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Februar 1996


1. Februar 1996


Vatikan:

Praesident Mexikos beim Papst.

Der Praesident Mexikos, Ernesto Zedillo Ponce, hat dem Papst einen Besuch abgestattet. Dabei unterstrich der Papst, dass die wirtschaftliche Gesundung des Landes nicht auf Kosten der Aermsten geschehen duerfe. Die Politik habe sich nach dem Gemeinwohl und nicht nach Gruppeninteressen auszurichten. Es war der erste Besuch eines mexikanischen Staatsoberhauptes im Vatikan. Indessen haben die Bischoefe Mexikos zur Ueberwindung der derzeitigen Wirtschaftskrise aufgerufen.


Nicaragua:

Unsicherheit vor dem Papstbesuch.

Am Mittwoch hat die Polizei mitgeteilt, es seien erneut anonyme Bombendrohungen gegen katholische Kirchen eingegangen. Im Lauf der letzten Monate waren auf etwa l0 Kirchen das Landes Sprengstoffattentate veruebt worden. Indessen war die Besetzung des Aussenministeriums durch Studenten von der Polizei beendet worden. Diese hatten so auf ihre Forderungen aufmerksam machen wollen. Der Erzbischof von Managua, Kardinal Obando Bravo, rief die Bevoelkerung auf, ein Klima der Ruhe fuer den Papstbesuch zu schaffen.


Guatemala:

Ueberfaelle auf Kirchen.

Wenige Tage vor dem Papstbesuch sind auf drei Kirchen Ueberfaelle veruebt worden. Gleichzeitig hat die Regierung den Guerilleros einen Waffenstillstand angeboten.


Ecuador:

Beruehmte Barockkirche abgebrannt.

In Quito ist am Mittwoch die Jesuitenkirche durch einen Brand schwer beschaedigt worden. Die Brandursache ist ungeklaert. Es handelte sich um ein von der UNESCO geschuetztes Gebaeude des Welterbes der Kultur.


Deutschland:

Buendnis-Gruener in Duesseldorf beleidigt Katholiken.

Der Abgeordnete Daniel Kreutz hatte bei der Diskussion um die Drogenpolitik erklaert, der Gebrauch von Rauschmitteln sei so alt wie die Menschheit. "Schliesslich steht ein alkoholisches Getraenk im Mittelpunkt der katholischen Kulthandlung". Der CDU-Abgeordnete Linssen forderte eine Entschuldigung von Kreutz. (KNA)


Volksrepublik China:

Romtreue Katholiken werden verstaerkt verfolgt.

Dies berichtete die Agentur "Eglise d'Asie". Peking habe Agenten vor allem in die Provinz Hebei entsandt, wo sie die Katholiken im Untergrund aufspueren sollten. Priester und Ordensfrauen seien verhaftet oder unter Hausarrest gestellt worden. Auch seien Kirchen zerstoert worden.


Haiti:

Haitianerinnen gestalten Gebet fuer Weltgebetstag der Frauen.

Eine Mitarbeiterin der Botschaft Port-au-Prince in Bonn erklaerte: "Das Hoeren auf die fernen Schwestern ist noch wichtiger als materielle Hilfeleistungen. Der Weltgebetstag der Frauen findet an 1. Maerz statt. (KNA)


Tschechische Republik:

Die Kirche will finanziell vom Staat unabhaengig werden.

Daher verlangt sie ein Viertel des von den Kommunisten geraubten Gutes zurueck. Dies hat erneut der Prager Kardinal Miloslav Vlk in einem Interview unterstrichen. Wenn die Regierung nicht nachgebe, gehe man vor Gericht. (KNA)


Deutschland:

KZ-Ravensbrueck soll oekumenische Gedenkstaette werden.

Dies hat an Dienstag die ehemalige Leiterin der Frauenseelsorge in Berlin, Helga Wiese erklaert. Die Begegnungsstaette solle die Erinnerung an die Toten wachhalten und sensibel machen fuer die Geschichte der Frauen im Nationalsozialismus. (KNA)


Ungarn:

1000-Jahrfeier der Christianisierung soll oekumenisch begangen werden.

Dies hat der Kirchenrat in Budapest beschlossen. Indessen haben die katholischen Bischoefe Ungarns die neuen Mediengesetze kritisiert. Religioese Sendungen wuerden beschraenkt, oeffentliche Religionsbeschimpfung aber zugelassen. (KNA)


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5. Februar 1996


Vatikan: Papst Johannes Paul II. ist an diesem Montag nach Zentralamerika aufgebrochen.

