05. März 1996

Vatikan.

Papst Johannes Paul II. hat das Hamas-Attentat in Jerusalem scharf verurteilt. Beim Angelusgebet in Rom gab er aber am Sonntag zu erkennen, daß er weiterhin auf den Friedensprozeß im Nahen Osten setzt.

Vatikan.

Der Papst ist bereit, im Streit zwischen Bolivien und Chile zu vermitteln. Das bestätigte Kurienkardinal Pio Laghi in La Paz. Bedingung sei aber, daß Chile einer solchen Vermittlung zustimme. Bei dem Streit zwischen beiden Ländern geht es um einen Zugang Boliviens zum Meer. Über den Friedensprozeß zwischen Peru und Ecuador läßt sich der Vatikan fortlaufend unterrichten; auch hier war er um einen Schiedsspruch gebeten worden.

Vatikan/Österreich.

Ein Österreicher war diese Woche Exerzitienmeister 96 für den Papst: der neue Wiener Erzbischof Christoph Schönborn.

Österreich.

Die Jesuiten wollen ihr Hochschulengagement auf Innsbruck konzentrieren. Das bedeute aber nicht, daß die Tage der beiden deutschen Jesuitenhochschulen gezählt seien, so Provinzial Alois Riedlsperger gegenüber kathpress.

Österreich.

Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun hat sich für Äußerungen zu Aids und Kondomen entschuldigt. Laun hatte gesagt, daß die Empfehlung, Kondome zu verwenden, dem Rat an Diebe gleichkomme, bei einem Einbruch Handschuhe zu tragen.

Deutschland.

Die Bischöfe erwägen eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gegen das geplante Schulgesetz in Brandenburg. Danach soll Religion kein Pflichtfach mehr sein; statt dessen plant das Land ein Pflichtfach "Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde" (LER).

Rußland.

Der russisch-orthodoxe Patriarch von Moskau, Alexei II., deutet erstmals ein Einlenken im Streit mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Bartholomäus I. an. Es sei noch möglich, den Riß zu flicken, so Alexei in einem Radiointerview. Entscheidend dafür sei eine Einigung über das Los der Rußland-freundlichen Orthodoxen in Estland. Bartholomäus hatte sie kürzlich seiner Jurisdiktion unterstellt. Daraufhin hatte Alexei mit einem Schisma gedroht. In den Streit hat sich auch Präsident Jelzin eingeschaltet.

Irland.

An diesem Sonntag wurde in allen Kirchen und Gemeinden der Grünen Insel für ein Gelingen des Friedensprozesses gebetet. Aufgerufen dazu hatten die Oberhäupter der großen christlichen Kirchen.

Thailand.

In Asien boomt die Wirtschaft, aber Demokratie und Menschenrechte merken nichts davon. Davor warnten asiatische Kirchenvertreter in einer gemeinsamen Erklärung zum Euro-Asien-Gipfel in Bangkok. Schlechtes Beispiel in ihren Augen ist Singapur.

Philippinen.

Die Kirche stellt sich vor 2000 vietnamesische Flüchtlinge, die abgeschoben werden sollen. Die Bevölkerung solle die Zwangsabschiebung verhindern, fordert ein Statement der Bischöfe.

China.

Die Regierung in Peking hat in den letzten Monaten eine Kampagne zur Registrierung aller romtreuen Katholiken durchgeführt. Nach Agenturangaben aus Hongkong haben sich die meisten Priester und Ordensleute der Kampagne widersetzt. Der französische Staatspräsident Jacques Chirac hat am Rand des Gipfels in Bangkok von seinem chinesischen Amtskollegen Li Peng mehr Religionsfreiheit in China gefordert.

Ruanda.

Das Parlament hat sich der Bitte der Bischöfe widersetzt, den staatlichen Gedenktag an den Völkermord von 1994 in diesem Jahr zu verschieben. Er fällt diesmal auf den Ostersonntag. Die Bischöfe des Nachbarlands Burundi rufen in ihrem Fastenhirtenbrief zu einem Ende des seit zweieinhalb Jahren schwelenden verdeckten Bürgerkrieges auf.

Nigeria.

Die Bischöfe drängen die Militärregierung zu einem schnelleren Übergang zur Demokratie. "Erst 1998 - das sei einfach zu spät", zitiert die BBC aus einer Erklärung der Bischöfe.

Brasilien.

Die Bischofskonferenz protestiert gegen Präsident Cardosos Dekret über die Abgrenzung von Indianergebieten. Es ermögliche sogar die Verkleinerung von bereits abgegrenzten Gebieten, so ein Statement der Kirchenspitze. Auch mit der bisherigen Sozialpolitik Cardosos gehen die Bischöfe hart ins Gericht.

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