Initiative kirchlich engagierter Linux-Nutzer


 

Kirchlich engagierte (hauptberuflich/ehrenamtlich) Linuxer aus dem deutschen Sprachraum haben die Initiative "Linux User im Bereich der Kirchen", kurz: LUKi, ins Leben gerufen.

Ziel der Initiative ist es, Linux und Open-Source-Software auch in der IT-Landschaft der Kirchen zu etablieren. Die Mitglieder der Initiative geben in diesem Rahmen einzelnen Personen, und auch Kirchenämtern und Gemeinden Hilfestellung bei Einrichtung von Linux auf neuer Hardware oder bei der Umstellung vorhandener PC-Hardware auf das freie Betriebssystem Linux.

Das LUKi-Projekt möchte helfen, die Anforderungen unter Linux zu realisieren, die an moderne Büroarbeitsplätze im kirchlichen Bereich gestellt werden. LUKi berät bei der Anschaffung von Linux-PCs und bei der Einbindung von linuxtauglicher Hardware (auch in vorhandene Windows-Strukturen und Netzwerke).

Die Initiative informiert über die Vorteile von Linux und über die Möglichkeiten, Linux anstelle von z.B. Microsoft-Produkten produktiv, professionell und sicher in kirchlichen Stellen einzusetzen.

Derzeit wird in der Öffentlichkeit der Einsatz von Linux auf den Bürocomputern des Bundestages (www.bundestux.de) oder in der bayerischen Verwaltung (www.orh.bayern.de/Jahresbericht2001.pdf, S. 68ff. ) lebhaft diskutiert, aber auch Kirchengemeinden setzen bereits erfolgreich Linux im Büroalltag ein. So z.B. die Seelsorge-Gemeinschaft Bübingen, Güdingen und Brebach-Fechingen in der Diözese Trier (www.bgb-f.de).

Gemeindereferent Helmut Willems: "Seit ich in unserem Pfarrbüro ein Netzwerk eingerichtet habe, ging gar kein Weg mehr an Linux vorbei, denn mit den normalen Windows-Versionen hat das schlicht und einfach nicht funktioniert und Windows NT und Nachfolger waren ganz einfach zu teuer.

Für unser Team war der Umstieg relativ unproblematisch, weil wir seit Jahren mit StarOffice gearbeitet haben und so das Hauptprogramm unverändert weiter lief. Das Bistumsprogramm MEWE läuft leider nur unter Windows, so dass ein Windows-Rechner im Netz bleiben musste.

Der ist aber dank VNC von jedem Linux-Computer aus ferndbedienbar. Für uns hat das Netzwerk den Vorteil einer besseren Zusammenarbeit (Jede/r hat Zugriff auf gemeinsam genutzte Dokumente, wir benutzen nur noch einen ordentlichen Bürodrucker, Internet und eMail - auch intern - steht allen zur Verfügung). Das Ganze steht und fällt allerdings damit, dass ich mich um die gesamte Anlage kümmere, denn Leute, die sich mit Linux auskennen, sind nicht so dick gesät."

Auf die Frage, wie die Umstellung auf Linux von den anderen Mitarbeitern aufgenommen wurde, meint Willems: "Einiges war gewöhnungsbedürftig, aber das normale Arbeiten unterscheidet sich nicht von Windows-Systemen."

Das LUKi-Projekt möchte solche Nutzung von "freier Software" gerade im kirchlichen Bereich fördern und voranbringen. Dabei spielt die Open-Source-Idee eine große Rolle. Diese Idee beschreibt die Freiheit eines jeden, Software zu nutzen, zu modifizieren und weiterzuverteilen.

Ebenso ist mit freier Software ein politischer, gesellschaftlicher und philosophischer Gedanke verknüpft, der in vielen Fällen den motivierenden Antrieb jener darstellt, die sich mit freier Software auseinandersetzen. Dabei geht es um einfache (und doch zentrale) Fragen wie etwa: Kann Informationstechnologie nur der nutzen, der genügend Geld hat, z.B. ein schweres Office-Paket zu bezahlen? Oder sollte nicht vielmehr der Zugang und die Benutzung von Informationstechnologie für alle - unabhängig vom Geldbeutel eben aufgrund freier Software - frei möglich sein? Das LUKi-Projekt sieht eine gewisse Nähe von vielen Gedanken der Open-Source-Bewegung (für die "Linux" schlechthin steht) zu kirchlichen Werten und Idealen. Auf der Webseite des Projektes finden sich weitergehende Informationen zu Linux und zur Open-Source-Idee.

LUKi steht derzeit noch am Anfang und sucht darum noch kirchlich engagierte Linuxer, Anfänger wie Profis, die diese Anliegen mittragen und bereit sind, als Ansprechpartner oder Helfer zu wirken. Auch Sponsoren werden noch gesucht.

Weitere Informationen im Web unter: http://luki.ubecon.de

Ansprechpartner:
Rainer Schmitz (rainerschmitz@luki.ubecon.de) und Ulrich Berens (uli@luki.ubecon.de)


Anmerkung der Redaktion
www.kath.de läuft seit sechs Jahren auf Linux und ist herzlich verbunden mit Karstens www.apache.de