Jürgen Kuhlmann: Neuer Predigtkorb ab Dezember 2001

Religionsfriede dank dramatischem Verständnis der Heilsgeschichte

Gedanken zum siebenundzwanzigsten Sonntag im Jahreskreis


Im heutigen Evangelium erzählt Jesus das Gleichnis von den bösen Winzern und der Strafe, die über sie kommt, weil sie erst die Boten und zuletzt sogar den Sohn des Gutsherrn umbringen. Die Führer des damaligen Judenvolkes müssen sich mit eigenem Mund ihr Urteil sprechen: "Er wird diesen bösen Menschen ein böses Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist." Jesus bestätigt diese Folgerung und springt vom Gleichnis in die heilsgeschichtliche Realität: "Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt."

Christen kennen die Geschichte seit ihrer Jugend und denken sich nicht mehr viel dabei. So war es eben: Erst waren die Juden das auserwählte Volk; als sie Jesus nicht annehmen, ging diese Würde auf die Kirche über. So dachte man fast zweitausend Jahre lang in allen Konfessionen der Christenheit.

Bis zum millionenfachen Judenmord durch die Nazis und ihre Helfer. Durch dies Entsetzliche wurde die Binde abgerissen - nicht der Synagoge, die vor dem Straßburger Münster als steinerne Frau mit verbundenen Augen steht, aber der Kirche. Erschauernd begreift sie, daß ihr als Glaubenseinsicht auftrumpfender Antijudaismus eine der Hauptursachen des mörderischen Antisemitismus war. Hören wir Kardinal Walter Kasper, früher Bischof von Stuttgart, jetzt in Rom für die Einheit der Christen und unsere Beziehungen zu den Juden zuständig:
"Es gab einen jahrhundertealten christlichen Antijudaismus, der ursprünglich religiös und theologisch begründet war, dann aber neben anderen Ursachen zu erschreckenden Auswüchsen, zu schlimmen Vorwürfen, zu Diskriminierung, Verfolgung und Vertreibung Anlaß gegeben hat. Am Ende blieben Entfremdung, Gefühllosigkeit und Gleichgültigkeit. Die beiden Figuren an der Fassade des Straßburger Münsters - die blinde Synagoge und die triumphierende Kirche - bringen die Entfremdung klassisch zum Ausdruck.
Diese Entfremdung bildete das Umfeld, daß Christen gegen den neuheidnischen Antisemitismus des Nationalsozialismus nicht den Widerstand leisteten, den man von Christen hätte erwarten können. Das war mehr als das Versagen einzelner. Das waren eingefahrene und eingefleischte Vorurteile und Mentalitäten, Strukturen der Sünde, wie dies im theologischen Sprachgebrauch heißt ... Die Schoa hatte eine bisher kaum dagewesene Revision der Kirchengeschichte zur Folge. In diesem Sinn kann man von einer ‚Theologie nach Auschwitz' sprechen. Die bis in das 2. Jh. zurückgehende Theorie der Substitution, wonach das jüdische Volk von Gott verworfen und das Christentum als das neue Israel an seine Stelle getreten sei, wurde aufgegeben. An die Stelle der Disputationen trat der jüdisch-christliche Dialog."

Man reibt sich die Augen. Was fast zwei Jahrtausende lang galt, "wurde aufgegeben". Anscheinend geht das also. Wenn eine derart einschneidende Änderung sich mit dem Wesen des unfehlbaren Glaubens verträgt: wer garantiert, daß sie nicht ihrerseits bald gleichfalls aufgegeben wird und der umgeleitete Ideenstrom sich zurück ins alte Bett der Judenfeindschaft ergießt? Das ist die bedrängende Frage, der wir uns heute stellen. Damit Sie ihre Wucht recht einschätzen, bringe ich zuerst zwei zufällig herausgegriffene und relativ harmlose Zeugnisse katholischer Judenabwertung. Beide sind Kommentare zum heutigen Evangelium.

Kurz vor 400 predigte der Kirchenvater Johannes Chrysostomos (= Goldmund) in Antiochien: "Der Heiland deutet durch dieses Gleichnis vom Weinberg vieles an, er deutet an, daß Gottes Vorsehung von jeher über den Juden gewaltet hat, daß sie von Anfang an mordlustig gewesen sind, daß seine Sorgfalt für sie nichts zu ihrem Heil Dienendes unterlassen, daß er trotz der Tötung der Propheten sich nicht von ihnen abgewandt, sondern sogar seinen Sohn gesandt hat, daß der Gott des Alten und des Neuen Bundes ein und derselbe Gott sei, daß sein Tod eine große Wirkung haben werde, daß sie für den durch die Kreuzigung begangenen Frevel die schrecklichste Strafe werden dulden müssen, daß die Heiden berufen, die Juden aber hinausgestoßen werden ... Erkenne aus dem Gleichnis die große Fürsorge Gottes und die unbeschreibliche Trägheit der Juden! ... Die Juden waren nicht bloß trotzig, sondern befleckten ihre Hände sogar mit Blut: die Rache verdient hatten, übten selbst Rache ... Jesus zeigt, daß die Juden wegen ihres Unglaubens verworfen, die Heiden aber aufgenommen werden."

