Jürgen Kuhlmann: Neuer Predigtkorb ab Dezember 2001
Lesejahr B 2002/2003

Das Geheimnis des Weberschiffchens

Gedanken zum fünften Sonntag im Jahreskreis


"So wurden Monde voll Enttäuschung mein Erbe, und Nächte voller Mühsal teilte man mir zu. Lege ich mich nieder, sage ich: Wann darf ich aufstehn? Wird es Abend, bin ich gesättigt mit Unrast, bis es dämmert ... Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, der Faden geht aus, sie schwinden dahin. Denk daran, daß mein Leben nur ein Hauch ist. Nie mehr schaut mein Auge Glück." Aus alter Zeit klingt Ijobs Aufschrei zu uns her, aber veraltet ist an ihm nichts. Viele fühlen wie er. Auf immer gleiche Weise saust das Weberschiffchen des Daseins hin und her, vom Morgen zum Abend, und zum Morgen zurück, scheinbar stets im Gleichmaß der Uhr, in Wahrheit aber, der inneren nämlich, zusehends schneller. Wollen Sie einen Zwanzigjährigen schockieren? Dann erklären Sie ihm, daß er jetzt ungefähr die Hälfte seines Lebens hinter sich hat. Fragt er erstaunt "wieso das denn?", so erinnern Sie ihn daran, wie wunderbar lang dem Grundschulkind die Zeit von einem Weihnachten zum nächsten gewesen sei, wieviel schneller sie ihm jetzt vergehe, und diese subjektive Zeitbeschleunigung nehme im Lauf der Jahrzehnte noch zu.

"Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage." Manches Mal wird die Sinnlosigkeit dieses Hin und Her jemandem so unerträglich, daß er seinen Lebensfaden selbst zerreißt. Ein Engländer, so wird erzählt, hat sich einst an seinen Hosenträgern aufgehängt, weil es ihm zu langweilig geworden war, sich jeden Morgen anzuziehen und jeden Abend wieder aus. Er übertrieb, was viele weniger extrem auch treiben, wenn sie sich nicht ganz aber hochprozentig umbringen, indem sie Mittwochs früh im Büro "ach wär's doch schon Freitag!" seufzen. Kann sein, es steht unsichtbar eine böse Fee daneben und erfüllt diesen Wunsch, so daß die Zeit bis Freitag so gut wie tot ist. Wohl eilen noch Finger über Tasten, aber (vor dreißig Jahren) in der Seelen-Maschine ist kein Farbband oder (heute) in ihrem System lauert schon das Virus, das vor dem Ausdruck alles Getippte ungespeichert abstürzen läßt.

Die Epoche des Schreibmaschinengleichnisses hat gerade ein Jahrhundert gedauert, manche Kinder von heute haben noch nie ein Farbband gesehen. Ijobs Vergleich hält sich länger. Weberschiffchen sehen jetzt zwar anders aus als vor viertausend Jahren, funktionieren aber ebenso. Die Weberei ist eine der ältesten Menschheitskünste, schon aus dem alten Ägypten sind prachtvolle Gewebe erhalten. Das Prinzip ist bis heute dasselbe: Längsfäden werden abwechselnd nach oben und unten auseinandergespreizt, das Schiffchen bringt den Querfaden ein, dann gehen die oberen Längsfäden nach unten, die unteren nach oben, und der nächste Querfaden wird vom zurückschwirrenden Schiffchen eingefügt. So entsteht allmählich aus Fäden ein Stoff.

Niemand kann wissen, ob der Verfasser des Ijob-Buches unsere fliehenden Tage mit dem Weberschiffchen deshalb verglich, weil dieses Gleichnis geheimnisvoll auch schon die Lösung ihres Rätsels enthält. Darüber werden wir nachdenken, vorher aber über die andere Frage: Warum liest die Kirche uns diesen uralten Text vor? Obwohl uns, fast entschuldigend, erklärt wird: "Auf die Frage nach dem Sinn des Leidens hat das Alte Testament noch keine genügende Antwort." Stimmt das? Und anderseits: "Hat" die denn das Neue Testament?

