Jürgen Kuhlmann: Neuer Predigtkorb ab Dezember 2001
Lesejahr B 2002/2003

Gegen falschen und für wahren Familienfrieden

Gedanken zum Sonntag nach Weihnachten


Von einer Familientragödie erfuhr man letzte Woche durch die Frühnachrichten: in der Nacht hatte ein Rentner seinen Sohn mit dem Hammer erschlagen. Öfter ist es umgekehrt. Die Worte des Briefes, den Franz Kafka seinem Vater schrieb und nie abschickte, leuchten einen solchen Abgrund aus.

Heute gedenkt die Kirche der Heiligen Familie von Nazaret. Als Festevangelium wurde der Lukas-Bericht ausgewählt, wie Maria und Josef das Jesusbaby im Tempel Gott weihen, das war damals bei jedem Erstgeborenen vorgeschrieben. Zum Gesamtbild dieser Familie gehört freilich auch die spätere Szene, die wir bei Markus lesen: "Jesus ging in ein Haus, und wieder kamen so viele Menschen zusammen, daß er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen" (3,20 f). Sein Verhalten war ihnen peinlich, wie gut verstehen wir sie. Noch später, nach Ostern, hat Jesu Familie eingesehen, wen sie an ihm hatten. Vor Pfingsten, erfahren wir, "verharrten sie alle einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern" (Apg 1,14).

Das bedeutet: Die Heilige Familie war kein blaßrosa Ideal ungetrübter oder jeden Widerspruch zukleisternder Harmonie sondern eben darin vorbildlich, daß sie trotz scharfer Gegensätze nie zerbrochen ist. Das sollen unsere Familien von ihr lernen, sowohl die kleinen als auch die erdumspannende Familie aller Kinder Gottes. Sie alle sind von derselben Gefahr bedroht, sich entweder in endlosem Streit aufzureiben oder daß unter der Decke des faulen Friedens, den Mächtige erzwingen, die Mehrheit ohnmächtig stöhnt.

Vor beiden Übeln schützt das recht verstandene Evangelium, wenn beide scheinbar widersprüchlichen Worte Jesu (im selben Evangelium!) statt sich gegenseitig sinnlos auszulöschen, einander theoretisch wechselweise erhellen und praktisch ausbalancieren: "Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes heißen" (Mt 5,9) - wie verträgt sich das mit der anderen Botschaft "Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert" (Mt 10,34)? Welchen Frieden stiftet Jesus, welchen zerschlägt er? Anders dasselbe: Welchen Streit haßt Gott, welchen wünscht er?

Wie können Menschen friedlich miteinander auskommen, die in wichtigen Fragen Gegensätzliches für wahr halten? Wenn sie einander nicht widersprechen: erklären sie dann nicht gemeinsam die Wahrheit für unwichtig? Widersprechen sie sich aber: was wird aus dem Frieden?

Dieses Schlangennest von Fragen beunruhigt zahlreiche Familien. Man findet einen modus vivendi, doch empfindet jede Seite ein solches oder, hübscher, eine solche Lebens-Maß als schlecht eingeschenkt, wird mit dem notwendigen Kompromiß nicht glücklich. Jesus bietet anderes an: "Ein gutes, gestopftes, gerütteltes, überquellendes Maß wird man euch in den Schoß geben" (Lk 6,38). Muß dieses Versprechen an den Zwängen der Widersprüche scheitern? Oder gibt es so etwas wie Heil in der Vielheitswelt? "Geh deinen Weg vor mir und sei ganz" (Gen 17,1) - wie können die Familien der Abrahamskinder dies herrliche Ur-Gebot erfüllen, ohne fanatisch zu erstarren oder relativistisch zu veröden?

Indem wir die Pilatus-Frage "Was ist Wahrheit?" nicht länger - wie üblich - von Erfahrungen aus dem Mathe-Unterricht her beantworten sondern aufgrund unseres Glaubens an des Schöpfers reiche Kreativität. ER läßt Naturvorgänge zwar nach mathematischen Regeln ablaufen, als Maßstab menschlichen Lebenssinnes bestimmt SIE jedoch nicht mathematische sondern dramatische Wahrheit.