Anderthalb Jahrtausende später klingt es nicht anders. 1956 schreibt der katholische Neutestamentler Josef Schmid: Eigenartig ist die Formulierung: "Das Reich Gottes wird von euch genommen". Dieses ist demnach nicht eine eschatologische Größe, wie sonst in der Verkündigung Jesu, sondern eine schon gegenwärtige, die bisher im Besitz der Juden war und die durch den Weinberg versinnbildet wird. Eben deswegen wird der Sinn des Ausdrucks auch nicht getroffen, wenn man damit die Anwartschaft auf das zukünftige Gottesreich bezeichnet findet, sondern es wird damit Gottes in der Geschichte wirksames Walten gemeint sein. Von diesem kann im Bilde gesagt werden, daß es den Juden weggenommen wird, dadurch nämlich, daß sie von Gott verworfen werden, aufhören, sein auserwähltes Volk zu sein. Der V. 43 spricht dann den Grundgedanken der ganzen Parabel klar und treffend aus. Sie enthält eine Art Geschichtstheologie, die die Schuld Israels in seiner ganzen Geschichte ins Auge faßt. Die gegenwärtige Generation aber, zu der Jesus spricht, trifft das höchste Maß von Schuld, weil sie den "geliebten Sohn" dem Tod überliefert. Damit ist Gottes Geduld erschöpft. Die Verwerfung Israels ist die Folge. An seine Stelle tritt ein neues geistiges Israel, das aus den Heiden von Gott berufen und gebildet wird und dem Gott auch neue "Pächter", Führer, geben wird. Bei dem "Volk", das das Erbe der Juden antreten wird, ist an die Kirche zu denken, nicht an die Heiden, die nicht als ein eine Einheit bildendes Volk bezeichnet werden können. Das neue Israel aber wird "seine" Früchte bringen, d. h. die Früchte, die im Weinberg des Gottesreiches wachsen.

Ersparen wir uns nicht die harte Frage: Wer hat recht? Jesus richtet sein Schlußwort an die Juden: "Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt." Diesen Verwerfungs-Richtspruch hat die gesamte theologische Tradition bis kurz vor dem jüngsten Konzil übernommen und nachgesprochen. Oder hat der andere Jude recht, Paulus, mit seinem leidenschaftlichen Trost: "Unwiderruflich sind Gnade und Berufung, die Gott gewährt" (Röm 11,29)? Ihm schließt der jetzige Papst sich an und alle, die auf die Zeichen der Zeit achten und deshalb spüren, daß die Theologie nach Auschwitz nicht so weitermachen darf wie vorher - weil es ohne die Theologie vor Auschwitz den Massenmord, für den dieser Name stehen muß, nicht gegeben hätte.

Weil es nicht sein kann, daß ein Christ sich zwischen Jesus und Paulus entscheiden muß: wie ist das Rätsel zu lösen, daß sie irgendwie beide recht haben? Läßt dieses Irgendwie sich denken? Kann den Juden das Reich Gottes so weggenommen worden sein, daß Gottes Bund mit Israel trotzdem ungekündigt heute noch gilt?

Damit eine solche Spannung die Gläubigen nicht in ratlose Verwirrung stürze, müssen sie endlich den Unterschied zwischen tiefer Heilswahrheit und platter Richtigkeit an der Oberfläche der Dinge begreifen und akzeptieren. Da ist ein Satz eindeutig richtig oder falsch. Entweder ich habe meinen Ausweis dabei oder nicht; Rom liegt nicht an der Wolga; beim Examen fällt man durch oder besteht. Heilswahrheit ist anders. Sie gleicht mehr der dramatischen Wahrheit einer Theateraufführung als der Richtigkeit einer Rechenaufgabe. Während Gilda in des Vaters Armen ihre Seele aushaucht, gibt es auf die Frage, ob sie oder Rigoletto recht habe, keine Antwort. Die Wahrheiten von Vater und Tochter stehen in dramatischer Spannung zueinander, von dieser Polarität wird der Zuhörer erschüttert, sie allein ist die Wahrheit der Szene, die Gestalten für sich haben je eine Wahrheit, nämlich eine für die Wahrheit notwendige wahre Perspektive. Wollte sie oder er aus Totalitätswahn oder ökumenischem Übereifer sich weigern, die je eigene Wahrheit überzeugend zu vollziehen, so wäre es um die Wahrheit geschehen, denn sie ist nichts anderes als das Zueinander beider Pole.

