"Kalibima" begeisterte die Zuschauer mit der Aufführung
des Buches Tobit
Das Marionettenspiel "Das Buch Tobit" wurde vom Kamp-Lintforter
Biblische Marionettentheater erstmalig präsentiert.
Die Idee für ein biblisches Marionettentheater entstand im
Sommer 1999 in der Pfarrgemeinde St. Marien in Kamp-Lintfort. Nachdem
sich die Idee konkretisierte, fiel die Entscheidung für das
Buch Tobit."Schutzengel sind aktueller denn je, wir wollen sie nicht
nur der Werbung überlassen, sondern ihre biblischen Ursprünge
aufzeigen", so Markus Dördelmann, Pfarrer der Pfarrgemeinde
St. Marien. Nach der Entscheidung für das Buch Tobit wurde
es in der Gruppe der Mitwirkenden durch Rollenspiele theologisch
erarbeitet und verinnerlicht. Danach wurden die Rollen festgelegt
und mehrfach besetzt. In rund 50 Stunden wurden die Marionetten
unter fachmännischer Anleitung gebaut, sowie das Drehbuch mit
der Rahmenhandlung geschrieben und in die heutige Zeit übertragen.
Parallel wurden eine CD mit dem Text und der Musik produziert, die
bei den Aufführungen im Hintergrund nach Art eines Hörspiels
läuft, sowie die Bühne und Requisiten gebaut.
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Lukas nimmt die Zuschauer mit auf die Reise
| Es ist Samstag Abend, kurz vor 20 Uhr. Die Besucher stehen in langen
Schlangen vor dem Eingang."Ein Marionettentheater in einer Kirche,
ich bin sehr gespannt", sagt eine Zuscherin". Dann öffnet sich
die Eingangstür und die zahlreich erschienenen Besucher strömen
etwas unsicher in die Kirche. Doch das einladene Lichterspiel und
die Bühne lassen im Nu jede Unsicherheit verfliegen und in Vorfreude
umschlagen. Die Bühne ist aufwendig gestaltet und professionell
ausgeleuchtet. "Wir haben uns extra professionelle Hilfe dazugenommen,
um die harte Arbeit auch wirklich ins rechte Licht zu setzen", so
Dördelmann. Um Punkt 20 Uhr beginnt die Vorstellung. Wie im Kino
verdunkelt sich das Licht und eine Marionette begrüßt die
Anwesenden. Von nun an nimmt eine Figur namens Lukas die Zuschauer
bei der Hand, auf die Reise von Tobias und Rafael.
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| Die Geschichte beginnt damit, das Lukas, ein moderner
Jugendlicher, mit seinem walk-man über die Straße schlendert,
ein heranfahrendes Auto überhört und dieses ihn fast überfährt
- wäre da nicht ein Lichtblitz gewesen, der ihn zurückspringen
läßt. Auf diese Weise kommt er mit Rafael ins Gespräch,
einem echten Schutzengel, der Lukas mit in die eigentliche Handlung
hineinnimmt, die Geschichte von Tobit und Sarah. Tobit und Sarah,
zwei gottesfürchtige Menschen, sind an unterschiedlichen Orten
auf je unterschiedliche Weise vom Schicksal getroffen. In ihrer ausweglosen
Situation wünschen sie sich nur noch den Tod. Damit Tobit seine
Familie aber gut versorgt weiß, schickt er seinen Sohn Tobias
nach Medien, wo er bei einem Vetter Geld hinterlegt hat.Als Reisegefährten
sucht sich Tobias Ananias aus, hinter dem sich unerkannt der Engel
Rafael verbirgt. Gemeinsam erleben sie eine gefahrvolle Reise auf
der sie die wünderschöne Sarah kennenlernen, die von einem
Dämon geplagt wird. Tobias verliebt sich in Sarah und gemeinsam
besiegen sie den Dämon. Nach ihrer Hochzeit kehren sie zurück
und auch Tobits Schicksal wendet sich zum Guten. Erst ganz am Ende
offenbart sich Rafael als Engel. Lukas erlebt alles hautnah mit und
kommt selber ins Überlegen, wie er die gemachten Erfahrungen
in sein Leben übertragen kann.
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Die Reise ist geschafft
| Die Komposition von Musik, Licht und Marionettenspiel ist äußerst
professionel. Die Figuren sind sehr ausdrucksstark und lebendig gespielt.
"Man nimmt die Marionettenspieler gar nicht wahr, ich habe mich nur
auf die Puppen konzentriert", sagt eine junge Frau und strahlt vor
Begeisterung,"ich bin total fasziniert." So wie ihr geht es allen
Zuschauern in der mit 100 Personen ausverkauften Kirche. Das Publikum
ist bunt gemischt, alle Generationen, von Kindern bis Senioren, sind
vertreten. "Ich fand den Lukas total cool", sagt die 8-jährige
Yvonne. "Mir hat der Bezug der Geschichte auf die Gegenwart sehr gut
gefallen",sagt ihre Mutter. Etliche ergänzen, dass ihnen manchmal
die Tränen gekommen sind, weil sie an der Hand von Lukas mit
in die Geschichte eingetaucht sind. Mit langanhaltendem Applaus und
stehenden Ovationen werden die Mitwirkenden gefeiert. Allmählich
verlassen die begeisterten Besucher die Kirche und nehmen ihre Träume
und Erlebnisse mit in die Nacht.
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http://www.kath.de/
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Bericht:
Michael Engelberg
für www.kath.de
miberg@uni-muenster.de
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