Im Lauf von 8 Tagen wird er Guatemala, Nicaragua, El Salvador und Venezuela besuchen. Es ist seine 69. Auslandsreise. Höhepunkt der Reise wird eine Messe in Esquipulas sein, wo er vermutlich seinen Aufruf für Frieden und Versöhnung in der Region erlassen wird. Die kommunistischen Guerilleros haben kurz vor dem Papstbesuch eine fünftätgige Feuerpause angekündigt. In Guatemala sind in dem 35 jährigen Bürgerkrieg mehr als 100.000 Personen ermordet worden. 40.000 sind verschwunden. Seit kurzem gibt es Friedensverhandlungen.


Sudan: Nuntius protestiert bei der Regierung wegen erpreßtem Geständnis.

Erzbischof Erwin Ender informierte alle ausländischen Vertretungen in Karthoum, daß die Geständnisse eines Priesters und eines Seminaristen durch psychische und physische Folter erpreßt worden seien. Ihnen war vorgeworfen worden, sie hätten ein Bombenattentat auf staatliche Einrichtungen im umstrittenen Gebiet verüben wollen. Ender legte auch Protest dagegen ein, daß er und der Erzbischof von Karthoum von der Regierung getäuscht worden seien.


Kroatien: Kardinal Stepinac wurde von den Kommunisten vergiftet.

Die katholische Zeitschrift Glas Koncilia berichtet in ihrer neuesten Ausgabe, die Regierung Tito habe das Herz des ehemaligen Erzbischofs von Zagreb verbrannt und versucht, seine sterblichen Überreste zu vernichten. Stepinac starb im Ruf der Heiligkeit.


Deutschland: Kirchen rufen zum Lutherjubiläum auf.

Die katholische und evangelische Kirche in Thüringen und Sachsen-Anhalt haben anläßlich des 450-jährigen Todestages von Martin Luther zur Überwindung der konfessionellen Grenzen aufgerufen. Die Christen sollten viel mehr gemeinsam beten und ihre sozialen Tätigkeiten miteinander abstimmen, schreiben die Kirchenzeitungen.


Deutschland: Niedersachsen will Religionsunterricht an den Berufsschulen beibehalten.

Am Freitag traf in Hannover Kultusminister Wernstedt Vertreter von Kirchen, Unternehmen und Gewerkschaften. Danach wurde bekanntgegeben, daß keine Reform der Berufsschule durch Streichung des Religionsunterrichts geben werde.


Deutschland: Sternsingeraktion erbringt 46 Millionen Mark.

Das Kindermissionswerk und der Bund der deutschen katholischen Jugend haben am Freitag bekanntgegeben, daß das Sammelergebnis um 2 Millionen gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist. Schwerpunkt der Sternsingeraktion ist in diesem Jahr Indonesien.


Italien: Grabtuch von Turin vielleicht doch aus dem Altertum.

Der russische Chemiker Koutnetsov verteidigte zwar die Ergebnisse der Radio-Karbon-Methode. Sie hatten das Tuch ins Mittelalter verwiesen. Dieses Ergebnis sei durch einen Brand am Tuch zu erklären. Dieser Umstand habe die Altersangaben verfälscht.


Benin: Kirche kritisiert Bildung von Miliz-Armeen.

An diesem Sonntag haben die katholischen Bischöfe Kritik an der Tatsache geübt, daß immer mehr politische Parteien im derzeitigen Präsidentschaftswahlkampf Milizen aufstellen.


Liberia: Kirche mahnt internationale Gemeinschaft um Hilfe.

Der Bischof von Monrovia, Michael Francis, hat beklagt, daß die vom Ausland versprochene Hilfe für das Land bisher nicht eingetroffen sei. Das Land brauche Abrüstung, dann könne es sich selbst ernähren. Man habe bisher nur Versprechungen, sonst nichts.


Belgien. Bundeskanzler Kohl erhielt Ehrendoktor.

Die katholische Universität von Löwen zeichnete am Freitag Kohl für seine Verdienste um die Einigung Europas aus.


