vom 24. bis 27. Mai

Vatikan

Protest: Mit einer Protestnote hat der Vatikan am Freitag auf eine Verletzung des Beichtgeheimnisses reagiert. Im vergangenen Monat hatte die heimliche Tonbandaufzeichnung einer Beichte als Beweismittel im US-Bundesstaat Oregon für Schlagzeilen gesorgt. Der Vatikan verlangt Maßnahmen, damit das "fundamentale Recht" auf eine geheime Beichte respektiert werde - und außerdem die Vernichtung des Tonbands. (kna)

Gute Zusammenarbeit: Papst Johannes Paul II. hat am Samstag den Staatspräsidenten von Uruguay, Julio Sanguinetti, in Privataudienz empfangen. Der Papst lobte die gute und fruchtbare Zusammenarbeit der Kirche Uruguays und der Regierung. Die Kirche werde auch weiterhin an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes mitarbeiten.

Gewalt: Johannes Paul II. hat Kolumbien aufgefordert, jeder Form von Gewalt, zu der auch die Abtreibung gehöre, mit einer Kultur des Lebens und der Liebe zu begegnen. Dies erklärte er am Samstag vor einer Gruppe kolumbianischer Bischöfe anläßlich ihres Ad-Limina-Besuches im Vatikan. Gewalt kenne viele Formen. Der Papst verurteilte Guerillakämpfe und Sprengstoffattentate gegenüber der Zivilbevölkerung, Priestern und Ordensleuten. Die Bischöfe müßten gegen all diese Formen der Gewalt das Gewissen der Gläubigen mobilisieren.

Ehe: Anläßlich seines 15jährigen Bestehens hat der Päpstliche Rat für die Familie jetzt ein neues Dokument über die Vorbereitung auf das Sakrament der Ehe vorgestellt. Das Papier richtet sich besonders an jene Menschen, die bereits verlobt sind und zu heiraten beabsichtigen.

Entführte Trappisten:

Tod: Die 7 entführten französischen Mönche sind tot. Das erklärte die GIA, die groupe islamique armée, am Donnerstag abend in einem Bekennerschreiben. Die Ordensleute waren am 27. März verschleppt worden.

Tot?: Die algerische Regierung will den Tod der Mönche nicht bestätigen. Es lägen bis jetzt keine Beweise dafür vor, daß die GIA ihre Drohung tatsächlich wahrgemacht habe. Das erklärte das Innenministerium am Samstag in einem Kommuniqué.

Enthüllungen: Eine algerische Untergrundzeitung, die der islamischen Terrorgruppe GIA nahesteht, hat inzwischen Enthüllungen über Frankreichs Kontakte zu den Geiselnehmern angekündigt. Die GIA wirft dem französischen Präsidenten Chirac vor, sich ernsthaften Verhandlungen über eine Freilassung der 7 Geiseln verweigert zu haben. Frankreich habe versucht, die GIA hereinzulegen - das hätten die Mönche mit dem Leben bezahlen müssen.

Beschuldigt: Am Wochenende haben auch islamische Organisationen die Morde verurteilt. Wie der Mufti von Ägypten erklärte, widerspreche die Tat den Grundsätzen des Islam. Er beschuldigte die iranischen Mullahs und das Regime in Teheran, für die Auswüchse des islamischen Fundamentalismus verantwortlich zu sein. (kna)

Papst Johannes Paul II.: "Wenn die Nachricht von diesem barbarischen Mord bestätigt wird, handelt es sich um eines der traurigsten Kapitel der Geschichte Algeriens", erklärte der Papst. Er hofft weiter, daß die entführten Trappisten noch am Leben sind. Außerdem rief Johannes Paul die Muslime auf, ihre Kräfte zu vereinen, damit nie wieder im Namen Gottes solche Taten gerechtfertigt würden.

Am Samstag schickte der Papst ein Telegramm an den Erzbischof von Algier, Henri Teissier. Er hoffe, so Johannes Paul II., daß das Zeugnis der 7 Mönche zum Ausgangspunkt einer Wiederversöhnung in Algerien werden könnte.

Frankreichs Außenminister: "Ich fürchte, daß Schreckliche ist geschehen." Hervé de Charette mußte am Freitag die Ermordung der 7 Trappistenmönche bestätigen.

Erzbischof von Algier: "Wir denken, daß das Kommuniqué uns leider wirklich den Tod der Ordensleute ankündigt - das ist in der Logik der Ideologie der GIA", erklärte Henri Teissier. Das Schreiben enthalte Beweise, daß die Absender mit denen einer ersten Mitteilung vom 20. April identisch sind.

Trappistenleitung: In Rom nannte die Leitung des Trappistenordens die Ermordung einen Grund zur Trauer für das algerische Volk. Für die kommende Woche kündigte sie eine Gedenkfeier in Algier an. Der Generalabt der Trappisten reiste am Freitag nach Algerien.

Aufruf: Die französische Regierung hat am Freitag alle in Nordafrika lebenden Franzosen aufgefordert, Algerien zu verlassen.

Freigestellt: Der Weltverband der Ordensoberen wird es den Ordensleuten freistellen, ob sie Algerien verlassen wollen oder nicht. Sie würden nicht dazu aufgefordert. In einem Telegramm an den Erzbischof von Algier, Henri Teissier, erklärten die Ordensoberen, sie teilten den Schmerz der Kirche in Algerien und beteten für sie.