Versuchen Sie es einmal mit dieser Umschaltung, vielleicht staunen Sie, wie hell plötzlich der Weg vor Ihren Füßen wird. Wenn zwei sich streiten, ob drei mal drei acht oder neun oder zehn sei, ist eine und stets nur dieselbe Antwort richtig. Sagt aber in einem Drama dieselbe Figur im fünften Akt das Gegenteil ihrer Behauptung im ersten, dann kann das freilich auch ein Schritt von Irrtum zu Wahrheit sein. "Wollen Sie mir verbieten, klüger zu werden?" erwiderte Konrad Adenauer auf den Vorwurf, er habe doch eben noch anders geredet. Oder jemand läßt sich von einer funkelnden Lüge einfangen, wie es nicht wenigen Christen, auch Theologieprofessoren, zu Beginn der Nazizeit erging. Es kann aber auch einfach in der Zeit der Schritt von einer dramatischen Wahrheit zu einer anderen sein, ähnlich wie zwei gegensätzliche im Raum der Weltbühne einander gegenübertreten.

Warum können trotz glatten Widerspruchs beide dramatisch wahr sein? Weil jede gültige Sinnwahrheit auf endliche Weise am unendlichen SINN-überhaupt teilhat, der von keiner ausgeschöpft wird. Die je besondere Weise solcher Teilhabe bestimmt die genaue Bedeutung der verwendeten Wörter, deshalb haben sie - entgegen dem Eindruck ihrer Benutzer - beiderseits nicht exakt denselben Sinn: das aber wäre die Voraussetzung dafür, daß gemäß dem Widerspruchsprinzip von zwei Widersprüchen nur einer wahr sein kann. Der für endliche Wesen unvermeidliche Gegensatz bei Aussagen über den un-endlichen SINN erscheint ihnen zwar - wegen der Armut an Wörtern d.h. Denkzeugen - als Widerspruch, ist aber kein echter sondern ermöglicht die Polarität entgegengesetzter Rollen im Weltdrama, deren jede ein Gemisch aus Wahrheit und Falschheit ist: Wahrheit, insofern der Schöpfer und Regisseur des Ganzen diese Figur hier und jetzt gerade diesen Aspekt seiner in sich unsagbaren Überwahrheit ausdrücken läßt; Falschheit, insofern der ihr unvermeidbare Schluß auf den Irrtum der Gegenseite wegen der Vieldeutigkeit aller Wörter nicht stimmt.

Falsch ist dieser Schluß jedoch nur, insofern er auf ein negatives Urteil über des Mitmenschen Verhältnis zur Wahrheit hinausläuft. So ist er eine Lüge. So ist er jedoch, schaut man genau hin, bei glaubenden Menschen gar nicht gemeint. Sie bekennen allesamt, daß allein Gott des Menschenherzens Richter ist. Wer seinen Glauben als einzig wahren bekennt, meint damit jeden Andersgläubigen nicht in dessen innerer Überzeugung, verwendet ihn vielmehr als die notwendige Projektionsfläche, um eine eigene andere Möglichkeit als für sich unmöglich auszuschließen, meint nicht "was du glaubst, ist für dich falsch", vielmehr: Wenn ich das glaubte, was du bekennst, wäre ich von meiner Wahrheit abgefallen, also von der einzigen Wahrheit überhaupt, denn existentielle Wahrheit gibt es nicht anders als persönlich-konkret.

Was ist unsere jetzige Überlegung, ist sie kein existentieller Vollzug? Dann wäre sie in einer Predigt fehl am Platz. Sie ist es aber. Allerdings der Vollzug nicht eines konfessionellen Glaubens sondern gemeinsamer ökumenischer Hoffnung. Beide sind nur zusammen - und von alltäglicher Liebe belebt - die Wahrheit des Herzens. Die tritt somit in drei verschiedenen Gestalten dramatischer Wahrheit auf: erstens als bestimmtes Glaubensbekenntnis, in meinem Fall z.B. in der Form "Jesus Christus ist das allein rettende Licht der Welt", zweitens als ökumenische Hoffnung: "wer ihn ablehnt, weiß nicht was er tut und meint hoffentlich einen anderen Zipfel der Heilswahrheit", drittens als Nächstenliebe: Selbst wenn ich ablehne, was du bekennst oder tust, bejahe ich dich doch als von Gott geliebte Person.