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9. Februar 1996


Zentralamerika:

Papst Johannes Paul II. befindet sich seit Montag auf einer knapp einwöchigen Reise durch Zentralamerika und Venezuela. Die Pastoralvisite - es ist seine 69. in bislang 17 Jahren Amtszeit - führte ihn bereits nach Guatemala, Nicaragua und El Salvador; am Freitagabend wird er in Venezuela erwartet. Beherrschende Themen seiner Ansprachen sind: soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und Neu-Evangelisierung. - Erster Höhepunkt war am Dienstag die Meßfeier Johannes Pauls in dem Wallfahrtsort - Esquipulas in Guatemala: in dem Städtchen 200 km östlich von Guatemala-City hatten 1986 die Präsidenten Zentralamerikas einen Friedensvertrag unterzeichnet, der zum Ende der Bürgerkriege in El Salvador und Nicaragua führte. Vor mehreren tausend Menschen - wegen schlechten Wetters weit weniger als erwartet - hielt der Papst aber nicht den Friedensappell für die Region, mit dem Beobachter gerechnet hatten. Dafür drängte er in mehreren anderen Ansprachen in Guatemala auf ein Ende des nunmehr 35 Jahre andauernden Bürgerkriegs und sprach sich für eine bessere Behandlung der Indios aus. - Zu einem Wortgottesdienst des Papstes mit Katechisten, die in den letzten Jahrzehnten eine Schlüsselrolle in der guatemaltekischen Kirche gespielt haben, waren ebenfalls am Dienstag mehrere hunderttausend Menschen - ein örtlicher Rundfunksender sprach sogar von einer Million - nach Guatemala-City gekommen. Johannes Paul II. warnte sie vor den Sekten und sektenähnlichen Gruppen, die in ganz Lateinamerika immer mehr Anhänger finden; sie stifteten "Verwirrung und Unsicherheit unter den Katholiken". Dagegen sollten sich vor allem die katholischen Laien wehren. Ausdrücklich warb der Papst für eine weiche Linie gegenüber Katholiken, die vom Glauben abfielen oder die Kirche verließen. Man solle ihnen mit Demut und Verständnis eine Rückkehr erleichtern.

Ohne die befürchteten Störungen von sandinistischer Seite, wie bei seinem letzten Besuch 1983, verlief am Mittwoch der eintägige Abstecher des Papstes nach Nicaragua. Vor einer halben Million Menschen lobte Johannes Paul die Fortschritte des Landes in Sachen Frieden und Demokratie. Vor dreizehn Jahren sei Nicaragua, so wörtlich, "ein Spielball der beiden Supermächte" gewesen - und seine Reise durchs Land eine Art "Salto Mortale". Heute seien Armut, Arbeitslosigkeit und mangelhaftes Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche die größten Herausforderungen für Nicaragua.

Die dritte Station des Papstes hieß El Salvador. In seiner Predigt diagnostizierte der Papst hier, daß in dieser Region während der letzten Jahre ein Kampf zwischen große strategische Interessen ausgetragen worden sei. Marxismus und ein hemmungsloser Kapitalismus hätten sich bekämpft. Diese widersprächen zutiefst den traditionellen Werten Zentralamerikas. Heute komme es auf umfassende Vergebung an. Kein Friede ohne Versöhnung. Gott stelle den Menschen in die Entscheidung zwischen Leben und Tod. Wer Leben und Frieden wolle, müsse sich mit seinem Nachbarn versöhnen. Der Papst ehrte hier auch den vor 16 Jahren ermordeten Erzbischof Romero, der wegen seines Eintretens für Gerechtigkeit von den Machthabern ermordet worden war. Eine Delegation El Salvadors bat um seine Seligsprechung. Der Präsident des Landes erklärte in einem Interview mit Radio Vatikan zur Zeit des Bürgerkrieges sei auch die Kirche gespalten gewesen. Kirchenleute hätten auch auf der Seite der Guerilleros gekämpft.

Am Freitag fliegt der Papst zur letzten Station: Venezuela.


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12. Februar 1996


VATIKAN:

Papst Johannes Paul II ist an diesem Montag aus Lateinamerika zurückgekehrt. Er hatte dabei Guatemala, Nicaragua, El Salvador und Venezuela besucht.


VATIKAN/KUBA:

Die stellvertretende kubanische Außenministerin Isabel Allende ist Donnerstag mit dem vatikanischen "Außenminister", Erzbischof Jean Louis Tauran zusammengetroffen. Thema des Gesprächs war Zusammenarbeit im Sozial- und Gesundheitswesen.


