zu einer Entspannung zwischen den Kirchen führen. Die Initiatorin des Treffens ist die Stiftung "Pro oriente".

Abbé Pierre: Der französische Vater der Obdachlosen, Abbé Pierre, hat, wie gestern bekannt wurde, sein Land verlassen und lebt derzeit in einem Kloster in Norditalien. Der beliebteste Priester Frankreichs war wegen seiner Unterstützung des französischen Schriftstellers Roger Garaudy, der in seinem neuesten Buch den Holocaust anzweifelte, heftig kritisiert worden. Wie am Donnerstag bekannt wurde, ist Abbé Pierre nach Paris zurückgekehrt.

Deutschland:

Gemeindereferenten: Bischof Karl Lehmann nahm an der Gründung eines Seminars für Seelsorgehelferinnen in Mainz teil. Dabei erklärte er, die Gemeindereferenten seien nicht mehr wegzudenkende Säulen im pastoralen Dienst. Es handele sich um einen weithin angenommenen Berufsstand, so Lehmann wörtlich. (kna)

Synode gefordert: Die Vorsitzende des Berliner Katholikenrates, Hanna-Renate Laurien, hat am Mittwoch in Göttingen eine neue Synode für alle Diözesen Deutschlands gefordert. Vor allem in den neuen Bundesländern, in denen es fast keine Katholiken gebe, könne die Kirche so auf ihre Anliegen aufmerksam machen. (kna)

In eigener Sache:

Empfang: Radio Vatikan in deutscher Sprache können Sie auf Mittelwelle 1530 (kHz) und auf Kurzwelle 4005, 5880, 7250 und 9645 (kHz) empfangen. Im Sendegebiet Rom außerdem über UKW 93,3 MHz.

Programm: Täglich um 16 Uhr senden wir live die aktuellen Nachrichten aus der Weltkirche. Um 20.20 Uhr können Sie unsere Magazine hören, die um 6.20 Uhr am nächsten Morgen wiederholt werden.

Magazine in dieser Woche (30. Mai bis 05. Juni):

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