21. bis 23. Mai

Vatikan:

Gespräche: Seit einiger Zeit schon gibt es Gerüchte über ein eventuelles Treffen zwischen Papst Johannes Paul II. und dem Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Alexei II. Jetzt hat der Patriarch Gesprächsbereitschaft signalisiert. Wann es jedoch zu einem Treffen kommen wird, steht noch nicht fest.

Armut: Der Papst hat zu energischen Maßnahmen bei der Bekämpfung der Armut aufgerufen. Er sagte: "Es ist eine traurige Tatsache, daß ein beträchtlicher Teil der Menschheit in Armut lebt." Besonders hob Johannes Paul hervor, daß Mädchen und Frauen von der Benachteiligung betroffen seien. (kna)

Zentralafrikanische Republik:

Kämpfe: 8 Tote und 60 Verletzte - das ist die Bilanz von Zusammenstößen zwischen Teilen der Präsidentengarde und Regierungstruppen in Bangui. Hintergrund der Kämpfe sind Soldforderungen und Machtfragen. Nach der Meuterei des Militärs herrscht Anarchie in dem Land. Friedensgespräche zwischen Rebellen und der Regierung brachten keine Fortschritte.

Evakuierung: Europäische Ausländer, darunter viele Missionare, haben sich auf den französischen Flugplatz geflüchtet. Inzwischen sind 138 Franzosen und 40 Amerikaner aus Bangui evakuiert worden.

Demonstration: Zu einer antifranzösischen Demonstration ist es am Donnerstag in der Hauptstadt Bangui gekommen. Die Teilnehmer versuchten dabei, die französische Botschaft und das Gebäude des Staatsrundfunks zu stürmen. Der Protest richtete sich vor allem gegen die Beteiligung französischer Truppen an der Verteidigung von Staatspräsident Patasse.

Menschenrechte:

Kinder: Mehrere italienische regierungsunabhängige Organisationen fordern die Aufnahme der Rechte der 120 Millionen europäischer Kinder in die Verträge von Maastricht. Nach Angaben des Internationalen Katholischen Kinderbüros fehlt in den Maastrichter Verträgen bisher jeder Hinweis auf die Rechte der Minderjährigen.

Mehr Verständnis: Ein hoher chinesischer Regierungsbeamter hat zu mehr Verständnis für die Kultur Tibets aufgerufen. Durch vermehrte Forschung zu Politik, Geschichte und Religion des Landes soll das Verständnis für das "Dach der Welt" gefördert werden, erklärte er gegenüber der chinesischen Presseagentur.

Religionsfreiheit: Die Pekinger Regierung hat die Ausbreitung des politischen Islams in der Provinz Xingjang verurteilt. In einem Zeitungsartikel mit der Überschrift "Religion als Opium für das Volk" wird vor allem der separatistische, antichinesische Einfluß sowie der angebliche Mißbrauch der Religionsfreiheit kritisiert.

Flüchtlinge: Der Senat der Philippinen hat die Regierung aufgefordert, mit der bestehenden Politik anderer asiatischer Staaten zu brechen und vietnamesische Flüchtlinge aus einem Lager nicht nach Hause zu schicken. Statt dessen sollten die katholische Kirche und weitere private Gruppen die Leitung des Lagers übernehmen.

Todesstrafe: Einem philippinischen Richter, der aus christlicher Überzeugung in einem Fall die Todesstrafe nicht verhängt hatte, wurde jetzt vom Obersten Gerichtshof des Landes die Änderung des Urteils befohlen. Er hatte Anfang des Jahres 2 Männer, die ein siebenjähriges Mädchen vergewaltigt und getötet hatten, zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Das philippinische Gesetz sieht in diesem Fall jedoch die Todesstrafe vor.

Folter: "Folter wird jeden Tag angewandt, auf jedem Kontinent. Jede Minute wird auf unserer Welt ein Mensch gefoltert." Diese Worte stehen in einem Bericht, den Amnesty international am Mittwoch in London vorlegte. Damit wurde eine Kampagne gegen die Folter in der Welt gestartet.

Schutz: Amnesty international hat die Weltgesundheitsorganisation aufgefordert, diejenigen Ärzte zu schützen, die Menschenrechtsverletzungen anzeigen. Weltweit würden hunderte von Ärzten und Krankenpflegern getötet oder inhaftiert, nur weil sie Folter und Mißhandlung anprangern oder den Opfern, meist Regimegegnern, medizinischen Beistand geleistet hätten.

Eingeborene: Die Ureinwohner von Ecuador sind nach ersten Hochrechnungen zum ersten Mal im neuen Parlament direkt vertreten. Die Eingeborenen-Bewegung hat bei den Wahlen am Sonntag (19.5.) offenbar einen Sitz gewonnen.

Spannungen: Im Norden Indiens kommt es zu Spannungen. Am Mittwoch hatten etwa 2.000 Hindu-Frauen versucht, auf dem Gelände einer muslimischen Schule ein religiöses Ritual abzuhalten. Dieser Ort ist für die Hindus heilig. Polizisten schossen in die Luft und trieben die Menge mit Stöcken auseinander. 2 Menschen wurden von Kugeln getroffen, 12 weitere von Schlägen verletzt.

Krisengebiete:

Gefährdung: Die Aktivität von paramilitärischen Gruppen im mexikanischen Bundesstaat Chiapas gefährdet den Friedensprozess. Das sagte der Weihbischof von San Cristobal, Raul Vera Lopez. Die Friedensverhandlungen zwischen Guerilla und Regierung werden von ihm geleitet, befinden sich derzeit jedoch in einer Krise.