VATIKAN/ISRAEL:

Zwei Vatikanvertreter haben in diesen Tagen in Jerusalem Gespräche mit Repräsentanten von Staat und Religionen über das Jubiläumsjahr 2000 geführt. Es wurde auch über einen möglichen Besuch von Papst Johannes Paul II. gesprochen.


VATIKAN/ISRAEL:

Johannes Paul II. wird noch in diesem Jahr Jerusalem besuchen. Diese Meinung hat der stellvertretende Bürgermeister der Stadt, David Cassuto, am Freitag in einer israelischen Tageszeitung vertreten. Eine offizielle Bestätigung liegt nicht vor.


VATIKAN/LIBANON:

Zeitungsmeldungen zufolge will Premierminister Hariri diese Woche den Papst um Hilfe für den Abzug israelischer Truppen aus dem besetzten 15-Kilometer-Landstreifen bitten.


VENEZUELA:

Der Papst ist während seines Besuches in Guatemala nicht mit Friedensnobelpreisträgerin Menchú zusammengetroffen. Vatikansprecher Joaquin Navarro-Valls mußte diesbezügliche Meldungen bei einer Pressekonferenz am Samstag dementieren.


GUATEMALA:

Am Samstag ist der Waffenstillstand der Guerilleros anläßlich des Papstbesuches zu Ende gegangen. An diesem Montag finden Gespräche zwischen Regierung und bewaffneter Opposition in Rom statt.


POLEN:

Die Kirche des Landes will sich in politischen Fragen mehr Zurückhaltung auferlegen. Sie werde politische Entwicklungen aber weiterhin moralisch bewerten, sagte der Sekretär der Bischofskonferenz am Freitag in Warschau.


ARGENTINIEN:

Kirchliche Behörden haben ihre Kritik an der Wirtschaftspolitik des Landes bekräftigt. Bischof Pedro Olmedo sagte am Freitag, der "wilde Kapitalismus" von Carlos Menem verursache einen Völkermord.


KANADA:

Die katholische Kirche ist besorgt über die chinesischen Nuklearversuche. Der Botschafter Pekings wurde gebeten, diesbezüglich Druck auf die chinesische Regierung auszuüben.


VIETNAM:

Die Regierung hat nach über 20 Jahren der Kirche die Herausgabe eines eigenen Mitteilungsblattes gestattet. Sie reagiert damit auf eine entsprechende Forderung der Bischöfe vom vergangenen Herbst.


PHILIPPINEN:

Weiße Sklavenhändlergruppen entführen Kinder aus Slums und verkaufen sie in den Städten weiter. Wie die Polizei am Samstag bekanntgab, sind zwei Mädchen von islamischen Missionaren auf einem Marktplatz gerettet worden.


DEUTSCHLAND:

Am Freitag ist der Konsultationsprozeß der katholischen und evangelischen Kirche zu einem gemeinsamen Sozialwort zu Ende gegangen. Seit November 1994 sind dazu 1.750 Stellungnahmen auf 17.000 Textseiten eingegangen. Ende des Jahres wird das Sozialwort vorliegen. (KNA)


FRANKREICH:

Der vor 13 Monaten amtsenthobene Bischof Jacques Gaillot hat am Montag in Paris gemeinsam mit 13 Familien neuerlich ein leerstehendes Gebäude besetzt.


NIEDERLANDE:

Auch in Holland wird ein Kirchenvolksbegehren geplant. Ein neugegründetes Komitee hat nun ein Meinungsforschungsinstitut beauftragt, die Erfolgschancen einer solchen Initiative herauszufinden.


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20. Februar 1996


Vatikan:

Über 100 katholische Kirchenleute aus aller Welt und Vertreter anderer christlicher Konfessionen beraten an diesem Donnerstag und Freitag im Vatikan über die Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr 2000.

An der Tagung nehmen auch Vertreter des Weltkirchenrates, des ökumenischen Patriarchen von Jerusalem, des lutherischen und des reformierten Weltbundes teil.


Vatikan:

Christen und Muslime brauchen mehr als Toleranz miteinander - so die katholische Botschaft zum Ende des Ramadan.

Der Präsident des päpstlichen Rats für den interreligiösen Dialogs, Kardinal Francis Arince, hat die Muslime gebeten, mit den Christen zusammen auch über die pseudo-religiösen Motive von Kriegen nachzudenken. Die Anhänger beider Religionen brauchten mehr als nur Toleranz.