Das gewaltigste Drama auf dieser Erde ist, Jahrtausende übergreifend, Gottes Liebesgeschichte mit der Menschheit. Sie enthält viele Akte, in jedem zahlreiche Szenen, und jede ist wahr. Was Paulus von den Aposteln ausruft, gilt für alle, die bei diesem Drama mitwirken: "Wir sind zum Schauspiel geworden für die Welt, für Engel und Menschen" (1 Kor 4,9).

Entscheidend ist, daß wir die Verschränkung der Zeiten einsehen. Was sich auf der heilsgeschichtlichen Bühne nacheinander ereignet, kann in der realen Geschichte gleichzeitig sein. Damit der Gedanke nicht zu kompliziert wird, greifen wir - unserem heutigen Thema entsprechend - aus dem gesamten Drama nur den jüdischen und den christlichen Akt heraus. Stellen Sie sich eine kreisförmige Drehbühne vor, wo für doppeltes Publikum zugleich zwei Akte aufgeführt werden. Auf einer ihrer Hälften vollzieht sich das Drama des Alten Bundes, von der Berufung Abrahams bis zu den Problemen im heutigen Israel und dem Judentum weltweit. In einer der Szenen tritt ein Wanderrabbi namens Jeschua auf und wird als Ordnungsstörer schließlich hingerichtet.

Kurz zuvor sind auf der anderen Bühnenhälfte die Lichter aufgestrahlt und es beginnt dort der christliche Akt. Hier ist Jeschua nicht irgendeine Gestalt, heißt vielmehr Jesus Christus und ist - Akteure und Publikum wissen es - der Dichter, Schauspieldirektor und Regisseur in eigener Person. Er wirkt im Stück mit, damit die Absicht, die er mit ihm verfolgt, so klar wie möglich werde. So wie wir Menschen nun einmal sind - von Hoheiten läßt man sich beim Zahnarzt oder Friseur gerne blenden - besteht die Gefahr, daß der mitwirkende Chef als gleichberechtigter Kollege nicht recht ernst genommen wird. Auf seine Hoheit schielend läßt man die Niedrigkeit nicht gelten und verfehlt so den Sinn des Stücks, um den allein es dem Verfasser und Regisseur aber geht. Solcher Gefahr entgegenzuwirken, läuft, neben dem christlichen Akt, auf der anderen Bühnenhälfte der jüdische weiter. Dort wissen die Akteure nichts von der geheimen Identität dieses Jeschua, dort ist er nur einer von vielen. Dort gilt auch nach der Jeschua-Episode Gottes Bund mit Israel unverändert weiter; des Nazareners freche Drohung aus dem heutigen Evangelium war ja gerade einer der Gründe für seine Hinrichtung! Und bis zuletzt bleibt Jeschua seinem Volk solidarisch verbunden: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun" (Lk 23,34). Christen sollen wissen: Diese Bitte des Einziggeborenen wird erfüllt.

Es heißt doppelt unterscheiden: einmal zwischen diesen beiden Akten, die zwar zugleich aber in getrennten Sinnräumen auf der Weltbühne dargestellt werden, so daß niemand zugleich in beiden mitwirken kann. Wer das versucht, mag - als messianischer Jude oder Judenchrist gemäß Jakobus [oder auch als katholischer Alttestamentler, der die Trinität zur spätchristlichen Dekadenz erklärt] - gleichfalls einen Wunsch des gemeinsamen Regisseurs erfüllen, täte das aber nicht als rechtgläubiger Jude oder Christ sondern träte in einer weiteren Etappe des religiösen Dramas auf. Zum andern müssen Christen unterscheiden zwischen dem Willen Christi als des Dichters und Regisseurs einerseits, des auf der Bühne Mitwirkenden anderseits. Als solcher wirbt er im jüdischen Akt um Israels Annahme seiner Neuen Botschaft und droht dem Judenvolk, da die ausbleibt, mit der Wegnahme des Reiches Gottes; im christlichen Akt ist er unser Herr, der Gekreuzigte und Auferstandene, als lebendige Person "bei uns alle Tage bis zum Ende der Welt" (Mt 28,20). So ist sein Wirken zwar nicht dem Publikum sichtbar, sehr wohl aber, von hinter den Kulissen aus, den Aktricen und Akteuren christlicher Gemeinden.

