Jürgen Kuhlmann: Neuer Predigtkorb
Lesejahr C

Ein Geheimnis geistlicher Gesundheit

Gedanken zum sechsten Sonntag der Osterzeit


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I. Umfassend vernehmen - bestimmt agieren

II. 1. Lesung: Friede zwischen Juden und Heiden

III. 2. Lesung: Die zwölf Tore der Neuen Stadt

IV. Evangelium: Den Sohn kennt allein der Vater.

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I. Umfassend vernehmen - bestimmt agieren

Global Denken - lokal Handeln ist ein vernünftiges Motto. Etwas tun kann ich nur da, wo ich bin und wohin meine Wirkkraft reicht. Umfassend wirken - das ist Menschen unmöglich, gar mit provinziellem Denken weltweit agieren, so ein Programm muß scheitern, das beginnt derzeit der selbsternannte Weltpolizist erschrocken zu ahnen. Ist global zu denken aber eine echte Möglichkeit? Geschieht nicht alles Denken in lokalen Gehirnen und je besonderer Sprache, ist Denken genaugenommen nicht ebenfalls ein Handeln? Wie kann es dann global sein? Wollte ich umgekehrt bloß nach den Maßstäben handeln, die mein Krähwinkel für selbstverständlich hält, so ergäbe sich Unfug. Ob man will oder nicht, ist jeder Ort Teil der einen Erde, wird von überall her beeinflußt, kann sich vom Rest der Welt nicht isolieren. Anscheinend ist die von jenem Motto angezielte Wahrheit weniger einfach, als der Spruch es sich macht.

Als genaue Formulierung schlage ich das Prinzip vor: Umfassend vernehmen - bestimmt agieren. Es sei durch ein Ohr- und ein Augen-Gleichnis erläutert. Mit dem Himmelreich ist es, wie wenn eine Flötistin bei einer Sinfonie mitwirkt. Was sie tut, ist bestimmt: Flöten. Während des einsamen Übens vernimmt sie nichts als ihre Noten und tut nichts, als die möglichst gut erklingen zu lassen. Kommt es dann zur Orchesterprobe, schließlich zum Konzert, dann bleibt ihr Agieren bestimmt, beschränkt sich aufs Flöten. Weder trommelt noch geigt noch trompetet sie. Alle solche Unmöglichkeiten machen ihr keinen Kummer, so daß sie resigniert verstummen müßte. Alles oder nichts, dieser Wahn ist nicht ihre Versuchung. Denn sie weiß: Tun kann ich nur etwas: das Meine. Aber - auf diesen Unterschied zwischen einsamem Üben und Konzert kommt alles an: gut flöten kann ich nur, wenn ich auf meine Mitmusiker gespannt höre. In ihren Klang muß ich mich einschwingen, wie sie in den meinen, nur dann lebt unsere Musik. Das bereits laufende Projekt, alle möglichen Orchestertöne als Computerschnipsel digital zu speichern und aus solchen Fetzen jede denkbare Musik zusammenzusetzen, es mag zu brauchbarer Warenhaus-Beschallung führen, ich halte es jedoch für eine Facette im Untergang des Abendlandes, einen für runterentwickelte Völker typischen Wahnwitz. Ohne umfassendes Vernehmen führt noch so bestimmtes Agieren nie zu lebendiger Kunst, höchstens zu seelenloser Apparatur. Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig. Umgekehrt reicht das scheinbar umfassendste Vernehmen eines im Mono-Klangbrei sich suhlenden Rundfunkhörers der frühen Jahre gleichfalls ans wahre Kunsterlebnis nicht heran. Sind sämtliche Beziehungen gegensätzlicher Situationen verschwunden, fällt alles Bestimmte in ein großes Einerlei zusammen: dann bedeutet ein Konzert nicht mehr die wirkliche Welt und hat seinen Sinn verloren. Immer erinnere ich mich an jenen Abend 1970, als der Kaplan den neuen Stereo-Radio einweihte und entdeckte, wie interessant sogar eine zunächst entsetzlich mißtönende moderne Komposition klingt, wenn man von Mono auf Stereo umschaltet.

Wer lieber sieht als hört, denke sich eine Gruppe befreundeter Maler, die eine Ausstellung vorbereiten. Jeder vor seiner Staffelei, stehen sie auf bunter Sommerwiese, vernehmen alle dieselbe Farbfülle samt fern sich auftürmender Gewitterwand. Damit Bilder entstehen, muß jeder je eine ganz bestimmte Farbnuance auftragen; solange er nur selig in der Fülle schwelgt, gibt es kein Bild. Auch dann nicht aber, sollte eines Esels Schwanz vernunftlos (= nicht vernehmend) der Leinwand allerlei Farben applizieren. Nicht alle Ausstellungsbesucher, wohl aber die kunstsinnigen werden den Mangel spüren: Nicht auf die Farben je für sich kommt es an sondern auf deren Com-Position, die Beziehungen jedes Bildelements zu allen anderen.