Frankreich:

Für Aufregung hat in dieser Woche eine Erklärung zur Aids-Vorbeugung einer französischen Bischofskommission gesorgt.

Der Kommissionsvorsitzende erklärte Radio Vatikan am Dienstag, die Bischöfe sprächen in ihrem Text nicht von Kondomen. Diese würden nur in den Vorstudien von Fachleuten erwähnt. Vorher war gemeldet worden, die französischen Bischöfe erlaubten Kondome zum Schutz vor Aids. Inzwischen gaben mehrere Bischöfe in aller Welt dazu Stellungnahmen ab. Der österreichische Familienbischof, Klaus Küng unterschied zwischen Eheleuten und Unverheirateten. Bei ersteren könnten Kondome als geringeres Übel akzeptiert werden. Der Gebrauch von Kondomen verhindere aber bei jungen Menschen das Erlernen des rechten Umgangs mit der eigenen Geschlechtlichkeit.


Österreich:

Erzbischof Schönborn macht eine Befragung zu Bischofsernennungen.

Der neue Wiener Oberhirte hat 1300 Laienmitarbeiter, Ordensleute und Priester gebeten auf einer Kandidatenliste drei Namen anzukreuzen. Es gehe dabei nicht um die Berufung von Weihbischöfen, sondern um die Kandidatenliste, die jeder Bischof regelmäßig nach Rom senden müsse.


Europäische Union:

Kardinal Vinco Puljic von Sarajewo hat am Dienstag die Europäische Union um Hilfe für die bosnischen Katholiken gebeten.

Vor dem Europaparlament forderte Puljic Sicherheit für die Katholiken, vor allem, wenn sie sich zum Gottesdienst versammeln. Auch müßten vertriebene Priester zurückkehren können. Puljic warnte indessen in Ulm vor einer schleichenden Islamisierung Bosnien-Herzogowinas.


Kolumbien:

Konflikt zwischen Kirche und Staat in Bogotà:

Präsident Samper hat den Kirchenwunsch zurückgewiesen, vom Amt zurückzutreten, bis die Vorwürfe gegen ihn geklärt seien. Ihm wird vorgehalten, er sei mit Hilfe von Drogengelder gewählt worden. Die Bischöfe lehnen auch ein Referendum über seinen Verbleib ab.


Philippinen:

Gegen Kirchenprotest sind geflohene Vietnamesen in ihre Heimat transportiert worden.

Präsident Ramos hatte den Kirchenvertretern am Dienstag zugesichert, daß nur die Vietnamesen zurückgebracht würden, die dies freiwillig täten. Mehrere Vietnamesen versuchten erfolglos den Abflug eines Flugzeuges zu verhindern. Die Kirche ist enttäuscht über das Verhalten von Ramos.


Deutschland:

Das ZDF wird in Zukunft auch orthodoxe Gottesdienste übertragen.

Erstmals soll am 10. März aus Bonn eine griechisch-orthodoxe Liturgie übertragen werden. In Deutschland lebt fast eine Million orthodoxer Griechen. (KNA)


Deutschland:

Professor Rupprecht Wimmer löst Lobkowitz an der katholischen Universität in Eichstädt ab.

Lobkowitz stand 12 Jahre lang an der Spitze der einzigen katholischen Uni Deutschlands. (KNA)


Großbritannien:

Kardinal Basil Hume kritisiert, daß in der Entwicklungshilfe die Geberstaaten die Kredite zurückverlangen.

Hume sprach auf einem internationalen Seminar in London. Die Zinszahlungen seien ein "Stick um den Hals", der eine wirtschaftlich bessere Zukunft zu erreichen. Die Schuldenfrage müsse auch unter moralischem Gesichtspunkt gesehen werden.


Österreich:

Die Initiatoren des Kirchenvolksbegehrens planen am 16. Juni eine Kirchen-Volksversammlung und 1997 eine internationale Veranstaltung.


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23. Februar 1996


Vatikan:

Papst Johannes Paul II hat die Gläubigen zur Bekehrung und zum Fasten aufgerufen.

Beim traditionellen Aschermittwochsgottesdienst betonte er, zum Glauben gehöre, die ganze Wahrheit über Christus anzunehmen. Der Papst ließ sich selbst das Aschenkreuz zum Zeichen der Buße auf die Stirne geben.


