26. März 1996

Vatikan: Der Vatikansprecher Navarro-Valls dementierte alle Vermutungen, daß der Papst Krebs habe.

Ein spanischer Jesuit hatte dies am Wochenende in einem Zeitungsbericht behauptet

Vatikan: Die Reise des Papstes nach Tunesien wird wie geplant am 14. April stattfinden.

Bei seiner Ankunft wird Papst Johannes Paul II. eine Rede halten. Danach wird er in der Kathedrale der Hauptstadt eine Messe feiern. Zudem ist ein Treffen mit Bischöfen Nord-Afrikanischer Staaten vorgesehen.

Vatikan: Politiker haben die absolute moralische Pflicht gegen Abtreibung, Euthanasie und Mißbrauch von Embryonen vorzugehen.

Das erklärte der Präsident des päpstlichen Familienrates, Alfonso Lopez Trujillo, bei einer Tagung in London.

Vatikan: Papst Johannes Paul II. hat zum solidarischen Umweltschutz aufgerufen.

Beim "Angelus" warnte der Papst am Sonntag davor, den egoistischen Gebrauch der Ressourcen fortzuführen. Weiter erklärte er, daß die katholische Bußpraxis zum Respekt vor der Umwelt als Schöpfung Gottes erziehen könne.

Vatikan: Der Papst hat in einem Schreiben an einige Prinzipien der Beichte erinnert.

Er beklagte, daß viele Katholiken ohne rechte Bußbesinnung beichten. Schwere Sünde müsse wenigstens einmal im Jahr gebeichtet werden. Ohne Vorsatz, die Sünde nicht wieder zu begehen, dürfe nicht absolviert werden.

Vatikan: Die italienische Zeitung Messagero spekulierte heute über eine mögliche Papstreise nach Sarajewo.

Dabei bezieht sie sich auf einen Besuch des päpstlichen Nuntius Erzbischof Francesco Monterisi beim bosnischen Premierminister.

Deutschland: Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, begrüßte die Entscheidung des Bistums Fulda, aus der staatlichen Schwangerschaftsberatung auszusteigen.

Es werde nochmals Gespräche zwischen dem Vatikan und der Deutschen Bischofskonferenz über das Thema geben.

Deutschland: Der neue Bischof von Eichstätt, Walter Mixa, wurde am Samstag geweiht.

23 Bischöfe sowie der apostolische Nuntius waren zu der Weihe, die durch seinen Vorgänger Erzbischof Karl Braun vorgenommen wurde, in die Domstadt gereist. Braun rief in seiner Predigt dazu auf, mit seinem Nachfolger eine "überzeugende Lebens- und Glaubensgemeinschaft" zu bilden. (KNA)

Deutschland: Evangelischer Arbeitskreis der Union richtete Appell an Manfred Stolpe.

Er solle die Einführung des LER-Faches verhindern und somit dem "kirchenfeindlichen Vorschlag seiner Landtagsfraktion nicht folgen".

Deutschland: Bischof Karl Lehmann hat am Freitag zur Beteiligung an den bevorstehenden Landtagswahlen aufgerufen.

Er meinte, daß sich der Bürger gerade heute gegenüber der Übermacht auch demokratischer Regierungen beinahe entmündigt vorkomme. (KNA)

Ruanda: Der Präsident des päpstlichen Rates Cor Unum, Erzbischof Paul Josef Cordes, hat Kirche und Gesellschaft Ruandas die Solidarität des Papstes ausgesprochen.

Bei einem Besuch in Ruanda sagte Cordes, neben allem Schrecken des Bürgerkrieges habe man dort auch größtes Heldentum erlebt. Die getöteten Helden ermahnten zur Verzeihung. Man könne nicht zu Christus beten und gleichzeitig den Nächsten hassen. Cordes wies indessen die These zurück, der Papst habe erstmals die Schuld der Kirche in dem Konflikt zugegeben. Im Gegenteil habe die Kirche von Anfang an zu Frieden und Versöhnung aufgerufen.

Schweiz: Der Sekretär der Bischofskonferenz bekräftigte das "Nein" zur Sonntagsarbeit.

Der Sonntag sei für die Menschen da und nicht der Mensch für den Sonntag. Der Nationalrat ist dem Beschluß des Ständerates gefolgt und hat die Sonntagsarbeit sechsmal im Jahr bewilligt.

Tschechische Republik: Der Reformator Jan Hus wird rehabilitiert.

Seine Hinrichtung beim Konzil von Konstanz habe keine solide Basis gehabt, so der Erzbischof von Prag, Miloslav Vlk. Hus war wegen Häresie im Jahr 1415 in Konstanz verbrannt worden.

Tschechische Republik: Der Pressesprecher der Bischofskonferenz, hat jetzt erklärt rund 600 katholische Priester seien im Geheimen geweiht worden.

Ungefähr 250 von ihnen seien verheiratet. Weiter gebe es 16 geheim geweihte Bischöfe. Ein Problem besteht darin, daß viele keine Dokumente über ihre Weihe hätten.

El Salvador: Erzbischof Oskar Arnulfo Romero sollte noch vor dem Jahre 2000 seliggesprochen werden.

Diesen Wunsch hat der Postulator für seine Seligsprechung, Rafael Urrutia, ausgesprochen. Der Papst bekam von Anhängern des Erzbischofs eine Liste mit mehreren hunderttausend Unterschriften für seine Seligsprechung.

Taiwan: Viele Christen erhoffen eine Wiedervereinigung mit China.

Dies erklärte ein Vertreter der Erzdiözese Taipeh. China müsse aber grundlegende Menschenrechte und die völlige religiöse Freiheit garantieren.

Nigeria: Der Präsident des Kirchenrates hat scharfe Attacken gegen das führende Militärregime geäußert.

General Sani Abacha habe Korruption, Unsicherheit und Arbeitslosigkeit eingeführt.

Großbritannien: Verstärkte Hilfen sind für haftentlassene Jugendliche nötig.

Das hat gestern der Vorsitzende der englischen Bischofskonferenz, Kardinal Basil Hume gefordert. 80% der Jugendlichen würden in von zwei Jahren wieder rückfällig, so Hume.

Österreich: Die "Beicht-Story" in der "Wienerin" ist ein schwerer Mißbrauch des Sakramentes.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft katholischer Journalisten Erich Leitenberger kritisierte die zwei Reporterinnen, die vier verschiedenen Priestern Beichten vorgespielten. Sie wollten für einen Artikel erfahren, wie die Priester in der Kondom-Frage reagieren.

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