Umfassend vernehmen - bestimmt agieren: daß dieses Prinzip auch im Reich Gottes bestürzend aktuell ist, zeigen die heutigen Lesungen.

II. 1. Lesung: Friede zwischen Juden und Heiden

Das Apostelkonzil Jerusalem I (sollte das nächste Konzil nicht, statt Vatikan III, besser Jerusalem II heißen?) hat aufs Bestimmteste agiert. Gegen die Machenschaften irregeleiteter Judaisten, die auch den nichtjüdischen Neuchristen die Beschneidung aufnötigen wollten, läßt Lukas das erste Konzil dekretieren: "Der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge: Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig."

Die vom Konzil erlassene klare Weisung ist aber aus dem umfassenden Vernehmen beider miteinander ringender Anliegen erwachsen. Jesus, Maria und die ersten Christen waren allesamt gläubige Juden, lebten gemäß den Regeln der Tora, des Gottesbundes mit dem Volk Israel. Als sie nach Pfingsten allmählich begriffen, daß die Trennmauer zwischen Juden und den anderen Völkern in Christus abgeschafft war, stellte sich die Frage, was aus deren Unterschied werden sollte. War es auch mit ihm zu Ende? Dann wäre das Judentum vorbei gewesen, Israels Berufung hätte sich in die christliche hinein aufgelöst. Zu dieser Meinung ist die Christenheit später gekommen, bis zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts galt offiziell die sog. "Substitutionstheorie": Bis zu Christus war Israel Gottes auserwähltes Volk, seither sei das die Kirche. Dies war allerdings lediglich eine - wenngleich allgemein für selbstverständlich geltende - Meinung, kein unfehlbarer Glaube.

Und es war gegen den Beschluß des ersten Konzils. Mit dem konnten solche Judenchristen, die im Glaubensverbund des Judentums bleiben wollten, voll einverstanden sein. So erklären sich die uns so seltsam vorkommenden vier Ausnahmen von der Gesetzesfreiheit: "Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden". Diese Vorschriften gelten nämlich als einzige schon nach der Tora auch für Nichtjuden. In seinen besten Köpfen hat Israel immer gewußt, daß seine Auserwählung nicht alleiniges Heil bedeutet vielmehr einen besonderen Auftrag zum Dienst am Heil aller Völker. Der Noachbund bleibt für alle Menschen gültig, auch nachdem durch den Mosesbund das jüdische Volk zu speziellem Zeugnis berufen worden ist. Nur eben jene vier besonderen Gebote erlegt das jüdische Gesetz auch den Heiden auf.

Stellen wir uns eine Heidenkirche vor, die in ökumenischer Verbundenheit mit einer selbstbewußten Judenchristenheit gelebt hätte, die wiederum ein gleichberechtigter Zweig am vielgestaltigen Baume Israel gewesen wäre - dann hätte es Jahrtausende lang keine Verfolgung von Juden als "Gottesmördern" gegeben, die Christen hätten respektiert, daß die nichtchristlichen Juden Jesus nur für den radikalen Rabbi halten können, der er ja auch war, nicht - wie die Judenchristen - für den Messias, Gottes endgültiges WORT, oder gar - wie wir Heidenchristen - für Gottes IHM gleichwesentlichen SOHN, die zweite Person der Dreieinigkeit. Wie diese Gegensätze heute kein Grund zu wechselseitiger Verachtung sind, so hätten sie es auch damals nicht zu sein brauchen. Träume? Vielleicht. Aber keine bösen.

Tatsächlich scheint der ökumenische Kompromiß des ersten Konzils fast anderthalb Jahrhunderte gehalten zu haben. Später haben die Heidenchristen als überwältigende Mehrheit, die meist überhaupt keine Judenchristen mehr kannten, sich diese Einschränkung ihrer Freiheit immer weniger gefallen lassen. Wer etwa am Schlachttag leidenschaftlich Blutwurst schmauste, sah nicht ein, wieso irgendein uraltes Dokument ihn hindern sollte. Auch in Pfarrhäusern gibt's mitunter Pressack.

Welches Kirchenbild skizziert Lukas? Das einer Gemeinschaft, die für die Bedenken von Altgläubigen ebenso Verständnis zeigt wie für das Recht neuer Mitglieder auf Gewissensfreiheit. Vernommen wird die ganze Weite der Glaubensweisen, entschieden mit Bestimmtheit, für unbestimmte Zeit, nach dem Grundsatz "Im Notwendigen Einheit, im Zweifelhaften Freiheit, in allem Liebe". Welche Opfer die Einheit von der einen oder anderen Seite verlange, bei solchen Fragen verschieben sich im Laufe der Zeit die Gewichte, bis die Waage kippt. Mit Blutessern Gemeinschaft zu halten mochte man den Altgläubigen, die sich auf Lev 17,10 beriefen, damals nicht zumuten, später schon. Wird es der Nachbarvorschrift Lev 18,22 in der Kirche ähnlich ergehen? Manche Anzeichen, in den USA und anderswo, sprechen dafür.