Vatikan:

An diesem Freitag wird eine neue Konklave-Ordnung im Vatikan bekanntgegeben werden.

Demnach werden die Kardinäle zur Wahl des Papstes nicht mehr wie bisher in Notunterkünften schlafen, sondern in einem neuen Gästehaus im Vatikan. Dadurch wird der verschlossene Umkreis des Konklaves wesentlich erweitert. Die über 80-jährigen Kardinäle bleiben wie bisher von der aktiven Wahl ausgeschlossen. Sie können jedoch gewählt werden.


Vatikan / Ex-Jugoslawien:

Belgrad sendet wieder einen Botschafter an den Vatikan.

Am Mittwoch wurde vom päpstlichen Pressebüro offiziell bestätigt, daß die Regierung von Restjugoslawien Botschafter Maslowaric nach Rom entsenden werde. Belgrad hatte seinen Vertreter im Jahr 1992 vom Vatikan abgezogen ohne die Botschaft zu schließen. Es reagierte damit auf die diplomatische Anerkennung der übrigen Republiken Jugoslawiens durch den apostolischen Stuhl. Der Vatikan war ständig in Belgrad vertreten.


Deutschland:

Der Papst wird am 23. Juni in Berlin nicht nur Domprobst Bernhard Lichtenberg seligsprechen, sondern auch Karl Leisner.

Lichtenberg hatte ostentativ nach der Reichsprogromnacht für die Juden gebetet, war verhaftet worden und auf dem Weg ins KZ seinen Mißhandlungen erlegen.

Leisner hatte sich als junger Mann schon gegen den Nationalsozialismus engagiert, hatte vier Jahre im KZ Dachau verbracht und war später an den KZ-Folgen gestorben.

Der Papst trifft in Berlin auch Herzog und Kohl. (KNA)


Deutschland:

Im künftigen Meßbuch sollen Frauenwünsche an Sprache und Denkweise berücksichtigt werden.

Dies hat jetzt die Frauenkommission der deutschen Bischöfe beschlossen. Demnach sollen liturgische Ausdrücke gefunden werden, die Frauen einschließen. Weibliche Glaubenserfahrung sollen berücksichtigt und das überholte Frauenbild der Bibel korrigiert werden. (KNA)


Großbritannien:

Die Kirchen kämpfen gegen Waffenhandel.

Zu Beginn der Fastenzeit haben die großen Kirchen Englands eine Anti-Waffen-Kampagne gestartet. Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz wies das Argument zurück, damit würden Arbeitsplätze zerstört. (KNA)


Guatemala:

Kirchenkreise werfen dem Heer vor, mafia-ähnliche Züge anzunehmen.

Das Militär sei auch für Entführungen und Morde verantwortlich. Allein im Jahr 1995 wurden von der Kirche über 1000 Morde und rund 250 Attentate registriert. Der Papst hatte Guatemala vor wenigen Tagen zum Frieden aufgerufen. (reuter/KNA)


Kuba:

Die Kirche gedenkt ihrer Großversammlung vor 10 Jahren.

Mit einer Papstbotschaft begann eine Gedenkveranstaltung in Havanna. Darin betont der Papst, die Kirche sei trotz großer Widerstände gewachsen und habe die christlichen Werte in die kubanische Gesellschaft getragen. Die Kirche bemüht sich um einen konstruktiven Dialog mit der Regierung in Havanna.


Deutschland:

Die SPD hält an staatlichen theologischen Fakultäten und öffentlichem Religionsunterricht fest.

Das hat Bildungspolitiker Peter Glotz unterstrichen. Der Staat brauche die theologische Wertevermittlung gerade auch an der Universität.


Vatikan:

Der schweizer Vatikandiplomat Peter Stefan Zurbriggen vertritt den Vatikan in Mosambique.

Das Land hat erst vor zwei Monaten wieder diplomatische Beziehungen zum Vatikan aufgenommen.


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26. Februar 1996


VATIKAN:

Am Freitag wurde eine neue Konklaveordnung veröffentlicht.

Die Unterbringung der Kardinäle wird dabei neu geregelt; tragbare Telefone und Aufnahmegeräte sind im Konklave verboten. Es bleibt dabei, daß die über 80-jährigen Kardinäle von der aktiven Wahl ausgeschlossen sind und es nicht mehr als 120 Wähler sein dürfen. Der Papst hat aber keine Rücktrittsabsicht.