Es ist dies eine andere Facette desselben Grundproblems, das vom Leiter des Zentrums für jüdisch-christliche Beziehungen in Cambridge jüngst anhand des ähnlich schwierigen Themas "Gott der Gewalt?" eindrucksvoll dargestellt wurde:

Theologen müssen überaus vorsichtig sein mit liebgewonnenen Gegensätzen zwischen Altem und Neuem Testament, wie gewisse Christen sie früher aufstellten, und viele immer noch. Der amerikanische Baptistentheologe Harry Emerson Fosdick (1878-1969) war für dieses Denken typisch, als er 1922 schrieb:
"Vom Sinai nach Golgotha - hat es je einen klareren, überzeugenderen Bericht von Offenbarungsfortschritt gegeben? Die Entwicklung beginnt mit Jehovah, der sich in einem Gewitter auf einem Berg in der Wüste kundtut, und sie endet mit den Worten Christi: ‚Gott ist Geist, und seine Anbeter müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten;' sie beginnt mit einem Kriegsgott, der seine Anhänger zum Sieg führt, und sie endet mit den Worten: ‚Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm;' sie beginnt mit einem Provinzgott, der seinen Stamm liebt und dessen Feinde haßt, und sie endet mit dem Gott der ganzen Erde, angebetet von ‚einer großen Schar aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen; niemand konnte sie zählen'; sie beginnt mit einem Gott, der die Amalekiter zu erschlagen befiehlt, ‚Mann und Frau, Kind und Säugling', und sie endet mit einem Vater, dessen Wille es ist, daß ‚nicht eins von diesen Kleinen verloren geht'; sie beginnt mit Gottes Volk, das weitab von seinen Blitzen steht und betet, er möge nicht zu ihm sprechen, damit sie nicht sterben, und sie endet mit Menschen, die in ihr Kämmerlein gehen und bei verschlossener Tür zu ihrem Vater beten, der im Verborgenen ist."
Zweifellos läßt eine solche Serie sich arrangieren, jedoch - wie der jüdische Theologe Claude Montefiore (1858-1938) es 1927 aufzeigte - eine andere auch:
"Vom Alten zum Neuen Testament - hat es je einen klareren, überzeugenderen Bericht von Rückschritt gegeben? Es beginnt mit ‚Habe ich Gefallen am Tode dessen der stirbt?'; es endet mit ‚Fort von mir, ihr Übeltäter!'. Es beginnt mit ‚Der Herr ist langsam zum Zürnen und reich an Erbarmen'; es endet mit ‚Fürchtet den, der Leib und Seele in der Hölle verderben kann'. Es beginnt mit ‚Ich werde bei dem Reuigen sein und ihn beleben'; es endet mit ‚Schmal ist der Weg der zum Leben führt, und wenige sind es die ihn finden'. Es beginnt mit ‚Ich zürne nicht für immer'; es endet mit ‚Weg, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer!' Es beginnt mit ‚Soll ich nicht Mitleid haben mit Ninive der großen Stadt?'; es endet mit ‚Am Gerichtstag wird es Sodom erträglicher gehen als jener Stadt'. Es beginnt mit ‚Der Herr ist gut zu allen, die ihn anrufen'; es endet mit ‚Wer gegen den Heiligen Geist spricht, für ihn gibt es keine Vergebung in dieser Welt oder der nächsten'. Es beginnt mit ‚Der Herr wird die Tränen abwischen von allen Gesichtern, er wird den Tod für immer zerstören'; es endet mit ‚Man wird sie in den Feuerofen werfen, dort wird Heulen und Zähneknirschen sein'."
Wie Claude Montefiore feststellt, ist die eine Serie ebenso irreführend wie die andere.

Bei unserem Thema, der Spannung zwischen Zweifel und Hoffnung, scheint die Überlegenheit des Neuen Testamentes nach dem ersten Eindruck völlig klar. Ist Christi Auferstehung den Christen nicht eine überwältigende Garantie ihrer eigenen guten Zukunft? Während im Judentum zur Zeit Jesu eine der tonangebenden Richtungen, die Sadduzäer, "behaupteten, es gebe keine Auferstehung" (Mt 22,23).