Wichtig ist: Derlei Kippvorgänge betreffen immer nur die rechtliche Gestalt einer Glaubensgemeinschaft. Ihr mag morgen legal angehören, wer heute in ihr nur als sündige Randfigur oder eben außer ihr leben darf. In welcher dieser drei Situationen jemand sich aber auch vorfinde, immer lebt er in der Heilsspannung von umfassendem Vernehmen und bestimmtem Agieren und sei sich klar, daß andere ihr Lebenskunstwerk nach anderen Noten aufführen, mit Recht, vielleicht sogar gemäß göttlicher Weisung. Widerstehen muß ich dir allein da, wo dein Tun unseren Nächsten unverantwortbares Unrecht tut. Mißachtet der Trompeter seine Pause und überdröhnt die Blockflöte, dann werden alle Musiker unwillig. Auch der Dirigent.

III. 2. Lesung: Die zwölf Tore der Neuen Stadt

"Die heilige Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, ... hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren ... Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore ... Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt." Von allen Seiten her nimmt die künftige Stadt ihre Einwohner auf, doch jede und jeder von uns kann nur durch ein bestimmtes Tor eintreten. Durch alle kommt keiner, wozu auch? Nur miteinander sind wir alles: wenn jeder beherzt etwas ist, seine Schritte zum rechten Tor hinlenkt und die Sprache meistert, die in seiner Region gesprochen wird. "Auf die Tore sind Namen geschrieben", einer davon steht auf deinem Ticket, noch undeutlich. Aber, anders als bei alten Faxblättern verblaßt die Schrift nicht mit den Jahren sondern tritt überhaupt erst hervor. "Wenn ich bedenke, was ich mit 64 noch alles geglaubt habe!" schmunzelte Wilhelm Klein SJ mit 89. Mag sein, du wanderst in der Ferne um die halbe Stadt herum ehe du dein Tor kennst. Jeder Schritt aber ist ein ganz bestimmter, geh ihn! Dich müde ins Gras zu werfen kann himmlisch sein, vielleicht auch notwendig, weil es gar zu finster ist und man besser liegt als stürzt. Doch eine depressive Wut darüber, daß du nicht dort drüben bist, wo andere so triumphierend einherziehen, die lach aus und treib fort aus deinem Herzen. Du magst linkskatholisch fühlen oder rechtsprotestantisch, dich Buddhistin, Bahai oder Zweiflerin nennen - oder nicht einmal das sicher wissen. Ist dein Zweifel noch nicht scharf genug? Keine Sorge, der Tag kommt, wo du endlich an allem zweifelst, sogar an dir, und glücklich bist, daß ES dich auffängt, jenes verborgene Es, das alles gibt was es gibt, und dich so auf die Füße stellt, daß du nur mehr eintreten mußt in dein Tor, dessen Name auf deinem Ticket jetzt golden strahlt.

IV. Evangelium: Den Sohn kennt allein der Vater.

"Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich." So spricht beim Abschied Jesus, der - durch sein Gehen zum Vater - der Kirche als Christus kund wird, gesalbter Messias, Gottes endgültiges Wort, Gott von Gott, Licht vom Lichte, in ewiger, ungewordener Beziehung zum Vater, mit ihm und dem Heiligen Geist der eine unteilbare einzige Gott. Gott und Mensch zugleich, das kann der Glaube ahnen und das Bekenntnis sagen; denken aber kann es kein irdischer Verstand. Weil für uns beides sich ausschließt. Umfassend vernehmen heißt hier: Sämtliche Glaubensäußerungen ernstnehmen, jede als eine Facette der unbegreiflichen Wahrheit respektieren. Ebenso das altkirchliche Dogma (Gott und Mensch, ungetrennt und unvermischt) wie den Protest von Juden und Muslimen gegen die Ungeheuerlichkeit eines "zweiten Gottes". Gäbe ich ihnen (in ihrem Sinne!) unrecht, so träfe ihr vernichtendes Urteil "du Götzendiener!" mich mit Recht. Das tue ich nicht, bestehe nur auf meinem Recht, ebenfalls als Glaubenssprecher bestimmt zu agieren und Gottes Menschwerdung zu preisen, wissend, daß die anderen meinen Glaubens-Ausdruck nicht teilen können, so wenig wie ich den ihren. Vernehmen aber kann ich den und mir durch ihn helfen lassen, noch kaum ausgedrückte Facetten auch meines Glaubens (denn er meint die ganze Wahrheit!) klarer zu verstehen.

