Eigentlich
hätte ich die Reihenfolge ändern müssen, denn der Wunsch,
Priester zu werden, begleitet mich schon seit meiner Schulzeit. Für
die Entscheidung, Priester zu werden, brauchte ich jedoch eine längere
Phase der Motivationsbeobachtung. Darüber hinaus fehlte mir eine entscheidende
Voraussetzung: das Abitur - so dachte ich jedenfalls eine lange Zeit.
Mein Leben gestaltete
ich daher anders.
Nach der Ausbildung zum
Bäcker wurde ich zum Wehrdienst einberufen. Schnell merkte ich, dass
die Bundeswehr eine gute Alternative war. So entschloss ich mich, Zeitsoldat
zu werden. Dank der Bundeswehr erlernte ich Selbständigkeit und Unabhängihgkeit.
Durch verschieden Lehrgänge kam ich viel herum, lernte Menschen kennen
- und auch die Liebe ....
Bei all den beruflichen
Herausforderungen und menschlichen Beziehungen blieb jedoch immer eine
tiefe Sehnsucht nach Gott und seiner Kirche. Jeszus hat mich - im wörtlichen
Sinne - nicht in Ruhe gelassen! |
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Um
Klarheit zu erlangen, musste ich dieser Spur nachgehen. Im Oktober
1996 nahm ich Verbindung mit dem Regens im Hildesheimer Priesterseminar
auf. Ich schilderte ihm meinen Lebensweg und er zeigte mir Möglichkeiten
und Wege auf, meinen Wunsch, Priester zu werden, zu erfüllen. Eine
Möglichkeit war, ohne Abitur über den sog. dritten Bildungsweg
das Studium im Studienhaus St. Lambert in Lantershofen zu absolvieren.
Lantershofen liegt in
der Nähe von Bonn. (vgl. auch Teil 9).
Männer mit dem Mindestalter von 24 Jahren und abgeschlossener Berufsausbildung
können hier das Studium der Philosophie und Theologie in 12 Trimestern
erwerben. Im Sommer 1997 begann ich mit dem Studium.
Es ist mir nicht leicht
gefallen, die sichere Existenz zu verlassen und meine Selbständigkeit
aufzugeben, um wieder "die Schulbank zu drücken". Aber mit der Zeit
kam die Gewissheit, dass diese Entscheidung richtig war.
Seit dem erfolgreiche
Abschluss im Sommer 2001 bin ich im Hildesheimer Priesterseminar zur weiteren
Ausbildung. |