Anders als durch Unterscheiden, Abgrenzen, Vergleichen können wir Menschen nicht denken. Deshalb müssen wir fremden Glauben immer wieder als Projektionsfläche verwenden, um dort die eigene Unmöglichkeit dieses anderen Glaubens durchzustreichen. Anders können wir uns der eigenen Wahrheit nicht vergewissern. Zum verletzenden Mißbrauch würde ein solches vermitteltes Glaubensverständnis nur, sobald es den anderen durch die Leinwand seiner Geisteshaut hindurch ins Herz träfe: das täte es jedoch nicht als Glaubensbekenntnis sondern als liebloses Nein zur Hoffnung.

So klärt sich das Recht der Unterscheidung naiv / kritisch bei unserem Thema. Das Projizieren selbst ist im guten Sinn naiv: kindlich. Es begleitet alle glaubenden Menschen (sogar die nur an die eigene Skepsis Glaubenden) ihr Leben lang bis zu jedem Grad der Reife: "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ..." "Bleiben wir dabei", verabschiedete sich der Jesuit freundlich von seinem protestantischen Kollegen, "Sie dienen Gott auf Ihre Weise, und ich auf seine." Oder war es umgekehrt? Naiv im schlechten Sinn, kindisch ist die Verwechslung solcher Projektion mit der Verurteilung des fremden Glaubens, sofern er vom Mitmenschen gelebt wird. Das ist die Sünde des Fanatismus, sie gehört durch Kritik und Reue vernichtet. Wer umgekehrt solche Kritik dazu mißbraucht, sich vor dem eigenen Bekenntnis zu drücken, sündigt durch Relativismus und muß, soll er zu strahlkräftigem Leben finden, seinem Unglauben widersagen.

Schauen wir uns ein Beispiel an. Im neuen Predigtbuch "Die Feier des Sonntags" erläutert Ludwig Weimer, Priester der katholischen Integrierten Gemeinde, das heutige Evangelium: "Josef und Maria waren bescheidene, demütige Leute. Der gerechte Simeon und die hochbetagte Witwe Hanna aber müssen aussprechen, was hier geschieht: Dass der Messias seinem Tempel und seiner Sendung begegnet. Er wird in Israel die Unterscheidung der Geister durchführen; an seiner Person werden sie sich scheiden - wer wirklich für Gott ist und wer nicht."

"Wer wirklich für Gott ist und wer nicht." Beim ersten Lesen erschrak ich. Meint der Prediger also, jene Juden damals und alle seither, die Jesus nicht angenommen haben, hätten sich gegen Gott entschieden? Das kann er nicht meinen. Denn dieselbe Integrierte Gemeinde hält vorbildliche Freundschaft mit Juden, steht an vorderster Front im Kampf gegen den kirchlichen Antijudaismus. Was meint der Prediger dann? Eben die beschriebene heilsame Projektion. Um die für den Glauben notwendige Unterscheidung im Kreis der Gemeinde zu verkünden, muß der fremde Glaube als Negativ-Folie hergenommen werden. Ohne Hintergrund leuchtet nichts in der Welt, das ist ihr Gesetz. "Ich bitte nicht, daß du sie aus der Welt nimmst, sondern daß du sie vor dem Bösen bewahrst" (Joh 17,15). Trifft die Gemeinde sich hingegen mit einer jüdischen Gruppe zu einem gemeinsamen Fest, spricht derselbe Prediger gewiß anders. Dank 24 Jahren in der Weltkonferenz der Religionen für den Frieden weiß ich, daß konfessionelle Glaubensgemeinden und ökumenische Hoffnungsgemeinden nicht das gleiche aber vom selben Heiligen Geist beseelt sind.