Auch dieser Schein, meine ich, trügt. Nicht nur, weil eine Vielzahl von Juden in herzlichem Vertrauen auf ihren Bundesgott durchs Leben und in den Tod gingen, während eine Vielzahl solcher, die in der Statistik als Christen zählen, ihre Jahre hoffnungsarm ableben. Sondern weil Alter und Neuer Bund für beide Bundesvölker untrennbar zusammengehören. Nicht "haben" die einen etwas, was die anderen nicht hätten. Glaubenswahrheit ist kein Besitz. Sondern beide leben in derselben Spannung von Krise und Hoffnung.

Daß die Zeit, dieses sonderbare Ding, eigentlich doch nicht zu fürchten ist, diese Überzeugung kann für niemanden etwas ein für alle Mal Gehabtes werden, was einfach da ist. Solange sie das scheint, ist die Drohung der Vergänglichkeit noch gar nicht wirklich vernommen worden. Wird die aber erlebt, dann ist dem erschrockenen Herzen plötzlich der Boden unter den Füßen weggezogen. "Du mein süßes Himmelslicht!" bricht es dann etwa aus einem heraus, wenn ihm die wieder zunehmende Sonne am strahlenden Winternachmittag ins Fenster leuchtet und er zugleich schaudernd spürt, daß sehr bald oder ein bißchen später, jedenfalls aber bald der sich nahende Frühling sein letzter gewesen sein wird ohne daß er das wußte. "Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, der Faden geht aus."

Und Ostern? Ach, war da nicht ein Theologieprofessor, der alle Auferstehungsberichte mitleidlos zerpflückt hat? Er wurde dann zwar von der protestantischen Inquisition abgesetzt, doch wo die Gelehrten streiten, gibt's für das Zweifeln der Laien kein Ende. So gewiß ich weiß: mein süßes Himmelslicht wird bald erloschen sein, so gewiß weiß ich nicht die Antwort auf meine bohrende Frage: und dann?

Das ist die Krise eines wachen Menschen, egal welcher Religion oder Unreligion. Weil sie eine Lebenswahrheit auch der Christen ist, deshalb stürzt die heutige Liturgie uns in Ijobs Zweifel. Es kommt jedoch auf die Einsicht an: Auch diese Krise darf bei Gläubigen kein Zustand sein, vielmehr nur der eine Pol jener doppelpoligen Spannung, die sich als Sprung aus Zweifel in Glauben immer neu ereignet. Ja, mein süßes Himmelslicht, DANN leuchtest du uns allen noch unendlich klarer als jetzt mir im Symbol dieser Winterhelle. Dann, wenn die letzte Strophe des Novalis-Liedes stimmt:

"Die Lieb' ist freigegeben,
Und keine Trennung mehr.
Es wogt das volle Leben
Wie ein unendlich Meer.
Nur eine Nacht der Wonne -
Ein ewiges Gedicht -
Und unser aller Sonne
Ist Gottes Angesicht."

So singt der romantische Christ; derselbe Sprung wird, in anderen Sprachen, von der göttlichen Liebe jedem Menschen zugemutet und ermöglicht. Denn alle sind Geschwister des Auferstandenen, waren es immer. Auch Ijobs Dichter! Hat er zum Vergleich mit dem Weberschiffchen deshalb gegriffen, weil in diesem Bild auch schon die Lösung des Rätsels der Zeit versteckt ist? So daß dieses Wort des lebendigen Gottes nicht nur unsere gemeinsame Krise offenbart sondern heimlich auch schon SEINe erlösende Antwort? Wissen kann das niemand, das will mein Glaube auch nicht. Ihm genügt es, im alten Bild neu zu vernehmen, was ihn seit langem immer wieder begeistert. "Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, der Faden geht aus", des Lebens-Gewebes Querfaden, dank welchem aus dem Nebeneinander vieler Längsfäden während der Webzeit eine Stoffbahn geworden ist. Bei jedem Hin wie Her des Schiffchens wird sie etwas länger. Und wenn der Faden ausgeht, das Schiffchen nicht mehr weiter eilt? Dann bleibt der fertige Stoff. Abgeschnitten wird der Faden der Werdezeit, nicht verloren geht das gewordene Sein. Welche Weberin wirft den liebevoll gewirkten Stoff gleich weg? Nein, die himmlische Herrin von Fausts Erdgeist ist so dumm nicht, SIE bewahrt das Werk ihrer Kunst.