Verhandlungen: Die wichtigste linke Guerillabewegung Kolumbiens hat die Vorschläge der Kirche zu Waffenstillstandsverhandlungen akzeptiert. Das erklärte sie in einem Brief an die nationale Versöhnungskommission in Bogota.

Kirche:

Überfälle: In Angola sind zwei Kirchen während der Sonntagsmesse überfallen worden. Dabei wurden 5 Menschen getötet. Polizisten und Regierungssoldaten hätten das Feuer auf die Gläubigen eröffnet.

Ökumene: Die katholischen Ostkirchen sollten eine größere Rolle in der Ökumene spielen. Das erklärte der Präsident des päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Edward Cassidy bei seinem Besuch in der Ukraine. Die ukrainische und die ruthenisch-katholische Kirche hätten wie durch ein Wunder die kommunistische Zeit überlebt.

Anti-kirchlich: In Tschechien hat derweil der Prager Erzbischof die Politiker beschuldigt, die Kirche immer noch wie in kommunistischen Zeiten niederzuhalten. Die Führung der Tschechischen Republik glaube immer noch an die anti-kirchliche Propaganda der Kommunisten, meinte Kardinal Miroslav Vlk in Prag. (kna)

Kirchenvolks-Begehren: Auch in den USA wird es ein Kirchenvolks-Begehren geben. Das kündigten rund 20 katholische Organisationen am Mittwoch in Washington an. Mit der Unterschriftenaktion sollen grundlegende Reformen, wie die Frauenordination und die Aufhebung des Zölibats, erreicht werden. (kna)

Turiner Grabtuch: Das sogenannte Turiner Grabtuch stammt offenbar doch aus den Zeiten Jesu. Das erklärten jetzt Forscher der Universität von Texas auf einem Kongreß von Mikrobiologen in New Orleans. Falsche Datierungen bei früheren Untersuchungen seien offenbar durch Bakterienschichten auf dem Grabtuch verursacht worden.

Deutschland:

Entdeckung: Bisher verschollene Dokumente von Bernhard Lichtenberg sind jetzt im Kreis Vechta entdeckt worden. Dabei handelt es sich zum größten Teil um Lebenserinnerungen, die der frühere Berliner Domprobst 1942, während der Untersuchungshaft in Moabit, aufgeschrieben hat. Wie dazu die Bischöfliche Pressestelle Vechta mitteilte, seien die Aufzeichnungen im Nachlaß von schlesischen Vertriebenen gefunden worden. Bernhard Lichtenberg, der 1943 auf dem Weg ins Konzentrationslager Dachau gestorben war, wird am kommenden 23. Juni in Berlin von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen werden. (kna)

Dialog: Der Magdeburger Bischof Leo Nowak hat Schwierigkeiten im Dialog zwischen den Bischöfen und dem Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) beklagt. Beide Seiten hätten ein "unterschiedliches Verständnis davon, was für die Kirche wichtig ist". (kna)

Scientology: Die bayerische Staatsregierung und die Wirtschaftsverbände wollen künftig gegen die Scientology Sekte zusammenarbeiten. Bayern werde alle Möglichkeiten ausschöpfen, um den Praktiken der Sekte zu begegnen, erklärte der Staatssekretär des Innenministeriums am Donnerstag. (kna)

Spendenrückgang: Die deutsche Welthungerhilfe beklagt einen Spendenrückgang für das Jahr 1995. Das erklärte sie am Donnerstag in Bonn. Im letzten Jahr seien die Einnahmen um 5,6 Prozent zurückgegangen, was ein Minus von 35,6 Millionen Mark ausmache. (kna)

Hospiz: Zur finanziellen Absicherung der Hospiz-Bewegung ist am Donnerstag in München die "Deutsche Hospiz Stiftung" gegründet worden. Träger ist der deutsche Zweig des Malteserordens. Für die Aufbauphase stehen 1,6 Millionen Mark zur Verfügung. (kna)

Schwangerenberatung: Der bayerische Staat hat am Donnerstag den Entwurf zum Schwangerenberatungs-Gesetz "grundsätzlich" befürwortet. Die von der Staatsregierung vorgelegte Fassung werde "im Rahmen der Möglichkeiten" dem Schutz des ungeborenen Lebens sowie der Schwangeren gerecht. (kna)

Mangel: Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Klaus Engelhardt, beklagt einen Mangel an Theologie und Glaubensvermittlung in seiner Kirche. Angesichts einer zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft sei es versäumt worden, Glaubenswissen zu vermitteln. (kna)

Mut: Zur "Offensive" hat der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, die katholische Kirche aufgerufen. Sie müsse den Mut haben, inmitten der offenen Gesellschaft verbindlich und entschieden Zeugnis zu geben. Das erklärte er am Dienstag in Mainz.

Weitere Meldungen:

Patentierte Lebewesen: In Österreich hat die Kirche eine Unterschriftenaktion gegen die Patentierung von Lebewesen gestartet. Es bestehe die Gefahr, heißt es in dem Aufruf, daß Lebewesen nur noch in ihrem Markt- und Nutzwert wahrgenommen würden. (kna)

Kritik: Die katholischen Bischöfe der USA haben Präsident Bill Clinton wegen seiner jüngsten Entscheidung zu Landminen kritisiert. Nachdem Clinton für eine weltweite Anti-Minekampagne eintreten sollte, sei es unverständlich, daß er für die US-Armee eine Sondergenehmigung zum Minenlegen erteilt hat.

Mutter Theresa: Die Friedensnobelpreisträgerin wurde am Dienstag zur Ehrenbürgerin der Stadt Rom ernannt. In ihrer Rede dankte sie für die Unterstützung ihrer Einrichtungen in der ewigen Stadt.

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Magazine in dieser Woche (23. bis 29. Mai):

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