Auf verschlungenen Wegen bin ich an eins der aufregendsten Bücher meines Lebens gelangt, die Geschichte eines frommen jungen Katholiken in Lyon, der Priester werden wollte aber während einer feierlichen Kommunion plötzlich wußte: Ich bin gar nicht Christ sondern Jude. Seinen Bericht vernehmend erfaßte ich überrascht eine Wahrheit, die ich als Theologiestudent zwar gelernt aber nie wirklich verstanden hatte: die göttlichen Personen sind nur zueinander, als reine Beziehungspole. "Niemand kennt den Sohn, nur der Vater, und niemand kennt den Vater, nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will" (Mt 11,27). Daraus folgt doch wohl: Niemand kennt, von irgendwo außen her, Vater und Sohn zugleich. Zwei Beziehungspole, die nur zueinander überhaupt sind, zeigen sich außer ihrem Wechselblick keinem sonst. Unser "Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste", womit seit Jahrhunderten die jüdischen Psalmen, die auch Jesus gebetet hat, christlich getauft werden, zum Zorn nicht nur der Juden sondern auch vieler Christen, dieser Lobpreis der Dreifaltigkeit ist mithin - exakt gesprochen - nicht Ausdruck existentiellen Glaubens [real assent in NEWMANs Sprache] sondern Theologie [notional assent]. Weil nur der Vater den Sohn als Sohn kennt, deshalb habe ich als Christ eine persönliche Beziehung nicht zu einem zweiten Gott - das wäre Abfall vom Glauben an den einen Gott - sondern drei religiös korrekte Beziehungen wunderbar ineinander: a) zu Jesus meinem auferstandenen Freund und Meister als diesem Mitmenschen, b) sage ich als Geschöpf zum einen Gott »mein Herr und mein Gott!« wie damals Tomas (»Glaubt mir doch, daß ich im Vater bin und der Vater in mir« [Joh 14,11]) - ähnlich verehrten auch die Juden Gott im Tempel, unser christlicher Tempel ist der Auferstandene: »Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten? Er aber meinte den Tempel seines Leibes. Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, daß er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte« [Joh 2,20-22]. c) Endlich wende ich mich wie der Jude Jesus an seinen Gott, gemäß seiner Verheißung »Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott« (Joh 20,17). Das kann ich allerdings nicht als Geschöpf vielmehr allein als Glied Christi, an seiner unendlichen Person auf endliche Weise teilhabend, Kind im KIND, nicht diese Zugehörigkeit ist dem Beter jedoch bewußt sondern allein DU mein Gott, zu dem er sich wendet wie Jesus es tat und in uns allen tut, nicht den Christen allein. Wenn einer Tochter Auge den Vater anstrahlt, ist sie sich nur des Vaters bewußt, nicht ihres (vom Auge irgendwie auch unterschiedenen) ICH, das geht jetzt völlig in diesem Blick auf. So hat jener junge Mann, gerade weil er so voll in Jesu Beziehung zum Vater eingetaucht war, Christus nicht mehr als anderen sich gegenüber erleben können.

Die drei Beziehungen ereignen sich sozusagen in verschiedenen Dimensionen; deren Reichtum muß in der üblichen Glaubenssprache ähnlich verlorengehen wie die Raumfülle eines gemalten Würfels. Es stimmt schon: Sobald wir "durch Christus unseren Herrn" sagen, wird unser Gebet von Gott abgelenkt auf Geschöpfliches: Jesu heilige Menschheit. Denn "den Sohn kennt allein der Vater." Die Einsicht ist unausweichlich: Als Ausdruck kann der katholische Glaube nicht allumfassend kat-holisch sein, ist vielmehr ebenso partikulär wie alle Glaubensweisen und bedarf, um seine Anhänger auf wahrhaft kat-holische Weise glauben zu lassen, der Ergänzung durch Worte anders Gläubiger, sie dürfen uns folglich, so fremd sie unserem offiziellen Bekenntnis bleiben müssen, dennoch nicht als falsch gelten.

Bestimmt katholisch auftreten - an der jeweils angebrachten Stelle dieser auch in sich schon ungeheuer reichen Spannung - und dann unbeschränkt kat-holisch fremde Glaubenszeugnisse demütig vernehmen um dann neu differenziert wieder den eigenen katholischen Glauben zu kommunizieren, ist das nicht die heute brauchbare, mehr: den Katholiken aufgetragene Methode geistlicher Lebenskunst?


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Siehe auch des Verfassers alten Predigtkorb von 1996 an

und seine kat-holische Theorie-Baustelle

Schriftenverzeichnis

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