Angenommen, eine kleine oder große Familie macht sich diese Heilsstruktur klar, jedes Mitglied bekennt jetzt frei seinen Glauben und ist dann auch bereit, als Projektionsfläche fremder Widersprüche zu dienen ohne sie als Nein zur eigenen Person mißzuverstehen: wäre dort nicht Jesu Doppelwille erfüllt, sowohl sein wahrer Friede gestiftet als auch sein Schwert gegen falschen Frieden aktiv?


Zum Weiterdenken:

Brief von Franz Kafka: "... Knochen durfte man nicht zerbeißen, Du ja. Essig durfte man nicht schlürfen, Du ja. Die Hauptsache war, daß man das Brot gerade schnitt; daß Du das aber mit einem von Sauce triefenden Messer tatest, war gleichgültig. Man mußte achtgeben, daß keine Speisereste auf den Boden fielen, unter Dir lag schließlich am meisten. Bei Tisch durfte man sich nur mit Essen beschäftigen, Du aber putztest und schnittest Dir die Nägel, spitztest Bleistifte, reinigtest mit dem Zahnstocher die Ohren. Bitte, Vater, verstehe mich recht, das wären an sich vollständig unbedeutende Einzelheiten gewesen, niederdrückend wurden sie für mich erst dadurch, daß Du, der für mich so ungeheuer maßgebende Mensch, Dich selbst an die Gebote nicht hieltest, die Du mir auferlegtest. Dadurch wurde die Welt für mich in drei Teile geteilt, in einen, wo ich, der Sklave, lebte, unter Gesetzen, die nur für mich erfunden waren und denen ich überdies, ich wußte nicht warum, niemals völlig entsprechen konnte, dann in eine zweite Welt, die unendlich von meiner entfernt war, in der Du lebtest, beschäftigt mit der Regierung, mit dem Ausgeben der Befehle und mit dem Ärger wegen deren Nichtbefolgung, und schließlich in eine dritte Welt, wo die übrigen Leute glücklich und frei von Befehlen und Gehorchen lebten. Ich war immerfort in Schande, entweder befolgte ich Deine Befehle, das war Schande, denn sie galten ja nur für mich; oder ich war trotzig, das war auch Schande, denn wie durfte ich Dir gegenüber trotzig sein, oder ich konnte nicht folgen, weil ich zum Beispiel nicht Deine Kraft, nicht Deinen Appetit, nicht Deine Geschicklichkeit hatte, trotzdem Du es als etwas Selbstverständliches von mir verlangtest; das war allerdings die größte Schande. In dieser Weise bewegten sich nicht die Überlegungen, aber das Gefühl des Kindes ..."
Auch wo es minder schlimm zugeht, stimmt oft der Spott von Karl Kraus: Das Wort "Familienbande" hat einen Beigeschmack von Wahrheit.