VATIKAN:

Der spanische Erzbischof Abril y Castello ist neuer Nuntius für Rest-Jugoslawien.

Obwohl die diplomatischen Kontakte auch während des Bosnien-Krieges nie unterbrochen waren, gilt das nun als Neuanfang der Beziehungen zwischen den Ländern.


VATIKAN:

Johannes Paul II. hat beim Angelusgebet am Sonntag die jüngsten Sprengstoffanschläge in Israel verurteilt.

Der Friedensprozeß müsse fortgesetzt werden.

Der Papst rief auch dazu auf, die Bevölkerung Afghanistans nicht zu vergessen.


VATIKAN/OSTTIMOR:

Kurienkardinal Roger Etchegaray ist am Sonntag in Dili eingetroffen.

Während des Besuches sind Gespräche mit dem Gouverneur und Militärs geplant. Der Papst hat sich wiederholt für die friedliche Lösung der von Indonesien annektierten Region eingesetzt.


RUSSLAND:

Die russisch-orthodoxe Kirche hat ihre Beziehungen zum Patriarchat von Konstantinopel abgebrochen.

Am Donnerstag hatte Bartholomäus I. von Konstantinopel einen Teil der mehrheitlich aus Russen bestehende estnisch-orthodoxen Kirche in seine Jurisdiktion übernommen. Dies ist das erste Schisma zwischen diesen Kirchen.


LIBANON:

Der maronitische Kardinal Nasrallah Sfeir schließt derzeit einen Papstbesuch aus.

Zuerst sei ein Friedensabkommen zwischen Syrien und Israel notwendig. Nuntius Pablo Puente hingegen bekundete die Bereitschaft des Papstes zu kommen.


DEUTSCHLAND:

Der neue Bischof der Diözese Eichstätt heißt Walter Mixa.

Der 55jährige wurde 1970 in der Diözese Augsburg zum Priester geweiht, ist seit 1975 Pfarrer von Schrobenhausen und Dekan der Region Altbayern. Mixa folgt Erzbischof Karl Braun. (kna)


DEUTSCHLAND:

Evangelische und katholische Kirche in Bayern werben erstmals gemeinsam für den Religionsunterricht.

Die Aktion ist an die Eltern der 120.000 Schulanfänger gerichtet. (kna)


DEUTSCHLAND:

Kardinal Joseph Ratzinger hat am Donnerstag den Maximiliansorden erhalten.

Die Auszeichnung des Landes Bayern gilt seinen Verdiensten für Wissenschaft und Kunst. (kna)


ÖSTERREICH:

Justita et Pax diskutiert über den Wiederaufbau kirchlicher Strukturen in Osteuropa. Die Tagung begann Montag.


POLEN:

Katholische Priester, die an Schulen Religion unterrichten, werden staatliche Gehälter erhalten.

Das gab am Freitag Familienminister Jerzy Wiatr bekannt. Damit wird ein jahrelanger Streit zwischen Kirche und Staat beigelegt. (kna)


POLEN:

Die katholischen Nachrichtenagenturen sollen in Mittel- und Osteuropa weiter ausgebaut werden.

Das hat der Präsident des päpstlichen Medienrates, John Foley, am Sonntag in Warschau gefordert. Wichtig seien Ausbildungsstätten für Journalisten.


ENGLAND:

Die Übertritte von Anglikanern zur katholischen Kirche nehmen weiter zu.

Allein 1995 gab es 6.000 Übertritte, 1.000 mehr als im Vorjahr. Grund dürfte die Frauenordination sein.


ENGLAND:

Die Regierung gestattet nun getrennten Religionsunterricht an staatlichen Schulen.

Die Entscheidung geht auf Proteste islamischer Gruppen zurück, die die einheitliche religiöse Erziehung als Verstoß gegen die Religionsfreiheit ansahen.


KUBA:

Am Freitag begann in Havanna eine nationale Kirchenversammlung.

In einer am Sonntag von Kurienkardinal Carlo Furno verlesenen Botschaft forderte der Papst einen offenen Dialog zwischen Kirche und Staat. Mit einem Besuch von Johannes Paul II. ist, so Furno, dieses Jahr nicht mehr zu rechnen.


Vatikan:

In dieser Woche machen der Papst und seine engsten Mitarbeiter geistliche Übungen.

Sie werden in diesem Jahr durch den Wiener Erzbischof Christoph Schönborn geleitet.


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