"So schaff' ich am sausenden Webstuhl der Zeit
Und wirke der Gottheit lebendiges Kleid."

Bestimmt kannte der Ijob-Dichter kostbare Stoffe und konnte aus dem Stolz ihrer Besitzer schließen, auch seines eigenen Lebensfadens Abriß werde nicht das Gewebe vernichten. Ja, süßes Himmelslicht, bald wird es Abend, und du bist wieder einmal vorbei. Wohin sind dann deine Strahlen? Fragen wir nicht physikalisch sondern geistlich, dann kenne ich keine herrlichere Auskunft als die eines namenlosen antiken Christen vermutlich in Ägypten.

Während einer Trauerfeier betrachtete ich das Glasfenster der Auferstehungskirche im Abendlicht und erblickte plötzlich das riesige Bild der göttlichen Sonne, wie sie ihre Strahlen, die wir sind, zuletzt wieder zu sich holt, zurückzieht (re-surrectio), hinaufnimmt (ana-stasis) vom irdischen Wirkort in ihr himmlisches Fest. Nicht ästhetisierende Vertröstung ist dieses Sonnengleichnis, vielmehr ein hinreißender Ausdruck der christlichen Wirklichkeitserfahrung: Christus unsere Sonne ist auferstanden und wir gehören zu ihm, tagsüber als seine Strahlen hier auf Erden, abends zu ihm heimkehrend und nachts für immer bei ihm. Novalis hat den alten Text nicht gekannt, erst der (von Klaus Berger neu verbreitete) "Brief an Rheginos" hat mir das Rätsel seiner Strophe aufgelöst: Sonne und Nacht, wie geht das zusammen?

"Der Heiland hat den Tod verschluckt, denn er hat die vergehende Welt abgetan. Er hat sich in eine unvergängliche Überwelt gewandelt und ist auferstanden, nachdem er das Sichtbare durch das Unsichtbare verschluckt hat, und er gab uns den Weg unserer Unsterblichkeit. In der Tat (wie der Apostel sagt): Wir haben mit ihm gelitten, sind mit ihm auferstanden, und mit ihm in den Himmel aufgefahren. Wenn wir nun, ihn anhabend, in dieser Welt erscheinen, sind wir seine Strahlen, von ihm bis zu unserem Versinken umfaßt, das heißt unserem Tod in diesem Leben. Wir werden durch ihn zum Himmel gezogen wie Strahlen von der Sonne, nichts hält uns mehr zurück."

O Freude! Der Faden, den dein Weberschiffchen mal munter mal trübe Tag um Tag ins Weltgewebe fügt, er ist in Wahrheit ein einziger langer Strahl der göttlichen Sonne, abends zieht sie ihn samt den mit ihm verwobenen Längsfäden in ihren Glanz zurück, kein Stückchen geht verloren. Die vielen anderen Strahlen, all deine Lieben die schon dort sind, erwarten dich. Gräm dich also nicht sondern tu - wieder und immer wieder - den Sprung aus der irgendwann abbrechenden Querdimension deines Alltagsfadens in die dazu senkrechte andere Dimension des ewig bleibenden lebendigen Sonnentempel-Teppichs der du am Werden bist.


Zum Weiterdenken:

Noch keine genügende Antwort: Schott-Meßbuch: Die neuen Sonntagslesungen, Lesejahr B/I (Freiburg 1969), S.71

"Gott der Gewalt?": Edward Kessler, in: "The Bible after the Shoah", in: THE TABLET 25 Jan 2003, p. 6

Die Zeit, das sonderbare Ding macht die Marschallin nachdenklich:
"Die Zeit im Grund, Quin-quin, die Zeit,
die ändert doch nichts an den Sachen.
Die Zeit, die ist ein sonderbares Ding.
Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts.
Aber dann auf einmal,
da spürt man nichts als sie:
sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen.
In den Gesichtern rieselt sie, im Spiegel da rieselt sie,
in meinen Schläfen fließt sie.
Und zwischen mir und dir da fließt sie wieder.
Lautlos, wie eine Sanduhr.
O Quin-quin!
Manchmal hör ich sie fließen unaufhaltsam.
Manchmal steh ich auf, mitten in der Nacht,
und lass die Uhren alle stehen.
...
Allein man muß sich auch vor ihr nicht fürchten.
Auch sie ist ein Geschöpf des Vaters,
der uns alle geschaffen hat."