Unterscheidung naiv / kritisch: Vor ziemlich genau hundert Jahren veröffentlichte Ernst Troeltsch die folgende Überlegung, die von ihrem Glanz nichts verloren hat:
"Jede religiöse Verehrung betrachtet sich für den Umkreis ihres Bereiches von Hause aus und selbstverständlich als absolut, und jede Universalreligion tut das Gleiche für jeden denkbaren Bereich überhaupt. Die Absolutheit ist ein allgemeines Merkmal des naiven Denkens ... Das Problem ist also nichts anderes als das allgemeine Problem des Verhältnisses des naiven Weltbildes zum wissenschaftlichen in seiner Anwendung auf die Religion ... Die Aufregungen und Schmerzen, die überall der Übergang vom naiven zum wissenschaftlichen Denken mit sich bringt, sind hier am wenigsten zu vermeiden. Aber andererseits gilt auch bei der Religion, was überall sonst vom wissenschaftlichen Denken gilt: es verwandelt das unmittelbare Bild, hebt aber die naive Wirklichkeit nicht auf, sondern gibt ihr nur eine veränderte Beziehung und Auffassung. Die Absolutheit der Überzeugung rückt nur von dem isoliert aufgefaßten Einzelnen auf den Zusammenhang, aus dem nunmehr das Einzelne zu verstehen ist ...
Gewiß, in allen hochentwickelten Kulturen ist der Schaffenswille naiv absoluter Schätzungen gebrochen und von des Gedankens Blässe angekränkelt, aber das Leben ist damit zugleich reicher, feiner und gerechter geworden. Zur Schaffung der großen Kirchenorganisationen insbesondere bedurfte es der rücksichtslosen Leidenschaften derer, die das alleinige Heil zu besitzen und sich zu dessen gewaltsamer Durchsetzung verpflichtet glaubten. Aber in den geschaffenen Formen kann dann ein milderer, freierer und gerechterer Geist hausen, der relativer Schätzungen fähig ist und damit an Milde und Güte gewinnt, was er an schonungsloser Rechthaberei verliert ... . Alle Religionen sind als absolute geboren, weil sie unreflektiertem göttlichen Zwange gehorchen und eine Realität aussprechen, die nicht bloß um ihrer Wirklichkeit, sondern noch mehr um ihrer Gültigkeit willen Anerkennung und Glauben verlangt. Und wie die Ursprungsepochen, so empfindet jeder echt und kindlich Gläubige in den Ausgangspunkten und in den Höhepunkten seiner Frömmigkeit. Auch ihm ist da die Absolutheit selbstverständlich, weil er es mit einer durch sich selbst wirkenden Realität zu tun hat, weil er in dieser Realität den Zugang zu einer Sphäre des absolut Notwendigen und Wertvollen verspürt. Ohne einen Gedanken an mögliche andere Formen des Glaubens lebt er in der Notwendigkeit der Sache und damit in der einzigen wirklichen Wahrheit.
Ist nun diese naive Absolutheit ein Wahn und eine Illusion, die zerstieben müssen, wenn der Horizont sich erweitert, wenn verschiedene Kulturwerte und Religionen mit den gleichen Ansprüchen nebeneinander treten, und wenn die ethischen und religiösen Wertungen mit all den erschütternden Eindrücken von der Gleichgültigkeit der Natur gegen die idealen Werte und von der Schwäche des Ideals gegenüber der Durchschnittsmenschlichkeit zusammentreffen? Sie ist so wenig ein bloßer Wahn wie die natürliche Absolutheit der naiven Wahrnehmung und Begehrung ein Wahn gewesen ist. So wenig eine alle Bedingungen und Möglichkeiten absteckende Theorie des Sehens das Sehen zum Nicht-Sehen macht, so wenig macht alle Überlegung und Vergleichung der Bedingungen und Arten dieser Ansprüche den religiösen Glauben an absolute Werte, Ordnungen und Gründe der Wirklichkeit zum Gegenteil, zur hochmütigen Einbildung einer sich übersteigenden Selbstsucht oder zur kurzsichtigen Eitelkeit natürlicher Rechthaberei." [Die Absolutheit des Christentums und die Religionsgeschichte (1902), München/Hamburg 1969, 104-110]

Hergenommen werden: Das ist ein "göttliches Passiv"; so nennen es die Exegeten, wenn ein göttliches Wirken ehrfürchtig umschrieben wird, ohne Gott zu nennen. Nur so, scheint mir, lassen sich auch die berüchtigten Formulierungen des vatikanischen Dokuments "Dominus Iesus" für wahr halten, richtet es sich doch ausdrücklich nicht nach außen sondern an die Gläubigen der katholischen Weltkirche, die zwar riesig aber gleichfalls auch eine Gemeinde ist.

Weltkonferenz der Religionen für den Frieden


Volle Internet-Adresse dieser Seite: http://www.kath.de/predigt/jk/familie2.htm

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Siehe auch des Verfassers alten Predigtkorb von 1996 an,

seine kat-holische Theorie-Baustelle

sowie seinen Internet-Auftritt Stereo-Denken
samt Geschichte dieses Begriffs und lustigem Stereo-Portrait

Schriftenverzeichnis

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