"Kalibima" begeisterte die Zuschauer mit der Aufführung des Buches Tobit

Das Marionettenspiel "Das Buch Tobit" wurde vom Kamp-Lintforter Biblische Marionettentheater erstmalig präsentiert. Die Idee für ein biblisches Marionettentheater entstand im Sommer 1999 in der Pfarrgemeinde St. Marien in Kamp-Lintfort. Nachdem sich die Idee konkretisierte, fiel die Entscheidung für das Buch Tobit."Schutzengel sind aktueller denn je, wir wollen sie nicht nur der Werbung überlassen, sondern ihre biblischen Ursprünge aufzeigen", so Markus Dördelmann, Pfarrer der Pfarrgemeinde St. Marien. Nach der Entscheidung für das Buch Tobit wurde es in der Gruppe der Mitwirkenden durch Rollenspiele theologisch erarbeitet und verinnerlicht. Danach wurden die Rollen festgelegt und mehrfach besetzt. In rund 50 Stunden wurden die Marionetten unter fachmännischer Anleitung gebaut, sowie das Drehbuch mit der Rahmenhandlung geschrieben und in die heutige Zeit übertragen. Parallel wurden eine CD mit dem Text und der Musik produziert, die bei den Aufführungen im Hintergrund nach Art eines Hörspiels läuft, sowie die Bühne und Requisiten gebaut.

Foto und Text: Michael Engelberg

Lukas nimmt die Zuschauer mit auf die Reise

Es ist Samstag Abend, kurz vor 20 Uhr. Die Besucher stehen in langen Schlangen vor dem Eingang."Ein Marionettentheater in einer Kirche, ich bin sehr gespannt", sagt eine Zuscherin". Dann öffnet sich die Eingangstür und die zahlreich erschienenen Besucher strömen etwas unsicher in die Kirche. Doch das einladene Lichterspiel und die Bühne lassen im Nu jede Unsicherheit verfliegen und in Vorfreude umschlagen. Die Bühne ist aufwendig gestaltet und professionell ausgeleuchtet. "Wir haben uns extra professionelle Hilfe dazugenommen, um die harte Arbeit auch wirklich ins rechte Licht zu setzen", so Dördelmann. Um Punkt 20 Uhr beginnt die Vorstellung. Wie im Kino verdunkelt sich das Licht und eine Marionette begrüßt die Anwesenden. Von nun an nimmt eine Figur namens Lukas die Zuschauer bei der Hand, auf die Reise von Tobias und Rafael.
Die Geschichte beginnt damit, das Lukas, ein moderner Jugendlicher, mit seinem walk-man über die Straße schlendert, ein heranfahrendes Auto überhört und dieses ihn fast überfährt - wäre da nicht ein Lichtblitz gewesen, der ihn zurückspringen läßt. Auf diese Weise kommt er mit Rafael ins Gespräch, einem echten Schutzengel, der Lukas mit in die eigentliche Handlung hineinnimmt, die Geschichte von Tobit und Sarah. Tobit und Sarah, zwei gottesfürchtige Menschen, sind an unterschiedlichen Orten auf je unterschiedliche Weise vom Schicksal getroffen. In ihrer ausweglosen Situation wünschen sie sich nur noch den Tod. Damit Tobit seine Familie aber gut versorgt weiß, schickt er seinen Sohn Tobias nach Medien, wo er bei einem Vetter Geld hinterlegt hat.Als Reisegefährten sucht sich Tobias Ananias aus, hinter dem sich unerkannt der Engel Rafael verbirgt. Gemeinsam erleben sie eine gefahrvolle Reise auf der sie die wünderschöne Sarah kennenlernen, die von einem Dämon geplagt wird. Tobias verliebt sich in Sarah und gemeinsam besiegen sie den Dämon. Nach ihrer Hochzeit kehren sie zurück und auch Tobits Schicksal wendet sich zum Guten. Erst ganz am Ende offenbart sich Rafael als Engel. Lukas erlebt alles hautnah mit und kommt selber ins Überlegen, wie er die gemachten Erfahrungen in sein Leben übertragen kann.

Foto und Text: Michael Engelberg

Die Reise ist geschafft

Die Komposition von Musik, Licht und Marionettenspiel ist äußerst professionel. Die Figuren sind sehr ausdrucksstark und lebendig gespielt. "Man nimmt die Marionettenspieler gar nicht wahr, ich habe mich nur auf die Puppen konzentriert", sagt eine junge Frau und strahlt vor Begeisterung,"ich bin total fasziniert." So wie ihr geht es allen Zuschauern in der mit 100 Personen ausverkauften Kirche. Das Publikum ist bunt gemischt, alle Generationen, von Kindern bis Senioren, sind vertreten. "Ich fand den Lukas total cool", sagt die 8-jährige Yvonne. "Mir hat der Bezug der Geschichte auf die Gegenwart sehr gut gefallen",sagt ihre Mutter. Etliche ergänzen, dass ihnen manchmal die Tränen gekommen sind, weil sie an der Hand von Lukas mit in die Geschichte eingetaucht sind. Mit langanhaltendem Applaus und stehenden Ovationen werden die Mitwirkenden gefeiert. Allmählich verlassen die begeisterten Besucher die Kirche und nehmen ihre Träume und Erlebnisse mit in die Nacht.

http://www.kath.de/

Bericht:
Michael Engelberg
für www.kath.de

miberg@uni-muenster.de

klicken Sie auf die
Bilder, um sie zu vergrößern

DCP_0017

DCP_0022

DCP_0075

DCP_0129

DCP_0139

DCP_0140

DCP_0141

DCP_0144

DCP_0146

DCP_0150