Wie und warum Priester werden?
Über Ausbildung, Leben und Meinungen von Priesteramtskandidaten

 
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Oliver Holzborn
* 1968
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Das Priesterseminar II
 
So verschieden die Menschen sind, die Priester werden möchten, und so verschieden sich die Bistümer präsentieren, so unterschiedlich sind die Ausbildungskonzepte.
Deshalb begegnen uns auch unterschiedliche Namen und Bezeichnungen für die Orte, an denen die Ausbildung stattfindet.

In den meisten Bistümern wird zwischen Priesterseminar und Studienkolleg differnziert. 
Im Studienkolleg wohnen die Studenten bis zum Diplom. 
Dem schließt sich die praktische Ausbildung im Priesterseminar des jeweiligen Bistums an.

Auch wenn auf den ersten Blick die Bezeichnungen wie Studienkolleg, Collegium, Konvikt, Pastoralseminar usw. verwirrend sind - sie meinen in der Regel dasselbe.

Generell lässt sich die Ausbildung zum Priester in zwei große Phasen einteilen:

  • 1. die Zeit des Studiums an einer Universität oder Hochschule und
  • 2. die Zeit der praktischen Ausbildung im Priesterseminar und in der Praktikumsgemeinde.
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    Blitzlich aus einem Seminar:

    Das Collegium Borromaeum in Münster erscheint auf den ersten Blick etwas zu groß geraten und klotzig. 
    Schon beim ersten Blick in das Innere dieses Hauses fallen einem die Ausmaße und die in Weiß gehaltenen Wände auf. Aber gerade auf diesen Hintergrund hebt sich jeder einzelne der Hausgemeinschaft ab. Es sind die Menschen, die das Borromaeum mit Leben füllen müssen - ein Anspruch, der jeden einzelnen herausfordert. 
    Nur wenn jeder sich mit seiner Persönlichkeit einschließlich seiner Kanten und Ecken einbringt, wird aus der Tristess der weißen Wände ein farbiges Bild. Die Schlichtheit und Weite zwingt jeden einzelnen dazu, Farbe zu bekennen und so zu einer bunten und vielfältigen Hausgemeinschaft beizutragen. 

    Leben im Borromaeum heißt, andere auszuhalten und sich selbst aushalten zu lassen, Teamfähigkeit zu lernen, aber auch sich selbst immer besser kennen und verstehen zu lernen.
    Das Zusammenleben in einem Seminar ist kein Zuckerschlecken und auch keine heile Welt, sondern spiegelt die Wirklichkeit im Kleinen wider. 
    Aber gerade deshalb lohnt es sich.