Andere Länder, andere Sitten

Kirchensteuer gibt es zwar auch in anderen Ländern,
insgesamt sind sie aber eher die Ausnahmen der Kirchenfinanzierung

Niederlande

Dort gibt es neben mehreren Kollekten in den Gottesdiensten einen freiwilligen Kirchenbeitrag, für dessen Höhe ein bis drei Prozent des Einkommens empfohlen werden. Dieser erbringt etwa zwei Drittel der Gesamteinnahmen. Es hat sich gezeigt, daß die Bereitschaft zur freiwilligen Abgabe sinkt, wenn der Staat Steuern erhebt.

Frankreich

75% der kirchlichen Einnahmen kommen aus Sammlungen und Spenden; das letzte Viertel stammt aus einem freiwilligen Beitrag für den Unterhalt des Klerus; er wird mit ein Prozent des Einkommens empfohlen, aber nur von 45% der zur Zahlung gemahnten Katholiken entrichtet. Eine der Folgen: Die Pfarrer verdienen oft weniger, als den staatlich garantierten Mindestlohn für Arbeitnehmer.

Österreich

Hier finanziert sich die Kirche aus einem obligatorischen Kirchenbeitrag, den sie selbst erhebt. Das verursacht erhebliche Verwaltungskosten. Säumige oder sich verweigernde Zahler lassen den Wunsch nach mehr Beitragsgerechtigkeit aufkommen.

Italien

Die Finanzämter fordern 0,8% der Einkommens- oder Lohnsteuer; dabei kann jeder wählen, ob er diesen Betrag seiner Kirche oder dem Staat für soziale, humanitäre oder kulturelle Zwecke zuwenden will. An eigens geschaffene kirchliche Institute können Beiträge zur Besoldung des Klerus gerichtet werden, die steuerlich geltend gemacht werden können.

USA

Die Kirchen finanzieren sich aus Kollekten und Spenden. Die Gefahr: Abhängigkeit von finanzkräftigen Spendern. In den Zeiten der Rassenunruhen konnten Geistliche nicht immer das sagen, was ihnen von ihrem priesterlichen Amt her angetragen ist, weil ihnen der Entzug der finanziellen Mittel drohte. Zudem müssen die geistlichen neben der Verkündigung in den Gottesdiensten vor allem um Geld betteln.

Weitere Informationen bzgl. Kirchensteuer:

Haushalt Bistum Limburg
Haushalt Bistum Mainz
Haushalt Bistum Speyer
FAQ Kirchensteuer


"Wir sind die Kirche" zur Verfügung gestellt von: Pressestelle, Sekretariat Dt. Bischofskonferenz
in Zusammenarbeit mit Zeitbild-Verlag, Bonn.

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