Bleiben: Der Erzbischof von Algier hat am Montag bestätigt, daß die Ordensleute in Algerien bleiben wollten.

Menschenrechte:

Worte: In Pakistan bestehe eine große Kluft zwischen der Menschenrechtssituation und den Erklärungen der Regierung - das hat Amnesty international beklagt. Das verbale Engagement der Regierung werde bislang nicht in die Praxis umgesetzt. Grundsätzlich würdigte Amnesty die Anstrengungen, die in Pakistan zur Verbesserung der Gesetzgebung unternommen werden. (kna)

Keine Änderung: In Burma sind über 300 Mitglieder der sogenannten "Demokratischen Liga" verhaftet worden. Amnesty international erklärte, daß sich die Menschenrechtssituation in dem Land auch nach der Freilassung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi aus ihrem sechsjährigen Hausarrest nicht geändert habe. Die Militärdiktatur unterdrücke von vornherein jeden Oppositionsversuch.

Vertreibung: Fürs erste ist die drohende Vertreibung von zahlreichen brasilianischen Indianern aus ihrer Region Mato Grosso abgewandt worden. Ein regionales Bundesgericht hob den Vertreibungsbeschluß auf, die Entscheidung des Berufungsverfahrens muß jedoch abgewartet werden. Über 200 Familien des Stammes hatten für den Fall ihrer Vertreibung einen kollektiven Selbstmord angekündigt. (kna)

Entführung: Der Erzbischof der Hauptstadt von El Salvador, Fernando Saenz Lacalle, ist alarmiert über die Entführung eines Priesters. Bisher wisse man noch nichts über das Los des Pfarrers von Santa Catarina aus dem Osten des Landes, sagte er.

Überfall: Auf ein Jesuitenkloster in Mexiko ist ein Attentat verübt worden. Bei dem Überfall einer Gruppe der Todesschwadronen im südwestlichen Bundesstaat Chiappas sollen 5 Menschen getötet worden sein.

Sterbehilfe: 40 Kongreßmitglieder der USA wollen mit ärztlicher Hilfe herbeigeführten Selbstmord für illegal erklären lassen. Eine entsprechende Aufforderung richteten sie in einem Brief an Präsident Bill Clinton.

Embargo: Das europäische Parlament hat am Freitag die hohe Zahl der Menschenrechtsverletzungen in Nigeria verurteilt. Es forderte die europäische Union auf, ein Öl-Embargo gegen das Land zu verhängen und die Waffenlieferungen dorthin einzustellen.

Entspannt: Die politische Lage in Togo hat sich deutlich entspannt. Das erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Kpodzro. Die Menschenrechtslage sei nach den ersten demokratischen Mehrparteienwahlen 1994 wesentlich besser geworden. Die Opposition, die Kirche und die Medien könnte frei arbeiten. (kna)

Deutschland:

Schuldenerlaß: Der Erzbischof von Berlin, Kardinal Georg Sterzinsky, hat einen Schuldenerlaß für die ärmsten Länder der dritten Welt gefordert. Das Recht auf ein Leben in Würde und sozialer Sicherheit müsse höher rangieren als fest kalkulierte Gewinnansprüche. (kna)

Sparmaßnahmen: Die geplanten Bonner Sparmaßnahmen werden nur die Schwächsten der Gesellschaft treffen. Das befürchtet die katholische Arbeiterbewegung KAB. Ihre Vorsitzende Renate Müller erklärte, der Verband werde Widerstand gegen die Einsparungen leisten. (kna)

Synagoge: In Mainz-Weisenau ist am Pfingstmontag eine Synagoge neu eingeweiht worden. An den Feierlichkeiten nahm auch der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Karl Lehmann teil. Es sei für ihn eine Freude, ein Aufblühen jüdischen Lebens in Deutschland festzustellen, sagte er. (kna)

In eigener Sache:

Empfang: Radio Vatikan in deutscher Sprache können Sie auf Mittelwelle 1530 (kHz) und auf Kurzwelle 4005, 5880, 7250 und 9645 (kHz) empfangen. Im Sendegebiet Rom außerdem über UKW 93,3 MHz.

Programm: Täglich um 16 Uhr senden wir live die aktuellen Nachrichten aus der Weltkirche. Um 20.20 Uhr können Sie unsere Magazine hören, die um 6.20 Uhr am nächsten Morgen wiederholt werden.

Magazine in dieser Woche (27. Mai bis 02. Juni):

Montag: Weltkirche - Informationen und Hintergründe von allen Kontinenten. GEPLANTE BEITRÄGE: Dietmar Bader, Missio-Chef, nach seiner Rückkehr aus dem Südsudan.

Dienstag: Radioakademie. DIESEN MONAT: "Da hab` ich dich getragen" - ein Beitrag von Ruth Beerbom über das Leben mit Pflegebedürftigen in der Familie. (Heute der letzte Teil.)

Mittwoch: Römische Woche - Aktuelles aus dem Vatikan, Rom und Italien. (Immer mit den Worten des Papstes an die deutschen Pilger bei der Mittwochsaudienz.)

Donnerstag: Kreuz des Südens. Aus dem Leben junger Kirchen.

Freitag: Prisma - Facetten aus Politik, Gesellschaft und Religion.

Samstag: Eine Sonntagsbetrachtung von Jürgen Benisch aus Trockau. Außerdem des Rosenkranzgebet mit dem Papst.

Sonntag: Sie schreiben - wir antworten.

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