11. April 1996

Euthanasie:
In Australien wird am 1. Juli ein Gesetz in Kraft treten, das die Sterbehilfe im nördlichen Landesteil legalisiert. Es sollen bereits mehrere Patienten aus anderen Bundesstaaten unterwegs sein, um das Gesetz in Anspruch zu nehmen. Die überwiegende Mehrheit der Australier unterstützt das Gesetz. Auch andere Provinzregierungen überlegen deshalb, ob sie die Euthanasie legalisieren sollen.

Deutschland:

Schwangerschaftsberatung:
Der Münsteraner Weihbischof Josef Voss hat sich für den Verbleib der katholischen Beratungsstellen in der staatlichen Schwangerenkonfliktberatung ausgesprochen. (kna)

Woche für das Leben:
Auch in diesem Jahr veranstalten die beiden großen Kirchen eine gemeinsame Woche für das Leben. Sie steht unter dem Thema "Sterben bis zuletzt" und findet vom 4. bis 10. Mai bundesweit statt. (kna)

Telefonaktion:
Am 29. April führen die Bistümer Limburg, Mainz, Speyer und Trier eine Telefonaktion zu "Tod und Sterben" durch. Von 15 bis 20 Uhr können Vertreter aus Krankenhausseelsorge, Trauerbegleitung, Hospizbewegung und theologischer Forschung befragt werden. Die Gespräche sind gebührenfrei. (kna)

Ausstellung:
In Berlin ist am Mittwoch die Ausstellung "Die katholische Kirche und der Nationalsozialismus - Märtyrer und Zeugen aus Mitteldeutschland" eröffnet worden. (kna)

Osteuropa:

Anschlag auf Kirche:
Am Montag haben Unbekannte 2 Molotow-Cocktails auf die Antonius-Kirche in Belgrad geworfen. Das Oberhaupt der serbisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Pavle, verurteilte den Anschlag. (kna)

Bosnische Gefangene:
Die Freilassung von 276 internierten Bosniern hat die Gesellschaft für bedrohte Völker, GfbV, gefordert. Sie sollen sich im serbischen Lager Sljivonica befinden. Die offizielle Liste des Roten Kreuzes umfasse nur 3 registrierte Gefangene und sei damit unvollständig. (kna)

Hinrichtungen:
In Tschechien sollen während der Herrschaft des kommunistischen Regimes 450 Personen hingerichtet worden sein. Eine Liste mit den Namen legte das Büro für die Dokumentation und die Erforschung der Verbrechen des Kommunismus am Dienstag vor.

Auschwitz:
Vor dem ehemaligen Konzentrationslager haben am Ostersamstag nationalsozialistische Skinheads demonstriert. Die katholische Kirche in Polen verurteilte diese Demonstration als, so wörtlich, "Mißbrauch der Freiheit". (kna)

Afrika:

Neue Kämpfe:
In Liberia ist die Lage weiterhin gespannt. Missionarinnen und Missionare haben sich in ein katholisches Krankenhaus in der Hauptstadt Monrovia geflüchtet und warten auf ihre Evakuierung. Die Gemeinschaft der Ordensoberinnen hat am Donnerstag in Italien einen Solidaritätsappell für sie veröffentlicht.

Trappisten:
Noch immer keine Neuigkeiten von den entführten Mönchen. Die französische Regierung hofft jedoch weiterhin, daß die Ordensleute am Leben sind. (kna)

Tschernobyl:

Internationale Tschernobyl-Konferenz:
Am Mittwoch ist die internationale Tschernobyl-Konferenz in Wien eröffnet worden. 10 Jahre nach der Reaktorkatastrophe treffen sich dort Fachleute aus aller Welt, die gemeinsam mit Politikern und Wissenschaftlern aus Rußland, der Ukraine und Weißrußland einen Lagebericht erstellen und notwendige Vorkehrungen für die Zukunft treffen wollen.

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