Als Dichter und Regisseur hingegen will Christus, auf den jüdischen Akt bezogen, daß dort - auch in diesem Jahrtausend! - der Alte Bund Gottes mit seinem Volk Israel ungekündigt weiter gilt. Weil wir Christen auf beide Weisen "den Sinn Christi haben" (1 Kor 2,16), deshalb liegt die Lösung unseres Rätsels auf der Hand. Jesus selbst im Evangelium heute, sowie alle Theologen, die von Israels Verwerfung überzeugt waren - und zum Teil, mehr oder minder heimlich, immer noch sind, obwohl diese Ansicht derzeit offiziell out ist: sie alle haben streng innerhalb des christlichen Kontextes recht, auch sofern sie als Glaubenszeugen offen missionarisch auftreten, nur in einer Hinsicht nicht: was ihr negatives Urteil über die wahre Beziehung der Juden zu unserem gemeinsamen Bundesgott betrifft. Denn die richtet sich nach deren eigener Innenperspektive im jüdischen Akt, nicht nach dem christlichen Späherblick durch die Bühnentrennwand hindurch.

Was folgt aus all dem für die Frage der kirchlichen Judenmission? Mir scheint: Nichts Eindeutiges. Warum soll Kardinal Lustiger von Paris seinen Mitjuden nicht von der Seligkeit des christlichen Glaubens berichten dürfen? Wer sich klar ist, was Mission allein sein darf: der Sprechpol einer Dialog-Beziehung, bei welcher der Gegenpol, das demütige Hören auf fremdes Zeugnis, ebenso wichtig ist, wer das weiß, darf als Christ auch auf Juden missionarisch zugehen. Anders, voller Stolz auf die eigene einzige Wahrheit (die uns zwar innen bindet aber eben nicht nach außen privilegiert), dürfen wir auch sonst niemanden missionieren, nicht einmal die verstocktesten Gottlosen! Immerhin hat die Kirche aber inzwischen erkannt, daß der jüdische Weg zu Gott für die Juden nach wie vor gilt. Es ist deshalb nicht schlimm sondern richtig, daß Kardinal Kasper - vatikanischer Gegenpol seines Kollegen Ratzinger - einen anderen Akzent setzt als beider Dominus IESUS im heutigen Evangelium. Sofern der Auferstandene nicht nur für seine Christen "Urheber und Vollender des Glaubens" ist (Hebr 12,2), sondern als Regisseur sämtlicher Akte der Inhaber "aller Vollmacht im Himmel und auf Erden" (Mt 28,18), verwirft er die Juden nicht. "Neues Israel" gilt als Name der Kirche allein auf der christlichen Teilbühne, im jüdischen Akt hört es sich als Anmaßung ohne Realitätswert an. Für das ganze Drama verantwortlich, gibt unser Herr also ohne inneren Widerspruch allen Teilperspektiven als engagierten Gläubigen recht, als verurteilenden Besserwissern unrecht: der binnenchristlichen antijüdischen Theologie von ehedem - durch und durch falsch waren allerdings die grausamen praktischen Fehlschlüsse aus ihr! - wie auch der dialogisch-herzlichen Verbundenheit mit den Juden, die Gott sei Dank heute gelebt wird, wie auch dem fortdauernden Widerspruch der Juden gegen das Christentum. "So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken" (Jes 55,9).


Zum Weiterdenken:

Kardinal Walter Kasper: Referat beim Festakt zur Woche der Brüderlichkeit am 10. März 2002 im Hessischen Landtag in Wiesbaden [dokumentiert im "Freiburger Rundbrief" 4/2002, S. 250 ff].

Dramatische Wahrheit: Siehe die großartigen Entwürfe des Innsbrucker Jesuiten Raymund Schwager:
Dramatisches Konzept für die Begegnung der Religionen. Offenbarung als dramatische Konfrontation 11.2.2001
Dramatische Theologie als Forschungsprogramm

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Gottes Liebesgeschichte mit der Menschheit: Wenn Sie mit mir der Meinung sind, daß der Grundgedanke dieser Predigt a) wichtig für das Zusammenleben der Menschen gegensätzlicher Religionen und b) viel zu wenig bekannt ist, dann helfen Sie bitte mit, ihn zu verbreiten durch Werbung für dieses Buch, etwa bei Bibliothekaren von Stadt-, Pfarr- und Schulbibliotheken oder bei Bekannten, die ein Geschenk für einen Lehrer oder ein Mischehenpaar suchen ...

