| Ich
wurde im Jahre 1977 in Hannover geboren. Meine Eltern haben mich wenig
bis gar nicht religiös erzogen. Meine Mutter ist evangelisch, mein
Vater katholisch. Dennoch besuchte ich eine katholische Grundschule in
Lehrte, bei Hannover und im entsprechenden Alter von 9 oder 10 Jahren ging
ich in meiner Gemeinde zum Erstkommunion- unterricht.
Der Pfarrer war kein guter
Seelsorger, was ich bald spürte. Er hatte in mir nicht gerade ein
Interesse an Gott und der Kirche geweckt, weshalb ich nach der Erstkommunion
auch keine große Lust mehr hatte, weiterhin in die Kirche zu gehen.
Ich war dann bis zu meinem
16. oder 17. Lebensjahr nicht mehr in der Kirche, außer im Schulgottesdienst
meines katholischen Gymnasiums, der St.-Ursula-Schule in Hannover.
1987 waren wir nach Hannover
umgezogen.
An einem Osterfest 1993
oder 1994 besuchte ich mit meinen Eltern das Osterhochamt in eben der Gemeinde,
in der ich zur Erstkommunion gegangen war, in Lehrte. In dieser Gemeinde
ist mein Onkel Ständiger Diakon. Er bat mich, ihm zu helfen. Er sagte:
„Wir brauchen dich heute als Ministrant.“ So kam ich im Alter von 16 oder
17 zu meinem ersten Ministrantendienst. Seine Aussage war aber nicht nur
ein äußerlicher Anstoß für mich, sonder auch ein
innerer Anstoß. Ich machte mir lange Gedanken, ob nicht ein Leben
mit Gott doch etwas für mich wäre.
Schließlich kam
mir sogar der Gedanke, daß Gott mich als Priester in seiner Kirche
haben möchte. Es stellte sich ein Gefühl der Unruhe ein. Wenn
mich die Leute fragten, was ich später einmal werden wolle, sagte
ich noch lange Zeit, daß ich Jura studieren wolle, war aber damit
nicht glücklich. |
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Irgendwann
fragte mich wieder jemand und ich antwortete ihm frank und frei: „Ich werde
Theologie studieren und Priester werden.“
Nicht nur ich selbst
war davon überrascht, sondern auch meine Eltern. Sie konnten lange
nicht verstehen, daß sie nun nie Enkel bekommen würden, schließlich
bin ich Einzelkind.
Aber inzwischen akzeptieren
sie meinen Weg und gehen ihn entschieden mit!
Ich habe dann mit dem
Ausbildungsleiter (Regens) der Priesteramtskandidaten Kontakt aufgenommen.
Der Regens möchte seine Leute gern zur Bundeswehr oder in den Zivildienst
schicken. Da ich aber nach einer Operation wehrdienstunfähig war,
habe ich ein Jahr ein Praktikum in einem Kinderheim absolviert.
Danach habe ich im Oktober
1998 mein Theologie-Studium an der Jesuiten-Hochschule Sankt Georgen in
Frankfurt am Main aufgenommen und bin dort auch in das Priesterseminar
gezogen.
Von Oktober 2000 bis Juli
2001 habe ich dann, wie es bei Theologen so Sitte ist, für zwei Semester
die Uni gewechselt und in München studiert.
Danach kehrt man an den
ursprünglichen Studienort zurück. Inzwischen bin ich im vierten
Studienjahr und gehe mit großen Schritten auf mein Diplom zu.
Rückblickend kann
ich sagen, daß die Zeit zwar nicht immer leicht war. Aber dennoch
waren die ersten dreieinhalb (viereinhalb incl. Praktikum) Jahr ein sehr
schöne Zeit. Bei allen Schwierigkeiten erfährt man sich von Gott
getragen. Der Weg lohnt sich! |