3. Honnefer Forum zur kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit
Authentizität statt Lifestyle
Ein pragmatisches Fazit
Der Titel des Forums hatte die Frage gestellt "Lifestyle- und
Sinnver-mittlung in den Medien - Impulse für kirchliche
Öffentlichkeitsarbeit?" Am Ende der zweitägigen Veranstaltung
im Katholisch-Sozialen Institut der Erzdiözese Köln zogen die
etwa 30 Teilnehmer/innen eine gleichermaßen kritisches wie
pragmatisches Fazit. Die Teilnehmer/innen hatten sich über
verschiedene Referate und Diskussionen dem Thema "Lifestyle-
und Sinnvermittlung" angenähert. In einer Abschlussrunde waren
die in der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit Tätigen aufgefordert,
Perspektiven für ihr persönliches Arbeitsfeld aufzuzeigen.
In
diesem Rahmen äußerte sich ein Teilnehmer skeptisch in
Bezug auf die Anwendung des Begriffs "Lifestyle" im kirchlichen
Bereich: Es gehe in der Kirche nicht um Äußerlichkeiten und
statt "live gestyltem" Lebenswandel stehe christliches Handeln
im Mittelpunkt, das durch seine Authentizität auf die
Mitmenschen ausstrahle. Ein anderer lobte die konkreten
Anregungen, die er durch die Präsentation verschiedener
Kampagnen und Projekte erhalten habe und ein dritter
Teilnehmer empfand die Veranstaltung als Bestätigung seiner
Arbeit.
Die Mehrheit der Teilnehmer/innen umriss zwei
Hauptproblemfelder: Es sei festzustellen, dass sich der Begriff
"Lifestyle" einer Definition weitgehend entziehe und ohnehin im
kirchlichen Feld nur bedingt einsetzbar sei. Daneben sei die
Zielgruppe der 20 bis 25jährigen, in deren Lebenswelt der Begriff
"Lifestyle" eine große Bedeutung hat, für kirchliche
Öffentlichkeitsarbeit schwer zu erreichen.
Die Lösungsansätze wurden ebenfalls von Teilnehmer/innen
beigetragen. Es komme nicht so sehr auf die Begriffe an,
sondern vielmehr darauf, durch engagiertes Handeln im täglichen
Leben christlichen Lebensstil zu präsentieren. Kirchliche
Öffentlichkeitsarbeit sei ohnehin am wirksamsten, wenn über
Aktionen und Ereignisse oder charismatische Persönlichkeiten
berichtet werde, meinte ein Teilnehmer. Dann sei auch ein
"Knackpunkt" kirchlicher Medienarbeit, theologische
Grundaussagen verständlich zu vermitteln, zu bewältigen. Ein
junger Teilnehmer schlug vor, die erfolgreichen Konzepte und
Formate der Lifestyle-Medien zu untersuchen und in der eigenen
Arbeit einfach auszuprobieren. Die Öffentlichkeitsarbeit der
Kirchen könne in diesem Punkt mutiger sein, da Kirche sich mit
ihrem Angebot nicht zu verstecken brauche.
Die Mehrheit der Teilnehmer/innen zogen ein positives Fazit
der Veranstaltung. Viele empfanden den Austausch und die
Diskussionen zum Thema als Erweiterung des Horizonts ihrer
Arbeit und als wichtiges Mittel, den Zeitgeist wahrzunehmen
ohne sich von ihm vereinnahmen zu lassen.
copyright: Eva Reuter
published: 14.11.2003
zurück zum Seitenanfang...