Judenmission? In "Gedanken über Bund und Mission" hat der Ausschuß für ökumenische und interreligiöse Angelegenheiten der katholischen Bischofskonferenz der USA jüngst erklärt, daß "Kampagnen, die sich an Juden richten, sie zum Christentum zu bekehren, in der katholischen Kirche theologisch nicht länger hinnehmbar sind": das Judentum sei die angemessene Antwort von Juden auf "Gottes unwiderruflichen Bund". Dieses "besondere jüdische Zeugnis", sagen die Ausschußmitglieder, "muß erhalten werden". Der Erklärung gingen Gespräche zwischen diesem Ausschuß und dem Nationalrat der Synagogen voraus. Die Katholiken sind gespalten. Ein führender Baptist verstieg sich zur Anklage auf Rassismus, weil die Erklärung die Juden aus Rassegründen von den Wohltaten des Christentums ausschließe: "Es kann keine extremere Form von Antisemitismus geben," sagte er. Ein Rabbi nannte ihn daraufhin einen "spirituellen Neanderthaler".

So berichtet die Londoner katholische Zeitschrift THE TABLET am 21. September 2002 (S. 27), hier das Original:
Catholic document on Jews sparks debate across US. A draft document on the status of Jewish beliefs for Christians has plunged the Catholic Church in the United States into the heart of an angry interfaith and ecumenical row which is being played out in the national media, Richard Major writes from New York.
In "Reflections on Covenant and Mission", the committee for ecumenical and inter-religious affairs of the United States Conference of Catholic Bishops declared recently that "campaigns that target Jews for conversion to Christianity are no longer theologically acceptable in the Catholic Church" and that Judaism is the proper response of Jewry to "God's irrevocable covenant". This "distinctive Jewish witness", say the committee's delegates, "must be sustained." The statement follows discussions between the committee and the National Council of Synagogues.
But Cardinal William Keeler, the Archbishop of Baltimore who is the USCCB's moderator for Catholic-Jewish relations, has since announced that the draft does not reflect the formal position of the Catholic Church. Reiterating the view advanced two years ago by the Vatican's controversial document Dominus Iesus, Cardinal Keeler said that all people are called to "the fullness of the means of salvation which are found in the Church".
Catholics are divided over the "Reflections". Conservative theologians and broadcasters have cited the words of Dominus Iesus, which was issued by the Congregation for the Doctrine of the Faith, that members of other religions "are in a gravely deficient situation in comparison with those ... in the Church". Progressive Catholics have meanwhile pointed to the words of the 1992 Catechism of the Catholic Church that the Jewish dispensation is "irrevocable". They have also pointed to statements by Pope John Paul II that God has never revoked his covenant with the Jews.
The country's largest and most vocal Protestant grouping, the Southern Baptist Convention, has since entered the debate. Jim Sibley, co-ordinator of the convention's Jewish Ministries, has objected to "Reflections on Covenant and Mission" because it excludes Jews from the benefits of Christianity on race grounds. "There can be no more extreme form of anti-Semitism", he said.
The controversy has even reached the cockpit of American political debate, Phil Donahue's television talk show. One rabbi called Sibley a "spiritual Neanderthal", while Sibley blamed the Catholic Church for its historical persecution of Jews, which "hardened them against the good news of their Messiah" and thus stopped them becoming Baptists.
The Southern Baptist Convention broke off decades of discussion with the Catholic Church in the United States last year. Since 1999 it has particularly sought Jewish conversions each year during this season of Jewish High Holy days.

Mission: Vgl. dazu eine andere Predigt.

Verstockteste Gottlose: Wenn ich nicht auf deren Zeugnis höre, daß es einen Gott so wenig gibt wie in mir einen drohenden elften Finger (denn nicht der ist Gottes Gleichnis in seinem Bilde, das ich bin, vielmehr mein ungreifbares, keinem Chirurgen zugängliches ICH!), dann mache ich Gott zu einem Popanz und bin mit schuld daran, daß dieser Mensch nicht auf seine Weise zum Glauben an das GANZ ANDERE SEIN kommt - das laut Nikolaus von Kues zugleich der/die/das NICHT ANDERE ist.



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Volle Internet-Adresse dieser Seite: http://www.kath.de/predigt/jk/theater.htm

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Siehe auch des Verfassers alten Predigtkorb von 1996 an

und seine kat-holische Theorie-Baustelle

Schriftenverzeichnis

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