(Hugo von Hofmannsthal, Rosenkavalier, 1. Akt)

Novalis-Lied: "Gehoben ist der Stein" aus den "Hymnen an die Nacht". Die Verknüpfung dieses Gedichts mit der Melodie von "Ma Blonde" ist mein erstes Lied (erhältlich auf CD).

Brief "an Rheginos": aus dem Internet-Englisch übersetzt, Kap. 4

Andere Dimension: Das geometrische Heilsgleichnis [Fassung von 1970] gibt es in zwei Formen. Entweder wird - wie oben beim Webe-Vergleich - die unmittelbare Erfahrung als scheinbar nur eindimensionale Linie verstanden (hier des Querfadens), die erst zusammen mit der anderen Dimension (der zunächst vergessenen Breite des Fadens) die wirkliche Fläche ergibt (während die dritte Dimension Höhe hier nichts bedeutet). Oder das Eigentliche ist die echt räumliche Welt, während das empirisch Erlebte als um die entscheidende Dimension reduzierte bloße Fläche erscheint. Schön ausgeführt hat das Anthony Burgess in seinem bezaubernden Denkspiel "The Eve of St. Venus" (New York 1970, p. 108). Nachdem die total begeisternde Epiphanie der Göttin LIEBE abgeklungen ist, stellt Ambrose traurig fest:
"Ich bin frei. Frei wozu? Frei, zu sein was ich bin. Eine Dimension ist weggenommen worden. Es ist so, als wäre man beim Verkosten der erfreulichen dreidimensionalen Welt plötzlich in einen Film verhext worden. Jetzt bin ich bloß Leinwand. Oder Karton. Flach, monochrom. Ich wurde über das mechanische Zeitkarussell erhoben, aus dem Geschichtsstrom herausgesogen, von IHR auf die zeitlose Ebene eines Mythos erhöht. Adonis ist jetzt tot. Tod ist einfach ein anderer Name für den Zustand, ich selbst zu sein. Ambrose Rutterkin, der mäßig erfolgreiche Ingenieur, dessen Studienverlauf nicht besonders herausragend war, der ziemlich beliebt ist weil man sich auf ihn verlassen kann und er den Leuten immer recht gibt. Was gibt mir jetzt Einzigkeit? Ich bin der Mann morgens in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, ununterscheidbar vom Rest der Herde, zappelig bei Kleinigkeiten aber ohne wirkliche Überzeugungen. Die Wirklichkeit hat sich anscheinend verabschiedet. Da kann ich gleich die gewöhnliche Maske wieder anlegen, die von jetzt an immer mein Gesicht sein wird."


Hier ist ein Angebot für Freunde meiner Internet-Gedanken: Auf einer CD habe ich unter dem Titel "Christliches Stereo-Denken" alles, was auf verschiedenen Servern veröffentlicht ist, zusammengestellt und intern verknüpft sowie mit Bildern und Liedern angereichert. Außerdem sind sechs Bücher im WORD-Format dort zu lesen (die elektronischen Bücher Nr. 2,5,6,7,10 der Liste). Im Ganzen meldet der Rechner fast tausend Dateien. Ein Teil der Ernte von über vierzig Jahren Theologie steht zur Verfügung und kostet nur 8,50 Euro + Porto, insgesamt unter zehn Euro. Für Religionslehrer, Pfarrer und andere Profis eine Fundgrube, für deren Freunde eine sinnige Geschenk-Idee. Bestellungen bitte direkt an mich, um Verwechslung mit dem Müll zu vermeiden bitte mit klarem Betreff: CD-Bestellung. Seit Anfang Dezember 2004 ist die neue Auflage mit allem bisher im Netz Veröffentlichten verfügbar.


Volle Internet-Adresse dieser Seite: http://www.kath.de/predigt/jk/weberei.htm

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Siehe auch des Verfassers alten Predigtkorb von 1996 an

und seine kat-holische Theorie-Baustelle

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